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Einleitung

Full text: Felix Mendelssohn-Bartholdys Briefwechsel mit Legationsrat Karl Klingemann in London / Mendelssohn Bartholdy, Felix (Public Domain)

Einleitung. 
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Der 32jährige war Mitglied der Londoner Asiatischen Gesellschaft, 
der Asiatischen Gesellschaft von Bengalen, der Kaiserlichen Akademie der 
Wissenschaften zu Petersburg und .der Königlich Preussischen Akademie 
der Wissenschaften. 
Seine Freunde liessen durch den englischen Bildhauer Westmacott 
eine Büste des früh Vollendeten anfertigen, die in der Bibliothek des Britischen 
Museums aufgestellt wurde. 
Der Aufenthalt Felix Mendelssohns. in London 1837 führte wieder zu 
einem bedeutsamen Zusammenwirken der Freunde. Mit Klingemann stellte 
er einen Entwurf zu einem neuen 
Oratorium Elias auf, den, wie er 
hoffte, Klingemann ausführen sollte. 
Trotz wiederholten Drängens hat 
sich Klingemann dazu nicht verstan- 
den, und die Angelegenheit führte 
sogar zu einer kleinen Verstimmung 
zwischen den Freunden, die in zeit- 
weisem Aussetzen des Briefwechsels 
sich kund tat. Mendelssohn hatte 
durch Jahre hindurch nicht aufge- 
hört, auf dichterische Leistungen 
seines Freundes zu hoffen und zu 
drängen, die seiner Kunst den för- 
dernden Stoff bieten sollten. Sein 
allzeit getreuer Ratgeber und ver- 
ständnisvoller Beurteiler ist Klinge- 
mann in künstlerischen Fragen stets 
gewesen, aber zu den vom Freunde 
erhofften Leistungen hat er sich 
nicht aufschwingen können. Die 
Mühseligkeiten seines an nüchterner 
Kleinarbeit allzu reichen Amtes 
mögen die dichterische Erzeugungs- 
kraft Klingemanns gelähmt haben, 
und deutlich aus den Briefen er- 
kennbare Zeiten der Verstimmung scheinen eine ‚gewisse Unfähigkeit 
caschen Entschlusses und rascher Leistung hervorgerufen zu haben. Klinge- 
mann hat dem Freunde im Laufe der Jahre eine Reihe lieblicher Lieder 
geliefert, die durch Mendelssohns besonders liebevolle Vertonung bekannt 
geworden und geblieben sind (siehe Anhang). Auch bei den Übertragungen 
seiner Werke ins Englische hat Klingemann wiederholt dem Freunde ge- 
holfen. Aber seit dem gemeinsamen Gelegenheitswerk, der „Heimkehr 
aus der Fremde“ ist es zum Abschluss grösserer gemeinsamer Arbeit nicht 
gekommen.
	        
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