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Fünfter Teil. Die Arbeitszeit

Full text: Arbeits- und Lohnverhältnisse in der Berliner Maschinenindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts / Landé, Dora (Public Domain)

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XII. Lohnperiode auf 28,7 0/0 Steigerung 
XIII. 24,0 00 
XIV. 22,0 00 
XV. 20,3 00 
XVI. 22,6 0/0 
XxVI 25,4 00 
XVIII. 24,2 00 
XIX. 26,0 00 
XX. 25,900 
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7⸗ 
Der Jahresstundenverdienst der ganzen Arbeiterschaft dieser Abteilung 
war in dem letzten Jahre vor der Einführung des 8-Stundentages 
61,8 Pfg. 
Bei 8stündiger Arbeitszeit stiegen dann die Durchschnittsstunden— 
verdienste in den einzelnen Lohnperioden folgendermaßen: 
1. 68,0, 2. 70,0, 83. 71,22, 4. 78,0, 5. 78,1, 6. 76,6, 7. 74,1, 
8. 77,7, 9. 76,5, 10. 76,8, 11. 76,4, 12. 76,1, 18. 76,2, 14. 75,0, 
15. 74,0, 16. 76,4, 17. 77.1, 18. 76,4, 19. 77,5, 20. 77,4 Pfg. 
Es war mithin der Jahresstundenverdienst von 61,5 auf 74,9 Pfg. ge— 
stiegen, also um 21,800. 
Dieses für den Unternehmer und anscheinend auch für den Arbeiter 
so günstige Resultat ist jedoch noch kein Beweis dafür, daß die verkürzte 
Arbeitszeit unbedingt der Arbeiterklasse als Ganzes einen nennenswerten 
gesfundheitlichen und bkonomischen Vorteil bietet und in der nächsten Zu— 
kunft bieten wird. 
In den meisten Werken der Berliner Maschinenindustrie stammt die 
Einführung der 9- und der 8stündigen Arbeitszeit aus dem Beginn dieses 
Jahrhunderts oder aus den letzten 2 Jahren. Und da innerhalb der 
Betriebe selten so genaue statistische Aufzeichnungen wie die oben an— 
geführten gemacht worden sind, die im übrigen auch nur in beschränktem 
Maße sozialpolitisch verwertet werden können, so liegt noch kein zu Ver— 
gleichen geeignetes Material hinsichtlich der gesundheitlichen und öko— 
nomischen Wirkungen der Arbeitszeitverkürzung und der damit ver— 
bundenen Intensitätsverstärkung auf die Arbeiterschaft vor. Und es ist 
einerseits die Frage, ob eine in ununterbrochener Folge genossene längere 
Ruhepaufe geeignet ist, die Anstrengung wett zu machen, die durch ver— 
dichtete und in vielen Fällen ohne Unterbrechung geleistete Arbeit, meist 
verbunden mit regelmäßig wiederkehrenden Nachtschichten, hervorgerufen 
wird. Anderseits ist es ganz sicher, daß ein großer Teil der Arbeiter—
	        
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