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Das Zeichnen als Hilfsmittel zur Retusche

Full text: Anleitung zur photographischen Retusche / Schultz-Hencke, Dankmar (Public Domain)

Das Zeichnen auf photographischer Unterlage, 121 
photographischen Fachschulen der Fall sein wird, so gibt es 
einen Weg, der schneller als die herkömmlichen Wege zum Ziele 
führt und sich gleichzeitig auf das innigste an die photogra- 
phische Praxis anlehnt, wir meinen 
Das Zeichnen auf photographischer Unterlage. 
Das Verfahren läuft darauf hinaus, daß von dem Gips- 
abgusse eines Kopfes oder einzelner Gesichtsteile unter der 
für Zeichenzwecke herkömmlichen Beleuchtung eine photo- 
graphische Aufnahme gemacht wird. Diese Aufnahme wird 
sodann auf Bromsilbergelatinepapier vergrößert, wobei Ori- 
ginalgröße vorzuziehen ist, mit der Maßgabe, daß auf der Ver- 
größerung nur die Konturen mit den Ansätzen der Schatten 
zu sehen sind, die feineren Details, Halbschatten usw. aber 
fehlen (siehe die bei Seite 112 beigefügte Lichtdrucktafel). 
Wenn nun nach Fertigstellung einer solchen Vergrößerung dem 
Schüler die Aufgabe zuteil wird, den Gipsabguß unter genau 
denselben Verhältnissen, unter denen die photographische Auf- 
nahme stattfand, d. h. in derselben Beleuchtung, abzuzeichnen, 
so ist er gezwungen, während dieser Arbeit stetig Vergleiche 
anzustellen, aufmerksam darauf zu achten, was in der zu be- 
arbeitenden Vergrößerung fehlt, und wird hierdurch in der 
Folge eine scharfe Schulung des Auges für geringe Tonunter- 
schiede erzielt. Daß nebenbei eine wesentliche Ersparnis an 
Zeit stattfindet, ist noch besonders hervorzuheben, da durch 
das Vorhandensein der fertigen Konturzeichnung auch im 
Zeichnen Ungeübtere sich dieser Aufgabe zuwenden können. 
Auch hier läßt sich im Hinblick auf die später auszuübende 
Retusche eine Vorübung zu derselben derart einreihen, daß das 
Auszeichnen solcher Vergrößerungen mit Hilfe von Kreide und 
Estompe, wie im Kapitel über Retusche auf Bromsilbergelatine- 
papier beschrieben, geschieht. 
Bis jetzt haben wir aus den mehrfach betonten Gründen 
uns immer in erster Linie mit derjenigen Darstellung des
	        
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