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8. Kapitel. Vereinsleben

Full text: Rosen und Dornen in der Berliner Seelsorgsarbeit / Frank, Wilhelm (Public Domain)

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im Laufe der Jahre „zusammengespielt“; ich habe immer 
jemanden gefunden, der die Leitung führte — es war manch— 
mal schwer, es ging aber. Für Vorträge in den Sitzungen 
muß er allerdings sorgen und zwar auch für Abwechselung, 
nicht bloß bezüglich des Gegenstandes, sondern auch der Person. 
Variatio delectat. Selbst Kinder werden ihm vorzugliche 
Dienste leisten, wenn er sie zur Aufführung kleiner Musik— 
oder deklamatorischer Vorträge heranzieht. 
Daß ich im Laufe der Jahre die beiden Friedrichsberger 
Vinzenz⸗Konferenzen, die St. Agnes-Konferenz, den Kirchenchor, 
den Marien-, den Annabund, den Windthorst-, den Sankt 
Aloysius⸗, den Kindheit-Jesu-, den Arbeiter-, den Arbeiterinnen-, 
den Frauen-, den Karl Borromäus-, den Kirchensammel-, den 
Paramenten- (bezw. ewige Anbetung), den Dachdecker⸗, den 
Mädchenschutzverein (sämtlich in St. Pius) gegründet und die 
ganzen Jahre vielfach selbst geleitet habe, tut mir heute, wo 
ich in die Vergangenheit zurückblicken kann, recht wohl, und 
der Gemeinde haben sie zu großem Segen gereicht. Tüchtig 
haben mir im Vereinsleben geholfen Herr Pfarrer Milz im 
Jünglings-Verein, der eifrige Herr Kuratus Langer und Psarrer 
Mangelsdorff im Arbeiter-Verein, während Herr Kuratus 
Rust, — bekannt durch seine gediegenen Reden — sich nament⸗ 
lich um den Karl Borromäus- und den Jünglingsverein reiche 
Verdienste erworben hat; auch die Familie K. verdient ganz 
besondere Erwähnung, Alle 3 Söhne haben jahrelang ministriert 
und dann im Kirchenchor mitgewirkt; die Tochter wirkt mit dem 
einen Bruder seit 20 Jahren im Kirchenchor, hat jahrelang die 
Pfarrbibliothek verwaltet und ist im Paramentenverein von 
Gründung an tätig; „Vater“, der übrigens sein 50 jähriges 
Arbeitsjubiläum in derselben Werkstätte gefeiert und auf die 
„alten Tage“ noch Mitglied der Gemeinde-Vertretung geworden, 
war 14 Jahre im Arbeiterverein Kassierer — ohne einen Pfennig 
Entschädigung —; „Mutter“ ist 20 Jahre lang schon tätiges 
Mitglied der Agnes-Konferenz. Gewiß eine edle Familie, der 
die Piusgemeinde und ihr erster Pfarrer immer ein dankbares 
Andenken bewahren wird. Im Vereinsleben ist es mir ganz 
gut gegangen; der Arbeiter-Verein hatte, als ich ihn nach 
61/ jaͤhriger Leitung abgab, über 400, der Ärbeiterinnen-Verein 
zeitweise 4150, der Kirchensammel-Verein 660, die ewige Anbetung 
über 1700 Mitglieder; die Agnes-Konferenz hatte in 15 Jahren 
1014 Familien mit 22700 Mk. unterstützen können. Mancher 
„Goldfuchs“ ist mir auch aus fremden Gemeinden „zugesprungen“, 
und wenn die Not am größten war, erschien der bekannte 
„Goldonkel“; da war die Not vorüber. 
Ich will über die übrigen Vereine, die ich noch gründen 
konnte und vielfach jahrelang geleitet habe: wie der „Alte
	        
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