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Tagebücher und Aufzeichnungen von Marie de la Motte-Fouqué. 1836-1842 II. Tod Friedrich Wilhelms III. und Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. Achtes Kapitel. Aufzeichnungen des Ministers Gustav v. Rochow über die Vorgänge nach seiner Entlassung (Oktober bis November 1842)

Full text: Vom Leben am preußischen Hofe / Rochow, Caroline von (Public Domain)

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Blättern der Nachwelt übergebe, will ich nur einiges hiervon an⸗ 
führen. 
Der König berührte, als er von seinem Aufenthalt am 
Rhein sprach, das Zerwürfnis zwischen Los und seinen Standes— 
genossen.) Er sagte bei dieser Gelegenheit: „Den Los müssen wir 
ja recht scharf im Auge behalten,“ (ich glaube, er meinte in dem 
Augenblick noch mit dem Minister des Innern zu sprechen), „ich 
werde mich gar nicht wundern, wenn er über kurz oder lang mit 
dem Präsidenten der rheinischen Dampfschiffahrtsgesellschaft (Kauf⸗ 
mann Merkens aus Köln) Hand in Hand ginge.“ Ich erwiderte, 
daß ich Se. Majestät schon vor langer Zeit auf die Gefährlichkeit 
des Charakters von Los aufmerksam gemacht hätte, und daß Herr 
Merkens, als ein altes Parteihaupt der Liberalen auf dem rheini⸗ 
schen Landtage, gegenwärtig ein bei weitem weniger bedeutender 
Führer als Los sei. 
Merkens' Liberalismus müsse überdem wesentlich unterschieden 
werden von demjenigen, der in Ostpreußen aufgetaucht, die Gegen⸗ 
wart und Zukunft bedrohe. Mit diesem habe Merkens ebensowenig 
etwas gemein, als mit dessen Koryphäen. Hiervon habe er bereits 
während des Landtags Zeugnis abgelegt. Das Eingehen des 
Königs auf diesen Gegenstand gab mir einen betrübenden Beweis, 
wie häufig sich der König in seiner Auffassung der erlebten Dinge 
täusche und dann Urteile, Betrachtungen, ja Pläne darauf fußte, 
die, einer richtigen Unterlage entbehrend, nicht zutreffen. 
Diese Wendung des Gesprächs führte den König auf die ost⸗ 
preußischen Verhältnisse. Der König versicherte, daß er auf alles 
Böse, was von dorther kommen könne, gefaßt sei und Gegenmittel 
parat hätte; er glaubte aber, daß sich bereits eine mächtige Ne— 
aktion gegen den königsberger Liberalismus herausstelle. Ich gab 
zu, daß die dreiste und gotteslästerliche Sprache der Königsberger 
Zeitung bei vielen Redlichen Ekel und Mißfallen errege; indessen 
zeige ...) denn doch, in welchem Grade die liberale Partei eine 
) Vergl. o. S. 405. 
2) Diese Stelle ist unlesbar. 
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Die 
rheinischen 
Liberalen « 
. 
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