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Zwanzigstes Kapitel. Fontane kriegsgefangen

Contents : Moritz Lazarus' Lebenserinnerungen / Lazarus, Moritz (Public Domain)

Zwanzigstes Kapitel.

Fontane kriegstzefantgen.

Ein kleines Paket Briefe und Depeschen in meines Mannes
Nachlaß führt in die Zeit des deutsch-französischen Krieges. Die
Blätter führen eine beredte Sprache. Dramatisch behandeln sie
das Thema der Freundschaft, dem er eine Monographie gewidmet
hat. Keiner war dazu befähigter, denn keiner hat sie so oft und
reich betaͤtigt. Freilich auch die Dankbarkeit, die er selten geerntet,
hat er psychologisch ergründet; ja, sie ist der Grundstein seiner
Ethik und Völkerpsychologie geworden.
Sein Verhältnis zu anderen war allezeit das des Gebenden
zu den Empfangenden. So sind die folgenden Seiten typisch für
sein Leben.
In einer Oktobernacht des Jahres 1870 wird zwischen 2 und
3 Uhr an Lazarus' Wohnung geklingelt. Zwei Herren vom Rütli
wünschen ihn zu sprechen. Rasch kleidet er sich an und findet
Friedrich Eggers und Bernhard von Lepel.
„Fontane ist gefangen, wir haben soeben die ODepesche erhalten.“
„Gefangen?“
„Ja, der Spionage verdächtig. Sie müssen ihn retten!“
Der Üüberraschte konnte nur bitten, ihm Zeit zur Überlegung
zu lassen. Mit Crésmieux, dem damaligen französischen Justiz⸗
minister, war er befreundet.
Nur einige Worte über diesen damals im Vordergrunde des
Interesses stehenden Mann, zumal sein Bild mehrfach entstellt
worden ist.
            
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