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No. 1. Entwurf: "Denk an künftig"

Full text: Beurteilung der zum Wettbewerb "Gross-Berlin" eingereichten 27 Entwürfe durch das Preisgericht / Kirschner, K. A. Martin (Public Domain)

die Verfasser, daß auch die im Privatbesitz befindlichen Flächen der Be- 
bauung entzogen werden und wollen den Gemeinden durch Erschließung 
von Bauland in entgegengesetzter Richtung Ersatz schaffen. Dazu soll 
die Magdeburger Fernbahn als Vorortbahn ausgebaut werden. Für diese 
Erweiterungen wird die Bauklasse E 2 (Grundstücke von 4000 am) vor- 
gesehen; bei einem Gesamtgebiet von 600 ha werden mindestens 45 bis 
60 000 Einwohner für die westlichen Villenkolonien errechnet. 
Im Plan für das Schöneberger Südgelände erscheint die Anordnung 
zines Parkstreifens an der Anhalter Bahn entlang zweckmäßig, um die 
unschönen hohen Eisenbahndäimme zu verdecken, ebenso die Ein- 
beziehung der beiden Friedhöfe in die ringsum entworfenen Parkflächen, 
um in künftiger Zeit große zusammenhängende Parkanlagen zu gewinnen. 
Mit ihrem Vorschlag für die Bebauung des Vorortes Lankwitz 
wollen die Verfasser ein Beispiel für die Ausbildung der meisten näheren 
Vororte geben. Sie ordnen hier zum Teil geschlossene, zum Teil offene 
Bauweise an, in der Mitte eine große Parkanlage. Grundplan und Auf- 
baugedanken stimmen aber nicht in allen Teilen befriedigend zusammen, 
Der schon früher aufgetauchte Gedanke, am Knickpunkt der 
Döberitzer Heerstraße kurz vor dem Übergang über die Havel bei 
Pichelswerder eine Gabelstraße anzulegen, diese bis an die ziemlich hoch- 
gelegenen Havelufer zu führen und am Endpunkt eine größere Bauanlage 
für Ausstellungszwecke oder dergleichen zu schaffen, wird von den Ver- 
lassern in großzügiger Weise durch eine 100 m breite Straße wieder auf- 
genommen, die auf eine „dem Lärm der Großstadt“ entrückte und doch 
leicht erreichbare, der Kunst und edlen Festen geweihte Stätte, eine große 
und würdige Anlage für Körperkultur, Bäder und Erholungsspielen führen 
soll. Zur Havel hinunter soll eine 60 m breite, aber auch 60 m hohe 
Treppe führen, auf deren halber Höhe ein vornehmes Restaurant geplant 
ist. Diese Treppe soll zugleich den Aufstieg von der großen, hier an 
der Havel entlang führenden Ringstraße vermitteln. 
Im Norden Berlins soll ein großer, der Industriebahn Tegel- 
Friedrichsfelde annähernd parallel geführter Vorflut- und Schiffahrtskanal 
von Tegel nach Cöpenick den Groß-Schiffahrtsweg von Berlin-Stettin 
und die Havel mit der Dahme und Oberspree verbinden. Diese Anlage 
drückt dem ganzen 20 Ortschaften umfassenden Gebiet den Charakter 
als Fabrik- und Industriegebiet mehr und mehr auf. Dabei wird aber in 
nachteiliger Weise Wald und Wiese vom Innern noch weiter abgerückt. 
Der Kanal soll vorläufig als Vorflutgraben von geringer Tiefe dienen, 
Die Linienführung erscheint bei den gegebenen Geländeverhältnissen 
richtig. Man kann wohl der Ansicht der Verfasser zustimmen, daß an 
die Ausführung des Kanals wegen der hohen Kosten in absehbarer Zeit 
nicht zu denken sei, daß aber für die einstige Möglichkeit der Ausführung 
Vorsorge getroffen werden solle. Das nördliche Gebiet wird ferner 
erschlossen durch den großen Straßenzug von Süd nach Nord, die 
Müllerstraße mit ihrer Gabelung nach Westen (Richtung Tegel), nach 
Norden durch die Berliner und Oranienburger Straße (Richtung Wittenau). 
nn
	        
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