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Full text: Anweisung betreffend die Verwaltung der offenen Armenpflege der Stadt Berlin (Public Domain)

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zusammen mit dem Almosen oder dem Pflegegelde 
folgende Beträge überschritten werden: 
a) bei Einzelpersonen 25 Mark, 
b) bei kinderlosen Ehepaaren 35 Mark, 
c) bei Familien mit Kindern 40 Mark. 
Unter die Fälle zu c gehören auch diejenigen, in 
denen einer Pflegegeldempfängerin auch für ihre Person 
ein Almosen gewährt wird und Almosen und Pflege— 
geld zusammen mehr als 40 Mark betragen. Die von 
der Kommisston selbst gewährten Naturalien sind in 
den Betrag einzurechnen. 
Der Genehmigung bedarf es auch, wenn eine Extra— 
unterstützung an Almosen- oder Pflegegeldempfänger 
iunerhalb 4 Monaten wiederholt werden soll. 
Die Genehmigung steht der Kreisversammlung zu, in 
dringenden Fällen dem Kreis- bezw. Armenamts— 
Vorsteher. 
8 54. 
Gaben an Geld bilden die Regel; es ist erwünscht, daß 
der Bedürftige mit dem ihm zur Verfügung stehenden Gelde 
zu wirtschaften wisse, abgesehen davon, daß er meist besser 
als der Pfleger die Bedürfnisse seines Haushaltes zu über— 
sehen vermag. Gleichwohl soll die Kommission ausnahns- 
weise befugt sein, die bewilligte Geldunterstützung ganz oder 
teilweise zum Einkauf oder zur Anweisung von Lebens— 
mitteln, Gebrauchsstücken oder Feuerung zu verwenden, 
wenn die unwirtschaftliche Lebensweise des Unterstützten die 
unzweckmäßige Verwendung des baren Geldes befürchten 
läßt, insbesondere, wenn bei kinderreichen Familien die 
Unterstützung mit Rücksicht auf die Kinder an arbeitsscheue 
oder dem Trunk ergebene Eltern gewährt werden muß. In 
solchen Fällen ist es auch auf Grund eines Kommissions— 
beschlusses gestattet, den bewilligten Betrag, sei es in bar, 
sei es in Naturalien, nicht auf einmal, sondern in gewissen 
Zeitabschnitten, z. B. wöchentlich, zu zahlen, um einer zu 
schnellen Verwendung der ganzen Summe vorzubeugen und 
auf einen längeren Zeitraum dem Armen zu Hilfe zu kommen. 
Die Naturalunterstützungen werden im übrigen in der 
Monatsnachweisung mit den für sie verwendeten Geldbeträgen 
aufgeführt (vergl. 820). Außerdem sind in betreff der Natural— 
unterstützungen die Quittungen der Lieferanten beizufügen. 
Geldunter· 
stützungen.
	        
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