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II.

Full text: Der Leiermann von Berlin / Kirchbach, Wolfgang (Public Domain)

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gefaßt, denn er blieb vor der Schwelle stehen und 
kratzte mit seiner Stockspitze auf dem Hufeisen herum, 
das auf der Schwelle festgenagelt war, und sagte: 
„Na, Herr Wirt, was haben Sie denn da ver— 
loren? Bei Ihnen kommen jetzt wohl auch Pferde 
herein, um 'nen Schnitt Bier zu trinken? Hier 
hat ja eins seine Besohlung verloren!“ 
„Bloß Esel und alte Pferde kommen manchmal 
zu mir,“ sagte der Wirt mit starker Stimme, „sehen 
Sie mal nach, ob an Ihrer Stiefelsohle nichts 
fehlt d“ 
Ein schallendes Gelächter der Anwesenden be— 
gleitete diese Worte des Wirts. Herr Ulbrich rückte 
sich herausfordernd auf seinem Stuhle herum, der 
Blinde saß mit spannend geneigtem Kopfe da, auch 
alle anderen schienen erwartungsvoll, was sich nun 
entwickeln werde. 
Der Hinkefritze stellte erst seinen Kasten gelassen 
in die Stubenecke, dann sagte er, indem er wieder 
mit seinem Stocke auf dem Bufeisen herum— 
stocherte: 
„Herr Wirt, sehen Sie sich vor, das Eisen hat 
der Teufel von seinem Pferdefuß verloren, wie 
er's letztemal bei Ihnen eingekehrt ist. Sie wollen 
es bloß nicht zugeben, weil Sie sich vor den feinen 
herrschaften genieren. Sie werden ihn schon 
kennen.“ 
„Da hätte der Teufel viel zu tun,“ erwiderte 
der Wirt. „Denn es weiß jedermann, daß jeder
	        
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