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III. Das äussere Vereinsleben

Volltext: Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Akademischen Turnvereins zu Berlin (ATV) (Public Domain)

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rierten Studentenschaft, der sogar zum ersten Male seit Jahren Versamm⸗ 
lungen zugestanden wurden, hatte nur den Erfolg, daß sich ein Fünfmänner⸗ 
ausschuß der „Unabhängigen“ bildete. Der Rektor verzichtete nunmehr 
auf den Ausschuß, erklärte aber, die Studentenschaft im nächsten Semester 
wieder befragen zu wollen. Am Schlusse des Semesters kam schließlich zur 
Heranstaltung der Gedenkfeier für Professor v. Hofmann ein Komitee aus 
Professoren und Studierenden zusammen. Zu Beginn des Winter-⸗Semesters 
8092/93 setzte der Rektor wieder einen Wahltag an; wieder war die Folge, 
daß der ACD, VDst und ihre Freunde fernblieben. Doch beriefen sie 
diesmal ihrerseits eine Versammlung der Korporationen zu demselben 
Zwecke. Aber von den 72 eingeladenen Korporationen erschienen nur 20. 
Diese Interesselosigkeit trug hauptsächlich die Schuld daran, daß die Arbeit, 
die soviel Zeit und Mühe gekostet hatte, völlig scheiterte. Noch einen letzten 
Versuch machten einige Korporationen, unter ihnen der ACV, mit dem 
Komitee der „Unabhängigen“ gemeinsam die Sache in Fluß zu bringen, 
doch gelang auch dies nicht. In einer Versammlung der „Unabhängigen“ 
wurde schließlich auch deren Komitee für „tot“ erklärt. 
Noch einmal tauchte die Ausschußangelegenheit wieder auf, als der 
Rektor auf dem Dillmann ˖Kommerse 1894 in seiner Rede davon sprach und 
die Unterstützung der Behörden zusicherte. Da er jedoch bei einer Inter— 
pellation seitens des zweiten Vorsitzenden des Vereins äußerte, der Senat 
sei im allgemeinen nicht seiner Meinung, schlief die Sache wieder ein. Auch 
die Anregung der F. w. V. (Freie wissenschaftliche Vereinigung) im Winter⸗ 
Semester 1893/ 1894, zu Ehren Virchows, Mommsens und Weinholdts einen 
Uommers zu veranstalten, hatte keinen Erfolg, obwohl sie in der Vertreter⸗ 
versammlung eine Stimme Mehrheit erzielte. Schließlich einigte man sich, 
alle drei Jubilare durch Adressen zu ehren; den zu diesem Zwecke gewählten 
Ausschuß leitete der Vorsitzende des ACV, Wagner. 
Im Laufe des Sommer-Semesters 1895 wurde ein Ausschuß zur Vor—⸗ 
bereitung der Kriegserinnerungsfeier der Universität gewählt; bei der Feier, 
die am 19. Juli stattfand, führte der Verein das Universitätsbanner. Ein 
Versuch, diesen Festausschuß in einen ständigen umzugestalten, scheiterte am 
Widerstande der „Farben“. Im Elferausschuß für die Reichsfeier am 16. 
und 18. Januar 1896 und im Fünferausschusse, der die Ehre hatte, Sr. 
Majestät die Adresse der Studentenschaft zu überreichen, saß je ein ACHer. 
Die Bismarckrede auf dem Reichsfestkommerse hielt Pfeiffer als stell⸗ 
vertretender Vorsitzender des Ausschusses. In einer mit Genehmigung des 
Rektors im Winter-Semester 1896/ 1897 vom ATV einberufenen Vertreter⸗ 
Versammlung zur Vorbereitung der Hundertjahrfeier Kaiser Wilhelms J. 
wurde ein Festausschuß von neun Mitgliedern gewählt, in dem der Vor⸗ 
sitzende des ACD, Dinglinger, den Vorsitz innehatte. Nach schweren Kämpfen 
bildete sich dann ein Gesamtausschuß sämtlicher Berliner Hochschulen, dem 
Dinglinger, als Vertreter der Universität, vorstand. Ein gemeinsamer 
Fackelzug und Kommerse der einzelnen Hochschulen wurden veranstaltet. 
Den Fackelzug leitete Dinglinger. Er hatte die hohe Ehre, Sprecher der
	        
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