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Full text: Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Akademischen Turnvereins zu Berlin (ATV) (Public Domain)

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geräumige Garten, der große Saal und das herrliche Palmenhaus der 
Flora zu Charlottenburg nahmen eine recht stattliche Anzahl von etwa 
600 Festteilnehmern gastlich auf. Eine ganze Reihe unserer liebenswürdigen 
Vereinsmütter,-Tanten,-Schwestern, Kousinen und sonstigen reizenden 
Freundinnen verherrlichte das Fest und bot den leicht entzündlichen Herzen 
der jüngeren ATVer durch die liebliche Erscheinung manchen Brennstoff, 
so daß vielleicht gerade deshalb Freund Petrus ein Einsehen hatte und 
durch einen regelrechten CLandregen der Gefahr des Brandschadens vor— 
beugte. Der Himmel war leider nicht so gnädig, wie es der ATV von 
ihm mit Recht verlangen durfte; man mußte bald in das Palmenhaus 
flüchten und dort dem weiteren Konzert der Garde-Ulanen-Kapelle lauschen. 
Wenn auch durch diesen unfreiwilligen Rückzug unter das schützende Dach 
manches geplante angenehme Spiel mit den Damen im Freien unmoͤglich 
gemacht wurde, so übte doch dieser Aufenthalt in dem Palmenhaus unter 
den schönen exotischen Gewächsen einen so eigenartigen Reiz aus, daß sich 
wohl niemand ernstlich mit Petrus überworfen haben wird, zumal auch die 
Kommission ihr möglichstes tat, die entstandenen Lücken wieder auszufüllen, 
und für Unterhaltung und ZSerstreuung ihrer Gäste zu sorgen. Neben den 
gut ausgeführten Konzertstücken stiegen auch einige von jüngeren und älteren 
ATVern vorgetragene Quartettgesänge, die ganz vorzüglich einstudiert 
waren. Dem Dirigenten, der sich so rastlos bemüht hat, diese edle RKunst 
auch im ATV wieder auf den Damm zu bringen, gebührt der wärmste 
Dank. — Gegen Abend wurde die Unterhaltung im großen Saale fort⸗ 
gesetzt, bis man sich zu Tisch begab und es sich an der Seite zarter Damen 
mindestens noch einmal so gut speisen ließ, — wenn auch der Wein etwas 
sauer war! — 
Die üblichen Reden bei der Tafel wurden auf das äußerste beschränkt; 
Herr Prof. Dr. Euler überbrachte einen Glückwunsch des Wiener Curnlehrers 
Hoffer. Dr. Gloeden toastete auf die Mitglieder der Kommission und auf 
alle diejenigen, welche bei den Vorbereitungen zu dem Feste tätig halfen. 
Im Namen der Damen verkündete er dann, daß dieselben leider aus leicht 
begreiflichen Gründen nur Einen mit einer Auszeichnung bedenken konnten; 
aber dieser Eine, unser Cuno (Schreck), hat den prächtigen Schoppen, der 
ihm als Anerkennung seiner aufopfernden Bemühungen zu Teil wurde, 
auch redlich verdient. Zwei bekannte und ihm verwandte junge Damen 
überreichten ihm den Schoppen und erhielten als Empfangsbescheinigung 
einen schallenden Kuß von dem selig lächelnden Schreck; — mancher würde 
ihm die Empfangsbestätigung gern abgenommen und an seiner Stelle aus— 
geteilt haben. 
Zum Schluß stieg eine höchst ulkige und drastische Bierrede von 
Cindemann (Meta), die sich eingehend mit national⸗okonomischen Betrach⸗ 
tungen beschäftigte und vielversprechende Behauptungen aufstellte, so daß 
sie allgemeine Zustimmung und reichen Beifall fand. 
Nach der Befriedigung des Magens war für die Unterhaltung 
des Geistes und der Tanzbeine bestens gesorgt, indem mimische Aufführungen
	        
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