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Mechanische Retusche

Full text: Anleitung zur photographischen Retusche / Schultz-Hencke, Dankmar (Public Domain)

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Mechanische Retusche. 
stimmt. Er soll jedoch keineswegs die manuelle Arbeit er- 
setzen, sondern sein Zweck ist nur, das rein Technische der- 
selben in kürzester Zeit auszuführen, so daß es zur endgültigen 
Fertigstellung des Bildes nur noch einer kurzen künstlerischen 
Korrektur bedarf. Zahlreiche Versuche des Herausgebers 
haben erwiesen, daß sich mit Hilfe des Apparats die Arbeitszeit 
der Retusche bei Vergrößerungen auf !/, bis !/, der bisherigen 
abkürzen läßt, und ergab sich als besonderer Vorzug, daß die 
mit dem Apparat überlegten Flächen ein dem Silberkorn so 
verwandtes Aussehen erhielten, wie es in seiner Feinheit und 
Gleichmäßigkeit mit der Hand nie hergestellt werden kann. 
In der Hauptsache soll der Apparat seine Dienste bei Bildern 
größeren Formats, Vergrößerungen, zur Herstellung von 
Hintergründen, zum Anlegen von Tonflächen usw. leisten, auch 
lassen sich in kürzester Zeit ganze Teile des Bildes, z. B. der 
Gewandung, ansetzen, ohne daß man des feinen Kornes wegen 
unterscheiden kann, ob der betreffende Teil Originalaufnahme 
oder auf nachträgliche Retusche zurückzuführen ist. 
In photomechanischen Anstalten wird der Apparat, wie 
schon vorher erwähnt, mit Vorteil zur Herrichtung der Positive 
zur autotypischen Aufnahme verwendet, indem man das bisher 
mit der Hand und mit Deckweiß ausgeführte Decken der 
höchsten Lichter, sowie das Decken größerer Flächen durch 
Bearbeitung mit dem Apparat ersetzt. 
Die Wirkungsweise der Estompe beruht nun darauf, daß 
vermöge des in sie hineingepreßten Luftstromes in ihr befind- 
liche Farbstofflösung in fein zerstäubtem Strahle auf die zu 
bearbeitenden Flächen aufgetragen wird. Auch dieser Apparat 
besteht aus zwei Teilen, aus der Luftestompe selbst und der 
Vorrichtung zur Erzeugung von Preßluft. 
Die auf Seite 83 stehende Abbildung, Fig. 17. zeigt die 
Gesamtanordnung des Apparates. 
D ist die Druckpumpe, welche durch Niedertreten mit dem 
Fuße die Luft in den Windkessel W treibt, in welchem ein 
Druck von ca. einer halben bis anderthalb Atmosphären,
	        
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