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«J. Manger, Untersuchungen über die Festigkeit von Gementen,
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Blätter von Zinkblech c einsehieben lassen.
Hierdurch bilden sich Kasten rf, d von der
Gröfse der gebrochenen Ziegel mit 4$- Zoll
Länge, 2^ Zoll Breite und 4 Zoll Tiefe. Der-
gleichen Formen wurden zwei gemacht, jede
zu 8 Kästen oder Abtbeilungen, so dafs mit
telst derselben gleichzeitig 16 Cernentsteiue
geformt werden konnten. Doch mufs die Form
vor ihrer Anfüllung jedesmal mit Oel gestri
chen werden, widrigenfalls der Cement an das Holz und Zink
blech anhaftet und die unbeschädigte Herausnahme der Steine
verhindert wird, Auch hat sich herausgestellt, dafs zwar nach
jedesmaliger Einfüllung der Cementmasse der Cement einen gro-
fsen Theil des Überschüssigen Wassers nach oben herausstöfst, so
dafs es von der Form abgegossen werden kann, dafs dies jedoch
nicht mit allem überschüssigen Wasser geschieht, vielmehr ein
Theil desselben in der Masse zurückbleibt und in dem erhärte
ten Cement die Bildung von Luftblasen und Poren verursacht,
welche die Festigkeit des Steins beeinträchtigen. Um dies zu
verhüten, ist es nothwendig, die Form nach ihrer Anfüllung
mehrmals stark aufzustofsen, in Folge dessen die festen Theile
des Cements näher zusammenrücken und das überschüssige
Wasser in gröfserer Masse ausstofsen, auch die Nachfülluug
von Cementmasse in die Form, sobald sie sich als nothwen
dig herausstellt, vorgenommen werden kann. In diesen For
men bleibt die Cementmasse so lange stehen, bis sie ausrei
chend erstarrt ist, um, ohne beschädigt zu werden, als zusam
menhängende Masse behandelt werden zu können. Die ge
formten Steine liefsen sich alsdann aus der Form herausneh
men, nachdem die eine der Leisten b abgeschraubt und die
Bleche herausgezogen worden waren. Sie wurden sofort in
gröfseren Gefäfsen unter Wasser gesetzt, insbesondere das Was
ser ab und zu erneuert, weil es nach einiger Zeit stark alka
lienhaltig geworden war und der etwaige Einflufs dieses Was
sers auf die Erhärtung des Cements, weil dergleichen Wasser
in der Praxis nicht vorhanden ist, verhütet werden sollte.
Den Versuchen wurden der Medina-Cement und der Port-
land-Cement aus fünf verschiedenen Fabriken unterworfen, und
zwar wurden zunächst aus jeder Art des reinen Cements, dar
auf aus Cement mit Sandmischungen, der Medina-Cement bis
zu 2 Theilen Sand, die Portland-Cemente bis zu 4 Theilen
Sand, je IC Stück Cementsteine geformt. Neben der Feststel
lung der Festigkeit, welche diese Cemente nach der Erhärtung
erhalten, war die Untersuchung zugleich auf die Beantwortung
der Fragen gerichtet:
1) Sind die preufsischen Cemente von derselben Güte wie
die englischen?
2) Wie verhält sich die Festigkeit der schnell erhärtenden
Portland - Cemente zu den langsam erhärtenden?
Zur Erfüllung dieses Zweckes wurden zwei Portland-Ce-
mente aus anerkanntem englischen Fabrikat (Francis Brothers
9 Elms London, und Thomas in Hüll) entnommen, und drei
Portland-Cemente aus preufsischen Fabriken (zwei berliner
und der stettiner Fabrik) bezogen. Für die Schnelligkeit der
Erhärtung dient diejenige Zeit als Norm, welche der reine Ce
ment bis dahin gebraucht, um aus der Form ohne Beschädi
gung herausgenommen werden zu können. Hierzu bedurfte:
ein reiner Portland-Cement,
welcher mit A bezeichnet werden soll, 1 Stunde,
desgl. - - B
-
- 4 Stunden
desgl. - - C
-
- 2±
*2
desgl. - - D
-
- 6
desgl. - - E
-
- 21
der Medina-Cement . . .
.... 4 -
Zum beigemischten Sande wurde der hiesige, meistens zur
Anwendung kommende Sand aus dem Müggelsee, und zwar
im ungereinigten Zustande, damit die Resultate sich der Praxis
anschliefsen, entnommen. Derselbe ist ein gelber Quarzsand
von scharfem Korn, wovon etwa 200 aneinander gereiht, 1 Zoll
Länge einnehmen, und nicht ganz frei von Staub und vegeta
bilischen Stoffen. Für gleiche Volumina dieses Sandes und
des Portland-Cements wurde das Gewichts-Verhältnifs von
4:3 zu Grunde gelegt, so dafs beispielsweise 1 Theil Sand
zu 1 Theil Portland-Cement so viel heifst, als 4 Pfund Sand
zu 3 Pfund Portland-Cement, ebenso 2 Theile Sand und 1
Theil Portland-Cement gleichbedeutend ist mit 8 Pfund Sand
zu 3 Pfund Portland-Cement, u. s. w. Für den Medina-Ce
ment verhalten sich gleiche Volumina des Sandes zum Cement,
wie 16 zu 9 Gewiehtstheilen.
Als allgemeine Resultate ergaben sich nunmehr:
dafs die in preufsischen Fabriken gefertigten Portland-
Cemente den englischen durchaus gleich stehen,
dafs die langsam erhärtenden Portland-Cemente eine un
gleich gröfsere Festigkeit annehmen, als die schnell er
härtenden,
dafs eine feste Erhärtung des Portland-Cements unter
Wasser in Steinen der vorn angegebenen Gröfse in
durchschnittlich 7 Wochen, die wirkliche Versteinerung
erst in 14 Wochen eingetreten ist,
dafs während einer langem Frist als 14 Wochen die Fe
stigkeit unter Wasser zwar noch etwas, aber unbedeu
tend zunimmt,
dafs die Festigkeit des Portland-Cements, wenn er einige
Wochen hindurch der Luft ausgesetzt wird, nachdem
er unter Wasser erhärtet war, sich verringert,
dafs schnell erhärtenden Portiand-Cementcn höchstens 2
Theile Sand beigemischt werden dürfen, wenn sie unter
Wasser einen ausreichend guten Wassermörtel geben
sollen, wogegen sehr langsam erhärtende, wie der Port-
laud- Cement bei 4 Theilen Sand noch einen brauch
baren Mörtel geben,
dafs die schnell erhärtenden Portland-Cemente eine um
so geringere Sandmischung vertragen, je schneller sie
anfänglich erhärten,
dafs die Versteinerung der Portland-Cemente mit Sand-
Mischungen um so längere Zeit bedarf, je gröfser der
Sand-Zusatz ist.
Im Speciellen lassen sich die Verhältnisse der Erhärtung
aus der auf nächster Seite nachfolgenden Tabelle erkennen.
Vergleicht man die Bruchgewichte derselben mit den Bruch
gewichten der Ziegel, so ersieht man: dafs das des am lang
samsten erhärtenden reinen Portland-Cemente E (602 Zollpfd.)
das der gewöhnlichen Ziegel (492,5 bis 593,s Zollpfd.) über
trifft und dem durchschnittlichen Bruchgewicbt sämrotlicher Zie
gel (628,i Zollpfd ) beinahe gleichkommt, dafs man daher mit
diesem Cement einen Monolithen zu bilden in der That im
Stande ist. Insofern man Ziegel mittelst Cement aneinander-
fügt, indem man sie zu einem Balken bildet, und diesen Bal
ken wagreebt liegend mit einem Ende an einer lothrechten
Mauer mittelst einer Cementfuge befestigt, das andere Ende
aber frei (ununterstützt) in den Raum hinausragen läfst und
durch Ansetzen von Ziegeln so weit verlängert, bis ein Bruch
des Balkens stattfindet, so lehrt die Erfahrung, dafs der Bruch
nicht in der Cementfuge, sondern in einem Ziegel erfolgt. Diese
Erfahrung wird durch vorstehende Resultate bestätigt, indem
der eine oder der andere Ziegel wirklich eine geringere Festigkeit
als der erhärtete Cement hat; ebenso geht hieraus hervor, dafs
nicht nothwendig der Balken an seinem Befestigüngspunkt bre
chen mufs, sondern von ihm entfernt brechen kann, je nach
dem dort ein weniger fester Ziegel vermauert worden ist.