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Masaccio.
Gehört mit dem vorigen Bilde zu der Predella eines von Vasari
erwähnten Altarwerkes, das Masaccio 1426 im Auftrage des Giuliano
di Colino degli Scarsi, Notaro di S. Giusto, für die Kirche del
Carmine zu Pisa malte, S. auch Nr. 58D. Das Hauptbild stellte Maria
mit dem Kinde zwischen den hhl. Petrus, Johannes d. T., Julianus
und Nikolaus dar, Die Bekrönung der Mitte bildete die Darstellung
des Gekreuzigten mit Maria, Johannes und Magdalena (Neapel, Museum),
die der Seiten Paulus (Pisa, Museum) und Andreas (Graf Lanckoronski,
Wien). Die Predella enthielt nach Vasari fünf Darstellungen in drei
Tafeln, in der Mitte die Anbetung der Könige, einerseits die Martyrien
des Petrus und des Johannes, andererseits die Martyrien des Julianus
und des Nikolaus, Die Pilaster des Rahmenwerkes schmückten Einzel-
figuren von Heiligen (vgl. Nr. 58D). Die Martyrien des Julianus und
des Johannes sowie das Hauptbild sind nicht nachweisbar. Das ganze
Altarwerkwar schon um 1750 aus der Kirche verschwunden,
Tempera. Pappelholz, h. 0,21, br. 0,61. — Erworben 1880 aus
der Sammlung‘ des Marchese Gino Capponi zu Florenz.
38 C
Die Wochenstube einer vornehmen Florentinerin.
In einem Gemache zur Rechten die Wöchnerin auf ihrem
Lager, umgeben von mehreren Dienerinnen, von denen
eine, vor dem Bette sitzend, das neugeborene Kind auf dem
Schoß hält. Zur Linken ein Arkadenhof im Stile der Früh-
renaissance, durch dessen Säulengang mehrere Frauen zum
Besuche der Wöchnerin herbeikommen. Im Seitengange links
schreiten zwei jugendliche Herolde heran, der vordere eine
Tuba blasend, an der das Banner mit dem florentinischen
Stadtwappen hängt, ihnen folgen zwei Jünglinge, Geschenke
tragend. — Auf der Rückseite ein nacktes Kind, mit einem
Hunde spielend.
Das Bild ist cin »Desco da parto«, deren mehrere im Inventare
der mediceischen Kunstschätze — darunter auch einer von Masaccio
— erwähnt werden, bemalte runde Platten, auf denen den Wöchnerinnen
Geschenke überbracht und Speisen dargereicht wurden, Unsere Dar-
stellung zeigt den innigsten Bezug zum Zwecke der Tafel. Ein Jüng-
ling auf unserem Bilde trägt einen desco da parto.
Pappelholz, rund, Durchmesser (mit dem zugehörigen Rahmen)
0,56. — Erworben 18823 in Florenz.
58D Vier Heilige. Ein Heiliger. Stehend, nach rechts
gewendet, in weißer Ordenstracht. In der Rechten ein
rotgebundenes Buch haltend, mit der Linken das Gewand
Zusammenraffend. — Ein hl. Bischof. Stehend, nach rechts