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Allgemeiner Teil Kostenfragen, Voraussetzungen und Formalitäten

Full text: Die Berliner Vororte (Public Domain)

XXII Rechnet man als denjenigen Minimaltyp des Einfamilienhauses, 
der sich in der Praxis am meisten bewaͤhrt hat, das Fuͤnf-Zimmerhaus, 
so kann man ohne große Schwierigkeiten in vielen Vororten zu fol⸗ 
gendem Resultat kommen: 
Grundstuͤck 100 Q.R. à M30. - ... 
Hausbau....... . 
Gartenanlage, Umzaͤunung usw. .. 
—A 
12 000. - 
1000.— 
16 000. - 
Das macht zu 596 gerechnet einen jaͤhrlichen Kostenaufwand 
von M 800.—. Mit Recht kann man den Garten als mindestens ein 
weiteres Zimmer rechnen, so daß somit auf den einzelnen Raum des 
Hauses (inkl. Kuͤche und Raͤume) die Summe von M 114.— entfaͤllt. 
Jeder Sachkundige wird ohne weiteres zugeben, daß sich auch noch 
billiger bauen laͤßt. Die Bausumme von MI2 000.— fuͤr ein derartiges 
Haus ist aber so angesetzt, daß keinerlei hygienisches Erfordernis un— 
befriedigt zu bleiben braucht, und daß allen Anforderungen an be— 
rechtigten Komfort genuͤgt werden kann. 
Es ist selbstoerstaͤndlich, daß Mehrfamilienhaͤuser und groͤßere 
Villen noch wesentlich guͤnstigere Resultate zulassen. Wenn oft die 
Preise fuͤr 9 bis 10 zimmerige Landhaͤuser erheblich hoͤhere, d. h. 
auch prozentual hoͤhere sind, so liegt das an der Entfaltung eines 
Luxus, der außerhalb des Rahmens unserer Betrachtungen liegt. 
Wer praktisch diesen Fragen naͤher zu treten gedenkt, vergesse 
nicht, sich beizeiten nach der Hoͤhe aller Nebenkosten eines Baues 
zu erkundigen, als da sind: Grundstuͤckspreis, Vermessung, Stempel, 
notarieller Kontrakt, Umsatzsteuer, Kreisumsatzsteuer, Umzaͤunung, 
Pflasterkostenbeitrag, Anschluß fuͤr Wasser, Gas, Elektrizitaͤt, Kanali— 
sation bzw. aufzuwendende Kosten fuͤr Entwaͤsserung und Faͤkalien⸗ 
abfuhr, Brunnenanlage. Sodann fuͤr Feuerversicherung, Haft— 
pflichtversicherung, Trottoirherstellung, Gartenanlage, Stallgebaͤude, 
Kosten fuͤr Anschaffung von Gefluͤgel, Hunden usw., Ergaͤnzung des 
Mobiliars, Umzugskosten u. a. m. 
Unter Umstaͤnden faͤhrt man beim Kauf eines bereits vorhan⸗ 
denen Hauses nicht unguͤnstig, weil man der Sorge um alle diese 
Einzelheiten enthoben wird, und weil bei allen Versuchen, ein Haus 
ooͤllig den individuellen Wuͤnschen anzupassen, doch immer noch 
manche Forderungen unbefriedigt bleiben, waͤhrend man oft in einem 
vorhandenen Hause manche Fragen bereits geloͤst findet, denen man 
erst durch die Praxis des Draußenwohnens veranlaßt wird, Interesse 
zu widmen. 
Nicht unerwaͤhnt darf an dieser Stelle auch bleiben, daß fuͤr fast 
alle Vororte eine hypothekarische Beleihung in der Hoͤhe von 50 bis
	        
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