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Der Schafgraben und die Bootflotille auf dem Neuen See

Full text: Humoristische Rückblicke auf Berlins "gute alte" Zeit von 1834 bis 1864 / Wauer, Hugo (Public Domain)

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„Aber, Herr General-Intendant —“ 
„Nee, nee! Vierzehn Taler ist zu happig!“ 
Der Inspektor hatte seine Pflicht getan. Der 
Rock wurde umgenäht. Das Stück schlug ein. Der 
arme Graue mußte ununterbrochen die Qualen des 
schroffsten Wechsels erdulden. Bald fing er an zu 
kränkeln. Das jammerte den alten Johl und er stellte 
dem Herrn General-Intendanten die Sache nochmals 
eindringlich vor. Der aber war überzeugt, daß die 
Stücke nun jedenfalls nicht mehr „so sähre oft“ ge— 
geben werden würden, und — es wurde weiter um— 
genäht! 
Nach einiger Zeit erschien der alte Johl zum 
dritten Male und — brachte die gräßlich verstümmelte 
Leiche des unglücklichen Grauen. 
Er, nämlich der Graue, hatte ein mehr als 
dreißigmaliges Umnähen nicht vertragen können und 
lag nun als ein unschuldiges Opfer und abschreckender 
Beweis Küstner'scher Sparsamkeit vor den verblüfften 
Augen des Herrn General-Intendanten, der, wie er 
in historisch bedeutenden Momenten stets zu tun pflegte, 
den unheimlich großen Mund weit aufsperrte und sich 
bedenklich hinter dem rechten Ohre, es war' das 
größere, kratzte. 
Das Umnähen hatte „fast beinah“ hundert 
Taler () gekostet, der Rock war nicht mehr zu 
brauchen, und nun mußten, da beide Stücke sich auf 
dem Repertoir erhielten, zwei neue Röcke angefertigt 
werden, — selbstverständlich „Nich so sehre teier“. — 
Noch schöner und besonders des Königlichen 
Theaters noch „würdiger“, trat die „detaillirte Fach—
	        
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