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Kultureinflüsse auf Sumpf und Moor

Full text: Der Grunewald bei Berlin / Wahnschaffe, Felix (Public Domain)

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Wo die brandende Tätigkeit des Wassers 
Küstenstrecken zerstört, wird nach Möglichkeit 
durch Schilfpflanzungen wie z. B. am Stettiner 
Haff und Bodensee das Land geschützt‘ oder gar 
Land gewonnen. Im Interesse der Fischwirtschaft 
wird andererseits unter Umständen Schilfbestand 
zerstört, weil sich Teiche mit weniger Schilf 
schneller erwärmen *); auch werden die Schwing- 
moorbildungen auf der Luvseite von Seen, um 
ihre Verlandung usw. zu verhindern, beseitigt. 
Die heutigen Moore sind ganz überwiegend 
tote Moore. Mir selbst ist trotz vieljähriger 
Reisen in Moorgebieten Zentraleuropas noch nie- 
mals ein vollkommen von der Kultur unbe- 
rührt gebliebenes Moorgelände begegnet, obwohl 
ich gerade auf diesen Punkt besonders geachtet 
habe; es handle sich denn um ganz kleine Moore 
von höchstens einigen hundert Quadratruten, die 
aber dann meist durch Fällen von Bäumen, Ge- 
winnung der Streu u. dgl. ebenfalls in ihrem 
natürlichen Zustande gestört sind. In allen Kultur- 
ländern ist es dasselbe; so teilte mir der oberste 
Forstbeamte von Dänemark Herr Kammerherr 
Dr. P. E. Müller in Kopenhagen mit: in Dänemark 
gebe es wohl keine jungfräulichen Flachmoore 
mehr, es seien denn die durch Neuverlandung erst 
entstehenden. ®) 
Der Fernerstehende wird zunächst an die Zer- 
störung der Moore durch Ausbeutung des Torfes 
denken und früher war die Torfproduktion auch 
in Norddeutschland recht beträchtlich, heute be- 
1) Rössing in der Fischerei-Ztg. Neudamm 30. Ill. 1907 
. 201. 
P 2 „Flachmoore“ entwickeln sich, wo für die Pflanzen 
nährstoffreiches ruhiges Wasser vorhanden ist, im Gegensatz 
zu den „Hochmooren“, die — genügende Feuchtigkeit vor- 
ausgesetzt — auf nährstoffarmen Böden entstehen. Beide 
Moortypen unterscheiden sich demgemäß aurfällig in ihrem 
Vegetationsbestand,
	        
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