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Die Flora des Grunewaldes

Full text: Der Grunewald bei Berlin / Wahnschaffe, Felix (Public Domain)

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weißen Blättern. Neben dem schon erwähnten 
Eriophorum gracile ist dann noch besonders der 
grünlich blühenden Juncaginacee Scheuchgeria fa- 
lustris Erwähnung zu tun, von der C. A. Weber 
in seiner trefflichen Arbeit über das Augstumal- 
moor nachgewiesen hat, daß sie einen ganz 
bestimmten Hochmoortypus bildet. Die zierlichste 
der einheimischen Seggen C. /imosa mit ihren 
hängenden bräunlichen AÄhrchen, findet sich hier 
wie stellenweise auf den ‚früher beschriebenen 
Übergangsformationen. ‚Das kleine Sumpfveilchen 
Viola palustris ist gleichfalls nicht selten. 
Die Kiefern leiden, wie man sieht, in der 
Moorformation sehr stark, sie zeigen schwachen 
und krüppelhaften Wuchs. Untersucht man ihren 
Stammgrund, so findet man ihn ganz tief im 
Moose versteckt und durch die dauernde Feuchtig- 
keit mit stark mißbildeter Rinde bedeckt. Nach 
stärkerem Anwachsen des Mooses gehen die 
Kiefern daher allmählich zugrunde, sie ersticken 
im Moose, Durch das. Absterben der Kiefern 
wird der Sonne nun der Eintritt in den Bestand 
gestattet, die Moose werden stärker bestrahlt, die 
Verdunstung nimmt zu, sie trocknen stärker aus 
und bleiben deshalb in ihrem Wachstum zurück. 
In dieser Periode der Hemmung sehen wir dann 
wieder zahlreiche Kiefern aufsprießen, die all- 
mählich wieder Schutz und Schatten spendend 
den Moosen ein kräftigeres Gedeihen ermöglichen. 
Die Moose bringen dann natürlich wieder durch 
ihr üppiges Wuchern die Kiefern zum Absterben. 
Diesen Kreislauf kann man auf den Grunewald- 
mooren gut beobachten. 
Herr L. Loeske bemerkt uns über die 
Moose des Grunewaldes folgendes: 
Die Moose sind im allgemeinen sehr genüg- 
same Gewächse. Sie verlangen von der Unterlage, 
auf der sie wachsen, sehr wenig und in vielen 
Fällen weiter nichts als mehr oder weniger Feuchtig-
	        
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