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Full text: Jettchen Gebert / Hermann, Georg (Public Domain)

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Jason beschäftigte sich eingehend mit der Erschließung 
dieser seltsamen Phänomene. Und er vergaß darüber ganz 
seinen Zorn gegen den neuen Vetter Julius, der doch eigent⸗ 
lich gar kein Vetter war. 
„Höre mal, Jettchen, was bekomme ich von dir, wenn 
ich dir eine Freude mache ?“ 
„Was du bekommst, Onkel? — Na, was willst du 
haben? — Meine Liebe aufs neue? Ist dir das genug?“ 
„Schön, Jettchen, damit bin ich einverstanden. — 
Sieh mal drüben auf dem Fensterbock in der Ecke, in dem 
Papier sind ein paar Bücher für dich. Für stille Vor— 
mittage draußen in der Laube in Charlottenburg. Ich 
habe sie mit derselben Vorsicht zusammengestellt wie deine 
Tante Riekchen für den neuen Herrn Vetter Julius heute 
das Abendessen.“ 
Tante Riekchen wurde rot und zupfte an ihrem Kleid. 
Das war wieder so eine echt Gebertsche Spitze. Als ob 
es bei ihr nicht alle Tage so wärel! — Aber sie faßte sich 
schnell und ließ sich den Ärger nicht merken. 
„Nun, Jason, schmeckt es dir nicht auch?“ sagte sie 
mit ausgesuchter Freundlichkeit. Denn Tante Riekchen 
pflegte desto liebenswürdiger zu werden, je mehr sie etwas 
wurmte und giftete. 
Daß es ihm schmeckte, mußte Jason lachend eingestehen, 
und somit war er geschlagen. 
„Was ist es denn, Onkel?“ fragte Jettchen. Denn sie 
wagte nicht, die Bücher an den Abendbrottisch zu holen, 
weil Onkel Jason wie mit seiner Kleidung auch mit seinen 
Büchern peinlich eigen war, und wenn er in irgend einem 
ein Fleckchen fand oder der Umschlag ein wenig abgestoßen 
war, so mochte er es nicht eine Stunde mehr vor Augen sehen
	        
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