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Berlin 1882-1907 7. Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, Naturforscherversammlung und Berliner Medizinische Gesellschaft

Volltext: Ernst von Bergmann / Buchholtz, Arend (Public Domain)

Berliner Medizinische Gesellschaft. 
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Nürnberg 1893 den großen Toten August Wilhelm v. Hofmann und 
Werner v. Siemens widmete, sind der Ausdruck des Geistes, der ihn selbst 
beseelte. „Die rein empirische Technik mußte erst von dem Geiste der 
Naturwissenschaften durchdrungen werden, um sich zur Höhe der natur— 
wissenschaftlichen Technik zu erheben“, dieses Wort, das Bergmann 
auf Siemens anwandte, gelte auch, heißt es in dem Nachruf, den 
Naunyn in der Dresdner Naturforscherversammlung von 1907 Berg— 
mann widmete, für dessen eignes Fach, die Chirurgie, und für ihn, den 
Chirurgen. Es wäre Bergmanns Größe und Stärke, daß er auch als 
praktischer Chirurg überall bewußt den wissenschaftlichen Sinn wahrte 
und hochhielt. „Er war mehr als ein berühmter Chirurg: er war ein 
bedeutender Mensch; auch in unsern Versammlungen haben wir die 
Wucht seiner Persönlichkeit erfahren.“ 
Endlich haben wir auch noch der Beziehungen Bergmanns zur 
Berliner Medizinischen Gesellschaft zu gedenken. 
Er hat ihr fast ein Vierteljahrhundert angehört, seit 1885 als stell— 
vertretender, seit Virchows Tode als ihr Erster Vorsitzender. An 
seinem siebzigsten Geburtstage machte sie ihn zu ihrem Ehrenpräsi— 
denten. Seine Kunst, den wissenschaftlichen Eifer anzuspornen, zu 
gegenseitiger Förderung im mündlichen Austausch des Erlebten und 
Erfahrenen anzuregen, den guten, kollegialen Ton zu erhalten, vollends 
seine Meisterschaft in der Leitung der oft schwierigen Verhandlungen 
hat er auch dort bewiesen. Freilich waren er und Virchow in der Art, 
wie sie den Vorsitz führten, sehr verschieden voneinander: zu dem 
bedächtig und langsam seine Worte wägenden Vorgänger, unter dem 
sich die Debatte in den letzten Jahren oft nur mühsam hinschleppte, 
bildete der Nachfolger mit seiner schnell auf das Ziel lossteuernden, 
aufrüttelnden, das Wesentliche immer kurz zusammenfassenden 
Leitung und dem festen Willen, die Diskussion nicht nur in Fluß zu 
bringen, sondern auch möglichst ergiebig zu gestalten, endlosen Er—⸗ 
zrterungen aber einen Riegel vorzuschieben, einen immer empfun— 
denen Gegensatz. 
Ein großer Tag war für ihn, als er den neuen Sitzungssaal der 
Gesellschaft im Langenbeck-Hause einweihte, wobei er in seiner An— 
sprache betonte, daß die korporative Gestaltung des Vereinslebens 
dasjenige Mittel sei, das den Arzten den ihnen gebührenden Einfluß 
im öffentlichen Leben gewinne. Das eigne Heim, die eigne Arbeits- 
stätte sei der erste Schritt, aus der Abhängigkeit, aus der wenn auch 
vortrefflichen so doch ausschließzlichen Fürsorge von Staat und Ge— 
meinde für alles, was den ärztlichen Interessen gilt und dient, heraus⸗ 
zutreten. „Hier haben wir die eigne Stätte zum eignen Schaffen, 
wo wir in freier Selbstbestimmung arbeiten und sammeln, lernen, 
lehren und forschen können.“
	        
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