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Erster Abschnitt. Das hartigsche Forstlehr-Privatinstitu. - Die Verhandlungen über Errichtung staatlicher Forstlehranstalten in Preußen. - Die Errichtung der Forstakademie Berlin

Full text: Über die mit der Universität Berlin verbunden gewesene Königliche Forstakademie (1821 bis 1830) und den Lehrstuhl für Forstwissenschaft an der Universität Berlin (1830 bis 1848) / Dickel, Karl (Public Domain)

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herzoglich Sachsen-Weimarische Forstrat und Oberförster König zu Ruhla!) in 
Vorschlag gebracht und dazu bemerkt: 
„Die Auffindung eines qualificirten Mannes ist sehr schwierig gewesen, 
da er durchaus höhere wissenschaftliche Kenntnisse mit geprüfter Erfahrung und 
praktischer Geschicklichkeit sowie mit der Gabe des öffentlichen Vortrags ver— 
binden muß, und diese Vereinigung in der Vollendung, wie sie hier gebraucht 
wird, schon an sich sehr selten ist, auch praktische Ober-Forstbeamte nicht leicht 
ihren Wirkungskreis gegen das Verhältniß eines Professors und den gewohnten, 
angenehmen und wohlfeilen ländlichen Aufenthalt in einer großen Residenz 
vertauschen. Mehrere vorzüglich qualificirte Forstmänner haben ... abgelehnt.“ 
Der Bericht fährt fort: König eigne sich vollkommen, namentlich, da er 
schon einer Privat-Forstlehranstalt vorgestanden habe und zwar mit bestem 
Erfolge; seiner Anstalt verdanke der preußische Staat einige „vorzügliche junge 
Forstmänner“, unter ihnen namentlich den „geschickten Forstmeister“ von 
Pachelbl?) zu Stralsund: als Schriftsteller sei König durch seine „mit Beifall auf⸗ 
genommene Anleitung zur Holztaxation, Gotha 1813, bekannt“; er sei auch 
mit der Forstverwaltung in den Preußischen Staaten vertraut, da er als 
ForstCondukteur bei der Kriegs- und Domänenkammer zu Minden angestellt 
gewesen sei; König habe sich unter der Bedingung zur Annahme bereit erklärt, 
daß ihm ein Gehalt von 2000 Talern ausgesetzt, die Hoffnung auf Anstellung 
als Oberforstmeister nach 5 Jahren zugestanden und Gelegenheit zu Uebungsar— 
beiten in den Forsten, besonders zu Taxationen für die „Eleven“ gegeben und er da⸗ 
bei in steter Bekanntschaft mit der Forstverfassung im Staate erhalten werde. 
Auf diesen Bericht gelangte folgende Kab.“O. vom 
— 
stein und v. Klewitz: 
„Ich finde gegen die Ausführung der in Ihrem Bericht vom 23. 11. v. Is. 
wegen der Unterweisung und Ausbildung junger Forstmänner im allgemeinen 
in Antrag gebrachten Bestimmungen sowie gegen die Errichtung einer Forst⸗ 
lehr-Anstalt hierselbst insofern nichts zu erinnern, als der dadurch entstehende 
Kostenaufwand aus Gehalts-Ersparnissen Ihrer beiderseitigen Ministerien 
bestritten werden kann. In jedem Falle aber gebe ich Ihnen zu er— 
wägen, ob unter dem ansehnlichen Forstpersonal in den dies— 
seitigen Staaten sich nicht Jemand befinden sollte, dem die 
dem . . . König zugedachte Lehrstelle mit Erfolg übertragen 
werden könnte.“ 
Auf Anfrage des Geh. Ober-Finanzrats Thilo erklärte sich 
Pfeil am 5. Sept. 1820 zur Übernahme der Professur bereit: 
„Ein Wirkungskreis, welcher mir Gelegenheit gäbe, theils auf eine so 
ehrenvolle Art nützlich werden zu koöͤnnen, theils meine eigne wissenschaftliche 
Ausbildung immer mehr zu vervollkommnen,') ist für mich so reizend. daß es 
mich sehr glücklich machen würde, ...“ 
) Val. oben Einleitung, S. 3. 
2) 1795-1857, wurde 1844 Hofjägermeister, 1855 Wirkl. Geheimrat. 
3) Er betrachtete sich, wie alle Forscher, als Baccalar und hielt sich stets
	        
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