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Berlin 1882-1907 12. Bergmann als literarische Persönlichkeit

Full text: Ernst von Bergmann / Buchholtz, Arend (Public Domain)

Bergmann als literarische Persönlichkeit. 
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chirurgische Verfahren bei den wichtigsten Operationen, besonders bei 
den auch für den praktischen Arzt unter Umständen notwendig werden— 
den Eingriffen an den Extremitäten wie Unterbindungen, Ampu— 
tationen, Resektionen usw., gegeben sind, wie hier, und nicht nur die 
didaäͤktische Begabung bewundern wir, sondern auch die lückenlose 
Kenntnis der Anatomie. — 
Die Neigung zu pathologisch-anatomischen Studien führte ihn zu 
Arbeiten auf dem unerforschten und daher für ihn reizvollen Gebiete 
der Geschwülste. Besonders haben ihn die Krebsgeschwülste dauernd 
zu Arbeiten angeregt. Sein Vortrag „Uber Krankheiten, die dem 
Krebs vorangehen“ (1905) entsprang einer überdachten vieljährigen 
praktischen Erfahrung und wies zu einer Zeit, in der die Krebsforschung 
in verfehlte Bahnen zu geraten schien, klar und deutlich die Wege, in 
denen sie sich zu bewegen hat. 
Seinen spätern groß angelegten Werken ließ Bergmann zahlreiche 
Vorstudien vorausgehen, fand er doch dank seiner Vielseitigkeit immer 
wieder Gelegenheit, auf einige spezielle, von ihm besonders gern be— 
tretene Gebiete der Chirurgie in seinen Arbeiten zurückzukommen. 
Das zeigt sich so recht in den folgenden Werken, die seine bedeutendsten 
ind. 
Als Objekt dauernder literarischer Betätigung suchte er sich das 
allerschwierigste aus: die Chirurgie des Kopfes. 
Sein klassisches Werk „Die Lehre von den Kopfver— 
letzungen“ gilt allgemein als eins der besten der deutschen chirur⸗ 
gischen Literatur. Richter schreibt darüber im „Zentralblatt für 
Chirurgie“ 1880: „Die neuen in der Literatur niedergelegten 
Forschungen über die Anatomie und Physiologie des Gehirns 
und seiner Gefäße, die Experimente über die Zirkulation in den— 
selben, über die Spannungsverhältnisse der Cerebro-Spinalflüssig- 
keit unter normalen und pathologischen Zuständen, die inter— 
essante Lehre vom Hirndruck, eine Domäne Bergmanns, die experi⸗— 
mentellen Untersuchungen über das Wesen der Hirnerschütterungen, 
die Erfahrungen über die Kallusbildungen der Schädelknochen, die 
Versuche über die Wirkung schnell fliegender Geschosse auf geschlossene 
mit Weichteilen gefüllte Knochenkapseln: sie alle finden ebenso sehr 
ihre Verwertung wie die Studien, welche Bergmann in den ver— 
schiedensten Museen unternommen, und namentlich die reichen Er— 
fahrungen, welche er selbst in Krieg und Frieden gesammelt hat“. 
1888 folgte das Werk, das ihm mit einem Schlage einen Weltruf 
erwarb und ihn zum anerkannten Führer auf diesem Gebiete machte: 
„Die chirurgische Behandlung der HSirnkrank— 
heiten“ (zuerst in Langenbecks Archiv Band 36, 1889 in zweiter, 
1899 in dritter auf das Gewissenhafteste umgearbeiteter Auflage)
	        
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