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No. 23. Entwurf: "Urbi et Orbi"

Full text: Beurteilung der zum Wettbewerb "Gross-Berlin" eingereichten 27 Entwürfe durch das Preisgericht / Kirschner, K. A. Martin (Public Domain)

Bauwichen von 6 m für jede Parzelle oder zusammenhängende Bau- 
gruppen von zwei bis drei Häusern), Landhausbau und Industrieviertel 
vorgesehen. 
Die Frage des „Wald- und Wiesengürtels“ 1äßt sich nach Ansicht 
des Verfassers nicht „akademisch“ lösen, einen „städtebaulich abgerundeten 
Gürtel“ um das Riesengebiet zu legen, sei nicht angängig, man müsse 
stückweise vorgehen und dort, wo Wald und Wiese fehlen, z. B. im 
Nordosten, Landschaftsparks anlegen unter allmählicher Aufhebung der 
Rieselfelder. 
Das Tempelhofer Feld soll teils für eine große Nationalausstellung 
eingerichtet werden, teils aber auch als Paradefeld und für große Spiel- 
plätze dienen, während der Rest durch Bebauung rentabel gestaltet werden 
soll. Die Lösung des Bebauungsplanes kann als eine glückliche nicht 
bezeichnet werden; es fehlt an dem nötigen organischen Zusammenhang 
mit der Hauptverkehrsader, der Belle-Alliancestraße, Statt von hier aus 
diagonale Verkehrszüge zu schaffen, wird die wenig ansehnliche, mit 
Güterwagen verkehr stark belastete Möckernstraße als Hauptachse nach 
dem großen Ausstellungsgebäude geführt. Die angeordnete schematische 
Straßenaufteilung steht nicht recht im Einklang mit dem an sich nicht 
schlecht gedachten und geschickt zur Darstellung gebrachten Stadtplatzbilde. 
Neben dieser architektonischen Leistung hat Verfasser versucht, 
noch andere bedeutungsvolle Punkte in der Umgebung Berlins künstlerisch 
zu gestalten, z. B. den Platz am Knick der Döberitzer Heerstraße bei Pichels- 
berge, wo ein gewaltiger haushoher Zollernturm mit Reiterstandbild geplant 
ist, dann den bereits erwähnten Volkssportpark an den Müggelbergen 
und endlich die Havelstrecke zwischen Schwanenwerder und Kladow, wo 
ein Viadukt mit zahlreichen Bögen die beiden Ufer verbinden soll. Die Idee 
einer Überbrückung der Havel zwischen der Heerstraße und Wannsee muß 
an sich als gut bezeichnet werden, ja sie wird für die Aufschließung des 
Geländes auf dem Westufer der Havel wohl sogar notwendig sein; doch 
erscheint es fraglich, ob diese Aufschließung in Form einer Gürtel- oder 
Uferbahn der richtige Weg ist und ob es nicht zweckmäßiger ist, ein so 
entfernt liegendes neues Gelände mit einer radial verlaufenden Bahn an- 
zuschließen. 
Auch ist es fraglich, ob gerade Schwanenwerder mit seinem ziem- 
fich teueren Baugelände die geeignete Stelle für diesen Brückenzug bildet, 
oder ob es nicht ratsamer ist, die Brücke weiter nach Norden zu verlegen. 
Im übrigen stimmt das gegebene Schaubild insofern nicht mit der 
Örtlichkeit überein, als der Strom an dieser Stelle viel breiter ist und die 
Brücke daher eine bedeutend größere Länge zeigen müßte. 
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