Path:
Das Wichtigste aus der Geschichte Charlottenburgs!

Full text: Willkommen in Charlottenburg! (Public Domain)

Unternehmen schon vor seinem Fertigsein so belastet hatte, 
dass niemals ein Gewinn herauszurechnen sein konnte. 
Auch die „Flora“ — die auf dem ehemaligen Besitztum 
der Gräfin Lichtenau errichtet worden war. — ging zu 
Grunde, nachdem sie sich mühselig zwei Jahrzehnte dahin- 
geschleppt und die tollsten Wandlungen durchgemacht hatte. 
Wunderbare Blüten des Gründungsrummels in Char- 
lottenburg waren auch die famose „Marezzomarmorfabrik“ 
und das sogenannte „Industriegebäude“ in der Spandauer- 
strasse, das im Volksmund den bezeichnenden Namen: 
„Radaubau“ erhielt. 
Charlottenburg reckte sich aber mächtig nach allen 
Seiten trotz der Verluste, die seine Bürger beim „grossen 
Krach“ erlitten hatten, Die Bautätigkeit wurde jedoch 
solider, die Spekulation bewegte sich in vernünftigen Grenzen 
und wenn es auch hier und da einmal „kriselte“, so war 
der Schaden immer nur auf die Schuld einiger Allzukühnen 
zurückzuführen und die allein mussten ihn deshalb auch 
tragen. 
Die rapide Vergrösserung der Stadt machte der Ver- 
waltung schwere Arbeit und Sorgen. 
Noch war in der Stadtverordnetenversammlung ein 
patriarchalischer Geist zu bemerken, der der Einrichtung des 
Steuerwesens, der Fürsorge für Kirche und Schule, die bei 
dem Wachstum der Stadt immer schwieriger wurde, nicht 
mehr gewachsen war. Da erhoben sich jedoch aus der 
Bürgerschaft heraus tüchtige Kräfte, die dem patriarchalischen 
Regiment heftige Opposition machten und diese Opposition 
war heilsam, denn sie führte zum Fortschritt. ; 
Charlottenburg entwickelte sich so immer mehr zur 
Grosstadt und im Jahre 1876 trat die Stadt aus dem 
Teltower Kreise aus und bildete vom Jahre 1877 an einen 
eigenen Stadtkreis. Nunmehr war sie eine Grosstadt ge- 
worden, was sie eigentlich der Zahl ihrer Einwohner nach 
schon lange gewesen war. 
© 
> 
fe
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.