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III. Hertzbergs Anteil an der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten nach der Teilung Polens bis zum Tode Friedrichs des Großen (1772-1786)

Full text: Ewald Friedrich Graf von Hertzberg / Preuss, Theodor (Public Domain)

68 Wahlumtriebe in Köln und Münster. 
ιtιιααιαιααιαααασιιιαιααιισααισαιιαιαιαισ 
Zur Unterstützung seiner Ansicht konnte Hertzberg darauf 
hinweisen, daß der Kaiser Joseph damals gerade auf 
seiner Reise nach Petersburg weit entfernt war; wäre 
eine kräftige Erklärung beizeiten geschehen, vielleicht wür— 
de der Wiener Hof die Ausführung seines Planes noch 
ausgesetzt haben; Kaunitz würde es nicht wagen, den 
Wünschen der Kaiserin zuwider Schritte zu tun, die zur 
Störung des Friedens führen könnten. Aber Friedrich, 
der zwei Jahre zuvor bei einem viel wichtigeren Anlaß 
nur ungern das äußerste Mittel gewählt hatte, trug Be— 
denken, wegen einer Koadjutorwahl einen vielleicht euro⸗ 
päischen Krieg anzufachen. Gern glaubte er dem Mini— 
ster Finckenstein, daß auch ohne Drohungen und ernstliche 
Sprache Osterreichs Absicht zu vereiteln sein möchte. 
50 wurde Hertzberg zurückgehalten und ließ sich um 
so leichter überstimmen, da man schon den bairischen Krieg 
allgemein für sein Werk erklärt hatte. Bei manchen 
Mitgliedern des Hofes, besonders bei dem Prinzen Hein— 
rich, herrschte die Ansicht, die zu große Raschheit, das 
rücksichtslose Zufahren des Ministers verwickle den Staat 
in Kriege, die vermieden werden könnten. Um solchem 
Verdacht nicht noch mehr Nahrung zu geben, war Hertz⸗ 
berg in allen Äußerungen äußerst vorsichtig. 
50 hatte es denn beim kleinen diplomatischen Uriege 
sein Bewenden; süße und herbe Mittel, Bestechung und 
Drohung wurden in Anwendung gebracht. Durch ein— 
dringliche Vorstellungen bei dem alten Kurfürsten und bei 
beiden Domkapiteln suchte Hertzberg dieselben zu über— 
zeugen, daß die beabsichtigte Wahl dem ganzen deutschen 
Reiche Gefahr drohe. Und weil die Vertretung Preu— 
hens beim kurfürstlichen Hofe zu Bonn unzureichend er— 
schien, wurde auf seinen Rat Christian Dohm, den er 
kurz zuvor (im Jahre 1779) als Geheim-Sekretär und 
Archivar im auswärtigen Amt angestellt hatte, mit be— 
sonderer Vollmacht an Ort und Stelle zur Hülfe Fürsten- 
beras abgeordnet. Denn der brandenburgische Direk—
	        
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