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Sechstes Kapitel. Finsternis

Full text: Die Intellektuellen / Meisel-Hess, Grete (Public Domain)

der Laterne, die das Bild ihres Kampfes beschienen 
hatte, zur Erde. 
Sie hatte nicht viel Wasser geschluckt. Dennoch 
reinigte er mit dem vom Taschentuch umwickelten 
Finger kräftig den Rachen. Dann setzte er sich auf 
das niedrige Geländer der Rasenfläche und legte die 
leichte Gestalt quer über seine Knie, auf den Bauch, 
so daß Kopf und Rumpf nach unten hingen. Das 
Wasser tropfte ab. Er drückte regelmäßig gegen ihren 
Rücken. Nachdem er dies rhythmisch einige Minuten 
lang getan hatte, legte er sie auf die Erde nieder, holte 
den Mantel, der ein Stück weiter unten so da lag, wie 
er ihn abgeworfen hatte, schob ihn ihr als Rolle unter 
den Kopf. Dann führte er ihre Arme langsam nach 
oben — führte sie wieder zurück und drückte sie 
kräftig aber schonend gegen den Brustkorb. Zischend 
hörte er die Luft in die Lungen einströmen. 
Als er diese Bewegungen etwa dreißigmal ausgeführt 
hatte, begann sie zu atmen und schlug die Augen 
auf. 
Nun zog er den Mantel vorsichtig unter ihrem Kopf 
weg und hüllte sie hinein. Dann hob er die leichte 
Gestalt, ohne Mühe, auf seine Arme. Während er mit 
ihr weiterging, fielen ihr die Augen wieder zu, und er 
fühlte, wie sie zitterte. 
Niemand war in der ganzen Zeit durch die nächtliche 
Allee gekommen. Der Himmel schien glänzend, wie 
schwärzlich-violettes Glas und wölbte sich über den 
ih
	        
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