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Einleitung. Ueber den forstwissenschaftlichen Unterricht vor 1821

Full text: Über die mit der Universität Berlin verbunden gewesene Königliche Forstakademie (1821 bis 1830) und den Lehrstuhl für Forstwissenschaft an der Universität Berlin (1830 bis 1848) / Dickel, Karl (Public Domain)

2. Professoren der Forstwissenschaft) an deutschen 
Universitäten werden vor 1821 nur ganz vereinzelt genannt: 
Späth?) 1788 Professor der Mathematik und Physik zu 
Altdorf, später auch Professor der Forstwissenschaft daselbst. 
Medieus?) 18049 ordentlicher Professor der Landwirt— 
schaft, Forstwirtschaft und Bergbaukunde in Würzburg, 1806 
in derselben Eigenschaft in Landshut, 1826 als Professor der 
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Technologie in München. 
Däzel 1807 in Landshut, später in München. 
3. An der Universität zu Tübingen wurde 1817 eine 
staatswissenschaftliche Fakultät geschaffen. Diese umfaßte 
auch Land- und Forstwirtschaft. Professor der letzteren war 1818 
bis 1821 Hundeshagen.s) Seit 1825 war der forstliche 
Unterricht in Tübingen auf Encyklopädie beschränkt.) 
1) Für die Landwirtschaft war schon früher an der Universität gesorgt 
worden. Friedrich Wilhelm J. errichtete 1727 Lehrstühle für Landwirtschaft 
and Kommunalwissenschaft zu Halle a. S. und Frankfurt a. O. Berufen 
wurden für jenen der Domänenrat und Prof. Peter Gasser, für diesen 
Christoph Dithmar. Diese Professoren sollten „den Studiosen die Prinzipien 
der Landwirtschaft sowie die Einrichtung der Anschläge von Amtern, nicht weniger 
guter Verfassung und Regulierung der Städte beibringen“. Vgl. hierzu Witt⸗ 
mack S. 4ff. Roscher bezeichnet die Errichtung dieser Lehrstühle für die 
Volkswirtschaftslehre als epochemachend. Ähnliche Lehrstühle wurden 1730 zu 
Rinteln, 1742 zu Prag, 1745 zu Braunschweig, 1752 zu Wien, 1763 zu Erfurt, 
1768 zu Göttingen errichtet. Allerdings waren nicht alle Inhaber dieser Lehr⸗ 
stühle wirkliche Kenner der Theorie und Praxis der Landwirtschaft. Zum 
Zwecke einer Verbindung mit der Praxis wurde 1774 eine „hohe Kameral—⸗ 
schule“ zu Kaiserslautern errichtet (vgl. oben S. 7 Anm. 4 Junqa-Stilling), 
1795 eine Lehranstalt zu Frankfurt a. O. 
2) Joh. Leonh. Späth, geb. 1759. Nach 1809 Prof. der Mathematik 
am Lyceum zu München, 1826 ordentl. Prof. der Mathematik an der Universität 
München, 1824 Mitglied der Akademie der Wissenschaften daselbst, starb 1842. 
s) Ludw. Wollrad Medicus, geb. 1771, studierte 1787 -1791 Kameralia 
in Heidelberg, besuchte 8 Monate lang die Handlungs-Akademie zu Hamburg, 
widmete sich 1792, 1793 der forstlichen Praxis, 1795 außerordentlicher Professor 
an der mit der Universität verbundenen staatswirtschaftlichen Hochschule, 1802 
Dr. phil., starb 1850. 
9) Dasselbe Jahr, in dem Fichte einen Ruf nach Landshut erhielt. 
5) Joh. Christ. Hundeshagen, geb. 1783, 1800 - 1802 in der Lehre, 
1802- 1804 auf der Forstlehranstalt zu Waldau, dann /, Jahr bei Hartig 
in Dillenburg, 1804 - 1806 an der Universität zu Heidelberg, bestand 1806 die 
Staatsforstprüfung in Cassel, dann Revierverwalter, 181851821 Prof. in 
Tübingen, 1821 aus Gesundheitsrücksichten Forstmeister, Direktor der Forstlehr—
	        
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