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Die Negativ-Retusche

Full text: Anleitung zur photographischen Retusche / Schultz-Hencke, Dankmar (Public Domain)

Das Fortnehmen im Negativ. 
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daß, wieviel für ein Porträt in den meisten Fällen ein glatter 
Ton ausreichend sein wird, dennoch durch eine diskrete zeich- 
nerische Behandlung — die sich überdies dem geschlossenen 
Charakter der photographischen Technik anpaßt — die Bild- 
wirkung bisweilen noch gesteigert werden kann, und fährt dann 
fort: „Außerdem ist’s, wie gesagt, gewissermaßen Mode, und 
der einsichtige Geschäftsmann kann sich der herrschenden Ge- 
Sschmacksrichtung nicht vollkommen entziehen; er kann 
nur versuchen, ihr die besten Seiten abzugewinnen, wie bei 
jeder Mode “ 
Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Ausführungen 
bringen wir in Fig. 5a und 5b die beiden Vergleichporträts, 
welche zu dem betreffenden Artikel im Juliheft der Sonder- 
ausgabe des „Photograph‘‘ veröffentlicht wurden. Über seine 
Arbeitsweise berichtet Herr Schönewald wie folgt: 
„Das Negativ wird auf der Glasseite mit einem nicht ge- 
rade grobkörnigen, aber doch etwas rauhen Mattlack über- 
gossen. Verfasser hat mit Toluolmattlack bessere Erfah- 
rungen gemacht, als mit einem Mattlack, der mit Benzol 
hergestellt war. Dann wird die ganze Mattlackschicht gleich- 
mäßig mit einer Mischung von Graphit und schwarzer Wisch- 
kreide eingerieben. Man bedient sich hierfür eines trockenen 
Wattebausches (entfettete Watte). Es kommt besonders 
darauf an, daß Graphit und Kreide vor dem Auftragen innig 
vermischt werden und ein gleichmäßig feinkörniges Pulver 
bilden. Das Verhältnis von Kreide und Graphit zueinander 
richtet sich nach den gewünschten Effekten. Soll starke Dek- 
kung erzielt werden, so werden gleiche Teile genommen. In 
den meisten Fällen wird aber — wie bereits oben gesagt — der 
Hintergrund nur diskret zu behandeln sein. Hierfür nimmt 
man weniger Kreide. Etwa ein Teil Wischkreide und drei 
Teile Graphit. Nachdem mit dem schwarzen resp. grauen 
Pulvergemisch die Mattlackschicht gleichmäßig eingerieben 
ist, was am besten durch nur leichtes Überfahren, ohne starken 
Druck. erreicht wird. bereitet man sich zur weiteren Bearbei- 
Schultz-Hencke. Retusche
	        
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