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II. Technik der Berufsvormundschaft 6. Kontrolle des Kindes

Full text: Pastor Pfeiffers Berufsvormundschaft / Israël, Carl (Public Domain)

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unterlassen werden, auch an dieser Stelle ihnen allen für ihre tätige Hilfe herz- 
lichst zu danken. 
Eine schriftliche Information oder Dienstanweisung besitzen heute unsere 
Helferinnen und Mündelpflegerinnen noch nicht; sie ist in Aussicht genommen. 
Ihre Einführung in die Praxis ihrer besonderen Tätigkeit sowie in die Aufgaben 
der Vormund⸗, insbesondere der Berufsvormundschaft erfolgt durch Vorträge und 
Besprechungen. Die Helferinnen versammeln sich zweiwöchentlich zu einer Kon⸗ 
ferenz mit dem Vertreter des Vormunds, die Mündelpflegerinnen allmonatlich zu 
einer solchen mit dem Vormund, seinen Vertretern und den beruflichen Helferinnen. 
In den Konferenzen werden die laufenden praktischen Fälle und Fragen erörtert, 
jede Dame kann um Rat fragen, ihre Erfahrungen mitteilen usw., außerdem 
werden in regelmäßigen Fristen die auf die Rechte und Pflichten der Mündel— 
eltern bezüglichen Themen, Fragen aus der Adoption, Ehelichkeitserklärung, 
Namensgebung immer wieder besprochen. Als Handbuch für die Praxis dient 
jeder Helferin und Pflegerin der Führer durch das kirchliche Berlin. 
Neben der Kontrolle durch unsere Damen ist auch eine ärztliche eingerichtet. 
Jeden Montag nachmittag findet auf der Geschäftsstelle ärztliche Sprechstunde 
statt, in der jede Mutter, jeder Vater und auch jede Haltefrau das Mündel zur 
Untersuchung stellen kann. Die ärztliche Untersuchung soll weniger wirklich 
kranken Kindern dienen — diese werden zweckmäßig den Armenärzten überwiesen, 
da von uns aus eine dauernde Behandlung nicht übernommen werden kann — 
sie soll in erster Linie uns ein Bild des Gesundheitszustandes des Kindes geben 
und die Grundlage für praktische, die Ernährung und Verpflegung betreffende 
Vorschläge bilden (vergleiche Formular G). Die Sprechstunde wird daher mit 
Vorliebe von solchen Pflegeeltern besucht, deren Kinder an leichter englischer 
Krankheit, Überernährung, kleinen Erkältungen oder harmlosen Ausschlägen leiden: 
Zustände, wegen deren solche Leute sonst einen Arzt nicht aufzusuchen pflegen. 
Arztliche 
Sprech⸗ 
stunde. 
7. Maßnahmen zum Schutze des Kindes. 
Die sicherste Gewähr für das Gedeihen des Kindes gibt ein reichliches 
Unterhaltsgeld. Hohe Alimente sichern gute Pflegestellen, Aufnahme in Muster— 
heime, natürliche Ernährung bei der Mutter, besonders auch Unterkommen in 
gesunden Räumen. Was zur Erlangung der Alimente geschieht, ist oben dar— 
gestellt worden. 
Die wichtigste vorbeugende Maßnahme zum Schutze des Kindes ist eine 
ausreichende Kontrolle. Unsere Helferinnen und Mündelpflegerinnen besuchen die 
Mündel nicht ganz so oft, wie dies von den Aufsichtsdamen und Waisen—
	        
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