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Volume 2. Verzeichnis der Branchen

Full text: Amtliches Fernsprechbuch für den Bezirk der Reichspostdirektion Berlin (Rights reserved) Ausgabe 1941 (Rights reserved)

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No. 43. Feuerwehr. 
Leiter 13 (alte Konstruktion) sich als zu kurz 
erwies, 
3. die Treppe des Vorderhauses keinen Zugang zum 
Dachgeschoss hatte. 
20. November. Brandstelle: Landsbergerstrasse 101. 
Es brannte die Dekoration des Schaufensters eines 
Posamentierwaaren-Geschäftes. 
Die Löschung erfolgte durch Bewohner vor Eintreffen 
der Feuerwehr. 
Die Gasflammen des Schaufensters sind mit Selbst 
zünder, System „Fiat Lux“, versehen. Wie nachträglich 
festgestellt werden konnte, funktionirte einer derselben 
schlecht, ohne dass es bemerkt wurde. Es strömte in 
Folge dessen längere Zeit Gas aus, welches nach end 
licher Zündung explosionsartig verbrannte und die 
Dekoration des Schaufensters zum Theil in Brand setzte. 
Diese Brandstelle war insofern interessant, als sie 
dangethan hat, dass alle diejenigen Gasselbstzünder, die 
auf der Entzündung sehr wenig ausströmenden Gases 
beruhen, eine Feuersgefahr bieten, sobald die Montage 
der Selbstzünder nachlässig ausgeführt oder die Be 
handlung der ganzen Beleuchtungskörper eine zu wenig 
sorgsame ist, wie ferner, dass man beim Anzünden der 
Flammen darauf achten muss, ob auch jede Flamme 
wirklich entzündet wird. 
29. November. Brandstelle: Jerusalemerstrasse 19/20. 
Im Vorderhause brannte der Fussboden und die 
Deckenverschalung zwischen Erdgeschoss und Keller in 
geringer Ausdehnung. 
Das Feuer wurde nach Beseitigung der Decken 
schalung mit der Zimmerspritze abgelöscht. 
In den im Erdgeschoss gelegenen Räumen (Wiener 
Cafe) sind in Hohlräumen des Fussbodens die Dampf- 
und Wasserheizröhren untergebracht und mit durch 
brochenen Eisenplatten überdeckt. Da beim Ausfegen 
der Räume Sägespähne verwendet werden, so sind die 
Heizkanäle im Fussboden meist mit Spähnen und Müll 
angefüllt. Die Ursache des Feuers konnte nicht auf 
geklärt werden. 
2. Dezember. Brandstelle: Invalidenstrasse 128. 
In einem Schaufenster brannten Dekoration, Waaren 
und die Schaufensterbekleidung. 
Durch Kurzschluss in der elektrischen Lichtleitung 
waren Funken in die Dekorationswatte geflogen, wodurch 
diese in Brand gerieth und die übrigen Gegenstände in 
Mitleidenschaft zog. 
Die Feuerwehr war nicht alarmirt. 
2. Dezember. Brandstelle: Behrenstrasse 55/56 (Metropol-Theater.) 
Auf der Bühne entstand Kurzschluss an der Ober 
lichtrampe. Die herabfallenden Funken verlöschten 
sogleich, ohne andere Gegenstände zu entzünden. 
Nachdem ein Jongleur seine Vorführungen beendigt 
hatte, sollte sein Apparat, welcher aus einer mit Metall 
beschlagenen Leiter und Gewichten bestand, in die Höhe 
gezogen werden. Dies geschah jedoch so ungeschickt, 
dass das Gegengewicht oder ein Metallbeschlag der Leiter 
gegen das Drahtschutzgitter der Oberlichtrampe schlug: 
dieses wurde leicht eingebogen und hierdurch an der 
Fassung einer Lampe der Kontakt hergestellt. 
4. Dezember. Brandstelle: Königstrasse 33. 
In einem Schaukasten brannten mehrere Dutzend 
wollene Handschuhe und 1 seidene Bluse. Beim Ein 
schalten der elektrischen Lichtleitung entstand Kurz 
schluss und die Isolirung brannte durch. Durch herab 
fallende Funken wurden die ausgestellten Waaren in 
Brand gesetzt. 
Die Feuerwehr war nicht alarmirt. 
6. Dezember. Brandstelle: Friedrichstrasse 218. 
Im Eingang des Apollo-Theaters hatte sieh in dem 
nördlichen Kandelaber die Kohle durch einen Zufall 
gesenkt, so dass die Spitzen in Berührung kamen. Hier 
durch war Kurzschluss entstanden und das Brett, auf 
welchem der Widerstand befestigt ist, hat Feuer gefangen. 
Das Feuer wurde ausgegossen. 
14. Dezember. Brandstelle: Kochstrasse 70. 
In dem Keller einer Verlagshandlung und Buch 
binderei brannten Papierabfälle. Die Löschung erfolgte 
mit 1 Rohr vom Hydranten. Das Haus ist mit Nieder 
druck-Dampfheizung versehen. Unter den Papierkellern 
entlang führen die Rauchabzüge für die Feuerungs 
anlage der Dampfheizung. Der eine Papierkeller hat über 
der den Boden bedeckenden Betonschicht noch eine Lage 
asphaltartiger Masse, welche gegen Wärme isoliren soll; 
der andere hat auf dem Boden nur eine Betonschicht. 
Die Betonschichten sind 0,os m, die asphaltartige Masse 
0,06 m stark. In Folge der herrschenden Kälte wurde 
auch während der Nacht stark gefeuert und die Dampf 
heizung ständig im Gang gehalten. Die Rauchabzüge 
kühlten daher längere Zeit nicht ab und in Folge der 
aufgespeicherten Wärme begannen die Papierabfälle auf 
dem Boden zn schwelen und, als morgens die Thüren 
geöffnet wurden und Luft hinzutrat, mit heller Flamme 
zu brennen an. 
17. Dezember. Brandstelle: Kleine Präsidentenstrasse 7. 
In der Manege des Zirkus Busch entstand in Folge 
Zerbrechens einer Glühbirne an einem transportablen 
Dekorationskandelaber Kurzschluss. Durch die umher 
sprühenden Funken wurden die Dekorationsblumen in 
Brand gesetzt. Es handelte sich um eine Glühbirne ohne 
Hahnfassung. 
Das Feuer wurde ausgegossen. 
18. Dezember. Brandstelle: Neues Königliches Opemtheater. 
Auf der Bühne des Theaters war Kurzschluss an einem 
Leitungsdraht für einen vielarmigen Kandelaber dadurch 
entstanden, dass beim Aufsetzen der Krone auf die Säule 
des Kandelabers der Zuleitungsdraht eingeklemmt und 
das Isolirmaterial desselben hierdurch beschädigt wurde; 
der blank gewordene Draht kam sodann mit einem Metall 
theil in Berührung. Die Sicherung ist ausgeschmolzen. 
Der Kandelaber wurde entfernt. 
21. Dezember. Brandstelle: Lindenstrasse 35. 
In einem Fabrikgebäude brannten Holzvorräthe, Decken 
und Fussboden in vier Stockwerken und im Dachgeschoss. 
Das Feuer ging über den vorgefundenen Heerd hinaus, 
da es sich durch die für die Transmissionen in allen 
Decken vorhandenen Durchbrüche und durch die an diesen 
Durchbrechungen lagernden Holzabfälle sehr schnell aus 
breitete. 
Die Löschung erfolgte unter Verwendung von Haken 
leitern, Steckleitern und 1 Mechanischen Leiter mit 
5 Strahlrohren. 
21. Dezember. Brandstelle: Neue Friedrichstrasse 38—40. 
Im II. Stock des Vorderhauses brannte ausgeflossener 
Spiritus aus einer explodirten Spiritusglühlampe. 
Das Spiritusbassin hatte vermuthlich eine undichte 
Stelle, aus welcher Spiritus ausleckte, welcher sich beim 
Anzünden der Lampe entzündete. Durch die entstandene 
grössere Flamme wurde wahrscheinlich der im Bassin 
enthaltene Spiritus plötzlich so stark verdunstet, dass 
eine Sprengung des Bassins eintrat. Dasselbe zeigte eine 
nach aussen aufgetriebene Rissstelle. 
Das Feuer war beim Eintreffen der Feuerwehr bereits 
gelöscht. 
22. Dezember. Brandstelle: Werderscher Markt 5. 
ln dem Kaufhause von Gerson brannten Kleider 
stoffe, Kleider, Regale, Fussboden und Decke im I., II- 
und III. Stock. 
Die Löschung erfolgte unter Verwendung von 2 Mecha 
nischen Leitern mit 4 Rohren Handspritzenkalibers, 1 Rohr 
' Dampfspritzenkalibers und 2 Rohren von der Hausleitung.
	        
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