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Zweiter Abschnitt. Die Forstakademie Berlin (1821-1830)

Full text: Über die mit der Universität Berlin verbunden gewesene Königliche Forstakademie (1821 bis 1830) und den Lehrstuhl für Forstwissenschaft an der Universität Berlin (1830 bis 1848) / Dickel, Karl (Public Domain)

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eingerichtet wurde, zu entsprechen, indem sich die fortschreitende Ausbildung der 
sie besuchenden jungen Leute auf eine erfreuliche Art bemerkbar macht. 
Ihre Einrichtung weicht wesentlich von der anderer Forst— 
akademien darin ab, daß man 
1. die Forstschule, d. h. den Unterricht in den Elementarkenntnissen und 
die Erlernung praktischer Handgriffe durch Anschauungsübungen und 
ununterbrochenen Besuch des Waldes, wodurch dies allein möglich wird, 
ganz davon getrennt und zu den dazu geeigneten, von der Regierung dazu 
bestimmten Revierverwaltern gewiesen hat. Inländer können darum 
auch erst nach vollendetem praktischen Kursus — Lehrzeit — mit einem 
Zeugnis der Reife und nötigen und praktischen Kenntnissen — Lehrbrief — 
versehen, die Akademie besuchen; 
2. ist eine Abweichung darin bemerkbar, daß die rein wissenschaft— 
ichen theoretischen Vorträge zuerst ungestört allein stattfinden 
und dann Anwendung durch einen längeren ununterbrochenen 
Aufenthalt im Walde finden, welcher während der Ferien von seiten 
der Akademie erfolgt, indem die dazu vorzüglich geeigneten Waldungen 
besucht werden. 
Man erreicht dadurch den Vorteil, daß man sich nicht auf den sich stets 
zleich bleibenden und darum keinen Wert habenden Besuch kleiner Waldteile 
heschränken darf, wozu man bei einem, dem Institute eigens zu gebenden kleinen 
Reviere gezwungen ist und was zuletzt sehr wenig Wert hat, vielmehr große 
wirklich belehrende Wälder, wie man sie gerade bedarf, besucht, die Waldwirt— 
cchaft nach der abweichenden Örtlichkeit studieren kann. 
So ward im Frühjahr 1822 das 13000 Morgen große Königliche 
Dranienburger Revier wirklich durch die Akademie abgeschätzt und einge— 
richtet, sowie im Sommer ein längerer Aufenthalt in dem neumärkischen 
tattfinden wird, um die Zugutemachung der wichtigsien Nutzhölzer im großen 
zu sehen und mehrere Arbeiten und Anordnungen hinsichts des Waldbaues wie 
der Forstbenutzung kennen zu lernen. Auf diese Art wird die schwierige Auf— 
Jabe gelöst, an welcher man so leicht scheitert, die wissenschaftlichen Vorträge 
aicht durch das Besuchen des Waldes und praktische Ubungen zu unterbrechen, 
da bei der steten Abwechselung gewöhnlich eines oder das andere nachstehen 
oder leiden muß. Die Ferien, welche eigentlich auf diese Art nicht stattfinden, 
verden dabei zweckmäßig benutzt und die praktische Bildung des Forstmannes 
oleibt nicht einseitig, indem die jungen Leute durch den Besuch der verschieden— 
artigsten Waldungen mit allen Abweichungen, welche die Ortlichkeit verlangt, 
zekannt werden. 
Die Akademie steht unter der unmittelbaren Leitung des Finanzministers 
K, welcher bei einer eigenen sehr vollständigen wissenschaftlichen Ausbildung tätig, 
alles befördert, was dazu dienen kann, dem Staate gebildete und 
brauchbare Forstmänner zu verschaffen und mit derjenigen Libe— 
ralität, welche die Preußische Regierung allen wissenschaftlichen 
Anstalten zeigt, wird auch die Forstakademie behandelt, die sich 
zugleich der Teilnahme und Unterstützung aller Behörden zu er— 
freuen hat, mit welchen sie in Berührung kommt. Auch die prak—
	        
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