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No. 43. Feuerwehr.
Leiter 13 (alte Konstruktion) sich als zu kurz
erwies,
3. die Treppe des Vorderhauses keinen Zugang zum
Dachgeschoss hatte.
20. November. Brandstelle: Landsbergerstrasse 101.
Es brannte die Dekoration des Schaufensters eines
Posamentierwaaren-Geschäftes.
Die Löschung erfolgte durch Bewohner vor Eintreffen
der Feuerwehr.
Die Gasflammen des Schaufensters sind mit Selbst
zünder, System „Fiat Lux“, versehen. Wie nachträglich
festgestellt werden konnte, funktionirte einer derselben
schlecht, ohne dass es bemerkt wurde. Es strömte in
Folge dessen längere Zeit Gas aus, welches nach end
licher Zündung explosionsartig verbrannte und die
Dekoration des Schaufensters zum Theil in Brand setzte.
Diese Brandstelle war insofern interessant, als sie
dangethan hat, dass alle diejenigen Gasselbstzünder, die
auf der Entzündung sehr wenig ausströmenden Gases
beruhen, eine Feuersgefahr bieten, sobald die Montage
der Selbstzünder nachlässig ausgeführt oder die Be
handlung der ganzen Beleuchtungskörper eine zu wenig
sorgsame ist, wie ferner, dass man beim Anzünden der
Flammen darauf achten muss, ob auch jede Flamme
wirklich entzündet wird.
29. November. Brandstelle: Jerusalemerstrasse 19/20.
Im Vorderhause brannte der Fussboden und die
Deckenverschalung zwischen Erdgeschoss und Keller in
geringer Ausdehnung.
Das Feuer wurde nach Beseitigung der Decken
schalung mit der Zimmerspritze abgelöscht.
In den im Erdgeschoss gelegenen Räumen (Wiener
Cafe) sind in Hohlräumen des Fussbodens die Dampf-
und Wasserheizröhren untergebracht und mit durch
brochenen Eisenplatten überdeckt. Da beim Ausfegen
der Räume Sägespähne verwendet werden, so sind die
Heizkanäle im Fussboden meist mit Spähnen und Müll
angefüllt. Die Ursache des Feuers konnte nicht auf
geklärt werden.
2. Dezember. Brandstelle: Invalidenstrasse 128.
In einem Schaufenster brannten Dekoration, Waaren
und die Schaufensterbekleidung.
Durch Kurzschluss in der elektrischen Lichtleitung
waren Funken in die Dekorationswatte geflogen, wodurch
diese in Brand gerieth und die übrigen Gegenstände in
Mitleidenschaft zog.
Die Feuerwehr war nicht alarmirt.
2. Dezember. Brandstelle: Behrenstrasse 55/56 (Metropol-Theater.)
Auf der Bühne entstand Kurzschluss an der Ober
lichtrampe. Die herabfallenden Funken verlöschten
sogleich, ohne andere Gegenstände zu entzünden.
Nachdem ein Jongleur seine Vorführungen beendigt
hatte, sollte sein Apparat, welcher aus einer mit Metall
beschlagenen Leiter und Gewichten bestand, in die Höhe
gezogen werden. Dies geschah jedoch so ungeschickt,
dass das Gegengewicht oder ein Metallbeschlag der Leiter
gegen das Drahtschutzgitter der Oberlichtrampe schlug:
dieses wurde leicht eingebogen und hierdurch an der
Fassung einer Lampe der Kontakt hergestellt.
4. Dezember. Brandstelle: Königstrasse 33.
In einem Schaukasten brannten mehrere Dutzend
wollene Handschuhe und 1 seidene Bluse. Beim Ein
schalten der elektrischen Lichtleitung entstand Kurz
schluss und die Isolirung brannte durch. Durch herab
fallende Funken wurden die ausgestellten Waaren in
Brand gesetzt.
Die Feuerwehr war nicht alarmirt.
6. Dezember. Brandstelle: Friedrichstrasse 218.
Im Eingang des Apollo-Theaters hatte sieh in dem
nördlichen Kandelaber die Kohle durch einen Zufall
gesenkt, so dass die Spitzen in Berührung kamen. Hier
durch war Kurzschluss entstanden und das Brett, auf
welchem der Widerstand befestigt ist, hat Feuer gefangen.
Das Feuer wurde ausgegossen.
14. Dezember. Brandstelle: Kochstrasse 70.
In dem Keller einer Verlagshandlung und Buch
binderei brannten Papierabfälle. Die Löschung erfolgte
mit 1 Rohr vom Hydranten. Das Haus ist mit Nieder
druck-Dampfheizung versehen. Unter den Papierkellern
entlang führen die Rauchabzüge für die Feuerungs
anlage der Dampfheizung. Der eine Papierkeller hat über
der den Boden bedeckenden Betonschicht noch eine Lage
asphaltartiger Masse, welche gegen Wärme isoliren soll;
der andere hat auf dem Boden nur eine Betonschicht.
Die Betonschichten sind 0,os m, die asphaltartige Masse
0,06 m stark. In Folge der herrschenden Kälte wurde
auch während der Nacht stark gefeuert und die Dampf
heizung ständig im Gang gehalten. Die Rauchabzüge
kühlten daher längere Zeit nicht ab und in Folge der
aufgespeicherten Wärme begannen die Papierabfälle auf
dem Boden zn schwelen und, als morgens die Thüren
geöffnet wurden und Luft hinzutrat, mit heller Flamme
zu brennen an.
17. Dezember. Brandstelle: Kleine Präsidentenstrasse 7.
In der Manege des Zirkus Busch entstand in Folge
Zerbrechens einer Glühbirne an einem transportablen
Dekorationskandelaber Kurzschluss. Durch die umher
sprühenden Funken wurden die Dekorationsblumen in
Brand gesetzt. Es handelte sich um eine Glühbirne ohne
Hahnfassung.
Das Feuer wurde ausgegossen.
18. Dezember. Brandstelle: Neues Königliches Opemtheater.
Auf der Bühne des Theaters war Kurzschluss an einem
Leitungsdraht für einen vielarmigen Kandelaber dadurch
entstanden, dass beim Aufsetzen der Krone auf die Säule
des Kandelabers der Zuleitungsdraht eingeklemmt und
das Isolirmaterial desselben hierdurch beschädigt wurde;
der blank gewordene Draht kam sodann mit einem Metall
theil in Berührung. Die Sicherung ist ausgeschmolzen.
Der Kandelaber wurde entfernt.
21. Dezember. Brandstelle: Lindenstrasse 35.
In einem Fabrikgebäude brannten Holzvorräthe, Decken
und Fussboden in vier Stockwerken und im Dachgeschoss.
Das Feuer ging über den vorgefundenen Heerd hinaus,
da es sich durch die für die Transmissionen in allen
Decken vorhandenen Durchbrüche und durch die an diesen
Durchbrechungen lagernden Holzabfälle sehr schnell aus
breitete.
Die Löschung erfolgte unter Verwendung von Haken
leitern, Steckleitern und 1 Mechanischen Leiter mit
5 Strahlrohren.
21. Dezember. Brandstelle: Neue Friedrichstrasse 38—40.
Im II. Stock des Vorderhauses brannte ausgeflossener
Spiritus aus einer explodirten Spiritusglühlampe.
Das Spiritusbassin hatte vermuthlich eine undichte
Stelle, aus welcher Spiritus ausleckte, welcher sich beim
Anzünden der Lampe entzündete. Durch die entstandene
grössere Flamme wurde wahrscheinlich der im Bassin
enthaltene Spiritus plötzlich so stark verdunstet, dass
eine Sprengung des Bassins eintrat. Dasselbe zeigte eine
nach aussen aufgetriebene Rissstelle.
Das Feuer war beim Eintreffen der Feuerwehr bereits
gelöscht.
22. Dezember. Brandstelle: Werderscher Markt 5.
ln dem Kaufhause von Gerson brannten Kleider
stoffe, Kleider, Regale, Fussboden und Decke im I., II-
und III. Stock.
Die Löschung erfolgte unter Verwendung von 2 Mecha
nischen Leitern mit 4 Rohren Handspritzenkalibers, 1 Rohr
' Dampfspritzenkalibers und 2 Rohren von der Hausleitung.