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Einleitung

Full text: Das Klima von Berlin / Behre, Otto (Public Domain)

Einleitung. 
Bäumen bestandenen Schulgarten. Der Ausblick nach SSW ist durch 
Gebäude nicht gestört. 
Die Aufstellung der Instrumente ist jetzt eine andere als ehedem. 
Thermometer und Hygrometer waren bis zu Anfang der achtziger 
Jahre des 19. Jahrhunderts an allen Stationen des Beobachtungs- 
netzes ohne jeglichen Schutz in einem einfachen eisernen Halter vor 
einem Nordfenster angebracht. Wenn auch diese einfachste aller 
Aufstellungen, die „alte preußische", einen Vergleich mit anderen 
nicht zu scheuen hat, so ist aus praktischen Gründen die Unter- 
bringung der Thermometer jetzt in einem sich selbst öffnenden Gehäuse 
eingeführt. Innerhalb dieses vor einem nach Norden sehenden Fenster 
angebrachten Zinkblechgehäuses befinden sich außer dem trocknen 
und befeuchteten Thermometer mit Ventilator Maximum- und Mini- 
mum-Thermometer (sämtlich von R. Fueß) und ein Haarhygro- 
meter von Hottinger. Die Höhe dieser Instrumente über dem Erd- 
boden beträgt 13,3 m. An der Wand des Beobachtungszimmers hängt 
ein sog. Stationsbarometer, ein Gefäßbarometer mit unbeweglichem 
Boden und reduzierter Skala. 
Der Regenmesser (System Hellmann M. 86) steht in dem in 
unmittelbarer Nähe der Station liegenden Garten der Kaserne des 
1. Garde-Dragoner-Regiments 1 m über dem Erdboden. Dort sind 
auch ein Maximum- und ein Minimum-Thermometer 5 cm über dem 
Erdboden aufgestellt. 
Eine Wildsche Windfahne mit Stärkemesser ist auf dem Dach- 
first eines der Nebengebäude angebracht. 
Zur Messung der Sonnenscheindauer (Seestraße) dient der auf der 
Wärmewirkung der Sonnenstrahlen beruhende Campbell-Stokes-Sonnen- 
schein-Autograph. Er besteht im wesentlichen aus einer durchsichtigen 
Glaskugel, welche als Brennglas wirkt. Das in ihrem Brennpunkte ent- 
stehende Sonnenbild wandert, entgegen der scheinbaren Bewegung 
der Sonne, auf einem hinter der Kugel angebrachten, mit Stunden- 
einteilung versehenen blauen Kartonstreifen entlang, wobei es seine 
Spur einbrennt. 
Die Beobachtungsstunden waren 6 — 2 — 10 bis Ende 1886. 
Seitdem werden auf Anregung des Wiener Meteorologen-Kongresses 
die seinerzeit von der Mannheimer pfälzischen Gesellschaft fest- 
gesetzten Stunden 7 Uhr morgens, 2 Uhr nachmittags und 9 Uhr abends 
angewandt und daraus das Mittel nach der Formel (7a +2p+2x9p):4 
gewonnen. Wir werden später Gelegenheit haben, auf diese Stunden- 
verbindungen zurückzukommen. 
Obwohl mit dem 1. April 1893 allgemein in Deutschland an Stelle 
der bis dahin üblichen Ortszeit die sogenannte mitteleuropäische Ein- 
heitszeit (die Zeit des 15. Längengrades östlich von Greenwich) für 
alle öffentlichen Zwecke eingeführt und zugrunde gelegt worden ist,
	        
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