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Full text: Jettchen Gebert / Hermann, Georg (Public Domain)

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„Ah — so!“ meinte Ferdinand. 
„Denn ich wußte es schon. Ich dachte bloß nicht, 
daß gerade du dafür Sprecher sein würdest.“ 
„Wirklich, ich begreife das auch nicht,“ pflichtete Fer— 
dinand bei. 
„Meine Antwort, die ich dir jetzt gebe, Jason, hätte 
ich dir schon vorher geben kunnen. Daß der junge Mann 
sich für Jettchen interessiert, ehrt ihn, aber damit ist es auch 
gut. — Und das ist das einzige, das ich hierbei verstehe. 
Für alles andere bin ich eben zu unmodern. Wer ist er 
denn, — der Doktor Kößling? Wenn er nur irgend was 
in die Wagschale zu legen hätte! Aber er kommt einfach 
her: gib mir deine Nichte Jettchen. Er ist Schriftsteller. 
Ja, was heißt denn das? Wenn er noch einen sicheren Be— 
ruf hätte! Aber so 'n Mann, der heute ein paar Groschen 
verdient und morgen nichts, solch einem Menschen soll 
ich — —“ 
„Lieber Salomon,“ unterbrach Jason, „du magst ja 
vom Kaufmannsstand sehr viel verstehen, aber von der 
Lage des Schriftstellers heute verstehst du gar nichts, das 
höre ich aus deinen Worten. Schätze und Reichtümer kann 
er nicht schaffen, das gebe ich zu, aber ein Schriftsteller, 
der Geld hinter sich hat, wird im mer genug verdienen 
und immer sein reichliches Auskommen haben.“ 
„So ist's,“ drückte Eli seinen Stempel auf. 
„Ein Kaufmann aber kann sein ganzes Vermögen 
und das seiner Frau, Salomon, in zwei Spekulationen 
verputzen.“ 
„Er muß 's ja wissen,“ meinte Ferdinand brüsk wie 
er stets war, und das brachte Jason in Harnisch, aber der 
hielt noch einmal an sich.
	        
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