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V. Hertzberg als Gelehrter und Schriftsteller. Seine letzten Lebensjahre nach seinem Rücktritt vom Amte (1791-1795)

Full text: Ewald Friedrich Graf von Hertzberg / Preuss, Theodor (Public Domain)

212 Verkehr mit Posselt. 
—e— 
wechsel mit demselben begann nachweislich im Jahre 
1785; wenigstens ist der früheste noch vorhandene Brief 
Hertzbergs vom 26. Dezember jenes Jahres datiert. 
Für diesen Gelehrten faßte der Minister alsbald eine 
lebhafte Zuneigung und großes Vertrauen; und da auch 
Schubart diesen seinen Herzensfreund aufs eindringlich— 
ste empfahl, so wollte Hertzberg ihn gern als Mitglied der 
Akademie nach Berlin ziehen. Aber Posselt konnte sich 
nicht entschließen, seine schwäbische Heimat zu verlassen. 
Indes der vertraute Briefwechsel mit demselben ging 
nun fort bis zum letzten CLebensjahr des Grafen. Im 
Sommer 1792 erklärte Posselt (wie in dem Vorwort kurz 
erwähnt ist), daß er sich vorgesetzt habe, einst seines 
Gönners Lebensgeschichte zu schreiben. Unter dem 2. 
Oktober desselben Jahres spricht dieser seinen Dank für 
das Anerbieten aus und zugleich die Uberzeugung, daß 
gewiß niemand sie besser schreiben würde. Aber er 
deutet auch in dieser Antwort an, daß er es für ein schwe— 
res Unternehmen halte; „es sei hierbei nicht mit Über— 
schickung von einigen vereinzelten Nachrichten getan; eine 
Geschichte seines Lebens bedeute nichts geringeres, als 
eine Darstellung der preußischen Politik unter Friedrich 
dem Großen. Er selbst habe die Absicht gehabt, am Ende 
seiner Tage die Geschichte Friedrichs zu schreiben; da 
würde auch die Darstellung seiner eigenen Tätigkeit ihre 
Stelle gefunden haben. Nun sei ihm aber durch die 
Ungunst der Verhältnisse alle Hoffnung genommen, dies 
Werk auszuführen; zumal da ihm selbst die Benutzung 
der Staatsarchive neuerdinas erschwert oder verwehrt 
sei. 
Allerdings hat Posselt sein Versprechen erfüllt. Aber 
erst nach dem Tode Friedrich Wilhelms II. wagte er die 
Vveröffentlichung. Im Jahre 1798 erschien aus seiner Fe— 
der eine kleine biographische Skizze. Aber eine Dar— 
stellung in Hertzbergs Sinne ist dies Büchlein nicht. Fast
	        
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