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IX.

Full text: Durchtollte Nächte, durchjubelte Tage / Klein, Ernst (Public Domain)

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Sie fuhren am nächsten Tage nach London; 
zwei Tage später waren sie Mann und Frau. 
Sie waren im Grand Hotel abgestiegen, na- 
türlich unter falschem Namen, und bewohnten 
zwei elegante Zimmer, die durch einen Salon 
mit einander verbunden waren. Lore, die sich 
mit der Hoffnung trug, dem Prinzen, der ihr 
ebenso antipathisch war, wie alle anderen Männer, 
ihre Schenkel nicht öffnen zu müssen, hatte auf 
diese Trennung der Appartements gedrungen. 
„Ich bin Deine Braut,“ sagte sie zu ihm, 
der sie während der ganzen Reise bedrängte, 
„und wünsche als solche respektiert zu werden. 
In dem Moment, da ich Deine Frau bin, gehöre 
ich Dir. Ich selbst sehne mich ja so sehr da- 
nach.“ 
Das war eine der fettesten Lügen, die je 
über Lores rote Lippen gekommen, aber das 
genierte sie nicht. Der Zweck heiligt ja die Mittel. 
Ihre Hoffnung hatte sie nicht betrogen. 
Als sie von dem Friedensrichter zurück- 
kehrten, der sie getraut hatte, kamen sie im Parlor 
des Hotels an drei Herren vorbei, die bei ihrem 
Anblick sich aus ihren Fauteuils erhoben und 
den Prinzen sehr !%Eflich begrüßten. Dieser 
wurde totenbleick le er sic vor eich sah. 
„Hoheit ls wir „nn den Vorzug 
bitten, von Ihnen empfangen zu werden,“
	        
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