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Erzählungen Ein Jagdabenteuer

Full text: Berliner Skizzenbuch / Heijermans, Herman (Public Domain)

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Ein Jagdabenteuer. 
genau, in welchem Verhältnis ihr geistiges und 
körverliches Leben zu der großen Stadt steht. 
Ich weiß das absolut noch nicht. 
Ich stehe noch ganz jungfräulich dieser Sturz— 
flut gegenüber, bin gut gerechnet drei Stunden aus— 
gewesen — vom Barbier zu der Post — von der 
Post zum Nagelhändler, der mich von einer Manie 
befallen wähnt, weil ich solche Quantitäten Nägel 
krumm schlage — vom Nagelhändler zur Polizei, 
um meinen Paß vorzuzeigen und meine Personalien 
und mein „Einkommen“ anzugeben. 
Nein, ich habe noch nicht den Schatten einer 
dichterischen Eingebung. 
Mein Tun und Lassen ist seit voriger Woche 
fast noch unverändert. Gegenüber Nachbarn, unten 
Nachbarn, oben Nachbarn. Der Krämer nimmt 
auch hier Depotgelder für die Bierflaschen, gerade 
wie bei uns. Ohne Bargeld kein Brot und kein 
Fleisch, gerade wie bei uns. Links und rechts, 
schräg gegenüber und hinten anständige Bürgers- 
leute, gerade wie bei uns — und in vierzehn 
Tagen weiß ich über die ganze Straße genau 
Bescheid, gerade wie bei uns. Dichter und 
Prosaschriftsteller, die durch die Welt ziehen, um 
sinnenden Auges Wahrnehmungen zu machen, 
pflegen in Hotels zu wohnen — hier einen Tag, 
dort eine Woche, und scharfe Beobachtungen von 
Land und Leuten füllen ihr „Tagebuch“. Diese Aus— 
erkorenen ziehen wie die Schwalben umher. Ich 
Armer bin noch nicht weiter als eine einzige bestimmte
	        
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