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Full text: Das Klima von Berlin / Behre, Otto (Public Domain)

154 Feuchtigkeit der Luft, Luftdruck und Wind. 
Verlaufe schließt sie sich dem Gange der Lufttemperatur an; sie erreicht 
ihren größten Wert im Juli mit 10.8 mm, ihren geringsten im Januar 
mit 4.0 mm, woraus sich eine jährliche Schwankung von 6.8 mm ergibt. 
Die relative Feuchtigkeit beträgt im Mittel 75 Proz., in ihrem 
jährlichen Gange entfallen auf die Wintermonate die höchsten, auf 
die Sommermonate die kleinsten Werte. 
Von steigender Bedeutung für die Erkenntnis des ursächlichen 
Zusammenhangs der Witterungserscheinungen ist die Erforschung der 
Temperatur über Berlin durch Drachen, die bis zu 6000 m 
und (allerdings nicht über Berlin) durch bemannte Ballons, die bis 
zu 10800 m vorgedrungen sind. Ein Registrierballon hat sogar die 
schwindelnde Höhe von 25000 m erreicht und eine Tempera ur von 
— 850 festgestellt. Kann hiernach die Eroberung der höheren Luft- 
schichten für die Menschen als kürzlich vollzogene Tatsache angesehen 
werden, so ist uns die Beeinflussung der obersten Bodenschichten 
durch die Lufttemperatur so lange bereits bekannt, als der Mensch be- 
müht ist, die Bodenschätze zu heben. In Berlin dienen Messungen der 
Bodentemperatur bis jetzt ausschließlich praktischen Zwecken der 
Kanalisation. Während es im Winter in geringen Tiefen unter der 
Erdoberfläche kälter ist als in größeren, ist das Verhältnis im Sommer 
ein umgekehrtes. Zur Übergangszeit, im April und September herrscht 
in der ganzen Schicht eine gleichmäßige Temperatur. Die jährliche 
Temperaturschwankung nimmt mit zunehmender Tiefe ab; in % m 
Tiefe beträgt sie noch 15°, in 1 % m Tiefe dagegen nur noch 10%. Bereits 
in 28 m Tiefe bleibt die Wärme das ganze Jahr hindurch unverändert, 
und diese Wärme ist höher als die Luftwärme. 
2. Luftdruckund Wind. Die Luftdruckverhältnisse eines 
Ortes sind für das praktische Leben nicht von Belang; aber sie sind 
mittelbar deshalb wichtig, weil bei vorsichtiger und verständiger Be- 
nutzung des Barometers als eines Wetterberaters, auch ohne unmittel- 
bare Kenntnis der Wetterkarten, mancher Vorteil gezogen werden kann. 
Fast alle größeren Zeitungen bringen täglich Angaben über den Luft- 
druck in zahlreichen Orten Europas, aus denen im allgemeinen auf die 
Witterung für einen bestimmten Ort geschlossen werden kann. 
Der mittlere, auf Meereshöhe berechnete Luftdruck übersteigt den 
Normaldruck von 760 mm nur wenig. Die jährliche Periode läßt ein 
ausgesprochenes Wintermaximum (im Januar) erkennen. Ihm und 
einem zweiten Maximum im Herbst (September) steht ein Minimum 
im Frühjahr (März und April) gegenüber. 
Das Jahresmittel des Luftdrucks hatte den größten Wert im Jahre 
1857 mit 760.0, den kleinsten im Jahre 1895 mit 755.9, d.i. eine Schwankung 
von 4.1 mm. Das höchste Monatsmittel hatte der Februar 1891 mit 
769.0, das niedrigste der März 1888 mit 748.5, d. i. eine Schwankung 
des Monatsmittels von 20.5 mm. Eine viel größere Veränderlichket
	        
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