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Full text: Vorhabenbezogener Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ für das Grundstück Bohnsdorfer Weg 99/119 im Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Altglienicke (Rights reserved)

Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin Abteilung Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt Stadtentwicklungsamt Vorhabenbezogener Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ für das Grundstück Bohnsdorfer Weg 99/119 im Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Altglienicke UMWELTPRÜFUNG Stand 31.01.2023 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 5 1.1 Kurzdarstellung der Inhalte und wichtigsten Ziele des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 1.1.1 Intention des Plans 6 1.1.2 Angaben zum Plangebiet 6 1.1.3 Art des geplanten Vorhabens vorhabenbezogenen Bebauungsplans 1.1.4 - Beschreibung der Festsetzungen des 7 Umfang sowie Bedarf an Grund und Boden des geplanten Vorhabens 1.2 Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und -plänen festgelegten Ziele des Umweltschutzes, die für den Bebauungsplan von Bedeutung sind und der Art, wie diese Ziele und die Umweltbelange bei der Aufstellung berücksichtigt werden 2 5 9 10 1.2.1 Gesetze und Verordnungen 10 1.2.2 Übergeordnete Planungen und Fachpläne 19 Beschreibung und Bewertung der erheblichen Umweltauswirkungen 2.1 Räumlicher Untersuchungsumfang, angewandte Untersuchungsmethodik 24 24 2.1.1 Untersuchungsgegenstand 25 2.1.2 Untersuchungsraum 26 2.1.3 Methodik 27 2.2 Bestandsaufnahme und -bewertung der einschlägigen Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes (Basisszenario), einschließlich der Umweltmerkmale der Gebiete, die voraussichtlich erheblich beeinflusst werden 27 2.2.1 Schutzgut Mensch und seine Gesundheit 28 2.2.2 Schutzgut Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt 29 2.2.3 Schutzgut Boden 35 2.2.4 Schutzgut Wasser 36 2.2.5 Schutzgut Klima / Luft (Luftschadstoffe) 37 2.2.6 Schutzgut Landschaftsbild / Ortsbild 38 2.2.7 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter 39 2.3 Prognose über die voraussichtliche Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung 39 2.4 Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung einschließlich der Betrachtung der abriss-, bau-, anlage- und betriebsbedingten Auswirkungen 39 2.4.1 Auswirkungen auf den Flächenverbrauch 39 2.4.2 Schutzgut Mensch und seine Gesundheit einschließlich der Auswirkungen infolge der Art und Menge an Emissionen von Schadstoffen, Lärm, Erschütterungen, Licht, Wärme und Strahlung sowie der Verursachung von Belästigungen 41 2.4.3 44 Schutzgut Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt 2 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.4.4 Schutzgut Boden 47 2.4.5 Schutzgut Wasser 48 2.4.6 Schutzgut Klima/Luft einschließlich der Auswirkungen infolge des Vorhabens auf das Klima und der Anfälligkeit des Vorhabens gegenüber den Folgen des Klimawandels 49 2.4.7 Schutzgut Landschaftsbild / Erholung 50 2.4.8 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter 51 2.4.9 Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern und Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete 51 2.4.10 Auswirkungen infolge der Art und Menge der erzeugten Abfälle und ihrer Beseitigung und Verwertung 51 2.4.11 Auswirkungen infolge der Risiken für die menschliche Gesundheit, das kulturelle Erbe (Kultur- und sonstige Sachgüter) oder die Umwelt 52 2.4.12 Auswirkungen der geplanten Vorhaben auf das Klima und die Anfälligkeit der geplanten Vorhaben gegenüber dem Klimawandel 52 2.4.13 Auswirkungen infolge der eingesetzten Techniken und Stoffe 52 2.4.14 Erheblichkeit der Auswirkungen 52 2.5 Vermeidung, Verhinderung, Verringerung und Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen sowie Eingriffsbeurteilung und Ausgleichsentscheidung gemäß § 18 BNatSchG i. V. m. § 1a Abs. 3 BauGB 53 2.5.1 Eingriffsbewertung und -bilanzierung 53 2.5.2 Artenschutzrechtliche Prüfung 65 2.5.3 Biotopschutz gemäß § 30 BNatSchG und § 28 NatSchG Bln 80 2.5.4 Baumschutzverordnung 80 2.5.5 Wald nach LWaldG 81 2.5.6 Geplante Maßnahmen 81 2.6 In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten mit Angabe der wesentlichen Gründe für die getroffene Wahl 86 2.6.1 Nutzungsalternativen 87 2.6.2 Konzeptalternativen 87 3. Zusätzliche Angaben 87 3.1 Beschreibung der wichtigsten Merkmale der verwendeten technischen Verfahren bei der Umweltprüfung sowie Hinweise auf Schwierigkeiten, die bei der Zusammenstellung der Angaben aufgetreten sind 87 3.2 Referenzliste der Quellen, die für die im Bericht enthaltenen Beschreibungen und Bewertungen herangezogen wurden 88 3.3 Beschreibung der geplanten Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen der Durchführung des Bauleitplans auf die Umwelt (Monitoring) 89 3.4 89 Allgemeinverständliche Zusammenfassung 3 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Anhänge Anhang 1: Biotoptypenkarte (Bestand) Anhang 2: Biotoptypenplan (Planung) 4 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 1 Einleitung Im Rahmen der Aufstellung von Bauleitplänen sind die Belange des Umweltschutzes einschließlich des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu berücksichtigen (§ 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB). Dafür ist eine Umweltprüfung durchzuführen, in der die voraussichtlichen Umweltauswirkungen ermittelt werden. Die Umweltprüfung ist ein gesonderter Teil des Bebauungsplanverfahrens und wurde mit der Anpassung an EU-Richtlinien (EAG Bau) in deutsches Recht umgesetzt. Das Bebauungsplanverfahren wird damit zum Trägerverfahren aller umweltrelevanten Belange. Die Ergebnisse der Umweltprüfung werden nachfolgend beschrieben und in verkürzter Fassung als Umweltbericht in die Begründung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan integriert (§ 2 Abs. 4 BauGB). Die Umweltprüfung bezieht sich auf das, was nach gegenwärtigem Wissensstand und allgemein anerkannten Prüfmethoden sowie nach Inhalt und Detaillierungsgrad des Bauleitplans angemessener Weise verlangt werden kann. Der Inhalt des Umweltberichts ist in § 1 Abs. 6 Nr. 7, § 2 Abs. 4 und § 2a BauGB sowie der entsprechenden Anlage festgelegt. Der Untersuchungsgegenstand der Umweltprüfung ist der vorhabenbezogene Bebauungsplan 9-68 VE und die durch die Planung verursachten voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen. Das Plangebiet befindet sich im Bezirk Treptow-Köpenick im Ortsteil Altglienicke auf einer Gärtnereibrache. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung von sechs Flächen für Wohnen, privaten Grünflächen, privaten und öffentlichen Verkehrsflächen und einer Fläche für eine Kindertagesstätte schaffen. 1.1 Kurzdarstellung der Inhalte und wichtigsten Ziele des vorhabenbezogenen Bebauungsplans In Berlin-Altglienicke im Bezirk Treptow-Köpenick soll das Grundstück zwischen Bohnsdorfer Weg und Kleeblattstraße entwickelt werden. Für das seit den 1990er Jahren ungenutzte ehemalige Gärtnereigelände ist eine 2-4-geschossige Wohnbebauung geplant. Der nordwestliche Teil der Fläche wird mit drei modularen Unterkünften für Flüchtlinge (MUF) bebaut werden, wobei die MUF in Wohngebäude umgewandelt werden könnten. Hierzu ist auch die Anlage von weiteren Stellplätzen mit dazu notwendigen Fahrbahnerweiterungen vorgesehen. Dafür ist eine Umwandlung von Vegetationsflächen erforderlich. Der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans umfasst eine Gesamtfläche von rund 6,15 ha, wobei die Teilfläche für die MUF eine Größe von rund 6.800 m2 aufweist. Da die Fläche als Außenbereich nach § 35 BauGB beurteilt wird, ist zur Gewährleistung einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich. Der Bebauungsplan wird als vorhabenbezogener Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ entsprechend §12 BauGB aufgestellt (Beschluss-Nr. 263/19 vom 19. Februar 2019). Über den Bauantrag bezüglich der Errichtung der drei modularen Unterkünfte für Flüchtlinge und die Gestaltung der angrenzenden Außenanlagen, musste vorfristig bis Ende des Jahres 2019 entschieden werden. Die Baugenehmigung für die geplanten modularen Unterkünfte wurde unabhängig vom anstehenden Bebauungsplanverfahren, beschleunigt gemäß § 246 Abs. 9 BauGB erteilt. 5 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Im Rahmen dieses Verfahrens für die MUF wurde vom Büro Schirmer + Partner am 16. Oktober 2019 eine Eingriffs- Ausgleichsbilanzierung erstellt. Im Zuge einer zulässigen Nutzungsänderung der MUF in Wohngebäude werden zur Errichtung von benötigten Stellplätzen weitere Eingriffe erforderlich. Für den restlichen Geltungsbereich mit einer Fläche des Eingriffsgebietes von rund 5,47 ha wurde im April 2022 eine Eingriffs- Ausgleichsbilanzierung erarbeitet. Diese berücksichtigt auch die über die bereits durch die Genehmigung nach § 246 bestehenden Planungsrechte hinausgehenden Eingriffe auf der Fläche des MUF. Die Ziele der Planung sind die Entwicklung eines Wohngebietes mit wohnergänzenden Nutzungen und von öffentlich zugänglichen privaten Grünflächen sowie einem Kinderspielplatz. Darüber hinaus ist eine Kindertagesstätte geplant. 1.1.1 Intention des Plans Anlass für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist die angestrebte Umnutzung ehemals gärtnerisch genutzter, zurzeit brachliegender Flächen, zu Flächen für die Entwicklung von Wohnbebauung. Grund dafür ist die steigende Nachfrage an Wohnraum im Land Berlin. Wesentliche Intentionen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ sind:  die Wiedernutzbarmachung von ehemals gärtnerisch genutzten Flächen für die Wohnbebauung,  die Gestaltung eines zentralen Grünzugs von der Rosestraße im Norden zum Knospengrund im Süden mit der Festsetzung als private Grünfläche und  die Sicherung der erforderlichen Erschließung. Der Vorhabenträger, bestehend aus der degewo AG und der degewo Köpenicker Wohnungsgesellschaft mbH, beabsichtigt im Einvernehmen mit dem Bezirk Treptow-Köpenick, 32 Gebäude mit zwei (plus Staffelgeschoss) bis sechs Geschossen für eine überwiegende Wohnnutzung zu errichten, die, gemäß Berechnung des Berliner Modells zur kooperativen Baulandentwicklung, etwa 462 Mietwohnungen umfassen. In untergeordnetem Maße sollen Gemeinschaftsräume und gewerbliche Flächen (z. B. eine Arztpraxis und ein Kiosk) realisiert werden. Zur Deckung des aus dem Bauvorhaben resultierenden Bedarfs, soll eine Kindertagesstätte mit 80 Plätzen errichtet werden. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan wird im Regelverfahren aufgestellt. Es wird ein zweistufiges Beteiligungsverfahren gemäß §§ 3, 4 und 4 a Baugesetzbuch durchgeführt. Im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens ist gemäß § 2 Abs. 4 Baugesetzbuch eine Umweltprüfung durchzuführen und gemäß § 2 a Baugesetzbuch ein Umweltbericht zu erarbeiten. Die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ist erforderlich, da sich die Fläche im planungsrechtlichen Außenbereich befindet und die Zulässigkeit von Bauvorhaben somit nach § 35 Baugesetzbuch beurteilt wird. 1.1.2 Angaben zum Plangebiet Das Plangebiet hat eine Gesamtfläche von rund 6,15 ha und umfasst die Flurstücke: 44/10, 44/12/, 44/13, 44/14, 44/18, 153/44 und 3698 der Flur 004. Das Plangebiet wird im Westen vom Bohnsdorfer Weg, im Süden von der Straße „Knospengrund“ und der Kleeblattstraße im Osten begrenzt. Im Norden wird das Plangebiet durch eine öffentliche Grünanlage mit Spielplatzfläche 6 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 und durch die Rosestraße begrenzt. Südlich der Straße Knospengrund befindet sich in 150 m Entfernung zum Plangebiet die Autobahn A 17 und die S-Bahntrasse nach Köpenick. Im Westen schließt sich eine Einfamilienhaussiedlung entlang des Bohnsdorfer Weges an. Südwestlich des Plangebietes befindet sich in fußläufiger Entfernung (ca. 160 m) der rund 5,9 ha große Coloniapark. Das Plangebiet ist im Bestand durch die aufgelassene Nutzung einer Gärtnerei geprägt. 1.1.3 Art des geplanten Vorhabens - Beschreibung der Festsetzungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Im Plangebiet mit einer Größe von rund 6,15 ha werden nachfolgend beschriebene Nutzungen festgesetzt:  Flächen für Wohnen, A, B, C, D, E und F,  eine Fläche für Kindertagesstätte,  eine private Grünfläche mit privaten öffentlich zugänglichen Spielplätzen,  private Verkehrsflächen zur inneren Erschließung der Wohnquartiere sowie  öffentliche Verkehrsflächen am Bohnsdorfer Weg im Westen, Rosestraße im Nordosten und der Kleeblattstraße im Osten. In den für Wohnen vorgesehenen Flächen sind in den überbaubaren Grundstücksflächen ausschließlich folgende Nutzungen zulässig:  Wohnungen  Einrichtungen für kulturelle und soziale Zwecke im 1. Vollgeschoss,  Räume für die Berufsausbildung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Weise ausüben.  Einrichtungen für gesundheitliche Zwecke und Läden untergeordneter auf der Fläche für Wohnen F, in den Gebäuden G und H Im Plangebiet sollen sechs Flächen für Wohnen festgesetzt werden. Die Grundfläche wird einzeln, gebäudebezogen festgesetzt. In der Fläche für Wohnen A werden Grundflächen von insgesamt 2.290 m² festgesetzt. Die Grundflächen können gemäß textlicher Festsetzung um 2.600 m² durch Nebenanlagen überschritten werden. Damit können in der Fläche für Wohnen A 4.890 m² durch Haupt- und Nebenanlagen überbaut werden. Davon sind bereits 1.720 m² für die MUF gemäß § 246 Abs. 9 BauGB genehmigt und in Bau befindlich. In der Fläche für Wohnen B werden Grundflächen von insgesamt 2.920 m² festgesetzt. Die Grundflächen können gemäß textlicher Festsetzung um 2.300 m² durch Nebenanlagen überschritten werden. Damit können in der Fläche für Wohnen B 5.220 m² durch Haupt- und Nebenanlagen überbaut werden. In der Fläche für Wohnen C und der Fläche für Kindertagesstätte werden Grundflächen von insgesamt 3.660 m² festgesetzt. Die Grundflächen können gemäß textlicher Festsetzung um 2.200 m² durch Nebenanlagen überschritten werden. Damit können in der Fläche für Wohnen C 5.860 m² durch Haupt- und Nebenanlagen überbaut werden. 7 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 In der Fläche für Wohnen D werden Grundflächen von insgesamt 3.490 m² festgesetzt. Die Grundflächen können gemäß textlicher Festsetzung um 1.800 m² durch Nebenanlagen überschritten werden. Damit können in der Fläche für Wohnen D 5.290 m² durch Haupt- und Nebenanlagen überbaut werden. In der Fläche für Wohnen E werden Grundflächen von insgesamt 2.360 m² festgesetzt. Die Grundflächen können gemäß textlicher Festsetzung um 1.200 m² durch Nebenanlagen überschritten werden. Damit können in der Fläche für Wohnen E 3.560 m² durch Haupt- und Nebenanlagen überbaut werden. In der Fläche für Wohnen F werden Grundflächen von insgesamt 2.290 m² festgesetzt. Die Grundflächen können gemäß textlicher Festsetzung um 2.100 m² durch Nebenanlagen überschritten werden. Damit können in der Fläche für Wohnen F 3.990 m² durch Haupt- und Nebenanlagen überbaut werden. Die Einteilung der Straßenverkehrsfläche ist nicht Gegenstand des Bebauungsplans. Durch private und öffentliche Verkehrsflächen werden 4.100 m² versiegelt In der privaten Grünfläche sind unterirdische Bauwerke für die Regenwasserversickerung im Umfang von 200 m2, sowie Wege im Umfang von 800 m2 zulässig. Damit bereitet der Bebauungsplan eine Bebauung von 34.110 m² durch Verkehrsflächen, Hauptund Nebenanlagen gemäß § 19 BauNVO vor. Davon sind bereits 1.720 m2 für die MUF gemäß § 246 Abs. 9 BauGB genehmigt und in Bau befindlich. Weitere Versiegelungen sind durch Anlagen, die nicht Nebenanlagen im Sinne der BauNVO § 19 Abs. 4 sind, möglich. Dies sind z.B. Spielplätze. Diese Versiegelungen werden jedoch in der Eingriffsbilanzierung erfasst. Maßgeblich für die zulässige Versiegelung ist ergänzend zu den Festsetzungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes die Darstellungen des Freiflächenplans, die durch den Durchführungsvertrag verbindlich werden. Im Folgenden wird bezüglich der Flächenangaben auf die tatsächlich geplanten Haupt- und Nebenanlagen sowie unter anderem Wege, Verkehrsflächen und Spielplätze gemäß Freianlagenplan Bezug genommen. Mit den Festsetzungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans und den Maßgaben des Freianlagenplans kann eine Fläche von rund 3,73 ha überbaut und versiegelt werden. Mit den textlichen Festsetzungen sind weitere Bestimmungen getroffen, die die Gestaltung und die Umweltbelange betreffen. Unter anderem sind  Auf den Flächen für Wohnen A, B, C, D, E und F sowie der Fläche für die Kindertagesstätte sind Stellplätze und Garagen sowie ihre Zufahrten nur innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen sowie den als Stellplätze festgesetzten Flächen zulässig.  Untergeordnete Nebenanlagen und Einrichtungen, die dem Nutzungszweck Wohnen dienen sind in ihrer Grundfläche beschränkt.  Es sind Festsetzungen zur Gliederung der Stellplätze mit Bäumen, zur Pflanzung und zum Erhalt von Bäumen, sowie zur Begrünung in den Flächen für Wohnen und in der privaten Grünfläche getroffen.  Dachflächen sind zu begrünen, festgelegte Bereiche der Gebäude sind mit einer Fassadenbegrünung zu versehen. 8 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022  Auf der privaten Grünfläche sind Wege in einer Breite von mindestens 1,5 m Breite mit einem Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit zu belasten. Es sind Spielplätze zur Nutzung für die Allgemeinheit zu errichten.  Die privaten Verkehrsflächen sind mit einem Geh- und Radfahrrecht zugunsten der Allgemeinheit und einem Leitungsrecht zugunsten der Unternehmensträger zu belasten. Außerdem sind im Plangebiet im Rahmen der festgesetzten Nutzungen nur solche Vorhaben zulässig, zu deren Durchführung sich der Vorhabenträger im Durchführungsvertrag verpflichtet. 1.1.4 Umfang sowie Bedarf an Grund und Boden des geplanten Vorhabens Der Umfang sowie Bedarf an Grund und Boden wird gemäß Freiflächenplan ermittelt. Die Festsetzungen des Bebauungsplanes geben einen Rahmen vor, der durch die vorhabenbezogene Hochbau- und Freianlagenplanung, welche im Freianlagenplan dargestellt ist, näher definiert wird. Diese Planung wird gleichzeitig Bestandteil des Durchführungsvertrages zum Bebauungsplan. Insgesamt erhält das geplante Wohnquartier, das eine Größe von 6,15 ha aufweist, 32 Gebäude und eine Kita. Drei bereits genehmigte Gebäude auf dem Grundstück Bohnsdorfer Weg 99-103 im Nordwesten werden auf 0,68 ha das Projekt MUF für Geflüchtete, die bereits seit längerem in Berlin leben, bilden. Die restlichen 5,47 ha teilen sich auf in 4,22 ha Fläche für Wohnen, 0,19 ha Fläche für Kindertagesstätte, 0,65 ha private Grünfläche, 0,28 ha private Verkehrsfläche sowie 0,13 ha öffentliche Verkehrsfläche. Eine tabellarische Auflistung aller Flächen mit den gemäß Freiflächenplan zulässigen Versiegelungen, die die Grundlage für die folgende Umweltprüfung bilden, ist der Tabelle 1 zu entnehmen. Tab. 1 Geplante Nutzungen gemäß Freianlagenplan Geplante Nutzung Fläche in ha Gebäude in ha weitere Versiegelungen in ha Versiegelt in ha Unversiegelt in ha Fläche für Wohnen (ohne MUF) 4,22 1,39 1,14 2,53 1,69 Fläche für Kita 0,19 0,07 0,11 0,18 0,01 Öffentliche Verkehrsflächen 0,13 0,00 0,12 0,12 0,01 Private Verkehrsflächen 0,28 0,00 0,28 0,28 0,00 Private Grünflächen 0,65 0,00 0,17 0,17 0,48 SUMME Plangebiet (ohne MUF) 5,47 1,46 1,82 3,28 2,19 Fläche Wohnen A (MUF) 0,68 0,17 0,28 0,45 0,23 SUMME Plangebiet 6,15 1,63 2,10 3,73 2,42 9 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 1.2 Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und -plänen festgelegten Ziele des Umweltschutzes, die für den Bebauungsplan von Bedeutung sind und der Art, wie diese Ziele und die Umweltbelange bei der Aufstellung berücksichtigt werden 1.2.1 Gesetze und Verordnungen 1.2.1.1 Baugesetzbuch (BauGB)1 Nach den Bestimmungen des Baugesetzbuches (§§ 2 Abs. 4, 2a) ist die Umweltprüfung mit Umweltbericht Bestandteil des Verfahrens für Bauleitpläne. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind im Umweltbericht darzulegen und den Behörden sowie der Öffentlichkeit zur Äußerung vorzulegen. Der Inhalt der Umweltprüfung wird u. a. durch § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB definiert, wonach folgende Auswirkungen auf Schutzgüter zu prüfen sind:  Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie auf die Landschaft,  umweltbezogene Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit sowie auf die Bevölkerung insgesamt,  umweltbezogene Auswirkungen auf Kultur- und sonstige Sachgüter und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen. § 1a BauGB enthält ergänzende Vorschriften zum Umweltschutz, die den sparsamen und schonenden Umgang mit Grund und Boden fordern, z.B. durch Wiedernutzbarmachung von Flächen, Nachverdichtung und andere Maßnahmen zur Innenentwicklung sowie die Begrenzung von Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß. Das Baugesetzbuch regelt die Aufgaben, Begriffe und Grundsätze der Bauleitplanung. Es ist als wichtiges, rechtsverbindliches Instrument zu verstehen und bildet eine umfassende Plankulisse für alle Bauvorhaben. Die übergeordneten Ziele sind darauf ausgerichtet, Natur und Landschaft zu schützen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen. Berücksichtigung: Die zu betrachtenden Schutzgüter werden in Abhängigkeit ihrer Planungsrelevanz im Rahmen der Umweltprüfung untersucht. Gemäß § 1a Abs. 2 BauGB soll "Mit Grund und Boden … sparsam und schonend umgegangen werden; dabei sind zur Verringerung der zusätzlichen Inanspruchnahme von Flächen für bauliche Nutzungen die Möglichkeiten der Entwicklung der Gemeinde insbesondere durch Wiedernutzbarmachung von Flächen, Nachverdichtung und andere Maßnahmen zur Innenentwicklung zu nutzen sowie Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen. Landwirtschaftlich, als Wald oder für Wohnzwecke genutzte Flächen sollen nur im notwendigen Umfang umgenutzt werden." (§ 1a Abs. 2 BauGB). Darüber hinaus ist im vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren die Eingriffsregelung nach § 1a Abs. 3 BauGB zu berücksichtigen. Gemäß § 1a Abs. 5 BauGB 1 Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBI. L S. 3634), zuletzt geändert durch Artikel 1 und 2 des Gesetzes vom 04. Januar 2023 (BGBI. 2023 I Nr. 6) 10 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 soll den Erfordernissen des Klimaschutzes sowohl durch Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken, als auch durch Anpassungsmaßnahmen Rechnung getragen werden. Mit dem Monitoring (§ 4c BauGB) werden zeitlich über das Aufstellungsverfahren hinausreichende Aktivitäten benannt. Die Berücksichtigung erfolgt im Rahmen der Umweltprüfung auf der Grundlage eines gesonderten Grünordnerischen Fachgutachtens einschließlich Eingriffsbilanzierung 2 entsprechend des im Berliner Leitfaden zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen3 beschriebenen ausführlichen Verfahrens sowie durch entsprechende Festsetzungen im vorhabenbezogenen Bebauungsplan und den Darstellungen im Freiflächenplan, die durch einen Durchführungsvertrag abgesichert sind. Weitere Versiegelungsmöglichkeiten sind planungsrechtlich unbeachtlich. Bei den zu bebauenden Flächen handelt es sich um eine Wiedernutzbarmachung von brachgefallenen Gärtnereiflächen, deren baulicher Bestand in den 1990er Jahren teils zurückgebaut worden ist. Die Anforderung des schonenden Umgangs mit Grund und Boden nach § 1a Abs. 2 BauGB wird umgesetzt, da für die Entwicklung des Wohngebiets mit wohnergänzenden Nutzungen Brachflächen genutzt werden, deren bestehende Versiegelung hoch ist. Als generelles Ziel gilt die Vermeidung und Minimierung von Flächenverlusten und Funktionsverlusten. Dazu soll der geplante Versiegelungsgrad des Bodens auf das absolut notwendige Maß begrenzt werden. Gefährdungen durch möglicherweise vorhandene Schadstoffe im Boden sind nach den bisherigen Erkenntnissen der Fachgutachten nicht zu erwarten. Da von der Niederschlagsversickerung keine Beeinträchtigungen von Boden oder Grundwasser ausgehen, soll das anfallende Niederschlagswasser von den Dach-, Straßen- und Stellplatzflächen an Ort und Stelle versickert werden, wodurch die Beeinträchtigung der Grundwasserneubildung möglichst geringgehalten und die Rückhaltung des Niederschlagswassers im Gebiet erreicht wird. Die Dachflächen werden überwiegend extensiv mit einem Schichtaufbau von mindestens 15 cm begrünt und es wird, soweit es die Nutzung zulässt, eine Fassadenbegrünung durchgeführt. Durch die örtliche Versickerung von Niederschlagswasser und die Begrünung wird auch eine Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel ergriffen. 1.2.1.2 Naturschutz Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)4 und Berliner Naturschutzgesetz (NatSchG Bln)5 Die in § 1 des Bundesnaturschutzgesetz formulierten übergeordneten Ziele des Naturschutzes sind darauf ausgerichtet, Natur und Landschaft so zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und – soweit erforderlich – wiederherzustellen, dass die biologische Vielfalt, die Leistungs- und Funkti- 2 Bacher, S.; Bacher Landschaftsarchitekten (2022b): Grünordnerisches Fachgutachten und Eingriffsbilanzierung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick; Berlin 3 Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (Hrsg.) (2020): Berliner Leitfaden zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen - Februar 2020, Berlin 4 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert durch Art. 3 des Gesetzes vom 08. Dezember 2022 BGBI. Teil I Nr. 30 von 22.August 2022. S. 1436 5 Berliner Naturschutzgesetz (NatSchG Bln) vom 29. Mai 2013, zuletzt geändert durch Art. 1 des Gesetzes vom 27. September 2021 (GVBI. S. 1166) 11 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 onsfähigkeit des Naturhaushalts einschließlich der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft auf Dauer gesichert sind. Die §§ 13 bis 19 BNatSchG enthalten die Vorschriften zur Eingriffsregelung. Der Verursacher von Eingriffen ist zu verpflichten, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen. § 18 BNatSchG regelt das Verhältnis zum Baurecht. Sind aufgrund der Aufstellung, Ergänzung oder Aufhebung von Bauleitplänen Eingriffe in Natur und Landschaft zu erwarten, ist über die Vermeidung, den Ausgleich und den Ersatz nach den Vorschriften des Baugesetzbuches zu entscheiden. Im Rahmen der Eingriffsbilanzierung werden die bestehenden Planungsrechte in die Beurteilung einbezogen. Schutzgebiete gemäß nationalen oder internationalen Richtlinien, Gesetze oder Verordnungen (gemäß BNatSchG, NatSchGBln) befinden sich nicht im Plangebiet. Der Geltungsbereich liegt weder in Schutzgebieten im Sinne der §§ 22 bis 27 BNatSchG noch in oder in der Nähe von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiete oder Europäische Vogelschutzgebiete). Erhaltungsziele und der Schutzzweck von FFH- und Vogelschutzgebieten sind durch die Planung nicht betroffen. Für die besonders und die streng geschützten Arten (§ 7 BNatSchG) aus nationalen und europäischen Verordnungen und Richtlinien (Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), Europäische Artenschutzverordnung (EU-ArtSchV), Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), Europäische Vogelschutz-Richtlinie (VSchRL) gelten die Vorschriften zum Artenschutz des § 44 BNatSchG. Zudem können per Rechtsverordnung weitere Arten unter besonderen Schutz gestellt werden (§ 54 Abs. 1); eine derartige Verordnung existiert zurzeit noch nicht. Die Regelungen des § 44 BNatSchG erfordern eine Prüfung, inwieweit durch den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Beeinträchtigungen besonders oder streng geschützter Tier- und Pflanzenarten vorbereitet werden. Sofern das durch die Bauleitplanung ermöglichte Vorhaben die Voraussetzungen eines der Verbote des § 44 Abs. 1 oder 2 BNatSchG erfüllt und das Eintreten dieser verbotenen Beeinträchtigungen nicht durch geeignete Schutz-, Verhinderungs- und Vorbeugemaßnahmen vermieden werden kann (§ 44 Abs. 5 BNatSchG), bedarf es für die Rechtmäßigkeit des vorhabenbezogenen Bebauungsplans der Inaussichtstellung einer Ausnahmegenehmigung gemäß § 45 Abs. 7 BNatSchG oder einer Befreiung gemäß § 67 BNatSchG. Im Berliner Naturschutzgesetz werden die Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) ergänzt: Flächen sind sparsam zu nutzen. Die erneute Inanspruchnahme genutzter Flächen hat Vorrang vor Inanspruchnahme neuer Flächen. Eine Beeinträchtigung der Schutzwirkung des Bodens gegen Verunreinigung des Grundwassers ist zu vermeiden. Grünflächen und Grünbestände sind gemäß NatSchG Bln im bebauten Bereich ausreichend anzulegen und zweckmäßig den Wohn- und Gewerbebereichen zuzuordnen. Es ist sicherzustellen, dass ein den Möglichkeiten des Standortes gemäßer und für den Naturschutz und die Landschaftspflege notwendiger Flächenanteil Grünflächen und Gehölzbeständen vorbehalten bleibt. 12 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Berücksichtigung: Im vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren wurde die Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz angewendet. Gemäß des Vermeidungs- und Minimierungsgebots werden für die Neubebauung im Bestand teilweise versiegelte und bebaute Flächen genutzt. Zudem werden Teilflächen von Bebauung freigehalten und begrünt, wodurch die Eingriffe weiter begrenzt werden. Durch den Erhalt eines Teils des Baumbestands wird dem naturschutz- und artenschutzrechtlichen Vermeidungsgrundsatz entsprochen. Die Beurteilung des Eingriffs und die Festlegung des Ausgleichs erfolgte nach dem in Berlin üblichen Verfahren zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Land Berlin im „ausführlichen Verfahren“. Die Berücksichtigung der artenschutzrechtlichen Belange erfolgt im Rahmen der Umweltprüfung auf der Grundlage einer faunistischen Untersuchung6 zum Vorkommen geschützter Arten (Brutvögel, Fledermäuse, Zauneidechsen, Insekten) sowie der Ergänzung7 zu diesem Bericht. Darüber hinaus wurde im Januar 2022 ein Konzept8 für ein Ersatzhabitat erstellt. Dieses Gutachten beinhaltet u.a. auch die Größe der Ersatzflächen, die geplanten Maßnahmen sowie Informationen über die Größe der Zauneidechsen- bzw. Brutvogelpopulation. Zum Ausgleich der Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild sind innerhalb des Geltungsbereichs naturschutz- und artenschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Für Vögel und Fledermäuse werden neue Niststätten geschaffen und Gehölze zur Erhaltung und Förderung der Lebensraumstrukturen angepflanzt. Im Rahmen des artenschutzrechtlichen Ersatzes wurde in Kablow bei König Wusterhausen, rund 16 Kilometer südöstlich des Plangebiets, eine rund 3 ha große Ausgleichs- bzw. Ersatzfläche bereitgestellt. Die Auswahl dieser Fläche erfolgte auf Grundlage vergleichender Untersuchungen zu möglichen Ersatzhabitaten. Andere Standorte sind aufgrund hindernder Umstände, insbesondere konkurrierender Ansprüche anderer Arten, nicht in Betracht gekommen. Die Auswahl der Ersatzfläche erfolgte in Abstimmung mit der oberen Naturschutzbehörde Berlin. Die ausgewählte Fläche soll als Ersatzfläche für die im Plangebiet vorkommende Zauneidechsenpopulation gestaltet werden. Die Maßnahme dient weiterhin der Schaffung von Lebensraumstrukturen für Brutvögel. Gleichzeitig sollen im Rahmen der Multifunktionalität die Biotopaufwertungsmaßnahmen im Sinne des besonderen Artenschutzes auch als Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der Eingriffsbewertung dienen. Nach § 34 BNatSchG muss vor der Zulassung oder Durchführung eines Projekts geprüft werden, ob es einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten oder Plänen geeignet ist, ein FFHGebiet oder ein Europäisches Vogelschutzgebiet erheblich zu beeinträchtigen. Dies kann aufgrund der bestehenden Abstände und der geplanten Nutzungsart ausgeschlossen werden. Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2019): Geschützte Arten auf der Fläche des Bebauungsplans 9-68 „Alte Gärtnerei“ in Berlin-Altglienicke, Berlin 6 Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2021): Ergänzung zum Bericht „Ergebnisse Ingenieurbüro Kramer und Partner (2022): Konzept für die Anlage eines Ersatzhabitates für Zauneidechsen und Brutvögel (Feldschwirl, Neuntöter, Sumpfrohrsänger) in Kablow, OT KablowZiegelei, Blackbergstell (LDS) faunistischer Erfassungen, Bewertung und Konfliktanalyse“ 7 8 Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2021) 13 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 FFH-Gebiete FFH-Gebiete (gemäß Richtlinie 92/43/EWG)9 werden vom Geltungsbereich nicht berührt. Die nächstgelegenen Gebiete liegen ca. 5,2 km östlich/nordöstlich (Nr.15 "Teufelsseemoor“ und Nr. 7 „Müggelspree-Müggelsee). Geschützter Landschaftsbestandteil Nächstgelegenes Schutzgebiet ist der Geschützte Landschaftsbestandteil (GLB 04) „Brake Altglienicke“ in einer Entfernung von 50 m zur nördlichen Plangebietsgrenze.10 Gesetzlich geschützte Biotope Im Plangebiet befinden sich keine nach § 30 BNatSchG gesetzlich geschützten Biotope. 1.2.1.3 Bundes-Immissionsschutzgesetz und Landes-Immissionsschutzgesetz Berlin mit den entsprechenden Richtlinien und Verwaltungsvorschriften Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)11 Zweck des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (§ 1 Abs. 1 BImSchG) ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen. Deshalb ist im Rahmen der Bauleitplanung darauf zu achten, dass schädliche Umwelteinwirkungen auf schutzwürdige Gebiete so weit wie möglich vermieden werden. Für das Planverfahren sind insbesondere die umweltrelevanten Auswirkungen in Form von Lärmimmissionen zu betrachten. Die Europäischen Richtlinien zur Luftqualität treffen Aussagen zu einer Vielzahl von Stoffen, die die Luft besonders belasten. Das BImSchG und die darauf basierenden Verordnungen setzen die Luftqualitätsrichtlinie in nationales Recht um. Danach ist Berlin gemäß der §§ 44 bis 46a des BImSchG verpflichtet, Luftparameter, die für Mensch und Natur eine Gefahr darstellen, zu erheben und die ermittelten Messwerte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für die maßgeblichen Luftparameter gibt es Grenzwerte, die bei einer Überschreitung Maßnahmen zur Reduktion der Immissionskonzentration erzwingen. Dazu gehört auch die Aufstellung des Luftreinhalteplans. Für Berlin gilt aktuell die 2. Fortschreibung (2019). Im Rahmen der Umweltprüfung werden die Inhalte des Luftreinhalteplans mit betrachtet. Die Lärmminderungsplanung basiert auf der von der Europäischen Union erlassenen Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 25. Juni 2002. Die Richtlinie beinhaltet Vorschriften zur systematischen Erfassung von Lärmbelastungen und soll 9 Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH): Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union) 10 Umweltatlas Berlin: Schutzgebiete nach Naturschutzrecht (inklusive Natura 2000, Stand 15. Mai 2021) 11 Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz – BImSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Mai 2013 (BGBl. I S. 1274; 2021 I S. 123), zuletzt geändert durch Artikel 2 Absatz 3 des Gesetzes vom 19. Oktober 2022 (BGBI. I S. 1792) 14 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 eine Reduzierung zu hoher Lärmbelastungen bewirken. Dabei wird die Belastung durch Umgebungslärm anhand von Lärmkarten ermittelt. Zudem wird sichergestellt, dass die Öffentlichkeit über Umgebungslärm und seine Auswirkungen informiert wird. Darüber hinaus erstellen die Mitgliedsstaaten Aktionspläne, die auf der Basis von Lärmkarten erarbeitet wurden. Das festgelegte Ziel ist es, den Umgebungslärm zu verhindern, zu mindern sowie die Umweltqualität in den Fällen zu erhalten, in denen sie zufriedenstellend ist. Berücksichtigung: Die Berücksichtigung der Belange des Lärmschutzes erfolgt (soweit bauplanungsrechtlich umsetzbar) durch entsprechende Festsetzungen im vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Diese basieren auf den Ergebnissen der im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens durchgeführten schalltechnischen Untersuchung.12 Die Berücksichtigung der Belange des Lärmschutzes erfolgt (soweit bauplanungsrechtlich umsetzbar) durch entsprechende Festsetzungen im vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Diese basieren auf den Ergebnissen der im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens durchgeführten schalltechnischen Untersuchung.13 Der Abgleich mit den Immissionsgrenzwerten und Emissionshöchstmengen der 39. BImSchV führt zu dem Ergebnis, dass diese durch die Errichtung und Nutzung des geplanten Wohngebiets mit wohnergänzenden Nutzungen nicht überschritten werden. Bezüglich der Berücksichtigung der Belange des Schutzes vor schädlichen Luftschadstoff-, Geruchs- und Lichtimmissionen erfolgt im Rahmen der Umweltprüfung eine verbale, qualitative Beurteilung. 1.2.1.4 Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG)14 Ziel des Bundes-Bodenschutzgesetzes ist es, die Funktionen des Bodens nachhaltig zu sichern oder wiederherzustellen. Dazu sind unter anderem schädliche Bodenveränderungen abzuwehren, der Boden und Altlasten sowie hierdurch verursachte Gewässerverunreinigungen zu sanieren und Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen zu treffen. Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen sind so weit wie möglich zu vermeiden. Neben den natürlichen Funktionen (Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, Medium für Wasser- und Nährstoffkreisläufe, Filter-, Puffer-, und Stoffumwandlungseigenschaften) sind die Funktionen als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte sowie Nutzungsfunktionen zu beachten. Konkrete Maßnahmen-, Prüf- und Vorsorgewerte bezüglich einzelner Schadstoffe und bezogen auf die Wirkungspfade Boden-Mensch, Boden-Nutzpflanze und Boden-Grundwasser enthält die Bundesbodenschutzund Altlastenverordnung (BBodSchV). 12 Schultz, F.; Akustik und Schallschutzberatung (2021): Gutachten G-1664.5-2021, Untersuchung Außenlärm, Schallschutzmaßnahmen; vorhabenbezogenes B-Planverfahren Nr. 9-68 VE Berlin OT Altglienicke, Wohngebäude, Kita und Kleingewerbe Bohnsdorfer Weg 99-119 (ungerade), 12524 Berlin; Berlin, 12. März 2021 13 Schultz, F.; Akustik und Schallschutzberatung (2021) 14 Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (BBodSchG) vom 17. März 1998 (BGBl. I S. 502), zuletzt geändert durch Art. 7 des Gesetzes vom 25. Februar 2021 (BGBI. I S. 306), m. W. v. 04. März 2021 15 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Im Bodenschutzgesetz und im Baugesetzbuch wird zudem der sparsame und schonende Umgang mit dem Boden gefordert. Berücksichtigung: Dieser Belang wird in der Planung berücksichtigt, indem für die Entwicklung des neuen Wohnquartiers eine bereits im Bestand teilweise bebaute, versiegelte und anthropogen überformte Brachfläche genutzt wird. Es erfolgten Untersuchungen zu Altlasten. Das sich auf dem Gelände befindliche Flurstück 44/12 ist Teil der größer gefassten Altlastenverdachtsfläche Nr. 7677zz. Der Altlastenverdacht gründet sich auf die von etwa 1950 bis ca. 1993 andauernde Nutzung des Areals als Gärtnerei (u.a. mit Gefahrstofflager für Pflanzenschutzmittel sowie Treib- und Schmierstoffe, Kfz-Wartung u. Betankung). Der Altlastenverdacht für das Flurstück 44/18 beruht auf den früheren Nutzungen durch eine Gärtnerei mit betriebsbezogener Kfz-Werkstatt und Lackiererei von 1950-1991/93. Im Jahr 1991 befand sich eine Bauschlosserei und ein Blumengroßhandel mit unbekannter Nutzungsdauer auf dem Gelände. Nach wie vor sind noch punktuelle Bereiche – insbesondere die Flächen rund um die ehemalige betriebsbezogene Kfz-Werkstatt bzw. die Bauschlosserei, das Schmierstofflager, das Heizhaus sowie die Lackiererei – mit unterschiedlichen Kontaminierungs-Graden belastet. Insbesondere die Ergebnisse der Rammkernsondierung (RK5) (Werkstattgebäude) weisen umweltrelevante Bodenbelastungen durch Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) auf. Die vermutlich lokale Verunreinigung reicht bis in eine Tiefe von 2,4 Metern unter Gelände. Jedoch ist der Belastungswert der überwiegenden Flächen als geringfügig einzustufen. Durch die punktuelle Belastung von Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und ggf. weiterer Schadstoffe, ist z.T. ein Austausch von Böden erforderlich. Es werden auch weitere Bereiche, welche im Zusammenhang mit der alten Nutzung als Gärtnerei und einer daraus gefolgten Kontamination entstanden sind, großflächig ausgetauscht. Dieser Bodenaustausch wirkt sich positiv auf das Schutzgut Boden aus. 1.2.1.5 Wasserschutz Wasserhaushaltsgesetz (WHG)15 und Berliner Wassergesetz (BWG)16 Das WHG und das Berliner Wassergesetz (BWG) regeln den Schutz, den Umgang und die Benutzung von Oberflächen- und Grundwasser. Gemäß § 36a Berliner Wassergesetz soll, soweit eine Verunreinigung des Grundwassers nicht zu besorgen ist oder sonstige signifikante nachteilige Auswirkungen auf den Zustand der Gewässer nicht zu erwarten sind und sonstige Belange nicht entgegenstehen, Niederschlagswasser über die belebte Bodenschicht versickert werden. Sonstige Belange stehen der Versickerung insbesondere dann entgegen, wenn dadurch in den Gebieten Vernässungsschäden an der Vegetation oder den Bauwerken entstehen oder Bodenbelastungen hervorgerufen werden können. Niederschlagswasser von dem öffentlichen Verkehr 15 Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushaltes (WHG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom Gesetz vom 18. August 2021 (BGBl. I S. 3901), m. W. v. 31. August 2021 16 Berliner Wassergesetz (BWG) in der Fassung vom 17. Juni 2005 (GVBl. S. 357), zuletzt geändert am 25. September 2019 (GVBl. S. 612) 16 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 gewidmeten Flächen soll gefasst und unter den Voraussetzungen, dass es keine nachteiligen Auswirkungen gibt, oberflächig versickert werden. Berücksichtigung: Während der Planaufstellung wurde das grundsätzliche Ziel verfolgt, Eingriffe in das Grundwasser und den Wasserhaushalt zu vermeiden und zu minimieren, die Planung zu optimieren sowie den Nettoverlust von Bodenfunktionen zu verhindern. Es wurde ein Konzept zur Regenwasserbewirtschaftung17 erstellt. Das gesamte Plangebiet liegt außerhalb von Trinkwasserschutzgebieten. Das Niederschlagswasser im Plangebiet wird in den Baugebieten auf Retentionsdächern zurückgehalten und soll vollständig innerhalb des Plangebietes versickert werden. Durch die Planung werden teilweise bebaute, versiegelte und anthropogen stark überformte Flächen in Anspruch genommen. Die Gestaltung von Terrassen, Wegen und Zufahrten wird soweit aufgrund der bindigen Bodenverhältnisse möglich im wasser- und luftdurchlässigen Aufbau festgesetzt, um die Versickerung zu fördern und die Grundwasserspende zu erhöhen. Die nicht überbaubaren Grundstücksflächen werden möglichst wasseraufnahmefähig belassen oder hergestellt. Sämtliches Niederschlagswasser von den Dach-, Stellplatz- und Verkehrsflächen wird durch Mulden, Retentions- und Gründächer auf den Grundstücksflächen versickert, um die Beeinträchtigung der Grundwasserneubildung gering zu halten und die Rückhaltung des Niederschlagswassers im Gebiet sicherzustellen. Die Ergänzungen zu den öffentlichen Verkehrsflächen (Geh- und Radwege) entwässern aufgrund der ungenügenden Versickerungswerte der Böden weiterhin in die Regenentwässerung der Straße. Davon ausgenommen ist die Rosestraße, hier kann eine Mulde vorgesehen werden. 1.2.1.6 Gesetz zum Schutz von Denkmalen in Berlin (Denkmalschutzgesetz Berlin – DSchG Bln)18 Gemäß des Berliner Denkmalschutzgesetzes ist es die Aufgabe von Denkmalschutz und Denkmalpflege, Denkmale nach Maßgabe dieses Gesetzes zu schützen, zu erhalten, zu pflegen, wissenschaftlich zu erforschen und den Denkmalgedanken und das Wissen über Denkmale zu verbreiten. Die Belange des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege sind in die städtebauliche Entwicklung, Landespflege und Landesplanung einzubeziehen und bei öffentlichen Planungen und Maßnahmen angemessen zu berücksichtigen. Berücksichtigung: Auf der Fläche befinden sich keine denkmalgeschützten Objekte. Auch direkt angrenzend befinden sich keine Bau- oder Gartendenkmale. 17 Bacher, S.; Bacher Landschaftsarchitekten (2021): BV BOW II.2 WOHN Entwässerungskonzept zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE Treptow-Köpenick, Zwischen Bohnsdorfer Weg, Rosestraße, Kleeblattstraße und Knospengrund; Berlin 18 Gesetz zum Schutz von Denkmalen in Berlin (Denkmalschutzgesetz Berlin – DSchG Bln) vom 24. April 1995 (GVBL. S 274), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 27. September 2021 (GVBl. S. 1167) 17 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 1.2.1.7 Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz (EWG Bln) und Solargesetz Berlin19 Ziel des Berliner Energiewendegesetzes ist die Festlegung von Klimaschutzzielen für das Land Berlin sowie die Schaffung von Instrumenten zu deren Erreichung. Zugleich soll mit dem Gesetz ein Beitrag zu den internationalen, europäischen und nationalen Bemühungen um Klimaschutz und Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels, zur Energiewende in Deutschland sowie zum Aufbau einer sicheren, preisgünstigen und klimaverträglichen Energieerzeugung und -versorgung im Land Berlin geleistet werden. Ziel des Solargesetzes Berlin ist es, die Solarpotenziale auf den Dächern Berlins nutzbar zu machen und somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele zu leisten. Das Gesetz regelt für Neubauten und den Bestand im Falle von wesentlichen Umbauten des Daches eine Mindestgröße für Photovoltaikanlagen. Bei Gebäuden mit einer Nutzungsfläche von mehr als 50 m² müssen mindestens 30 % der Bruttodachfläche eines Gebäudes mit Photovoltaikanlagen bedeckt sein. Bei wesentlichen Umbauten des Dachs müssen Photovoltaikanlagen mindestens 30 % der Nettodachfläche eines Gebäudes bedecken. Berücksichtigung: Die Wärmeenergieversorgung der Bebauung erfolgt über Fernwärme. Die Gebäude werden entsprechend der Standards des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) errichtet und betrieben und mit Ausnahme der Kindertagesstätte nach dem Energiestandard nach KfW40 geplant. Die Dachflächen der Gebäude wird mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. Dafür sind mindestens 30 % der Dachflächen vorgesehen. 1.2.1.8 Baumschutzverordnung Berlin (BaumSchVO)20 Die Berliner Baumschutzverordnung regelt wegen der Bedeutung für die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes den Schutz aller Laubbäume, der Waldkiefer, und der Obstbaumarten Walnuss und Türkischer Baumhasel mit einem Stammumfang von mindestens 80 cm. Berücksichtigung: Im Rahmen der städtebaulichen Planung und der Gebäudekörperstellung und der Freiflächenplanung wird der Erhalt einer großen Anzahl an Bäumen gesichert. Der unvermeidbare Verlust von Bäumen wird gemäß des Berliner Leitfadens zur Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung bilanziert und bewertet. Dies gilt auch für Bäume, die gemäß BaumSchVO geschützt sind. Der Baumbestand wurde entsprechend der Eingriffsbilanzierung bewertet. Im Rahmen der Umsetzung der Baumaßnahme ist zur Rodung der Bäume eine Fällgenehmigung gemäß § 5 der BaumSchVO erforderlich. Eine zusätzliche Kompensationsermittlung nach BaumSchVO ist jedoch entbehrlich, eine Doppelbewertung ist auszuschließen. Durch die textlichen 19 Berliner Energiewendegesetz (EWG Bln) vom 22. März 2016 (GVBl. S. 122) zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 27. August 2021 (GVBI. S. 989) Solargesetz Berlin vom 05. Juli 2021 20 Baumschutzverordnung (BaumSchVO) vom 11. Januar 1982, zuletzt geändert durch die Verordnung vom 8. Mai 2019 (GVBl. S. 272), zuletzt geändert durch die Verordnung vom 8. Mai 2019 (GVBl. S. 272) 18 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Festsetzungen zum Anpflanzen von Bäumen wird die Anpflanzung von Ersatzbäumen sichergestellt und wesentlich zur Begrünung des Gebiets beigetragen. 1.2.2 Übergeordnete Planungen und Fachpläne 1.2.2.1 Landschaftsprogramm (LaPro)21 Das Landschaftsprogramm umfasst die generellen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Land Berlin. Die Inhalte des LaPro´s stehen mit denen des Flächennutzungsplanes (FNP) im Einklang. Im Programmplan Erholung und Freiraumnutzung ist der Geltungsbereich als Wohngebiet mit Dringlichkeitsstufe IV zur Versorgung mit öffentlichen Freiflächen eingeteilt.  Für diesen Bereichstyp sind folgende Maßnahmen formuliert:  Erhöhung der Nutzungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität vorhandener Freiräume und Infrastrukturflächen,  Verbesserung der Durchlässigkeit zum landschaftlich geprägten Raum; Vernetzung von Grün- und Freiflächen,  Erhöhung des privaten Freiraumes im Bereich von Zeilen- und Großformbebauung durch Mietergärten,  Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Straßenraum. Im östlichen Teil des Plangebietes ist eine Grünfläche/ Parkanlage ausgewiesen, die das Gebiet in Nord-Süd-Richtung durchquert und im Nordosten die Anbindung an den geschützten Landschaftsbestandteil „Brake Altglienicke“ herstellt. Für diese Fläche sind folgende Maßnahmen formuliert:  Entwicklung, Qualifizierung und Neuanlage mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten unter Einbindung aller Altersgruppen; Berücksichtigung barrierefreier Gestaltung,  Auslagerung störender und beeinträchtigender Nutzungen; Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Nutzungsvielfalt,  Ausbau von Kooperationen in der Nutzung und Pflege durch Förderung bürgerschaftlichen Engagements,  Berücksichtigung der biologischen Vielfalt entsprechend der Zweckbestimmung, Gestaltung, Nutzung sowie historischen und kulturellen Bedeutung der Grünflächen. Für den westlichen Teil des Plangebietes ist eine Nutzungsänderung gemäß FNP vorgesehen. Diese sieht die Anlage zusammenhängender Grünflächen/ Parkanlagen mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten (wohnungs- und siedlungsnahes Grün) und die Anlage nutzbarer privater und halböffentlicher Freiräume vor. Entsprechende Maßnahmenbündel für sonstige Siedlungsgebiete sind zu berücksichtigen. Im Programmplan Naturhaushalt/ Umweltschutz ist das Plangebiet im Bereich „Kleingarten, Landwirtschaft, Gartenbau“ eingeordnet. Bei Nutzungsänderungen gemäß Flächennutzungsplan 21 Landschaftsprogramm (LaPro) vom 08. Juni 2016 (ABl. S. 1314) 19 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 gelten die Maßnahmen für die neue Nutzung. Die Notwendigkeit von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Sicherung der Naturhaushaltsfunktionen ist zu prüfen. Bei Festsetzung eines Wohngebiets mit wohnergänzenden Nutzungen im Planbereich sind dementsprechend die Anforderungen von Siedlungsgebieten zu beachten. Es gelten die folgenden Anforderungen:  Erhöhung des Anteils naturhaushaltswirksamer Flächen (Entsiegelung sowie Dach-, Hofund Wandbegrünung);  kompensatorische Maßnahmen bei Verdichtung;  Berücksichtigung des Boden- und Grundwasserschutzes bei Entsiegelung;  dezentrale Regenwasserbewirtschaftung;  Förderung emissionsarmer Heizsysteme;  Erhalt/ Neupflanzung von Stadtbäumen, Sicherung einer nachhaltigen Pflege;  Verbesserung der bioklimatischen Situation und der Durchlüftung;  Erhalt, Vernetzung und Neuschaffung klimawirksamer Grün- und Freiflächen und Vernetzung klimawirksamer Strukturen sowie Erhöhung der Rückstrahlung (Albedo). Zusätzlich sind für das Schutzgut Boden (Sonstiger Boden mit besonderer Leistungsfähigkeit) folgende Anforderungen dargestellt;  Vermeidung/Minimierung von Beeinträchtigungen der natürlichen Bodenfunktion und der Archivfunktion;  Vorsorgender Bodenschutz bei Bauvorhaben, ggf. bodenkundliche Baubegleitung;  Vermeidung von Bodenverdichtung;  Fachgerechter Abtrag, Lagerung und Wiedereinbau von Ober- und Unterboden;  Minimierung von Grundwasserabsenkungen bei grundwasserbeeinflussten Böden. Im Programmplan Biotop- und Artenschutz ist das Plangebiet als siedlungsgeprägter Raum mit der Unterkategorie Obstbaumsiedlungsbereich dargestellt. Bei Nutzungsänderung gemäß FNP gelten die Entwicklungsziele und Maßnahmen des jeweiligen Biotopentwicklungsraumes. Die Notwendigkeit von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Erhaltung der Tiere und Pflanzen ist zu prüfen. Für den „städtischen Übergangsbereich mit Mischnutzungen“ gelten folgende Maßnahmen und Entwicklungsziele:  Erhalt der durch Nutzungs- und Strukturvielfalt geprägten, außerordentlich hohen biotischen Vielfalt;  Schutz, Pflege und Wiederherstellung von natur- und kulturgeprägten Landschaftselementen in Grünanlagen, Kleingärten und Industriegebieten;  Schaffung zusätzlicher Lebensräume für Flora und Fauna sowie Kompensation von Nutzungsintensivierungen durch Entsiegelung, Dach- und Wandbegrünung;  Extensivierung der Pflege in Teilen von Grün- und Parkanlagen;  Entwicklung des gebietstypischen Baumbestands;  Verbesserung der Biotopqualität in Großsiedlungen;  Erhalt wertvoller Biotope und Entwicklung örtlicher Biotopverbindungen bei Siedlungserweiterungen und Nachverdichtungen. 20 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Im Programmplan Landschaftsbild ist das Plangebiet als prägende oder gliedernde Grün- und Freifläche (Stadtbrache) im „Obstbaumsiedlungsbereich“ gekennzeichnet. Bei Nutzungsänderung gemäß FNP gelten die Entwicklungsziele und Maßnahmen für den „städtischen Übergangsbereich mit Mischnutzungen“. Die Notwendigkeit von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Erhaltung bzw. Neugestaltung des Landschaftsbildes ist zu prüfen. Folgende Maßnahmen und Entwicklungsziele sind dort vorgesehen:  Erhalt und Entwicklung charakteristischer Stadtbildbereiche sowie markanter Landschafts- und Grünstrukturen zur Verbesserung der Stadtgliederung;  Berücksichtigung ortstypischer Gestaltelemente und besonderer Siedlungs- und Freiraumzusammenhänge;  Quartiersbildung durch Entwicklung raumbildender Strukturen und Leitbaumarten in den Großsiedlungen;  Erhalt des Volkspark-, Kleingarten- und Friedhofringes als Element Stadtstruktur und Ergänzung durch neue Parkanlagen;  Entwicklung des Grünanteils in Gewerbegebieten und auf Infrastrukturflächen;  Beseitigung von Landschaftsbildbeeinträchtigungen;  Erhalt und Entwicklung prägender Landschaftselemente, Anlage ortsbildprägender Freiflächen, begrünter Straßenräume und Stadtplätze bei Siedlungserweiterung,  Anlage ortsbildprägender Freiflächen, begrünter Straßenräume und Stadtplätzen bei Siedlungserweiterung. Gemäß der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption befindet sich das Plangebiet außerhalb der gekennzeichneten Bereiche mit Ausgleichspotenzial (prioritäre Flächen und Maßnahmen). Berücksichtigung: Die Planungsziele des vorhabenbezogenen Bebauungsplans befinden sich weitgehend in Übereinstimmung mit den Zielen des Landschaftsprogramms. Mit den Regelungen zum Erhalt und zur Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern, zur dezentralen Versickerung von Niederschlägen, zur Entwicklung von wohnungsnahen begrünten Freiflächen, eines öffentlich zugänglichen Grünzuges mit Anbindung an die nördlich angrenzende Grünfläche sowie zur Anlage von Kinderspielplätzen werden die Anforderungen des Landschaftsprogramms berücksichtigt. Mittels Dachbegrünungen, Retentionsdächern und Mulden wird zur Regenwasserrückhaltung beigetragen. Im Rahmen der Neubebauung ist von der Verwendung emissionsarmer Heizsysteme nach dem Stand der Technik auszugehen. 1.2.2.2 Landschaftsplan Laut Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) ist der Landschaftsplan ein Instrument der Landschaftsplanung, der die Darstellungen des Landschaftsprogramms einschließlich des Artenschutzprogramms (LaPro) den näheren örtlichen Erfordernissen anpasst, sofern dies erforderlich ist. 21 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Berücksichtigung: Der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 9-68 VE liegt nicht in einem Landschaftsplangebiet. 1.2.2.3 Stadtentwicklungsplan Klima Der Stadtentwicklungsplan (StEP) Klima 2.0 wurde am 31. Mai 2011 vom Berliner Senat beschlossen und widmet sich den räumlichen und stadtplanerischen Ansätzen zum Umgang mit dem Klimawandel, den Berlin verzeichnet. Als gesamtstädtischer Plan soll er die räumlichen Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz darstellen. In der Analysekarte und dem Maßnahmenplan Bioklima findet das Plangebiet keine Erwähnung. Am 20.12.2022 wurde der StEP Klima 2.0 beschlossen. Hier sind die Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz in 5 Handlungsansätze gegliedert. Im Handlungsansatz 1 „Stadt der kurzen Wege“ ist das Plangebiet als „städtischer Korridor mit urbanen Kernen“ dargestellt. Hier sollen höhere Kompaktheit, eine stärkere Nutzungsmischung und mehr Grün entstehen. Dabei sollen leistungsfähige, bequeme und sichere Fuß- und Radwege zu den Haltestellen des schienengebundenen ÖPNV geschaffen werden. Im Handlungsansatz 2 „Blau grüne Anpassung“ ist das Plangebiet als „Klimaoptimierter Weiterbau (STEP Wohnen 2030)“ dargestellt. Im Bestandsumfeld sollen blau-grüne Maßnahmen zur Kühlung am Tag durchgeführt werden. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören die Schaffung von ausreichend Grünflächen, die Verschattung von Oberflächen und Grünflächen durch Bäume, Fassaden- und Dachbegrünung, die Entsiegelung und Schaffung von Retentionsräumen und Retentionsdächern, Anlage von Wasserspielen an zentralen Plätzen, Verwendung von hellen Materialien, um die Einstrahlung zu reduzieren. Im Handlungsansatz 3 „Grün- und Freiräume für mehr Kühlung klimaoptimieren“ sind für das Plangebiet Siedlungsflächen mit bioklimatischen Entlastungsflächen im Wohnumfeld als auch Siedlungsflächen mit Grünflächen mit bioklimatischen Aufwertungspotential im Wohnumfeld dargestellt. Dies sind Bereiche in der Stadt in denen kühle Grünräume in angemessener Zeit zu Fuß erreichbar sind oder Grünflächen zwar erreichbar sind, diese jedoch erst aufgewertet werden müssen, um ihre bioklimatisches Entlastungspotential zu entfalten. Im Handlungsansatz 4 „Synergien zwischen Stadt und Wasser erschließen“ sind im Plangebiet keine besonderen Maßnahmen vorgesehen. Im Handlungsansatz 5 „Gegen Starkregen und Hochwasser vorsorgen“ ist für das Plangebiet eine geringe bis mittlere lokale Gefährdung durch Überflutung dargestellt. In diesen Bereichen ist insbesondere die Regenwassereinleitung zu begrenzen und Retentionsräume zu schaffen. Berücksichtigung: Im vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-58 VE werden Maßnahmen festgelegt, die zur Umsetzung des StEP Klima beitragen. Die nicht überbaubaren Flächen werden begrünt, indem Freiflächen angelegt und Bäume und Sträuchern angepflanzt werden. Der Freiflächenplan ist Teil des Vorhabenplans, so dass die Maßnahmen gesichert sind. Das im Rahmen der Projektentwicklung 22 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 erarbeitete Regenwasserversickerungskonzept sichert die Retention und dezentrale Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers auf den Grundstücken, wodurch u.a. positive Einflüsse auf das Mikroklima zu erwarten sind. Hierzu tragen auch die Anlage von Retentionsdächern und Dach- und Fassadenbegrünungen der Gebäude bei. 1.2.2.4 Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 Der Senat von Berlin hat am 20. August 2019 den Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 beschlossen. Dieser benennt die stadtentwicklungs- und wohnungspolitischen Leitlinien und Ziele sowie Strategien und Handlungsfelder für die Neubau- und Bestandsentwicklung bis 2030. Er benennt die raumbezogenen wohnungspolitischen Leitbilder, Ziele, Instrumente und Maßnahmen für den geplanten Neubau von Wohnungen und für die Bestandsentwicklung von Wohnungen. Er zeigt die größeren Flächenpotentiale in der Stadt, auf denen Wohnungsneubau stattfinden kann, trifft Aussagen zum erforderlichen Umfang des Wohnungsneubaus und zu seiner Verteilung in der Stadt. Der StEP Wohnen ist Grundlage für alle weiteren wohnungsbezogenen Planungen in der Stadt. In der Karte „Räumliche Schwerpunkte“ werden die großen Wohnungsneubaustandorte in Berlin mit jeweils mehr als 200 möglichen Neubauwohnungen sowie weitere Einzelstandorte dargestellt. Aufgrund des beschleunigten Bevölkerungswachstums wurde der zentrale Plan des StEP Wohnen 2030 durch einen zusätzlichen neuen Plan „Zeitliche Realisierbarkeit der Neubaupotentiale“ vom April 2019 ergänzt. Berücksichtigung: Ziel der Planung ist die Entwicklung von Wohngebieten mit wohnergänzenden Nutzungen auf einem ehemaligen Gärtnereistandort. Mit der Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Wohngebietsentwicklung wird den Zielen des STEP Wohnen 2030 Rechnung getragen. 1.2.2.6 Flächennutzungsplan (FNP)22 Der Flächennutzungsplan Berlin stellt für den Geltungsbereich Wohnbaufläche W3 sowie einen in Nord-Südrichtung mittig durch das Plangebiet verlaufenden Grünzug dar. Berücksichtigung: Das Vorhaben ist grundsätzlich aus dem Flächennutzungsplan entwickelbar. Es werden Flächen für Wohnen und eine zentrale private Grünfläche festgesetzt. Damit wird den Zielen des Flächennutzungsplans Rechnung getragen. Mit den gebäudebezogenen Grundflächenfestsetzungen wird insgesamt die gemäß FNP zulässige GFZ von 0,8 eingehalten. 22 Flächennutzungsplan Berlin in der Fassung der Neubekanntmachung vom 5. Januar 2015 (ABl. S. 31), zuletzt geändert am 06. Dezember 2022 (Abl. S. 3754) 23 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 1.2.2.7 Lärmaktionsplan Mit dem Lärmaktionsplan Berlin 2008 wurde eine gesamtstädtische Konzeption zur Minderung der Belastungssituation durch den Verkehr als Hauptverursacher von Lärm vom Berliner Senat beschlossen. Im Lärmaktionsplan 2019-2023 wird hinsichtlich der bereits durchgeführten Maßnahmen Bilanz gezogen, die Strategie der Lärmaktionsplanung fortgeschrieben und die beabsichtigten Schwerpunkte der Arbeit in den nächsten Jahren benannt. Die Strategie der Berliner Lärmaktionsplanung setzt dabei auf Vorbeugung und Sanierung an der Quelle. Im Vordergrund steht die weitere Realisierung von Lärmminderungsmaßnahmen an den Straßen. Fahrbahnsanierungen, insbesondere mit lärmoptimierten Bauweisen, straßenräumliche Maßnahmen zur Lärmminderung und die Schaffung nächtlicher Tempo-30-Zonen sollen eine Minderung der Lärmbelastung der Anwohner bewirken. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fortsetzung der Integration der Lärmschutzbelange in alle städtischen Planungsebenen. Berücksichtigung: Im Rahmen der Planaufstellung wurde eine schalltechnische Untersuchung23 durchgeführt. Im Plangebiet wird auf die bestehenden und zu erwartenden Belastungen durch Verkehrslärm mit textlichen Festsetzungen zum Immissionsschutz reagiert, soweit dies erforderlich ist. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan befindet sich außerhalb von Konzept- oder Modellgebieten des Lärmaktionsplans. 1.2.2.8 Luftreinhalteplanung Zur Senkung gesundheitlicher Risiken durch Luftschadstoffe wurden durch die Europäische Gemeinschaft Grenzwerte für die Luftqualität verabschiedet und in deutsches Recht (Bundesimmissionsschutzgesetz und Ausführungsverordnungen) umgesetzt. Berücksichtigung: Für das Plangebiet sind keine besonderen Maßnahmen der Luftreinhalteplanung Berlin vorgesehen. Konflikte der Planung mit den Zielen der Luftreinhaltung sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht erkennbar. Mit der Sicherung und dem geplanten Ausbau des Radweges am Bohnsdorfer Weg werden die Bedingungen für den Fahrradverkehr verbessert. Die derzeitigen Ausbreitungsbedingungen für den Luftaustausch bleiben gewahrt. Durch die Anlage von begrünten Freiflächen und Dachbegrünungen sowie den Erhalt und die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern wird die Luftreinhaltung gefördert. 2 Beschreibung und Bewertung der erheblichen Umweltauswirkungen 2.1 Räumlicher Untersuchungsumfang, angewandte Untersuchungsmethodik Der Untersuchungsrahmen der Umweltprüfung beinhaltet den Untersuchungsgegenstand, und die räumliche Abgrenzung (Untersuchungsraum) und die Untersuchungsmethode. 23 Schultz, F.; Akustik und Schallschutzberatung (2023) 24 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.1.1 Untersuchungsgegenstand Untersuchungsgegenstand sind die durch die Planung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ verursachten voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen. Die Umweltprüfung enthält § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB folgende zu berücksichtigende Umweltbelange: a) Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie die Landschaft und die biologische Vielfalt, b) Erhaltungsziele und Schutzzweck der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung und der Europäischen Vogelschutzgebiete c) umweltbezogene Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit sowie die Bevölkerung insgesamt, d) umweltbezogene Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter, e) Vermeidung von Emissionen sowie der sachgerechte Umgang mit Abfällen und Abwässern, f) Nutzung erneuerbarer Energien sowie die sparsame und effiziente Nutzung von Energie, g) Darstellungen von Landschaftsplänen sowie von sonstigen Plänen, insbesondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechts, h) Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in bestimmten Gebieten, i) die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a, c und d. Zusätzlich gelten folgende Vorschriften zum Umweltschutz § 1a BauGB:  sparsamer und schonender Umgang mit Grund und Boden (Vorrang der Innenentwicklung, Beschränkung der Bodenversiegelung)  Umnutzung von Flächen für Landwirtschaft, Wald und Wohnzwecke auf das notwendige Maß beschränken  Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und Berliner Naturschutzgesetz (NatSchG Bln). 25 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.1.2 Untersuchungsraum Die Untersuchungsräume (Abb. 2) der Schutzgüter richten sich nach den möglichen Umweltauswirkungen. Hauptkriterien für die Abgrenzung sind die Reichweiten der Wirkfaktoren der Planung sowie die an das Planungsgebiet angrenzenden Nutzungen und die örtlichen Gegebenheiten. Der Untersuchungsraum ist der Raum, in dem vorhabenbezogene Auswirkungen auf Schutzgüter möglich sind. Abb. 2 Schutzgutbezogene Untersuchungsräume (Quelle: Umweltatlas – Digitale farbige Orthophotos 2021) 26 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Der Untersuchungsraum für Schutzgebiete und geschützte Objekte ist der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans und seine direkte Umgebung. Eine Ausnahme stellen Untersuchungsräume für Natura 2000-Gebiete dar, bei denen sich der Untersuchungsraum bis zum nächstgelegenen Natura 2000-Gebiet erstreckt. Den Untersuchungsraum für die Schutzgüter Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt sowie Kultur- und Sachgüter bildet der Geltungsbereich und seine direkte Umgebung. Für diese Schutzgüter werden keine über den Geltungsbereich hinausgehenden erheblichen Auswirkungen erwartet. Der Geltungsbereich ist somit der Untersuchungsraum. Für die Schutzgüter Mensch und Gesundheit und Klima/Luft werden die anlagen- und betriebsbedingten Auswirkungen auf den Geltungsbereich behandelt. Bezogen auf das Schutzgut Mensch werden die Schallimmissionen und das Verkehrsmanagement näher betrachtet. In diesem Zusammenhang wurde der Untersuchungsraum über die Grenzen des Geltungsbereichs des B-Plans ausgeweitet und umfasst die angrenzenden Straßen ebenso wie die angrenzenden Gebäude. Der Untersuchungsraum für das Schutzgut Landschaftsbild wird über die Sichtachsen bestimmt und umfasst alle Bereiche, von denen aus das Plangebiet ersichtlich ist. Somit wurde der Untersuchungsraum auf die sich im Nordwesten befindliche Brücke, im Übergangsbereich Wegedornstraße/Bohnsdorfer Weg, erweitert. 2.1.3 Methodik Die Darstellung und Beurteilung der Umweltauswirkungen erfolgt anhand des verbal-argumentativen Verfahrens. In diesem Zusammenhang wird der aktuelle Zustand des Plangebiets untersucht und bewertet, beschrieben und schließlich in Relation zum Planungs-Zustand gesetzt. Für die Ermittlung des Basisszenarios werden aktuelle Grundlagen wie der Vermesser-Plan vom 30. September 2019, (Plan-Nr. 7637LP00.5; ÖbVI Phuoc van Ho) und Kartenmaterial des FIS-Brokers (Umweltatlas Berlin/LaPro, etc.) sowie das Grünordnerische Fachgutachten und Eingriffsbilanzierung vom 08. April 2022 (Bacher Landschaftsarchitekten) herangezogen und ausgewertet. Schließlich werden die Umweltauswirkungen, welche von der Planung ausgehen, prognostiziert. Grundlage bildet der Entwurf zum Bebauungsplan vom 04.04.2022. Im Rahmen der Bewertung werden Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung und zum Ausgleich festgestellter Umweltbeeinträchtigungen berücksichtigt. 2.2 Bestandsaufnahme und -bewertung der einschlägigen Aspekte des derzeitigen Umweltzustandes (Basisszenario), einschließlich der Umweltmerkmale der Gebiete, die voraussichtlich erheblich beeinflusst werden Das Plangebiet wurde bis Anfang der 1990er Jahre als Gärtnerei genutzt. Diese ehemalige Nutzung ist auch heute noch im Gelände in der Aufteilung der Flächen und dem Versiegelungsgrad sichtbar. Die Gebäude, Hallen und weitere Relikte der ehemaligen Nutzung sind zum Teil noch vorhanden. Beinahe auf der gesamten östlichen Seite des Untersuchungsgebietes, hin zur Kleeblattstraße, befinden sich zwei leerstehende, eingeschossige Bestandsgebäude. Im Zentrum liegt ein ehemaliges Gewächshaus, welches im Innenbereich teilweise eingestürzt ist. 27 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Der überwiegende Teil der ehemaligen Bauten bestand aus Glas-Gewächshäusern, von denen nur noch deren Fundamente vorhanden sind. Das Erdreich, insbesondere unterhalb der ehemals als Gewächshaus genutzten Flächen ist mit Glassplittern und anderen Baumaterialien durchmischt. Auch die Beeteinfassungen sowie die verfallenen Reste der ehemaligen Bewässerungseinrichtungen und anderer technischer Anlagen sind noch in ruinösem Zustand auf dem Gelände vorhanden. Die stark anthropogen veränderte Fläche unterlag nach der Stilllegung des GärtnereiBetriebes einer natürlichen Sukzession, was in weiten Teilen das Aufkommen von Pionierpflanzen und -Bäumen begünstigte. Das Plangebiet ist im Bestand aktuell ohne Nutzung. Das Grundstück der ehemaligen Gärtnerei ist eingezäunt und nicht frei zugänglich. 2.2.1 Schutzgut Mensch und seine Gesundheit Das Plangebiet ist im Bestand durch die aufgelassene Nutzung der Gärtnerei geprägt. In Anbetracht der Tatsache, dass das gesamte Areal in der Vergangenheit gewerblich, beziehungsweise gärtnerisch genutzt, jedoch seit 1992 der Sukzession überlassen wurde, haben sich mikroklimatische Eigenschaften entwickelt, welche einen positiven Einfluss auf das Schutzgut Mensch und seine Gesundheit in den angrenzenden Wohngebieten haben. Belange des Schallschutzes Im Zusammenhang mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren wurde ein Schallschutzgutachten24 erstellt. In dem Gutachten wird festgestellt, dass relevanter Außenlärm im Bestand im Plangebiet durch eine Bahnlinie des Fern- und Güterverkehrs nordwestlich des Plangebiets sowie durch Verkehrsgeräusche auf dem Bohnsdorfer Weg besteht. Weiter wird festgestellt, dass die südöstlich verlaufenden Schienenwege der Berliner S-Bahn sowie die B 96a und die A 117 aufgrund der Lage in einer Senke aus schalltechnischer Sicht nicht relevant sind. Darüber hinaus befinden sich die drei aufgeführten Infrastrukturanlagen etwa 180 Meter entfernt und sind zudem durch einen Gebäudekomplex vom Plangebiet getrennt. Laut dem Gutachten spielt auch der Flugverkehr des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) bei der Schallpegelbemessung keine relevante Rolle. Das Plangebiet liegt gemäß Lärmkarte des Umweltatlas: Gesamtlärmindex L DEN (Tag-Abend-Nacht) in einem vorbelasteten Gebiet mit L DEN zwischen 55 – 65 dB(A). Verkehrsbedingte Luftschadstoffbelastung Weder im Luftreinhalteplan 2018-2025 – Szenarien zur NO2-Konzentration im Straßenraum 2020 (Umweltatlas) noch im Entwicklungsplan Luftqualität – Immissionen (Umweltatlas) mit dem Stand vom 20. Mai 2021, wurden Aussagen über das Plangebiet getroffen. Das Plangebiet ist derzeit nicht zugänglich. Schadstoffbedingte Belastungen sind daher nur aus den umliegenden Straßen (Bohnsdorfer Weg, Wegedornstraße, Kleiner Mohnweg, Porzer Straße, Knospengrund, Kleeblattstraße und Rosestraße) zu erwarten. 24 Schultz, F.; Akustik und Schallschutzberatung (2023) 28 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Erholungsfunktion Das Plangebiet hat im Bestand keine Bedeutung für die Erholungsvorsorge und ist für die öffentliche Freizeitnutzung nicht zugänglich. Empfindlichkeit Innerhalb des Plangebiets sind derzeit keine Wohnnutzungen, Erholungsnutzungen oder anderweitig empfindliche Nutzungen vorhanden, deshalb ist die Empfindlichkeit des Schutzgutes gering. Im Umfeld des Plangebiets sind jedoch Wohnbebauungen vorhanden, die empfindlich gegenüber einer Erhöhung der Belastungen durch Lärm, Verkehr und Luftschadstoffe sind. 2.2.2 Schutzgut Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt Schutzgut Tiere Im Rahmen der Umweltprüfung wurde eine faunistische Untersuchung durchgeführt.26 Dabei wurden geschützte Wirbeltierarten (Fledermäuse, Brutvögel, Reptilien) und ausgewählte Wirbellose (Heldbock, Eremit, Heuschrecken und Grillen sowie Tagfalter, Widderchen und den Nachtkerzenschwärmer) untersucht. Dafür wurde nach den ersten Geländebegehungen im Frühjahr und Sommer 2019 und auf Grundlage der ersten Erfassungsauswertungen geprüft, welche geschützten Arten die Fläche nutzen. Es wurde bei den Begehungen auf das potenzielle und tatsächliche Vorkommen der o.a. Tierarten geachtet. An den Bäumen der Untersuchungsfläche wurde das Quartierpotential für Baumhöhlen bewohnende Fledermäuse und Höhlenbrüter ermittelt. Die von Fledermäusen und Höhlenbrütern genutzten Baumhöhlen sind als dauerhaft geschützte Lebensstätte zu bewerten. Gleichzeitig wurde geprüft, ob sich Eremit oder Heldbock auf der Fläche befinden, was nicht bestätigt werden konnte. Im Rahmen der faunistischen Erfassung zum Vorkommen geschützter Arten wurde grundsätzlich davon ausgegangen, dass für die nicht gefährdeten oder nur potenziell gefährdeten Arten, die nicht explizit Zielarten des Biotopverbundes sind, deren Lebensraumansprüche im Regelfall über die Biotoptypen erfasst werden (Indikatorprinzip). Bei diesen Arten kann aufgrund ihrer Ökologie, weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung angenommen werden, dass die Funktionalität ihrer Lebensstätten nicht in Gefahr gerät und sich der lokale Bestand nicht signifikant verschlechtert, so dass keine vertiefende Betrachtung erforderlich wurde. Darüber hinaus wurde das Vorkommen der Erdkröte nachgewiesen und in Form eines Ergänzungsberichtes27 nachgereicht. Fledermäuse Das Plangebiet bietet Fledermäusen großräumig geeignete Jagdgebiete. Zwei Arten (Zwergfledermaus und Großer Abendsegler) konnten konstant nachgewiesen werden. Das Vorkommen von Breitflügelfledermäusen war nur selten nachzuweisen. Sommerquartiere und Wochenstubenkolonien wurden im Plangebiet nicht nachgewiesen. 26 Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2019) 27 Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2021) 29 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Brutvögel Im Plangebiet wurden im Sommer 2019 von 21 Vogelarten 36 Brutreviere nachgewiesen. Häufigste Art ist mit 6 Revieren die Mönchsgrasmücke. Der Bestand von einer Art gilt in Deutschland als gefährdet (Feldschwirl, 2 Brutpaare). Zwei Arten stehen auf der Vorwarnliste Deutschlands (Gartenrotschwanz, Pirol, je 1 Brutpaar). Eine Art wird in Berlin in der Vorwarnliste geführt (Sumpfrohrsänger, 2 Brutpaare). Der Neuntöter (1 Brutpaar) wird im Anhang 1 der EU-Vogelschutzrichtlinie aufgeführt. Insgesamt wurden folgende Brutvögel im Untersuchungsgebiet nachgewiesen: Amsel (Turdus merula), Blaumeise (Parus caeruleus), Buntspecht (Dendrocopus major), Dorngrasmücke (Sylvia communis), Eichelhäher (Garrulus glandarius), Feldschwirl (Locustella naevia), Fitis (Phylloscopus trochilus), Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), Grünfink (Carduelis chloris), Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros), Klappergrasmücke (Sylvia canorus), Kuckuck (Cuculus canorus), Kohlmeise (Parus major), Mönchsgrasmücke (Sylvia attricapilla), Nachtigall (Luscinia megarhynchos), Neuntöter (Lanius collurio), Pirol (Oriolus oriolus), Ringeltaube (Columba palumbus), Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris), Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Durch den Nachweis von 6 in Baumhöhlen nistenden Brutpaaren (Blaumeise, Buntspecht, Gartenrotschwanz, Kohlmeise) ist auch das Vorkommen einer entsprechenden Zahl an Baumhöhlen nachgewiesen. Sie sind als dauerhaft geschützte Fortpflanzungsstätten zu bewerten. Insgesamt 10 Arten sind entweder:  in Deutschland als stark gefährdet eingestuft (Feldschwirl) oder  werden im Anhang 1 der EU-Vogelschutzrichtlinie aufgeführt (Neuntöter, Sumpfrohrsänger (Vorwarnliste Berlin)) geführt oder  nutzen Nistplätze, die als dauerhaft geschützte Lebensstätten einzustufen sind (Pirol). Ebenfalls als dauerhaft geschützt gelten die Brutplätze in Baumhöhlen von Blaumeise, Buntspecht, Gartenrotschwanz und Kohlmeise sowie die Nistplätze des Hausrotschwanzes in Gebäuden. Amphibien Im Jahr 2020 erfolgten auf einer Teilfläche (MUF) von 0,68 ha im Nordwesten des Plangebietes der Abfang von Zauneidechsen und deren Umsetzen in verbliebene Habitatbereiche des Plangebietes. Bei diesem Abfang wurde das Vorkommen der Erdkröte nachgewiesen. Bei Fortführung des Fangens von Zauneidechsen wurden auch im Jahr 2021 Erdkröten nachgewiesen. Zwei adulte Weibchen wurden in den Eimerfallen entlang der nördlichen B- Plangrenze des Geltungsbereichs des vorhabenbezogenen Bebauungsplans, zum angrenzenden Spielplatz, gefangen. Zauneidechse Im Zuge der faunistischen Erfassung wurden Zauneidechsen im Plangebiet nachgewiesen. Bereits im Jahr 2020 wurden auf der Fläche der MUF 134 Zauneidechsen gefangen und auf die 30 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 verbliebene Habitatfläche im Planfläche außerhalb der Fläche des geplanten MUF umgesetzt. Im Jahr 2021 wurde der Abfang der Teilfläche fortgesetzt und im September 2021 beendet. Es wurden dabei 166 Individuen, davon:  36 adulte Männchen Zauneidechse  53 adulte Weibchen Zauneidechse  18 subadulte (vorjährige) Zauneidechsen  59 juvenile (diesjährige) Zauneidechsen gefangen. Insgesamt wird gutachterlich von mindestens 250 adulten Exemplaren im Plangebiet ausgegangen.28 Tagfalter Im Plangebiet wurden 15 Tagfalterarten nachgewiesen. Dazu zählen: Schwarzkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus lineola), Weißklee-Gelbling (Colias hyale), Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Grünaderweißling (Pieris napi), Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae), Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus), Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas), Blauer Eichenzipfelfalter (Neozephyrus quercus), Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus), Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Großes Ochsenauge (Maniola jurtina), Schachbrettfalter (Melanargia galathea), Admiral (Vanessa atalanta) und Distelfalter (Vanessa cardui) Der Artenbestand im Plangebiet setzt sich aus häufigen und verbreiteten Tagfaltern zusammen. Keiner der Falter steht in Berlin oder überregional auf der Roten Liste. Vier Arten sind besonders geschützt: Colias hyale (Weißklee-Gelbling), Lycaena phlaeas (Kleiner Feuerfalter), Polyommatus icarus (Hauhechel-Bläuling), Coenonympha pamphilus (Kleines Wiesenvögelchen). Bei allen Arten wurden sehr niedrige Individuenzahlen festgestellt, die Populationen sind offenbar klein. Die beiden europarechtlich geschützten Schmetterlinge Großer Feuerfalter und Nachtkerzenschwärmer konnten im Plangebiet nicht nachgewiesen werden. Heuschrecken und Grillen Im Plangebiet wurden 14 Heuschreckenarten nachgewiesen. Dazu zählen: Feld-Grashüpfer (Chorthippus apricarius), Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus), Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus), Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus), Verkannter Grashüpfer (Chorthippus mollis), Gemeiner Grashüpfer (Chorthippus parallelus), Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar), Langflüglige Schwertschrecke (Conocephalus fuscus), Punktierte Zartschnecke (Leptophyes punctatissima), Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale), Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda 28 Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2021) 31 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 caerulescens), Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata) und Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima). 13 Arten sind weder in Berlin noch deutschlandweit bedroht. Eine Heuschreckenart, die Blauflügelige Ödlandschrecke, steht sowohl regional wie überregional auf der Vorwarnliste und ist Zielart des Berliner Biotopverbundes. Von dieser Art wurden wenige Exemplare entlang der und auf den versiegelten Wegen im Westteil des Untersuchungsgebiets beobachtet. Empfindlichkeit Die Empfindlichkeit dieses Schutzgutes wird als sehr hoch eingeschätzt, da durch das Vorhaben eine Vielzahl der Biotope, ökologischen Strukturen und Habitate beseitigt werden. Schutzgut Pflanzen und die biologische Vielfalt Zur Erfassung der Biotoptypen wurde am 24. Februar 2021 eine flächendeckende Untersuchung des Plangebietes durchgeführt. Die Zuordnung der Biotoptypen erfolgte dabei auf der Basis der Biotopkartierung Berlin. Parallel dazu erfolgte die Erfassung von Arten der Roten Liste Berlin, Zielarten des Berliner Florenschutzes sowie nach § 7 BNatSchG streng geschützter Pflanzenarten. Nach der vorzeitigen Genehmigung der MUF ist der nordwestliche Teil mittlerweile in Bau. Dies wird in der Biotopdarstellung berücksichtigt. Durch verschiedene Entwicklungsstadien der Vegetation entstand ein heterogenes Mosaik unterschiedlicher Sukzessionsstufen. Bemerkenswert sind die rasche Gehölzentwicklung und Bewaldung der Fläche im zurückliegenden Jahrzehnt. Insgesamt sind die Offenlandflächen stark rückgängig. Die höchste Verbreitung erreichen die von Eschen-Ahornen, Robinien und Sandbirken dominierten Vorwälder auf der Fläche. Diese sind im südlichen Randbereich, aber auch in weiteren Teilen des Plangebietes aufgewachsen. Mittlere und zurückgehende Verbreitung weisen die offenen Ruderalflächen im Plangebiet auf. Geschützte Biotope sind im Plangebiet nicht vorhanden. Außerhalb der flächigen Gehölzbestände (Vorwaldbiotope) sind 201 Einzelbäume mit einem Stammumfang > 30 cm aufgewachsen. Das Plangebiet wird von verfallenen Gewächshäusern und Gebäuden, versiegelten Verbindungswegen sowie unterschiedlichen Sukzessionsstadien charakterisiert. Großflächig haben sich artenarme Ruderalfluren mit Gehölzaufwuchs unterschiedlichen Grades entwickelt. In einigen Bereichen sind sie als Vor- bzw. Pionierwälder ausgebildet. Markant ist im zentralen Bereich der nördlichen Hälfte ein großflächig ausgebildeter Dominanzbestand des Eschenahorn (Acer negundo). Auffallend sind zum Teil großflächig auftretende Holunderbüsche (Sambucus spec.), die auch im Bereich der Gewächshausruinen stocken. Auf der gesamten Fläche sind zerstreut Relikte der ehemaligen gärtnerischen Nutzung wie beispielsweise Fundamente, Glasscheiben und -scherben, Töpfe und Elektrokästen zu finden. Im offeneren Westteil des Plangebietes am Bohnsdorfer Weg dominieren artenarme Landreitgras- (Calamagrostis epigejos) und Brennnessel-Fluren (Urtica dioica) mit zunehmendem Gehölzaufwuchs zumeist aus Sandbirke (Betula pendula), Eschenahorn und Robinie (Robinia pseudoacacia). Im mittleren und östlichen Teil der Fläche entwickelten sich in den vergangenen 15 Jahren Vorwaldstadien aus Eschenahorn, Robinie, Sandbirken und jüngerem Aufwuchs von Götterbaum (Ailanthus altissima). 32 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Zur Klärung der Waldeigenschaft der aufgewachsenen Gehölzbestände erfolgte am 14. Juli 2020 ein Vor-Ort-Termin mit den Berliner Forsten. Demnach waren im Jahr 2007 die heute mit Gehölzaufwuchs bestandenen Flächen noch fast vollständig frei von Gehölzaufwuchs. Der sukzessive Aufwuchs entstand nach Auflassung der Fläche infolge der alten Nutzung, woraufhin die geltende Ausnahme gemäß § 2 Abs. 3 LWaldG für Baumschulen und Baumreihen zur Anwendung kam und der Gehölzaufwuchs nicht als Wald definiert wurde. Im Rahmen der Biotoptypenkartierung wurden im Plangebiet folgende Biotoptypen kartiert: Tab. 2 Biotoptypen im Bestand Code Biotoptypenbezeichnung Fläche in [1.000 m2] Plangebiet ohne MUF 54,7 032101 ruderale Landreitgrasfluren, weitgehend ohne Gehölzbewuchs (Gehölzbedeckung < 10%) 7,3 0324912 sonstige ruderale Staudenfluren, weitgehend ohne Gehölzbewuchs (Gehölzbedeckung < 10%), verarmte Ausprägung 2,6 0324922 sonstige ruderale Staudenfluren, mit Gehölzaufwuchs (Gehölzbedeckung 10%-30%), verarmte Ausprägung 3,5 0710211 Laubgebüsche frischer Standorte, überwiegend heimische Arten, überwiegend ältere Bestände (älter 10 Jahre) 2,2 0710221 Laubgebüsche frischer Standorte, überwiegend nicht heimische Arten, ältere Bestände (älter 10 Jahre) 5,6 07142511 Baumreihen, mehr oder weniger geschlossen, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend heimische Gehölze 2,1 07142512 Baumreihen, mehr oder weniger geschlossen, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend nicht heimische Gehölze 0,6 07142521 Baumreihen, mehr oder weniger geschlossen, jüngere Bestände und Neupflanzungen, überwiegend heimische Gehölze 0,1 07142612 Baumreihen, lückig, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend nicht heimische Gehölze 1,1 0715211 sonstiger Einzelbaum, heimische Baumarten, überwiegend Altbäume 0,4 0715312 einschichtige oder kleine Baumgruppen, heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter 1,7 0715321 einschichtige oder kleine Baumgruppen, nicht heimische Baumarten, überwiegend Altbäume 0,3 0715322 einschichtige oder kleine Baumgruppen, nicht heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter 1,5 082826 Birken-Vorwald frischer Standorte 1,5 082827 Espen-Vorwald frischer Standorte 0,8 082828 sonstige Vorwälder frischer Standorte 2,6 08930 Robinien-Pionierwald 0,9 08990 sonstige Pionierwälder 0,7 11200 trockene Gruben 0,9 12322 Industrie- und Gewerbebrachen 3,0 12654 versiegelter Weg 11,4 33 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 12720 Aufschüttungen und Abgrabungen 0,2 12730 Bauflächen/Baustellen 0,8 12831 Ruinen* 2,9 Fläche MUF 12730 6,8 Bauflächen/Baustellen 6,8 Plangebiet 61,5 *Da aufgrund der Einsturzgefahr keine Vermessung der Gewächshausruine (Insgesamt 0,31 ha) stattgefunden hat, wurde aus den Begehungen ein Versiegelungsgrad von 80 % angenommen (0,25 ha) und dem Biotoptyp 12831 zugeordnet. Die restlichen Flächen werden als unversiegelt angenommen und sind mit Laubgebüschen (Biotoptyp 0710211) bewachsen (0,06 ha) und wurden diesem Biotoptyp zugeordnet. Die Fläche zeichnet sich zwar durch flächendeckende, durch Sukzession entstandene Vegetationsbereiche aus, doch wurden bei der Kartierung  keine Arten der Roten Liste Berlin,  keine Zielarten des Berliner Florenschutzes und  keine nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Arten (besonders geschützte Art gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG) sowie  keine nach § 30 BNatSchG bzw. § 28 NatSchG Bln gesetzlich geschützte Biotope nachgewiesen. Die teilweise flächigen Baumbestände und Aufwüchse junger Gehölze sind größtenteils invasiven Baumarten (Eschen-Ahorn, Robinie) zuzuordnen. Aufgrund des Biotopbestandes ist von keinem Vorkommen artenschutzrechtlich relevanter Pflanzenarten auszugehen. Naturschutzrechtlich geschützte Gebiete und Landschaftsbestandteile Durch die Planung werden keine Natur- oder Landschaftsschutzgebiete oder Naturdenkmale berührt. Jedoch befindet sich der geschützte Landschaftsbestandteil „Brake Altglienicke“ (GLB-04) nur rund 50 Meter weiter nördlich des Plangebiets. In Bezug auf die Biotopvernetzung ist dieses Gebiet von dem geplanten Vorhaben unwesentlich betroffen. Die Fläche ist nicht maßgeblich von den Auswirkungen betroffen, welche im Rahmen der Planungen durchgeführt werden. Empfindlichkeit Aufgrund der geringen örtlichen Unterschiede in den Standortbedingungen ist die Biotopausstattung nicht durch besonders wertvolle, extreme oder besonders seltene Strukturen geprägt. Die starke anthropogene Überprägung der Flächen durch die ehemalige Gärtnereinutzung (Bodenversiegelungen, Bodenverdichtungen, Eutrophierung) haben Einfluss auf die Artenausstattung. Geschützte Biotope oder wertvolle vegetative Strukturen sind im Plangebiet nicht vorhanden. Doch handelt es sich um ausgeprägte Gehölzbestände und flächige Aufwüchse diverser Pflanzenarten, weshalb die Empfindlichkeit gegenüber dem Eingriff als mittel eingestuft wird. Mit der geplanten Bebauung verringert sich der Flächenanteil mit Bedeutung für den lokalen Biotopverbund. 34 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.2.3 Schutzgut Boden Im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens wurden Baugrunduntersuchungen29 durchgeführt. Das Plangebiet befindet sich strukturgeologisch im Bereich der Teltow-Hochfläche. Der Standort ist von weichsel- und saalekaltzeitlichen Geschiebemergeln und -lehmen geprägt. Diese Geschiebeformation wird von einem Auffüllungshorizont überlagert, welcher sich mit unterschiedlichen Mächtigkeiten, bis in eine Tiefe von 2,15 Metern erstreckt. Die Geländemorphologie ist relativ eben, was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der früheren Nutzung heraus und der damit verbundenen, beinahe vollständigen Bebauung erklärt. Die durchschnittliche Geländehöhe liegt bei 49,75 m NHN. Auf dem gesamten Areal sind Höhenunterschiede in einer Bandbreite von 49,50 m NHN bis 50,00 m NHN gegeben. Laut Umweltatlas Berlin handelt es sich bei den im Plangebiet vorzufindenden Böden um zwei unterschiedliche Bodentypen mit stark voneinander abweichenden Klassifizierungen. Der überwiegende Teil, mit einer Gesamtfläche von ca. 6 ha, ist als Boden mit mittlerer Schutzwürdigkeit einzustufen. Regosol, Pararendzia und Hortisol sind hier die charakteristischen Bodentypen der Bodengesellschaft, wobei sich das Ausgangsmaterial aus Geschiebesanden über Geschiebelehmen/ und -mergeln zusammensetzt. Im nordwestlichen Teil des Plangebietes befindet sich ein Areal mit einem Boden von sehr hoher Schutzwürdigkeit. Dieser Bodentyp ist auf einer Gesamtfläche von rund 1.500m2 vorzufinden. Bei den Bodentypen handelt es sich um Parabraunerde bzw. Sandkeilbraunerde, wobei das Ausgangsmaterial den Geschiebesanden, unter 80 cm stark über Geschiebelehmen/ bzw. -mergeln, zuzuordnen ist. Es handelt sich überwiegend um im gesamten Bodenaufbau veränderte Böden mit einer sehr geringen Naturnähe und mittlerer Schutzwürdigkeit. Vorbelastungen des Bodens bestehen aufgrund der Nutzungsgeschichte auch auf den beräumten Flächen des Plangebietes. Die ehemalige Gärtnereifläche war bis zum Abriss des größten Teils der Gewächshäuser in den 1990er Jahren vollständig überbaut. Der Oberboden ist aktuell mit Beton-, Bauschuttresten und Glassplittern durchsetzt. Derzeit sind 28,8 % der Gesamtfläche überbaut und vollversiegelt und 11,1 % in Bau befindlich. Im Bereich MUF finden gerade Bauarbeiten statt. Die Fläche ist beräumt und Hochbauarbeiten haben begonnen. Die Flächentypen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Tab.3 Bodenversiegelungen im Bestand vollversiegelte Flächen ohne MUF in ha 1,77 offene Flächen ha 3,7 Baufläche MUF 0,68 Altlasten Das sich auf dem Gelände befindliche Flurstück 44/12 ist Teil der größer gefassten Altlastenverdachtsfläche Nr. 7677zz. Der Altlastenverdacht gründet sich auf die von etwa 1950 bis ca. 1993 29 UCM GbR – Umweltconsulting & Management und Büro für Abfall- und Umweltmanagement; Ingenieurbüro: BV: BV Bohnsdorfer Weg 99-119 in 12524 Berlin Treptow-Köpenick, OT Altglienicke – BOW II 2.1 – 2.5; Untersuchungsbericht, Berlin, Berichtsdatum: 17. Dezember 2019 (Version vom 21. Januar 2020) 35 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 andauernde Nutzung des Areals als Gärtnerei (u.a. mit Gefahrstofflager für Pflanzenschutzmittel sowie Treib- und Schmierstoffe, Kfz-Wartung u. Betankung). Der Altlastenverdacht für das Flurstück 44/18 beruht auf den früheren Nutzungen durch eine Gärtnerei mit betriebsbezogener Kfz-Werkstatt und Lackiererei von 1950-1991/93. Im Jahr 1991 befand sich eine Bauschlosserei und ein Blumengroßhandel mit unbekannter Nutzungsdauer auf dem Gelände. Nach wie vor sind noch punktuelle Bereiche – insbesondere die Flächen rund um die ehemalige betriebsbezogene Kfz-Werkstatt bzw. die Bauschlosserei, das Schmierstofflager, das Heizhaus sowie die Lackiererei – mit unterschiedlichen Kontaminierungs-Graden belastet. Insbesondere die Ergebnisse der Rammkernsondierung (RK5) (Werkstattgebäude) weisen umweltrelevante Bodenbelastungen durch Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) auf. Die vermutlich lokale Verunreinigung reicht bis in eine Tiefe von 2,4 Metern unter Gelände. Jedoch ist der Belastungswert der überwiegenden Flächen als geringfügig einzustufen. Kampfmittel Es liegen keine Erkenntnisse über das Vorhandensein von Kampfmitteln im Plangebiet vor. Eine präventive Untersuchung wird gemäß Durchführungsvertrag vor baulichen Maßnahmen erfolgen und ist nicht Gegenstand der Festsetzungen. Empfindlichkeit Gegenüber Verdichtungen und Versiegelungen und damit verbundenen Veränderungen des Bodenwasserhaushaltes besteht im Plangebiet für die unversiegelten eine mittlere, für ein kleines Teilgebiet im Norden eine hohe Empfindlichkeit. Große Teile des Plangebietes sind bereits versiegelt und daher nicht empfindlich gegenüber einer Überbauung. 2.2.4 Schutzgut Wasser Oberflächengewässer sind im Plangebiet und auf angrenzenden Flächen nicht vorhanden. Daher sind nur der Schutz und die Sicherung des Grundwassers zu betrachten. Das Plangebiet liegt außerhalb von festgesetzten Wasserschutzgebieten. Das nächstgelegene Wasserschutzgebiet des Wasserwerks Friedrichshagen (Schutzzone IIIB) befindet sich ca. 2.500 m westlich vom Plangebiet entfernt. Das Plangebiet ist am Bohnsdorfer Weg an eine Trennkanalisation angeschlossen. Die Entwässerung der Flächen erfolgt überwiegend in den Schmutzwasserkanal in der Kleeblattstraße. Die übrigen befestigten Flächen entwässern in die unversiegelten Bereiche. Die Gewässerbelastung durch anthropogen induzierten Oberflächenabfluss liegt im mittleren Bereich. Gemäß des Baugrundgutachtens ist bei ca. 6 - 8 m Schichtenwasser und bei ca. 14 -15 m unter Geländeoberkante (GOK) der erste Grundwasserleiter anzutreffen. Insgesamt sind 14 % der befestigten Flächen innerhalb des Plangebietes an einen Schmutzwasserkanal in der Kleeblattstraße angeschlossen. Die übrigen befestigten Flächen entwässern in die unversiegelten Bereiche, wobei diese Areale bei Starkregenereignissen zusätzlich in die vorhandenen Straßeneinläufe und damit ebenfalls in die Kanalisation entwässern können. Die Naturnähe des Wasserhaushalts ist auf den gehölzbestandenen Flächen (Vorwälder) als sehr hoch und im Bereich der Ruderalflächen als hoch zu bewerten. 36 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Im Bereich MUF finden zur Zeit Bauarbeiten statt. Die Fläche ist beräumt und Hochbauarbeiten haben begonnen. Altlasten Bei einer Rammkern-Sondierung (RKS 5) in der ehemaligen Kfz-Werkstatt und Bauschlosserei wurden Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW)-Bodenverunreinigungen festgestellt. Der kleinräumige und nur lokal bei RKS 5 auftretende MKW-Schaden verläuft maximal bis 2,4 m Tiefe und stellt aufgrund der bestehenden Versiegelung keine Gefährdung für das Schutzgut Wasser dar. Empfindlichkeit Die Veränderungsempfindlichkeit ist für die bebauten und versiegelten Teile des Plangebiets, die einen naturfernen Wasserhaushalt aufweisen, als sehr gering zu bewerten. Im Bereich der unversiegelten Flächenanteile mit Vegetationsbestand ist die Empfindlichkeit gegenüber Versiegelung und den damit verbundenen Veränderungen des lokalen Wasserhaushaltes dagegen hoch. Von den kleinflächig im Plangebiet bestehenden Altlasten geht, aufgrund der Lage auf einer Geschiebemergelhochfläche mit grundwasserstauenden Schichten und gespannten Grundwasserverhältnissen in größerer Tiefe, keine unmittelbare Gefährdung für das Schutzgut aus. Die Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers im Plangebiet wird als gering eingestuft. 2.2.5 Schutzgut Klima / Luft (Luftschadstoffe) Gemäß des Umweltatlas (Planungshinweise Stadtklima 2015, Hauptkarte) liegt das Plangebiet in einem klimatisch vorbelasteten Bereich. Die thermische Situation ist mit weniger günstig und auf den an das Plangebiet unmittelbar angrenzenden Straßen (Bohnsdorfer Weg und Knospengrund) mit ungünstig angegeben. Der hohe Vegetationsanteil, der auf der Fläche durch die rasche Gehölzsukzession in den letzten Jahren aufgewachsen ist, dürfte sich positiv auf die thermische Situation im Plangebiet auswirken. Im Vergleich zum Plangebiet ist für die angrenzenden Siedlungsgebiete mit Einzel- und Doppelhäusern die thermische Gesamtsituation mit günstig angegeben. Die lufthygienische Vorbelastung liegt im mittleren Bereich. In der Karte „Bodennahes Windfeld und Kaltluftvolumenstrom 2015“ (Umweltatlas) wird für rund 40 Prozent der Fläche im Zentrum und Nordosten des Plangebietes ein Kaltluftvolumenstrom als Flächenmittelwert < 50 m³/s angegeben. Die Rasterdaten für den Kaltluftvolumenstrom zeigen einen Kaltluftvolumenstrom, der im Bereich zwischen 35 bis 49 m³/s liegt. In den übrigen Bereichen liegt der Kaltluftvolumenstrom gemäß Rasterdaten zwischen 50 und 60 m³/s. Nur in kleinen Randflächen an der nördlichen Grenze des Plangebietes sowie im Südwesten an der Ecke Bohnsdorfer Weg/Knospenweg liegt der Wert kleinflächig über 60 m³/s. Das Windfeld im nördlichen Teil der Fläche weist eine Geschwindigkeit von 0,1- 0,3 m/s in südlicher Richtung auf. Das Plangebiet wird daher insgesamt der Kategorie „Flächen mit einem geringen Kaltluftvolumenstrom“ zugeordnet. Luftaustausch und Luftleitbahnen sind nicht betroffen, da die Bestandsgebäude im Zentrum der Fläche und die waldartigen Gehölzbestände quer zum vorhandenen Kaltluftvolumenstrom stehen und die Porosität in südlicher Richtung insgesamt einschränken. Derzeit gehen keine Luftschadstoffbelastungen von der Fläche aus. 37 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Im Bereich MUF finden zur Zeit Bauarbeiten statt. Die Fläche ist beräumt und Hochbauarbeiten haben begonnen. Empfindlichkeit Das Plangebiet weist aufgrund des relativ geringen Versiegelungsgrades und der vorhandenen Gehölzbestände aus klimatischer Sicht eine mittlere Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsintensivierungen auf. Durch den hohen Freiflächenanteil besteht eine geringe Vorbelastung mit insgesamt allerdings nur mäßiger klimatischer Entlastungsfunktion. Kaltluftleitbahnen sind nicht vorhanden, der Luftaustausch ist nicht betroffen. 2.2.6 Schutzgut Landschaftsbild / Ortsbild Das ehemalige Gärtnereigelände ist eingezäunt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Aufgrund des ruinösen Zustandes der Gebäude und weiträumig brachgefallener Bereiche, wirkt das Plangebiet derzeit städtebaulich ungeordnet. Naturräumlich ist das Plangebiet als Teil der TeltowHochfläche einzuordnen. Eine naturräumliche Prägung ist im Umfeld nicht erkennbar, das Plangebiet befindet sich in einem siedlungsgeprägten Raum. Die Baustrukturen in der Umgebung des Plangebietes sind relativ homogen. Mit Ausnahme eines modernen Geschosswohnungsbaus im Süden ist die Umgebung durch eine Bebauung mit Einfamilienhäusern geprägt. Das Landschaftsbild im Plangebiet weist im westlichen Teil nur wenige störende Elemente auf. Hierzu gehören vereinzelte Schuttablagerungen. Ein Teil der aus der ehemaligen Gärtnereinutzung verbliebenen Versiegelungen und einzelner technischer Einrichtungen sind von der Vegetation überwuchert und visuell kaum noch wahrnehmbar. Dies trifft auch auf die ruinösen Reste eines Gewächshauses im Südosten des Plangebietes zu. Der Anteil landschaftstypischer Elemente ist insgesamt hoch. Die noch vorhandenen Hallen und Betriebsgebäude der ehemaligen Gärtnerei sind aufgrund des Baumaufwuchses vom Bohnsdorfer Weg aus nur wenig erkennbar. Hier dominieren Gehölzstrukturen als wertvolle Elemente des Landschaftsbildes den Gesamteindruck. Hingegen dominieren an der Kleeblattstraße langgestreckte, teilweise ruinöse Hallen- bzw. Bürogebäude, die die Qualität des Ortsbildes erheblich beeinträchtigen. Der Anteil landschaftstypischer Elemente an der Fläche des Plangebietes beträgt über 50 Prozent. Prägende und identitätsstiftende Sichtbeziehungen zwischen Landschaftsräumen bzw. Freiräumen oder Parkflächen sind nicht vorhanden. Im Bereich MUF finden zur Zeit Bauarbeiten statt. Die Fläche ist beräumt und Hochbauarbeiten haben begonnen. Empfindlichkeit Das Plangebiet weist bezüglich einer Veränderung des Landschaftsbildes aufgrund des relativ großen Anteils raumwirksamer Gehölzflächen eine mittlere bis hohe Empfindlichkeit auf. Für die Erholungsvorsorge des unmittelbaren Wohnumfeldes ist die Fläche aufgrund der fehlenden Zugänglichkeit von geringer Bedeutung. 38 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.2.7 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter Im Plangebiet befinden sich keine Denkmäler. Auch direkt angrenzend sind keine Bau- oder Gartendenkmale vorhanden. 2.3 Prognose über die voraussichtliche Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung Die Nullvariante beschreibt die Entwicklung des betrachteten Gebietes, ohne dass die Planung durchgeführt wird. Dieser Variante wird die Annahme zu Grunde gelegt, dass der ursprüngliche Zustand der Fläche auch mittelfristig erhalten bleibt. Die bestehende Ruderalvegetation wird weiter anwachsen. Die bereits stark auf dem Gelände vertretenen, invasiven Gehölzarten wie Eschen-Ahorn, Robinie und Götterbaum werden sich weiter ausbreiten und zu einem flächigen Bewuchs weiter Teile des Areals führen. Das kann zur Folge haben, dass sich mittelfristig nur 2-3 Baumarten auf dem gesamten Gelände durchsetzen, was eine deutliche Verringerung der Biodiversität mit sich bringen würde. Der Lebensraum für offenlandliebende Tierarten, insbesondere Zauneidechsen würde sich verringern. Die Gebäude, Wege und sonstigen anthropogenen Elemente werden erhalten bleiben und innerhalb eines (artenarmen) Waldes verbleiben. Eine Nutzung durch Menschen, insbesondere zur Erholung, bleibt aufgrund der Einsturzgefahr der Gebäude ausgeschlossen. Eine städtebauliche Eingliederung des Geländes würde somit nicht erfolgen. 2.4 Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung einschließlich der Betrachtung der abriss-, bau-, anlage- und betriebsbedingten Auswirkungen Die Prognose über die Entwicklung des Umweltzustands erfolgt auf der Grundlage des Planungskonzeptes des Bebauungsplans. Aus dem Planungskonzept werden Wirkfaktoren abgeleitet, anhand derer die Auswirkungen auf die Umwelt sowie auf Natur und Landschaft geprüft werden. Ergänzend werden der Biotoptypenplan Planung, basierend auf dem Grün- und Freiflächenplan (Anhang 2), zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan herangezogen. Aus dem Planungskonzept werden Wirkfaktoren abgeleitet, anhand derer die bau-, anlage- und betriebsbedingten Auswirkungen auf die Umwelt geprüft werden. 2.4.1 Auswirkungen auf den Flächenverbrauch Durch die Planung erfolgt eine zusätzliche Flächeninanspruchnahme von 1,51 ha gegenüber dem Bestand. Die Planung führt im Bereich des Plangebiets in Bezug auf das Schutzgut Fläche zu keinen erheblichen Beeinträchtigungen, da die Flächeninanspruchnahme auf einer Fläche erfolgt, die durch eine jahrzehntelange Nutzungsgeschichte geprägt ist. Es ist daher vor dem Hintergrund des Flächensparens sinnvoller, eine Nutzung auf dieser Fläche anzusiedeln, als z.B. bislang unversiegelte Flächen zu verbrauchen. 39 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Flächenbilanz im Bestand Tab. 4 Flächenbilanz im Bestand vollversiegelte Flächen ohne MUF in ha 1,77 offene Flächen ha 3,70 Baufläche MUF 0,68 Flächenbilanz in der Planung Für die geplante Bebauung liegt ein Biotoptypenplan vor, welcher auf den Parametern des Grünund Freiflächenplanes (Stand: 04. April 2022; Bacher Landschaftsarchitekten) basiert, deren Umsetzung im Durchführungsvertrag gesichert ist. Dieser dient als Grundlage für die Bewertung des Planfalls (Anhang 2). Der Freiflächenplan (bzw. Biotoptypenplan) sieht folgende Flächennutzungen vor: Tab. 5 Flächennutzungen in der Planung (ohne MUF) Flächennutzungen im Eingriffsgebiet ohne MUF Kategorie Gesamtfläche in ha Unversiegelte Grünflächen 2,19 Versiegelte Nebenanlagen, Einhausungen, Wege, Stellplätze, Spielplätze 1,82 Gebäude 1,46 Davon Dachbegrünung 0,89 Tab. 6 Gegenüberstellung Bestand und Planung (ohne MUF) Bestand in ha 0,56 Planung in ha 1,46 Differenz in ha +0,90 1,21 1,82 + 0,61 Grünflächen 3,70 2,19 Summe 5,47 5,47 Gebäude Nebenanlagen (versiegelt und teilversiegelt) -1,51 Die Fläche des MUF, für die bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde, ist Teil der Gesamtkonzeption. Durch die Umnutzung in Wohngebäude ist nur eine geringe zusätzliche Flächeninanspruchnahme von rund 800 m2 zu erwarten. 40 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.4.2 Schutzgut Mensch und seine Gesundheit einschließlich der Auswirkungen infolge der Art und Menge an Emissionen von Schadstoffen, Lärm, Erschütterungen, Licht, Wärme und Strahlung sowie der Verursachung von Belästigungen Gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 1 BauGB sind zur Sicherung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse in Verbindung mit § 50 BImSchG (Trennungsgrundsatz) Schallkonflikte durch ausreichende Abstände geplanter Wohngebiete zu anderen Baugebieten zu vermeiden. Sind im Geltungsbereich des Bebauungsplans sensible Nutzungen an bestehenden oder künftig zulässigen Lärmquellen verortet, so hat eine Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Lärmbelastungen zu erfolgen. Hierfür wurde ein verkehrsplanerischer Fachbeitrag durchgeführt, der die Grundlage bildete für eine schalltechnische Untersuchung. Verkehr Für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE wurde am 12. Oktober 2022 ein verkehrsplanerischer Fachbeitrag30 erarbeitet, bei dem die verkehrlichen Auswirkungen durch die geplanten Nutzungen untersucht wurden. Es wurde der zu erwartende Verkehrszuwachs ermittelt und hinsichtlich möglicher Auswirkungen untersucht. Hierbei wurde zwischen 2 Szenarien unterschieden:  Szenario 1: Verkehrszuwachs aus dem B-Plan bezogen auf die bestehende Verkehrsbelastung,  Szenario 2: Verkehrszuwachs aus dem B-Plan bezogen auf den Prognosenullfall (Verkehrslast des Verkehrsmodell 2030 und des Teilnetzes Altglienicke 2025). Es wurde ein Verkehrsaufkommen von 1.204 Kfz-Fahrten/24h werktags ermittelt. Der Großteil des Verkehrsaufkommens stammt aus der Wohnnutzung. Mit einem Anteil von 45% des motorisierten Individualverkehrs (MIV) bei der Verkehrsmittelwahl wurde ein Ansatz gewählt, der deutlich über dem Durchschnitt für den Bezirk Treptow-Köpenick liegt. Dies ist begründet durch die periphere Lage des Plangebietes. In Anbetracht der guten ÖPNV-Anbindung des Gebietes und der allgemeinen Mobilitätstrends für Berlin ist dieser Wert als Worst-Case-Rechnung zu betrachten. Zur Stärkung des Umweltverbundes wird empfohlen, die Taktdichte der Buslinie 160 zu erhöhen und die derzeit in Diskussion befindliche zweite Buslinie auf dem Bohnsdorfer Weg zu realisieren. Die Berechnungen zeigen insgesamt, dass der Verkehrszuwachs aus dem Plangebiet an den Knotenpunkten des überörtlichen Netzes ohne weitergehende Maßnahmen abgewickelt werden kann. Für den Knoten Schönefelder Chaussee/Siriusstraße ergibt sich – sofern die Prognosewerte des Szenario 2 eintreten – evtl. das Erfordernis einer Signalisierung. Der für das Plangebiet ermittelte Stellplatzbedarf wird auf dem Grundstück hergestellt. Angesichts der peripheren Lage des Gebietes sollte die geplante Stellplatzanzahl nicht unterschritten werden, da ansonsten die Gefahr eines übermäßigen Parkdrucks besteht. Eine signifikante Erhöhung der Stellplätze kann wiederum auch nicht befürwortet werden, da dieses einen Ausbau der MIV-Infrastruktur bedeutet, 30 IBW - Ingenieurdienstleistungen (2022) 41 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 der nicht im Sinne des Mobilitätsgesetzes steht. Für die ordnungsgemäße Erschließung des Gebietes ist auf der Ostseite des Bohnsdorfer Weges ein Geh- und Radweg zu bauen. Der Bau eines zusätzlichen Gehwegs ist ferner auf der Westseite der Kleeblattstraße und Südseite der Rosestraße bis zur Schirnerstraße erforderlich. Die prognostizierten Verkehrsmengen berücksichtigen bereits die geplante Wohngebietsentwicklung im Bereich der Fläche des MUF. Weitere erhebliche Weitere erhebliche bau-, anlage- oder betriebsbedingte Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten. Emissionen Im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens wurde ein Schallschutzgutachten, Stand 27. Januar 2023, auf der Grundlage der prognostischen Schienenverkehrsdaten und den Angaben zum durchschnittlichen täglichen Verkehr auf den angrenzenden Straßen der zu erwartende Außenlärm untersucht. Die Bewertung der ermittelten Verkehrslärmgeräusche an der geplanten Bebauung laut 16. BImSchV für die Einstufung als allgemeines Wohngebiet im Prognosefall ergab:  der Immissionsgrenzwert 59 dB tags, wird an den Gebäuden am Bohnsdorfer Weg knapp, im sonstigen Wohngebiet sicher unterschritten;  der Immissionsgrenzwert 49 dB(A) nachts, an einigen Nord- und Westfassaden entlang des Bohnsdorfer Wegs sowie im nördlichen und südöstlichen Plangebiet wird überschritten, im sonstigen Wohngebiet unterschritten. Die Bewertung der ermittelten Verkehrslärmgeräusche an der bestehenden Bebauung nach 16. BImSchV für die Einstufung als allg. Wohngebiet ergab:  Der Immissionsgrenzwert 59 dB tags, wird im Prognosenullfall und im Prognoseplanfall an keinem Gebäude überschritten  Der Immissionsgrenzwert 49 dB(A) nachts, wird an einzelnen Fassaden der Bestandsgebäude am Bohnsdorfer Weg im Prognosenullfall und Prognoseplanfall überschritten, an der Kleeblattstraße im Prognosenullfall bei IO E (Kleeblattstraße 30) erreicht und bei IO D (Kleeblattstraße 5) und IO F (Kleeblattstraße 35) um 1 dB überschritten. Im Prognoseplanfall wird bei IO D und IO E der Immissionsgrenzwert 49 dB(A) nachts erreicht und bei IO F um 1 dB überschritten. Die Zunahme der Verkehrsgeräusche an der bestehenden Bebauung durch die prognostizierte Verkehrsentwicklung und im Zusammenhang mit dem geplanten Bauvorhaben beträgt im Mittel 1,2 dB am Tage und 0,1 dB in der Nacht. In den ungünstigsten Fällen beträgt die Zunahme am Tag 1,7 dB (IO C) (Bohnsdorfer Weg 118 A) und in der Nacht 1 dB (IO C). Damit liegen die Werte tags vollständig unter den lärmschutzauslösenden Grenzwerten für allgemeine Wohngebiete nach Berliner Lärmleitfaden und nachts mit Ausnahmen ebenfalls. Verglichen mit den Werten für Mischgebiete, liegen alle Werte des Prognosefalls vollständig darunter. 42 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Nach Berliner Leitfaden besteht eine „relevante Pegelzunahme“ und damit ein „erhöhtes Abwägungserfordernis“. Im Fachgutachten wurden verschiedene Maßnahmen zum aktiven und passivem Schallschutz untersucht. Betroffene Wohngebäude im Bestand wurden im Lärmschutzgutachten zunächst beispielhaft in die Untersuchung einbezogen. Die genaue Feststellung der insgesamt betroffenen Wohngebäude bedarf einer differenzierten weiteren schalltechnischen Untersuchung. Gemäß dem Gutachten kann der Standort insgesamt als gut geeignet für eine Wohnnutzung eingestuft werden. An der überwiegenden Zahl der geplanten Gebäude können gesunde Wohnund Arbeitsverhältnisse im Sinne des Lärmschutzes geschaffen werden. Durch einfache Maßnahmen des passiven baulichen Schallschutzes kann für die Gebäudefassaden, die leicht erhöhten Geräuschpegeln ausgesetzt werden, ein mehr als ausreichender Lärmschutz realisiert werden. Dazu werden textliche Festsetzungen im vorhabenbezogenen Bebauungsplan getroffen. Die Grenzen der Gesundheitsgefährdung nach Berliner Lärmleitfaden von 70 dB(A) am Tage und 60 dB(A) in der Nacht werden an keinem der untersuchten Gebäude des Bestandes und der Neuplanung überschritten. Im Zuge einer Maximalbetrachtung konnte aufgezeigt werden, dass eine Ausschöpfung oder Überschreitung der Immissionsrichtwerte nach TA Lärm durch in einem allgemeinen Wohngebiet zulässige Gewerbenutzungen (vgl. § 4 der BauNVO) nicht zu erwarten ist. Die Genehmigungsfähigkeit von Gewerbenutzungen im Plangebiet sind im jeweiligen Genehmigungsprozess zu beurteilen. Die Geräuschentwicklung der geplanten Kita und Kinderspielplätze sind als sozialadäquat einzustufen und bedürfen keiner weiteren Untersuchung. Hinsichtlich der Emissionen kommt es zu baubedingten Belastungen. Baubedingte Auswirkungen können durch Abrissmaßnahmen der Gebäude und den damit verbundenen Lärm sowie die Verkehrsbelastungen durch den Abtransport des Bauschutts entstehen. Diese Beeinträchtigungen sind aber nicht als erheblich zu bewerten, da die Dauer der Maßnahme zeitlich begrenzt ist. Betriebsbedingte Auswirkungen sind durch zusätzliche Verkehre möglich. Das durch die geplante Wohnnutzung zu erwartende höhere Verkehrsaufkommen wird zu einem geringen Anstieg der lufthygienischen Belastung führen. Eine Überschreitung der lufthygienischen Grenzwerte ist jedoch nicht zu erwarten. Es ist jedoch zu erwarten, dass es zu einer stärkeren Lichtemission durch zusätzliche Straßen- und Wegebeleuchtungen sowie durch die Neubauten kommen kann. Da keine empfindlichen Nutzungen im Umfeld bestehen sind daher keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Erhebliche Auswirkungen aufgrund von Erschütterungen, Wärme und Strahlung sind im Plangebiet nicht zu erwarten. Anlagebedingte Beeinträchtigungen auf das Schutzgut Mensch und seine Gesundheit sind nicht zu erwarten. Die prognostizierten Auswirkungen aufgrund von Schallemissionen berücksichtigen bereits die geplante Wohngebietsentwicklung im Bereich der Fläche des MUF. Weitere erhebliche bau-, anlage- oder betriebsbedingte Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten. Erholung 43 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Anlagebedingt ist durch die Planung von positiven Wirkungen auf die Erholungsvorsorge auszugehen. Durch den geplanten Grünzug wird eine öffentlich nutzbare fußläufige Grünverbindung mit Spielmöglichkeiten vom Knospengrund im Süden bis zur Rosestraße und der vorhandenen öffentlichen Grünanlage im Norden geschaffen. Bau- und betriebsbedingte Auswirkungen auf die Erholung sind nicht zu erwarten. Die Fläche des MUF, für die bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde, ist Teil der Gesamtkonzeption. Durch die Umnutzung in Wohngebäude sind keine weiteren bau-, anlage- oder betriebsbedingte Beeinträchtigungen zu erwarten. 2.4.3 Schutzgut Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt 2.4.3.1 Auswirkungen auf das Schutzgut Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt Tiere Mit der geplanten Bebauung im Plangebiet wird sich der Zustand der Fläche als Lebensraum für die hier vorkommenden Tiere insgesamt durch die Inanspruchnahme und den Lebensraumverlust verschlechtern. Es werden erhebliche bau- und anlagebedingte Beeinträchtigungen entstehen. Die vorgesehene Bebauung der Fläche hat im Ergebnis der vorliegenden faunistischen Untersuchung eine erhebliche Entwertung des Plangebiets für die nachgewiesenen Arten und Artengruppen zur Folge. Zu den Vogelarten, deren vollständiges Verschwinden zu erwarten ist, zählen Feldschwirl, Neuntöter, Pirol, Sumpfrohrsänger und Neuntöter. Für die Zauneidechse geht der Lebensraum ebenfalls vollständig verloren. Der Lebensraumverlust wird sich ebenfalls negativ auf die Tagfalter und Heuschrecken des Gebietsauswirken. Für Zwergfledermäuse führt die Bebauung zu einer Zerschneidung von Teillebensräumen und zu einem Verlust von Jagdgebieten. Auf den offenen ruderalen Gras- und Staudenfluren insbesondere im westlichen Teil des ehemaligen Gärtnereigeländes wurde ein Vorkommen der Zauneidechse (Lacerta agilis) im Rahmen einer Baufeldfreimachung für die geplanten mobilen Unterkünfte für Geflüchtete festgestellt. Die Tiere von der Teilfläche für das MUF wurden abgefangen und auf angrenzende Flächen außerhalb der Fläche des MUF im Plangebiet umgesetzt. Diese Tiere müssen vor dem weiteren Baubeginn erneut gefangen und auf eine geeignete Kompensationsfläche umgesiedelt werden. Eine Kompensationsfläche wird dazu in Kablow hergestellt. Für Brutvögel deren Nistplätze als dauerhaft geschützte Fortpflanzungsstätte gelten, sind in angemessenem Umfang Ersatzquartiere zu schaffen. Zu kompensieren sind:  6 Nistplätze für Höhlenbrüter  mind. 2 Nistplätze für Gebäudebrüter Die gefangenen Amphibien (Erdkröten) werden an ein Ersatz-Laichgewässer in “Brake“ Altglienicke verbracht. 44 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Betriebsbedingte Wirkungen entstehen durch vermehrte optische und akustische Reize (Geräusche, Licht und Bewegungen). Aufgrund der höheren Nutzerfrequenz ist davon auszugehen, dass die auf dem Plangebiet verbliebenen Arten deutlich mehr Störungen ausgesetzt sein werden. Auf der Fläche des MUF erfolgt durch Umsetzung der modularen Unterkünfte, für die bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde, bereits eine vollständige Entwertung der Lebensraumfunktion für Tiere. Durch die zulässige Umnutzung in Wohngebäude, die der vorhabenbezogene Bebauungsplan 9-68 VE ermöglicht, sind keine weiteren erheblichen bau-, anlage- oder betriebsbedingte Beeinträchtigungen zu erwarten. 45 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Schutzgut Pflanzen und biologische Vielfalt Wesentliche Auswirkung der Planung ist ein großflächiger Verlust des Vegetationsbestands als Lebensraum für Pflanzen und Tiere in den geplanten Flächen für Wohnen. Die Planung bereitet Beeinträchtigungen auf dieses Schutzgut vor, die zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. Von den 201 aufgewachsenen Einzelbäumen mit einem Stammumfang über 60 cm müssen insgesamt 166 Bäume gefällt werden. Aufgrund der Baufeldräumung kommt es auch zu weiteren Rodungen von Gehölz- und Vegetationsstrukturen sowie von Gehölzbiotopen. Bei der Bebauung des Grundstücks werden die vorhandenen Biotope überplant und durch gärtnerisch gestaltete, in der Regel gering- bis mittelwertige Biotope des Siedlungsraumes ersetzt. Mit der geplanten Bebauung verringert sich der Flächenanteil mit Bedeutung für den lokalen Biotopverbund. In Bezug auf das Schutzgut Pflanzen und biologische Vielfalt ist bau- und betriebsund anlagenbedingt mit erheblichen Auswirkungen zu rechnen. Eine ökologische Aufwertung erfolgt durch die Anlage eines naturnah gestalteten Grünzuges und durch eine extensive Dachbegrünung als „Naturdach“ mit einer Substratstärke > 15 cm und zusätzlichen Biotopelementen und hohem ökologischem Wert auf Teilen der Dachflächen, durch die Neupflanzung standortheimischer Gehölze sowie durch die Anlage von Wildblumenwiesen. Zusätzlich zu den insgesamt 35 erhaltenen Bestandsbäumen und flächenhaften Baumgruppen werden nach den Darstellungen des Freiflächenplans 320 Einzelbäume im Plangebiet neu gepflanzt. Durch die Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen und die Etablierung artenreicher und ökologisch wertvoller Pflanzen kann hier ein Ausgleich geschaffen werden. Diese Pflanzungen wurden bereits in die Planung integriert und sind fester Bestandteil der Gestaltung. Die neugeplanten Biotope sind in der Regel als gering- bis mittelwertige Biotope des Siedlungsraumes zu bewerten und stellen keinen vollständigen Ersatz für die beseitigten Biotope dar. In der nachfolgenden Tabelle sind die Biotoptypen aufgelistet, welche im Rahmen der Planung auf der Fläche umgesetzt werden sollen. Die Einordnung der Planung in Biotoptypen ist aus dem Plan mit der Nummer BPLAN_9-68VE_UP_LP_101 ersichtlich. Tab. 7 Biotoptypen Planung (ohne MUF) BiotopCode Biotoptypen Flächenermittlung in [1.000 m2] 05161 artenreicher Zier-/ Parkrasen Wohnquartiere, Rasenmulden an Verkehrsflächen, Spielfläche Grünzug 16,2 071021 Laubgebüsche frischer Standorte, überwiegend heimische Arten 3,7 07142511 Baumreihen, mehr oder weniger geschlossen, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend heimische Gehölze 0,3 0715312 einschichtige oder kleine Baumgruppe, überwiegend heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter 2,9 0715322 einschichtige oder kleine Baumgruppe, überwiegend nicht heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter 0,4 10201 Spielplatz weitgehend ohne Gehölze 2,0 12240 Zeilenbebauung 6,1 12621 Überwiegend versiegelte Stadtplätze und Promenaden mit regelmäßigem Baumbestand 1,3 46 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 12652 Flächen in wasser- und luftdurchlässigem Aufbau 4,1 12653 teilversiegelter Weg (inkl. Pflaster) 8,7 12654 versiegelter Weg 0,1 (12911) extensive Dachbegrünung mit hohem Aufbau (Substratstärke > 15 cm) und Biotopelementen (1 Element/je 10 m² Gründach) 8,5 (12911) extensive Dachbegrünung (Substratstärke < 15 cm) 0,3 (12912) Intensive Dachbegrünung 0,1 Gesamt (12920) 54,7 Fassadenbegrünung 0,6 Auf der Fläche des MUF erfolgt durch Umsetzung der modularen Unterkünfte, für die bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde, bereits eine vollständige Entwertung der Lebensraumfunktion für Pflanzen. Durch die zulässige Umnutzung in Wohngebäude, die der vorhabenbezogene Bebauungsplan 9-68 VE ermöglicht, ist die Umnutzung eines Teils der Außenanlagen in Stellplätze erforderlich. Diese Umnutzung führt zu weiteren Beeinträchtigungen auf 800 m². Damit sind keine erheblichen anlagebedingten Beeinträchtigungen verbunden. Bau- und betriebsbedingte Beeinträchtigungen auf das Schutzgut Pflanzen und Tiere sind nicht zu erwarten. 2.4.3.2 Auswirkungen auf die Erhaltungsziele und den Schutzzweck der Natura 2000 Gebiete im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes Der Geltungsbereich liegt weder in Schutzgebieten im Sinne der §§ 22 BNatSchG noch in oder in der Nähe von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiete oder Europäische Vogelschutzgebiete). Erhaltungsziele und der Schutzzweck von FFH- und Vogelschutzgebieten sind durch die Planung nicht betroffen. Das nächstgelegene FFH-Gebiet ist das rund 5 Kilometer weiter nordöstlich gelegene „Teufelsseemoor Köpenick“ (DE3547302). Aufgrund der Entfernung werden die Erhaltungsziele und sowie der Schutzzweck des nächstgelegenen Natura 2000 Gebietes nicht tangiert. 2.4.4 Schutzgut Boden Die geplante Bebauung führt auf den Gebäudeflächen und vollversiegelten Wegeflächen zum Verlust der Bodenfunktionen. Durch Überbauungen und Versiegelungen kommt es zu einem teilweisen Verlust von Bodenfunktionen. Die Neuversiegelung beträgt 1,51 ha. Damit sind anlagebedingt erhebliche Beeinträchtigungen verbunden. Dies hat insbesondere auf die nordöstlich des Untersuchungsgebietes gelegene Teilfläche, welche mit einer „sehr hohen Schutzwürdigkeit“ als Bodenschutzkategorie ausgewiesen ist, erhebliche Auswirkungen. Insgesamt werden rund 3,28 ha voll- und teilversiegelt bzw. überbaut. Damit sind negative Auswirkungen auf die Filter-, Speicher-, (Ertrags-) und Regelungsfunktion zu erwarten. Auf dem Grundstück ist mit der baubedingten Inanspruchnahme unversiegelter Flächen durch Baufahrzeuge und Baustelleneinrichtung zu rechnen. Zudem besteht bauzeitlich die Gefahr von Schadstoffeinträgen in den Boden. Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften zum Schutze der Um- 47 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 welt für Fahrzeuge und Baumaschinen und Baubetrieb sind keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Durch die punktuelle Belastung von Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und ggf. weiterer Schadstoffe, ist z.T. ein Austausch von Böden erforderlich. Es werden auch weitere Bereiche, welche im Zusammenhang mit der alten Nutzung als Gärtnerei und einer daraus gefolgten Kontamination entstanden sind, großflächig ausgetauscht. Dieser Bodenaustausch wirkt sich positiv auf das Schutzgut Boden aus. Insgesamt werden gemäß Tabelle 6 zusätzlich 1,51 ha der Fläche durch Teil- und Vollversiegelungen sowie durch Überbauungen dauerhaft in Anspruch genommen. Aufgrund der Nutzungsgeschichte und der flächendeckend vorliegenden anthropogenen Überformung ist dieser Ansatz gerechtfertigt. Für die Bilanzierung der Tabelle 6 wurde der Bestandszustand des Plangebietes herangezogen. Hierbei wurden die als Bauflächen/Baustellen beschriebenen Bereiche als offene Flächen bilanziert. Grundlage für die Bilanzierung der Bestandsflächen ist der Biotoptypenplan (Anlage 1). Für den Bereich MUF wurde bereits eine Baugenehmigung erteilt, die damit zukünftig eintretenden Versiegelungen sind abschließend in dem dafür durchgeführten Genehmigungsverfahren beschrieben und bilanziert. Über das bestehende Planungsrecht hinaus werden 800 m² zusätzlich versiegelt. Hiermit entstehen weitere erhebliche anlagebedingte Beeinträchtigungen. Bauund betriebsbedingte Beeinträchtigungen sind durch die zulässige Umnutzung zu Wohngebäude nicht zu erwarten. Altlasten Die vorhandenen punktuellen Belastungen werden saniert und stellen dann keine Konflikte mit der geplanten Wohnnutzung dar. Die durchgeführte Erkundung des Baugrundes ergab, dass in den Baubereichen für die Auffüllungen eine Einstufung des Materials in die Kategorie Z 1.2 nach LAGA anzunehmen ist. Der geogene Untergrund zeigte keine erhöhten Schadstoffwerte und hält die Grenzwerte der Kategorie Z0 nach der Bund-/ Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) ein. 2.4.5 Schutzgut Wasser Versiegelungen durch Überbauung können den Direktabfluss nach Niederschlagsereignissen erhöhen und verringern die Wasserrückhaltefunktion und Grundwasserneubildung. Die Neuversiegelung (vgl. Tab. 6) wirkt sich dabei negativ auf das Schutzgut Wasser aus. Die Planung ist mit erheblichen anlagebedingten Beeinträchtigungen verbunden. Bauzeitlich ist die Gefahr von Schadstoffeinträgen in den Boden und somit auch in das Schichten- und Grundwasser zu erwarten. Die gesetzlichen Vorschriften zum Schutze der Umwelt für Fahrzeuge und Baumaschinen und Baubetrieb bleiben unberührt. Erhebliche baubedingte Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten. Zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE liegt ein Entwässerungskonzept31 vor mit dem der Nachweis erbracht wird, dass das im Bereich des Plangrundstücks anfallende Niederschlagswasser im Gebiet vollständig zurückgehalten und versickert werden kann. Eine Einleitung in die 31 Bacher, S.; Bacher Landschaftsarchitekten (2021) 48 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Trennkanalisation für den Bereich des Grünzugs, der Erschließungsstraßen, der Pkw-Stellplätze sowie für die Quartiere B - F ist nicht erforderlich. Da die landesrechtliche Regelung zur Versickerung des Niederschlagswassers mit dem vorliegenden Entwässerungskonzept umgesetzt wird, sind bei Durchführung der Planung positive Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt zu erwarten. Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen, wie z.B. die Festsetzung von wasserdurchlässigen Befestigungen zur flächigen Versickerung des Niederschlagswassers sind aufgrund der in den meisten Bereichen wenig wasserdurchlässigen Böden nicht sinnvoll. Mit dem Entwässerungskonzept zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68VE liegt eine sichere und wirtschaftliche Entwässerungslösung vor, die den gesetzlichen Anforderungen gemäß Wasserhaushaltsgesetz, Berliner Wassergesetz und Abwasserbeseitigungsplan entspricht und durch die geplanten Gründächer mit Retentionsfunktion insgesamt positive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im Plangebiet bewirkt. Gegenüber dem Bestand im Bereich der Flächenabgrenzung des MUF sind keine weiteren erheblichen anlagebedingten Beeinträchtigungen auf 800 m² zu erwarten. Bau- und betriebsbedingte Beeinträchtigungen sind durch die zulässige Umnutzung zu Wohngebäude ebenfalls nicht zu erwarten. 2.4.6 Schutzgut Klima/Luft einschließlich der Auswirkungen infolge des Vorhabens auf das Klima und der Anfälligkeit des Vorhabens gegenüber den Folgen des Klimawandels Die Grün- und Freiflächen im Plangebiet werden durch erhaltene Baumgruppen und Einzelbäume, sowie der Pflanzung von 320 Bäumen begrünt und beschattet. Die Dächer der Wohngebäude werden als Retentionsdächer mit einer Substratschicht > 15 cm naturnah begrünt, die Dächer von Nebenanlagen mit einer extensiven Dachbegrünung. In ausgewählten Wohnquartieren sind Fassadenbegrünung vorgesehen. Die naturnahe Gestaltung und großflächige Anlage des Grünzuges, welcher als eine Art Luftkorridor dient, werden die klimatischen Prozesse im Plangebiet begünstigen. Jedoch besteht im Allgemeinen die Gefahr, dass sich versiegelte Flächen stärker aufheizen und hierdurch auch die Temperaturen in der Umgebung ansteigen. Dies ist insbesondere an Tagen mit extremen Temperaturen von Bedeutung. Die Neuversiegelung (vgl. Tab. 6) steht hierbei in Relation zu der durchgrünten Gestaltung der Außenanlagen. Insgesamt werden im Rahmen der Planungen 166 Bäume gefällt und großflächig aufgewachsene Gehölzbiotope gerodet. Dieser Wegfall der Bäume und Biotope hat einen direkten Einfluss auf das Schutzgut Klima, da diese Strukturen und Gehölze u.a. für Interzeptions- und Transpirationsprozesse sorgen. Eine Verschlechterung der stadtklimatischen Funktion der Fläche durch Vegetationsverlust und die Bebauung und die damit verbundenen erheblichen anlagebedingten Beeinträchtigungen kann durch die geplante extensive Dachbegrünung, eine Fassadenbegrünung an Teilen der Gebäudefassaden, durch Baumpflanzungen und die geplanten begrünten Freiflächen ausgeglichen werden. Baubedingte Auswirkungen, z.B. lufthygienische Belastung in Form von Staubbildung, sind nicht dauerhaft und daher als nicht erheblich zu bewerten. Betriebsbedingt sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Klima/Luft zu erwarten. 49 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Gegenüber dem Bestand im Bereich der Flächenabgrenzung des MUF sind keine weiteren erheblichen anlagebedingten Beeinträchtigungen auf 800 m² zu erwarten. Bau- und betriebsbedingte Beeinträchtigungen sind durch die zulässige Umnutzung zu Wohngebäude nicht zu erwarten. 2.4.7 Schutzgut Landschaftsbild / Erholung Mit der Planung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist der Abriss mehrerer baufälliger Gebäude und Hallen verbunden. Nach Realisierung der Planung wird die Fläche einen Grünflächenanteil von ca. 46 Prozent mit vielen gestalterisch wertvollen Elementen (Einzelbaum-, Strauchpflanzungen) aufweisen. Den Wohnquartieren sind unmittelbar angrenzende Spiel- und Freiräume zugeordnet. Der zentrale Grünzug wird naturnah gestaltet und unter Erhaltung eines Teils der Bestandsbäume und Baumgruppen aufgewertet. Die geplanten zwei- bis sechsgeschossigen Gebäude in den Wohnquartieren stellen zwar deutlich wahrnehmbare, aber nicht dominierende anthropogene Überformungen dar und fügen sich in das vorhandene heterogene Siedlungsgefüge ein. Das Plangebiet wird zukünftig für die Allgemeinheit zugänglich sein. Über den zentralen Grünzug wird eine Anbindung an die nördlich angrenzende öffentliche Grünanlage geschaffen. Für die neuen Anwohner entstehen gestaltete Grün- und Freianlagen mit Spiel – und Aufenthaltsbereichen in den geplanten Quartieren. Für die Erholungsvorsorge des unmittelbaren Wohnumfeldes ist das Plangebiet nach Realisierung der Planung von mittlerer bis hoher Bedeutung. Mit der Schaffung eines zentralen Grünzuges mit öffentlich nutzbaren Spielflächen, einem Stadtplatz als Begegnungsstätte und der Anbindung an die im Norden angrenzende öffentliche Grünfläche erfolgt eine deutliche Aufwertung der Verbindungs- und Erholungsfunktion im Plangebiet. Durch die geplante Bebauung wird sich das Landschaftsbild deutlich verändern. Insgesamt werden im Rahmen der Planungen 166 Bäume gefällt und großflächig aufgewachsene Gehölzbiotope gerodet. Dieser Wegfall der Bäume und Biotope hat einen erheblichen Einfluss auf das Schutzgut Landschaftsbild / Erholung. Dem gegenüber stehen 396 Baumneupflanzungen. Insgesamt wird das Plangebiet mit 548 Bäumen bestanden sein. Diese sollen u.a. als Ausgleichspflanzungen und naturräumliche Eingliederung verstanden werden. Aufgrund der naturnahen Gestaltung der Außenanlagen und der lockeren Wohnbebauung werden die Auswirkungen auf das Schutzgut Landschafts- bzw. Ortsbild als positiv eingeschätzt. Durch die Bebauung entsteht eine Ordnung der städtebaulichen Struktur und eine Wiedereingliederung des brachgefallenen Areals. Bau- und betriebsbedingt sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaftsbild / Erholung zu erwarten. Gegenüber dem Bestand im Bereich der Flächenabgrenzung des MUF sind keine weitere erheblichen bau-, anlage- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen bezogen auf das das Landschaftsbild zu erwarten. 50 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.4.8 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter Im Plangebiet und direkt angrenzend sind keine Denkmale vorhanden, die durch die Planung erheblich beeinträchtigt werden könnten. Auch durch die zulässige Umnutzung zu einem Wohngebäude im Bereich des MUF entstehen keine bau-, anlage- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen auf Kultur- und sonstige Sachgüter. 2.4.9 Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern und Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete Alle Schutzgüter stehen in Wechselwirkungen unterschiedlicher Ausprägung zueinander; so hat z.B. die großflächige Rodung der Laubgebüsche eine direkte Auswirkung auf das Mikroklima und folglich auf das Schutzgut Klima - da die verschatteten Bereiche und großflächigen Gehölzstrukturen u.a. für Interzeptions- und Transpirationsprozesse sorgen. Auf die Schutzgüter Mensch und seine Gesundheit, Schutzgebiete sowie Landschafts- und Ortsbild sind mit der Umsetzung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zum Teil erhebliche Auswirkungen durch Flächeninanspruchnahme verbunden, da das Areal im Vergleich zum Bestand um ca. 1,51 ha zusätzlich versiegelt wird. Bezogen auf die Schutzgüter Boden, Wasser, Luft, Klima hat die Planung aufgrund von zusätzlicher Versiegelung, Erhöhung des Oberflächenabflusses und stärkerer Aufheizung negative Auswirkungen, die jedoch durch geeignete Maßnahmen, Dach- und Fassadenbegrünung, Pflanzungen, örtliche Versickerung des Niederschlagswassers, weitgehend ausgeglichen werden können. Für die Schutzgüter Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt hat die Planung erhebliche Auswirkungen, insbesondere in Bezug auf den Lebensraum- und Standortverlust. Es ist davon auszugehen, dass unter Berücksichtigung der geplanten Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen keine erheblichen Beeinträchtigungen infolge der Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern auftreten. Eine Kumulierung von Effekten, welche sich aus umliegenden Planungen bzw. Vorhaben ergeben, ist ebenfalls nicht zu erwarten. 2.4.10 Auswirkungen infolge der Art und Menge der erzeugten Abfälle und ihrer Beseitigung und Verwertung Auf Ebene der Bauleitplanung kann die Vermeidung von Emissionen sowie der sachgerechte Umgang mit Abfällen und Abwässern nicht geregelt werden. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist in der Bauausführung jedoch zu beachten und nimmt so Einfluss auf den sachgerechten Umgang mit Abfällen und Abwässern. Bei der Abfallentsorgung ist davon auszugehen, dass die in Berlin tätigen Entsorgungsunternehmen die anfallenden Abfälle sachgerecht und nach dem aktuellen Stand der Technik verwerten können. Während der Bauphase ist davon auszugehen, dass Bauschutt anfällt und ein teilweiser Bodenaustausch notwendig wird. Auch hier ist davon auszugehen, dass die anfallenden Restmengen sachgerecht entsorgt wird. 51 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.4.11 Auswirkungen infolge der Risiken für die menschliche Gesundheit, das kulturelle Erbe (Kultur- und sonstige Sachgüter) oder die Umwelt Im unmittelbaren Umfeld des Plangebietes befinden sich keine Betriebe, die der „Seveso-IIIRichtlinie“ (Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2012/18/EU zur Beherrschung der Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen) und der Sprengstoffverordnung unterliegen. Sonstige Unfälle oder Katastrophen, die für die menschliche Gesundheit, das kulturelle Erbe (Kultur- und sonstige Sachgüter) oder die Umwelt von Belang sind, können nicht aus der Örtlichkeit oder der geplanten Nutzung abgeleitet werden. 2.4.12 Auswirkungen der geplanten Vorhaben auf das Klima und die Anfälligkeit der geplanten Vorhaben gegenüber dem Klimawandel Die Grün- und Freiflächen im Plangebiet werden durch erhaltene Bäume und Baumgruppen sowie durch Neupflanzungen beschattet. Die Dächer der Wohngebäude werden als Retentionsdächer mit einer Substratschicht > 15 cm naturnah begrünt. Zur Aufwertung der ökologischen Funktion wird auf ausgewählten Dächern je 10 m² Gründachfläche ein Biotopelement angelegt. Fahrradboxen und Mülleinhausungen werden mit einer extensiven Dachbegrünung mit einer Substratstärke von ca. 8 cm angelegt. An geeigneten Hauswänden werden die Fassaden begrünt. Darüber hinaus wird die Pflanzung von klimaresistenten und standortgerechten Bäumen vorgesehen, welche auch zukünftig langanhaltenden Trockenperioden standhalten können. Diese Maßnahmen wirken sich im Allgemeinen positiv auf das (Mikro)Klima aus und verringern die Anfälligkeit des geplanten Vorhabens gegenüber dem Klimawandel. 2.4.13 Auswirkungen infolge der eingesetzten Techniken und Stoffe In der Bauleitplanung gibt es keine Ermächtigungsgrundlage zur Festsetzung bestimmter Baumaterialien. Es wird davon ausgegangen, dass umweltbezogenen Vorschriften zur Verwendung von Baustoffen eingehalten werden. Erhebliche Auswirkungen sind nicht zu erwarten. 2.4.14 Erheblichkeit der Auswirkungen Im Rahmen der Umweltprüfung für diesen Bebauungsplan wurde festgestellt, dass dessen Durchführung voraussichtlich erhebliche Umweltauswirkungen im Bereich des Plangebiets ohne MUF auf die Schutzgüter Boden und Pflanzen und Tiere nach sich ziehen wird. Maßnahmen zur Vermeidung und zum Ausgleich werden hierbei bereits berücksichtigt. Auf der Fläche des MUF erfolgt durch Umsetzung der modularen Unterkünfte, für die bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde, bereits eine vollständige Entwertung für den Naturhaushalt. Durch die zulässige Umnutzung in Wohngebäude, die der vorhabenbezogene Bebauungsplan 968 VE ermöglicht, ist die Umnutzung eines Teils der Außenanlagen in Stellplätze erforderlich. Diese Umnutzung führt zu weiteren Beeinträchtigungen auf 800 m². Damit sind keine erheblichen anlagebedingten Beeinträchtigungen auf die Schutzgüter der Umweltprüfung verbunden. Bauund betriebsbedingte Beeinträchtigungen der Schutzgüter sind nicht zu erwarten. 52 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.5 Vermeidung, Verhinderung, Verringerung und Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen sowie Eingriffsbeurteilung und Ausgleichsentscheidung gemäß § 18 BNatSchG i. V. m. § 1a Abs. 3 BauGB 2.5.1 Eingriffsbewertung und -bilanzierung 2.5.1.1 Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz Durch die Planung werden Eingriffe in Natur und Landschaft vorbereitet. Eingriffe im Sinne des BNatSchG sind Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderungen des mit der belebten Bodenschicht in Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können (§14 Abs. 1 BNatSchG). 2.5.1.2 Eingriffsregelung nach dem Baugesetzbuch Bei der Aufstellung eines Bebauungsplans sind gemäß § 1a Abs. 3 BauGB die sich aus der Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz ergebenen Erforderlichkeiten zu berücksichtigen. Dies betrifft vor allem Vermeidung und Ausgleich von Beeinträchtigungen der Leistungsund Funktionsfähigkeit von Natur und Landschaft. 2.5.1.3 Eingriffe durch den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE Gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB sind die Belange des Umweltschutzes bei der Aufstellung der Bauleitpläne und in der Abwägung nach § 1 Abs. 7 BauGB zu berücksichtigen. Insoweit ist hier zu beschreiben, wie die Vermeidungs- und Ausgleichserfordernisse des jeweils zu berücksichtigenden Fachrechts beachtet werden. Unter Berücksichtigung der Bestandsaufnahme (Kapitel 2.2) und der prognostischen Abschätzungen unter Kapitel 2.4 ist zum gegenwärtigen Stand der Planung davon auszugehen, dass es sich zum Teil um erhebliche Eingriffe in den Naturhaushalt handelt. Die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima/Luft und insbesondere Tiere, Pflanzen und Biotopstruktur werden im Rahmen des Vorhabens stark verändert. Grundsätzlich gilt für den Verursacher eines Eingriffs ein Vermeidungsgebot, das ihn nach § 13 des Bundesnaturschutzgesetzes zur Unterlassung vermeidbarer Beeinträchtigungen verpflichtet. Demzufolge hat die Vermeidung von Eingriffen in Naturhaushalt und Landschaftsbild Priorität vor dem Ausgleich oder Ersatz des vorübergehenden Eingriffs und des Totalverlustes. 2.5.1.3.1 Eingriffsbewertung und -bilanzierung (Plangebiet ohne MUF) Die Vermeidung und der Ausgleich voraussichtlich erheblicher Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes sowie der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes in seinen in § 1 Abs. 6 Nr. 7 a BauGB bezeichneten Bestandteilen (Eingriffsregelung nach Bundesnaturschutzgesetz) sind in der Abwägung nach § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB zu berücksichtigen. Der Eingriffsregelung unterliegen nur Beeinträchtigungen, die über die bisher bauplanungsrechtlich zulässigen Beeinträchtigungen hinausgehen. 53 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Die Eingriffsbewertung und -bilanzierung erfolgt nach dem im „Berliner Leitfaden zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen“ (SenUVK, Februar 2020) dargestellten ausführlichen Verfahren. Für das Plangebiet wurden dafür zwei Fachgutachten erstellt. Zum einen für die Errichtung der drei modularen Unterkünfte für Geflüchtete und die Gestaltung der angrenzenden Außenanlagen, im Rahmen des beschleunigten Genehmigungsverfahrens gemäß § 246 Abs. 9 BauGB. Für die restliche Fläche des Plangebiets wurde ein Grünordnerisches Fachgutachten mit Eingriffsbewertung und -bilanzierung erstellt. Ausgangspunkt der Bewertung ist gemäß Leitfaden ein detailliertes Ziel- und Wertesystem, das aus den Zielen des Landschaftsprogramms einschließlich Artenschutzprogramm Berlin (LaPro) abgeleitet ist. Die Ziele werden über Wertträgern operationalisiert, mit denen die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie das Landschaftsbild abgebildet werden. Die Wertträger repräsentieren die abiotischen und biotischen Komponenten des Naturhaushaltes und das Landschaftsbild. Sie werden anhand von Kriterien und Indikatoren im Hinblick auf ihren Zielbeitrag zu den übergeordneten Zielen des LaPro bewertet. Die folgenden Tabellen erläutern die Wertträger sowie die verwendeten Kriterien und ordnen den einzelnen Wertstufen bestimmte Wertpunkte zu; sie bilden somit den Bewertungsrahmen sowohl für die Bestands- als auch Planungssituation im Plangebiet. Die Einstufung basiert auf aggregierten Indikatoren. Die Auswahl der Kriterien wird durch methodische Überlegungen zur Indikation der Ziele der Landschaftsplanung bestimmt. Vorliegend dienen als Datengrundlage die Daten und kartografischen Darstellungen des Umweltatlas und des Landschafts- und Artenschutzprogramms Berlin. Daneben wurden eigene Erhebungen durchgeführt, die vor allem eine terrestrische Biotoptypenkartierung umfassen. Die Bezugsfläche der Eingriffs-Ausgleichbilanzierung bildet das Plangebiet ohne die Teilfläche des MUF. Für den Bereich des MUF erfolgt im Anschluss eine Bilanzierung der Eingriffe, die über das bestehende Planungsrecht hinausgeht. 54 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Tab. 8 Werteinstufungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild: Bestandssituation Schutzgut Boden natürliche Funktionen des Bodens und Archivfunktion für die Naturgeschichte Werteinstufung Bewertungskriterium Böden mit einer mittleren Bedeutung für die „Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt“ und die „Puffer- und Filterfunktion“ hoch (12 Wertpunkte) Böden mit einer mittleren Bedeutung für die „Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt“ und die „Puffer- und Filterfunktion“ mittel (6 Wertpunkte) Begründung Böden mit sehr hoher Schutzwürdigkeit befinden sich im nordwestlichen Teil des Plangebiets. Charakteristische Bodentypen der Bodengesellschaft sind Parabraunerde Sandkeilbraunerden. Hierbei sind Böden mit einer sehr geringen Naturnähe vorzufinden. Vorbelastungen des Bodens bestehen aufgrund der Nutzungsgeschichte auch auf den beräumten Flächen des Plangebietes. Charakteristische Bodentypen der Bodengesellschaft sind Regosol, Pararendzina und Hortisol. Diese Böden sind mit Aufschüttungen wie Glasscherben und Beton- und Bauschuttresten durchsetzt und weisen eine mittlere Bedeutung für die Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt und die Puffer- und Filterfunktion auf. Versiegelte- und teilversiegelte Flächen Werteinstufung Bewertungskriterium vollversiegelte Fläche ohne oder mit nur geringem Fugenanteil wie Asphalt, Beton, Pflaster mit Fugenverguss oder Betonunterbau, Kunststoffbeläge, Plattenbeläge nicht vorhanden (0 Wertpunkte) Begründung Diese Flächen sind bebaut oder vollversiegelt. Schutzgut Wasser Naturnähe des Wasserhaushaltes Bewertungskriterium Wald und gehölzbestandene Bereiche, Wasser und Feuchtgebiete Werteinstufung Begründung sehr hoch (10 Wertpunkte) Die unterschiedliche Vegetationsbedeckung wirkt sich auf die Naturnähe des Wasserhaushalts aus. Die gehölzbestandenen Bereiche weisen sehr hohe Werte auf. Gärten, Wiesen, Kulturland mit natürlichem Wasserhaushalt, intensive Begrünung auf Dächern und Tiefgaragen über 15 cm Substratstärke und Retentionsfunktion hoch (8 Wertpunkte) Dächer mit Ziegeln, Dachpappe und andere, Asphalt, fugenloser Beton nicht vorhanden (0 Wertpunkte) 55 In diesen Bereichen finden direkte Flächenversickerungen statt, was sich positiv auf den Wasserhaushalt auswirkt. Diese Bereiche sind bebaut oder vollversiegelt. Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Zuschlag Niederschlagswasserbewirtschaftung Bewertungskriterium verdunstungsermöglichende Maßnahmen (zum Beispiel Flächenversickerung, Mulden oder Mulden-RigolenSysteme, Tiefbeetrigole) Werteinstufung (2 Wertpunkte) Begründung Diese Flächen entwässern über umliegende und offene Geländeoberflächen. Gewässerbelastungen durch anthropogen induzierten Oberflächenabfluss Bewertungskriterium bei Trennkanalisation über 10 bis ≤ 30 % bei Fließgewässern 1. Ordnung oder ≤ 10 % bei Stand- und Fließgewässern 2. Ordnung sowie bei Mischkanalisation über 10 bis ≤ 30 % Werteinstufung mittel (4 Wertpunkte) Begründung Im Plangebiet sind rund 14 % der Flächen an eine Trennkanalisation, bestehend aus einer Schmutzwasser- und einer Regenwasserkanalisation angeschlossen. Es besteht ein mittleres Risiko für Gewässerbelastung durch Überlaufen der Kanalisation aufgrund des Oberflächenabflusses und der Empfindlichkeit der Dahme als Vorfluter. Schutzgut Klima Luftaustausch Bewertungskriterium Werteinstufung Siedlungsraum mit einem geringen Kaltluftvolumenstrom (20 – 60 m³/s) gering (2 Wertpunkte) Begründung In der Karte „Bodennahes Windfeld und Kaltluftvolumenstrom 2015“ (Umweltatlas) wird für rund 40 Prozent der Fläche im Zentrum und Nordosten des Plangebietes ein Kaltluftvolumenstrom als Flächenmittelwert < 50 m³/s angegeben. Die Rasterdaten für den Kaltluftvolumenstrom zeigen einen Kaltluftvolumenstrom, der im Bereich zwischen 35 bis 49 m³/s liegt. In den übrigen Bereichen liegt der Kaltluftvolumenstrom gemäß Rasterdaten zwischen 50 und 60 m³/s. Nur in kleinen Randflächen an der nördlichen Grenze des Plangebietes sowie im Südwesten an der Ecke Bohnsdorfer Weg/Knospenweg liegt der Wert kleinflächig über 60 m³/s. Das Windfeld im nördlichen Teil der Fläche weist eine Geschwindigkeit von 0,1 – 0,3 m/s in südlicher Richtung auf. Das Plangebiet wird daher insgesamt der Kategorie „Flächen mit einem geringen Kaltluftvolumenstrom“ zugeordnet. Zuschlag Porosität Bewertungskriterium Werteinstufung große Porosität bezüglich bebauter und mit Vegetation bestandener Strukturen (2 Wertpunkte) 56 Begründung Ein Zuschlag für Porosität wird für den westlichen Grundstücksteil vergeben, da hier ein mindestens 50 Meter breiter hindernisarmer Durchflussraum zur Wirksamkeit auf dahinterliegende Wohnquartiere bei vorherrschender Windrichtung von Nord nach Süd vorhanden ist. Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 stadtklimatische Funktion Bewertungskriterium klimatisch stark entlastend wirkende Strukturen (Gehölze > 2,0 m, Wasserflächen, Schilfflächen) Klimatisch überwiegend entlastend wirkende Strukturen (Gehölze > 1 m, Wiesen, Ruderalvegetation, Rasen, intensive Dachbegrünungen) Klimatisch belastend wirkende Strukturen (alle vegetationsfreien Flächen, wie Dächer, Asphalt, Beton, Fassaden, Pflasterflächen) Werteinstufung Begründung sehr hoch (10 Wertpunkte) Diese Bereiche sind mit klimatisch stark entlastenden Vegetationsstrukturen bestanden. Hierbei handelt es sich um gehölzbestandene Bereiche, die einen positiven Effekt auf die stadtklimatische Funktion haben. mittel (6 Wertpunkte) In diesem Areal sind Gärten, Wiesen und Kulturland mit natürlichem Wasserhaushalt vorzufinden. Diese offenen Bereiche haben eine mittlere Bedeutung für den Wasserhaushalt. nicht vorhanden (0 Wertpunkte) Diese Bereiche sind bebaut oder vollversiegelt. Diese Bereiche weisen negative stadtklimatischen Funktionen auf, da sie sich bei Sonneneinstrahlung stark aufheizen können. Zuschlag Überschirmung durch Bäume Werteinstufung Bewertungskriterium Überschirmung des Vorhabengebietes durch Bäume > 35 % gesamten (3 Wertpunkte) Begründung Insgesamt sind 35,3 % des Plangebietes von Bäumen überschirmt. Dadurch entstehend beschattete und klimatisch regulierte Bereiche. Schutzgut Arten und Biotope Biotoptypenbewertung Bewertungskriterium Werteinstufung für die Erfassung und Bewertung der Biotopausstattung wurde eine terrestrische Biotoptypenkartierung erstellt Begründung Die Bewertung der Biotoptypen erfolgt gemäß Berliner Leitfaden. Dabei finden folgende Parameter Anwendung: Grundwert - Hemerobie (Naturnähe), - Vorkommen gefährdeter Arten, - Seltenheit bzw. Gefährdung des Biotoptyps, - Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten Risikowert - Dauer der Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften des Biotoptyps durch autochthone Besiedelung, - Wiederherstellbarkeit der abiotischen Standortbedingungen. - Einzelbäume Bewertungskriterium für die Erfassung und Bewertung des Einzelbaumbestandes wurde der im Gebiet vorhandene Baumbestand kartiert Werteinstufung Begründung Die Einstufung des Baumbestandes erfolgt nach den Werteinstufungen der Berliner Biotoptypenliste - 57 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Biotopverbund Werteinstufung Bewertungskriterium Fläche hat eine Bedeutung für den lokalen Biotopverbund Begründung Das Plangebiet ist nicht Gegenstand des berlinweiten Biotopverbundsystems. Es steht jedoch im Zusammenhang mit angrenzenden Flächen, die gemeinsam einen lokalen Biotopverbund bilden. Da die nördlich an das mittel (4 Wertpunkte) Plangebiet angrenzenden öffentlichen Grünflächen gemäß LaPro 2016 dem Biotopverbund dienen, haben die Vegetationsflächen im Plangebiet ebenfalls eine Bedeutung für den lokalen Biotopverbund. Schutzgut Landschaftsbild / Erholung Qualität des Landschafts- und Stadtbildes Werteinstufung Bewertungskriterium Anteil landschaftstypischer und/oder gestalterisch wertvoller Elemente über 50 % mittel bis hoch (5 Wertpunkte) Begründung Der Anteil landschaftstypischer Elemente an der Fläche des Plangebietes beträgt über 50 Prozent. Prägende und identitätsstiftende Sichtbeziehungen zwischen Landschaftsräumen bzw. Freiräumen oder Parkflächen sind nicht vorhanden. Bedeutung der Grünflächen und des Stadt-, Freiraumes, einschließlich der öffentlich zugänglichen Privatflächen für die Erholung Werteinstufung Bewertungskriterium nicht öffentlich zugängliche Grün- und Freiflächen (zum Beispiel eingezäunte Flächen) gering (2 Wertpunkte) Begründung Das ehemalige Gärtnereigelände ist eingezäunt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Für die Erholungsvorsorge des unmittelbaren Wohnumfeldes ist die Fläche aufgrund der fehlenden Zugänglichkeit ohne Bedeutung. Die Bewertung beschränkt sich auf die Grün- und Freiflächen im Plangebiet. Tab. 9 Werteinstufungen für Naturhaushalt und Landschaftsbild: Planung Schutzgut Boden Planungstypen bei Überplanung Bewertungskriterium private oder öffentliche Grünfläche mit Zweckbestimmung Parkanlage gärtnerische Anlage von nicht überbaubaren Grundstücksflächen auf natürlichen Standorten Werteinstufung Begründung mittel-hoch (8 Wertpunkte) Der Grünzug im Zentrum des Plangebietes weist den höchsten ökologischen Wert auf. Hierbei handelt es sich um eine offene Grünfläche, welche vegetativ bestanden ist. mittel (6 Wertpunkte) Dieser Planungstyp ist als offenes Grünland mit Bodenanschluss zu bewerten. Natürliche Bodenfunktionen bleiben hier vorhanden, zeichnen sich jedoch nicht durch eine besonders hohe Klassifizierung aus. 58 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Flächen, in wasser- und luftdurchlässigem Aufbau Private oder öffentliche Grünfläche mit Zweckbestimmung Spielplätze gering (2 Wertpunkte) Nach Umsetzung der Planung werden zugewiesene Bereiche in wasser- und luftdurchlässigem Aufbau ausgeführt. Diese Flächen sind zwar teilversiegelt, doch wird hier ein teilweiser Erhalt der belebten Bodenschichten gewährleistet. gering (2 Wertpunkte) Bei den Spielplatzflächen handelt es sich zumeist um Sandauffüllungen. nicht vorhanden (0 Wertpunkte) Bewertung der Haupt- und Nebenanlagen und Verkehrsflächen. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 9-68 VE bereitet einen Eingriff in das Schutzgut Boden vor. Die Flächenanteile des Plangebietes, die nach den Festsetzungen als allgemeines Wohngebiet (vgl. Tab. 1) bzw. Verkehrsfläche überbaut und versiegelt werden dürfen, nehmen im Vergleich zum Bestand zu (vgl. Tab. 6). Die geplante Bebauung führt durch Gebäudeund vollversiegelte Erschließungsflächen zum Verlust der Bodenfunktionen. Durch den Eingriff wird der Wert für das Schutzgut Boden aufgrund des zunehmenden Versiegelungsgrades im Plangebiet verringert. Haupt- und Nebenanlagen / Verkehrsflächen Schutzgut Wasser Naturnähe des Wasserhaushaltes Bewertungskriterium Wald und gehölzbestandene Bereiche, Wasser und Feuchtgebiete Gärten, Wiesen, Kulturland mit natürlichem Wasserhaushalt, intensive Begrünung auf Dächern und Tiefgaragen über 15 cm Substratstärke und Retentionsfunktion extensive Begrünung auf Dächern und Tiefgaragen unter 15 cm Substratstärke, wasserund luftdurchlässige Beläge (z.B. Rasengittersteine, Schotterrasen, Sickersteine, Pflaster mit Sickerfugen, Kies), vegetationsfreier Boden, Flächen mit Drainagen Werteinstufung Begründung sehr hoch (10 Wertpunkte) Die gehölzbestandenen Bereiche gewährleisten den Erhalt und die Förderung eines naturnahen Wasserhaushaltes und eine sehr hohe Abflussbildung. hoch (8 Wertpunkte) Diese Flächen begünstigen die Versickerungsrate und werden als mittel eingestuft. mittel (6 Wertpunkte) Flachdach mit Kies, Pflasterbeläge (ohne Sickerfugen) Dächer mit Ziegeln, Dachpappe und andere, Asphalt, fugenloser Beton In diesen Bereichen finden direkte Flächenversickerungen statt, was sich positiv auf den Wasserhaushalt auswirkt. gering (2 Wertpunkte) Die beiden Planstraßen sowie die Terrassenflächen und weitere Bereiche werden mit Pflasterbelägen ohne Sickerfuge hergestellt. Sie erhalten eine geringe Wertung, da auf diesen Flächen nur noch minimale Niederschlagsmengen direkt versickert werden können. nicht vorhanden (0 Wertpunkte) Die Bebauungen und Vollversiegelungen haben einen negativen Effekt auf die Naturnähe des Wasserhaushaltes. 59 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Zuschlag Niederschlagswasserbewirtschaftung Bewertungskriterium verdunstungsermöglichende Maßnahmen (zum Beispiel Flächenversickerung, Mulden oder Mulden-Rigolen-Systeme, Tiefbeetrigole) Werteinstufung (2 Wertpunkte) Begründung Das anfallende Niederschlagswasser kann vollständig über Mulden und umliegende Geländeflächen versickert werden. Gewässerbelastungen durch anthropogen induzierten Oberflächenabfluss Bewertungskriterium Anteil der an die Kanalisation angeschlossenen Fläche: bei Trennkanalisation: ≤ 10 % bei Fließgewässern 1. Ordnung sowie Mischkanalisation ≤ 10% Werteinstufung gering (6 Wertpunkte) Begründung Das anfallende Niederschlagswasser kann vollständig im Plangebiet gehalten und in die darunterliegenden Bodenschichten versickert werden. Der Großteil der Flächen muss somit weder an eine Trenn- noch an eine Mischwasserkanalisation angeschlossen werden. Eine Ausnahme bilden hier die beiden Erschließungswege an der Kleeblattstraße und am Bohnsdorfer Weg, welche sich am Rande des Geltungsbereiches befinden. Schutzgut Klima Luftaustausch Bewertungskriterium Werteinstufung Siedlungsraum im Kaltlufteinwirkbereich bzw. Flächen mit einem geringen Kaltluftstrom (20 - 60 m³/s) gering (2 Wertpunkte) Begründung Mit der geplanten Bebauung werden sich die Strömungsverhältnisse in den geplanten Wohnquartieren durch die neuen Baukörper verändern. Durch die offene Bauweise werden jedoch keine großräumigen Barrieren für den Luftaustausch geschaffen. In den geplanten Quartieren ist das Gebiet weiterhin als Siedlungsraum mit geringem Kaltluftvolumenstrom einzuschätzen. Im Bereich des geplanten zentralen Grünzugs, mit einer Fläche von ca. 0,5 ha zzgl. darin eingelagerter Spielflächen, kann der Luftaustausch in Nord-Südrichtung gesichert werden, wird aber aufgrund der Breite unter 50 m gemäß Leitfaden nicht positiv angerechnet. stadtklimatische Funktion Bewertungskriterium Werteinstufung Begründung klimatisch stark entlastend wirkende Strukturen (Gehölze > 2,0 m, Wasserflächen, Schilfflächen) sehr hoch (10 Wertpunkte) Hierbei handelt es sich um gehölzbestandene Bereiche, die einen positiven Effekt auf die stadtklimatische Funktion haben. klimatisch überwiegend entlastend wirkende Strukturen (Gehölze > 1 m, Wiesen, Ruderalvegetation, Rasen, intensive Dachbegrünungen) klimatisch bedingt entlastend wirkende Strukturen (extensive Dachbegrünung) (ggf. auch technische Flächen mit Vegetationsanteilen wie Rasengitterbeläge oder Pflasterflächen mit Fugenvegetation) mittel (6 Wertpunkte) gering (3 Wertpunkte) 60 Diese offenen Bereiche haben eine mittlere Bedeutung für das Stadtklima. Extensive Dachbegrünungen tragen zur Erhöhung der Verdunstung bei. Begrünte Flächenbeläge reduzieren die Aufheizung von versiegelten Flächen. Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 klimatisch belastend wirkende Strukturen (alle vegetationsfreien Flächen, wie Dächer, Asphalt, Beton, Fassaden, Pflasterflächen) nicht vorhanden (0 Wertpunkte) Die bebauten oder vollversiegelten Bereiche weisen negative stadtklimatischen Funktionen auf, da sie sich z.B. bei Sonneneinstrahlung stark aufheizen können. Zuschlag Überschirmung durch Bäume Bewertungskriterium Werteinstufung Überschirmung des gesamten Vorhabengebietes durch Bäume > 2035 % (3 Wertpunkte) Begründung Insgesamt werden 21,0 % des Plangebietes von Bäumen überschirmt sein, welche z.T. aus dem Bestand erhalten und z.T. neu gepflanzt werden. Dadurch entstehen beschattete und klimatisch regulierte Bereiche. Schutzgut Arten und Biotope Biotoptypenbewertung Bewertungskriterium Werteinstufung Biotoptypenbewertung Begründung Bei der geplanten Bebauung des Grundstücks werden die vorhandenen Biotope nahezu vollständig überplant und durch gärtnerisch gestaltete Biotope des Siedlungsraumes ersetzt. Einzelne Baumgruppen und Baumreihen bleiben erhalten. - Einzelbäume Bewertungskriterium Werteinstufung Für die Erfassung und Bewertung des Einzelbaumbestandes wurde der zu erhaltende Baumbestand mit den Neupflanzungen addiert Begründung Die Einstufung des Baumbestandes sowie der Neupflanzungen erfolgt nach den Werteinstufungen der Berliner Biotoptypenliste. Biotopverbund Bewertungskriterium Werteinstufung Fläche hat eine Bedeutung für den lokalen Biotopverbund mittel (4 Wertpunkte) Begründung Durch die geplante aufgelockerte Bebauung, den relativ hohen Grünflächenanteil mit Rasen- und Wiesenflächen, Baum- und Strauchpflanzungen sowie die Anlage extensiver Gründächer kann das Plangebiet weiterhin Funktionen als Biotopverbundstruktur. Schutzgut Landschaftsbild / Erholung Qualität des Landschafts- und Stadtbildes Bewertungskriterium Werteinstufung Anteil landschaftstypischer und/oder gestalterisch wertvoller Elemente > 90 % des Plangebietes und keine störenden Elemente sehr hoch (10 Wertpunkte) deutlich wahrnehmbare, aber den Gesamteindruck nicht dominierende störende Elemente, die landschaftstypische Charakteristik ist noch erkennbar mittel bis hoch (5 Wertpunkte) 61 Begründung Die private Grünfläche wird als Erholungsraum und naturnaher Grünzug gestaltet Den Wohnquartieren sind unmittelbar angrenzende Spiel- und Freiräume zugeordnet. Diese werden mit einem Grünflächenanteil ca. 30 % der Wertstufe: mittel-hoch zugeordnet. Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Bedeutung der Grünflächen und des Stadt-, Freiraumes, einschließlich der öffentlich zugänglichen Privatflächen für die Erholung Bewertungskriterium Werteinstufung quartiersbezogene Grünflächen im wohnungsnahen Freiraum über 1 bis 3 Hektar mit einer in der Regel hohen Aufenthaltsqualität hoch (8 Wertpunkte) Begründung Nach Durchführung der Planung wird das Plangebiet für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Über den zentralen Grünzug wird eine Anbindung an die nördlich angrenzende öffentliche Grünanlage geschaffen. Für die neuen Anwohner entstehen gestaltete Grünund Freianlagen mit Spiel- und Aufenthaltsbereichen in den geplanten Quartieren, aber auch innerhalb des zentral gelegenen Grünzuges. Zuschlag Äußere Erschließung Grünfläche, Freiraum wird mit anderen erholungsrelevanten Freiräumen verbunden und/oder Verbindungsfunktion wird hergestellt 1 Wertpunkt Für den geplanten Grünzug, der das Plangebiet an die öffentliche Grünfläche im Norden anbindet, ergibt sich ein Zuschlag für die Verbesserung der äußeren Erschließung. 2.5.1.3.2 Eingriffsbewertung und –bilanzierung Fläche des MUF Im Folgenden werden die Ergebnisse der Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung für die Fläche des MUF vom 16. Oktober 2019 zusammengefasst. Biotische und abiotische Schutzgüter / Naturhaushalt Hierbei wurde eine Bestandsaufnahme und -bewertung der im Gebiet vorkommenden Pflanzen und Lebensgemeinschaften (biotische Komponenten) sowie der abiotischen Komponenten des Naturhaushalts vorgenommen. Tab. 10 Bilanzierung biotische und abiotische Faktoren; Schirmer+Partner (16. Oktober 2019) Naturhaushalt Bewertung Abiotische Komponenten des Naturhaushalts Biotische Komponenten des Naturhaushalts Ist-Zustand Wertpunkte Planung Wertpunkte Eingriffsbilanz Schutzgut Boden 32 23 -9 Schutzgut Wasser 71 54 -17 Schutzgut Klima 89 54 - 35 Biotoptypen 48 27 - 21 Einzelbäume 73 46 - 27 National geschützte Arten 7 7 0 Biotopverbund 21 18 -3 341 229 -112 SUMME Der Tabelle ist zu entnehmen, dass aus der Gegenüberstellung des Ist-Zustandes mit dem Planungszustand, eine negative Bilanz von 112 Wertpunkten resultiert. 62 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Landschaftsbild/Erholung Tab. 11 Bilanzierung Landschafts- und Stadtbild/Erholung; Schirmer+Partner (16. Oktober 2019) Bewertung Landschafts-/Stadtbild Ist-Zustand Wertpunkte Planung Wertpunkte Eingriffsbilanz Qualität des Landschaftsbildes 41 41 0 Bedeutung der Grünflächen für die Erholung 14 14 0 55 55 0 SUMME Bezogen auf den Schutzgutkomplex das Landschaftsbild / Erholung werden durch die Planung keine erheblichen Beeinträchtigungen entstehen. Es verbleibt eine ausgeglichene Bilanz von 0 Wertpunkten. Das Genehmigungsverfahrens MUF ist als abgeschlossenes Vorhaben zu betrachten. Die Bewältigung des Ausgleichs ist gemäß Genehmigungsbescheid unabhängig vom vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren durchzuführen. Der Eingriff ist gemäß BauGB §1a (3) nicht im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens auszugleichen, da der Eingriff durch die vorliegendende Genehmigung bereits zulässig ist. 2.5.1.3.3 Eingriffsbewertung und -bilanzierung Plangebiet gesamt Nach Ende der Nutzung als MUF ist geplant in den vorhandenen Gebäuden Wohnungen einzurichten. Dafür werden zusätzliche PKW-Stellplätze erforderlich. Im Nachgang der erstellten Bilanzierung MUF wurden diese Änderungen dargestellt. Darüber hinaus müssen aus Verkehrssicherheitsgründen vier zusätzliche Bäume gefällt werden. Dies hatte eine Nachbilanzierung des ökologischen Ausgleichs zur Folge. Durch die dadurch hervorgerufenen Veränderungen in der Außenanlagenplanung konnte ein zusätzliches Ausgleichspotential durch weitere Baumpflanzungen und die Vergrößerung von Vegetationsflächen, durch eine veränderte Wegeführung für den Biotopausgleich erzielt werden. Somit kann der Baumverlust vollständig auf dem Grundstück ausgeglichen werden. Insgesamt erzeugt die Änderung des Bereichs MUF in Wohnhäuser einen zusätzlichen Ausgleichsbedarf von 12,4 Wertpunkten. Dieser Ausgleich wird im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 9-68 VE gesichert. Damit ergibt sich für das Plangebiet insgesamt folgende Bilanz. Biotische und abiotische Schutzgüter / Naturhaushalt Im Rahmen der Entwicklung des Wohngebietes entsteht durch den Eingriff eine negative Bilanz von 238,7 Wertpunkten aus den Schutzgütern des Naturhaushalts. Berücksichtigt wird hierbei, dass nach Ablauf der Nutzung der im nordwestlichen Bereich des Plangebietes liegenden Gebäude als Unterkünfte für Geflüchtete geplant ist, diese zu Wohngebäuden umzuwandeln. Daraus ergeben sich geringfügige Eingriffe, die in der Bilanzierung dargestellt sind. 63 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Tab. 12 Bilanzierung biotische und abiotische Faktoren Naturhaushalt Bewertung Abiotische Komponenten des Naturhaushalts Biotische Komponenten des Naturhaushalts Ist-Zustand Wertpunkte Planung Wertpunkte Eingriffsbilanz Schutzgut Boden 228,0 167,1 -60,9 Schutzgut Wasser 566,0 698,4 +132,4 Schutzgut Klima 600,5 478,7 -121,8 Biotoptypen 418,9 212,2 -206,7 Einzelbäume 158,6 207,1 +48,5 Biotopverbund 148,0 129,6 -18,4 2.120,0 1.893,1 -226,9 16,6 4,8 -11,8 2.136,6 1.897,9 - 238,7 Zwischensumme Umwandlung Bereich MUF SUMME Landschaftsbild/Erholung Für das Landschaftsbild / Erholung entsteht mit Realisierung der Planung eine positive Bilanz von 167,2 Wertpunkten. Insbesondere durch die Aufwertung der Erholungsfunktion der geplanten Grün- und Freiflächen entstehen wertvolle Freiräume für die Anwohner und dem Wohngebiet angrenzenden Nachbarn. Im Bereich des MUF erfolgt keine weitere Aufwertung. Tabelle 13: Zusammenfassung Landschafts- und Stadtbild Bewertung Landschafts-/Stadtbild Ist-Zustand Wertpunkte Planung Wertpunkte Eingriffsbilanz Qualität des Landschaftsbildes 273,5 302,5 +29,0 Bedeutung der Grünflächen für die Erholung 74,0 212,2 +138,2 347,5 514,7 +167,2 0,0 0,0 0,0 347,5 514,7 +167,2 Zwischensumme Umwandlung Bereich MUF SUMME 2.5.1.4 Ausgleich Durch planinterne Ausgleichsmaßnahmen können die Eingriffe in das Schutzgut Landschaftsbild und Landschaftserleben vollständig ausgeglichen werden. Für die biotischen und abiotischen Schutzgüter können 89 % der Eingriffe ausgeglichen werden. Es verbleiben für den Naturhaushalt erhebliche Beeinträchtigungen. Es sind daher planexterne Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Zum Ausgleich der verbleibenden Eingriffe wird eine Maßnahme auf einer 30.415 m² großen Fläche umgesetzt. Diese Fläche soll als Ausgleichsfläche für die im Plangebiet vorkommende Zauneidechsenpopulation und Brutvögel gestaltet werden. Gleichzeitig dienen im Rahmen der Multifunktionalität die Biotopaufwertungsmaßnahmen auch als Ersatzmaßnahmen im Rahmen der Eingriffsbewertung. Damit sind die Eingriffe, die durch den vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorbereitet werden, ausgeglichen. 64 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.5.2 Artenschutzrechtliche Prüfung 2.5.2.1 Rechtsgrundlage Artenschutzrechtliche Verbote werden durch konkrete Handlungen erfüllt, zum Beispiel wenn die geschützte Fortpflanzungs- oder Ruhestätte durch die Errichtung eines Vorhabens zerstört wird oder geschützte Arten während der Brutzeit durch den Betrieb einer baulichen Anlage erheblich gestört werden. Erst der Vollzug der Bebauungsplanung kann zum Verstoß gegen artenschutzrechtliche Verbote führen. Gleichwohl sind künftige artenschutzrechtliche Konfliktlagen bereits in der Bebauungsplanung zu behandeln. Es muss daher im Rahmen der Planaufstellung vorausschauend ermittelt und beurteilt werden, ob beim Vollzug des Bebauungsplans Verstöße gegen artenschutzrechtliche Verbote zu erwarten sind. Die Gemeinde muss vorausschauend ermitteln, ob die vorgesehenen Festsetzungen auf unüberwindbare artenschutzrechtliche Hindernisse treffen würden und ob Festsetzungen dauerhaft ein rechtliches Hindernis in Gestalt artenschutzrechtlicher Verbote entgegenstünde. Die Belange des Artenschutzes unterliegen nicht der baurechtlichen Abwägung. Wird im Rahmen der Planaufstellung festgestellt, dass der Bebauungsplan artenschutz-rechtliche Verbote berührt, muss geprüft werden, ob die drohenden artenschutzrechtlichen Verbote überwunden werden können. Im Rahmen des Bebauungsplans müssen die Voraussetzungen für die Überwindung des drohenden Verbots geschaffen werden, indem die Freistellung geprüft oder in eine Ausnahmelage oder Befreiungslage hineingeplant wird. Demnach ist es gemäß § 44 BNatSchG verboten: 1. wild lebenden Tieren der besonders geschützte Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, 2. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert, 3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. 4. wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören (Zugriffsverbote). Die Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 Nr. 1, 3 und 4 BNatSchG verweisen auf die besonders geschützten Arten. Einzig das Verbot gemäß § 44 Abs. 1 Nr. 2 bezieht sich auf die streng geschützten Arten. Welche Tiere entweder zu den besonders oder zu den streng geschützten Arten gehören, lässt sich der Begriffsbestimmung nach § 7 BNatSchG entnehmen. Die besonders geschützten Arten sind in Abs. 2 Nr. 13 und die streng geschützten Arten in Nr. 14 gesetzlich definiert: „Besonders geschützte Arten“ nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG  Arten der Anhänge A oder B der EG-Verordnung Nr. 338/97 (EU-ArtSchVO)  Arten der Anlage I Spalte 2 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO)  Arten des Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie) 65 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022  Vogelarten der europäischen Vogelschutz-RL  Arten, gemäß einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1 BNatSchG „Streng geschützte Arten“ nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG  Arten des Anhang A der EG-Verordnung Nr. 338/97 (EU-ArtSchVO)  Arten der Anlage I Spalte 3 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO)  Arten des Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie)  Arten, gemäß einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 2 BNatSchG 2.5.2.2 Prüfungssystematik Für die Abarbeitung artenschutzrechtlicher Konflikte wird das folgende vierstufige Prüfprogramm angewendet: Stufe 1: Würde die Handlung (Vollzug der Planung) gegen die vier artenschutzrechtlichen Verbote verstoßen? Stufe 2: Falls ja, ist zu prüfen, ob die Handlung unter den Voraussetzungen des § 44 Abs. 5 BNatSchG von der Verbotswirkung freigestellt werden kann. Stufe 3: Ist dies nicht möglich, ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG vorliegen. Stufe 4: Ist dies nicht der Fall, ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Erteilung einer Befreiung nach § 67 Abs. 2 BNatSchG vorliegen. Zunächst wird also geprüft, ob die Planung im Vollzug zu artenschutzrechtlichen Verboten führen wird. Im Falle, dass Verbotstatbestände berührt sind, ist auf zweiter Stufe zu klären, wie diese artenschutzrechtlichen Konflikte planerisch bewältigt werden können. Es ist also zu klären, ob Handlungen unter den Voraussetzungen des § 44 Abs. 5 BNatSchG von dem jeweiligen einschlägigen Verbot freigestellt sind. Die Freistellungs-Regelung sieht für bestimmte Gruppen von Arten unterschiedliche Voraussetzungen vor. Die Vorschrift unterscheidet dabei zwischen europäisch geschützten Arten und solchen gemäß Rechtsverordnung nach § 54 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG für die engere Voraussetzungen gelten sowie den übrigen „anderen geschützten Arten“, deren Schutz leichter überwunden werden kann. Für die Arten der erst genannten Fallgruppe gilt: Für nach § 15 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft sowie für Vorhaben im Sinne des § 18 Absatz 2 Satz 1 BNatSchG, die nach den Vorschriften des Baugesetzbuchs zulässig sind, gelten die Zugriffsverbote nach Maßgabe der Sätze 2 bis 5. Nach § 44 Absatz 5 BNatSchG liegt bei den Tierarten des Anhang IV Buchstabe a der FFH-RL, europäischen Vogelarten und Arten, die nach einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1 Nr. 2 BNatSchG ein Verstoß gegen die Verbote des Absatzes 1 Nr. 3 und im Hinblick auf damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen auch gegen das Verbot des Absatzes 1 Nr. 1 dann nicht vor, soweit die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätte im räumlichen Zusam- 66 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 menhang weiterhin erfüllt wird. Soweit erforderlich können auch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt werden. Für Standorte wild lebender Pflanzen der in Anhang IV Buchstabe b der FFH-Richtlinie aufgeführten Arten gelten die Sätze 2 und 3 entsprechend. Durch die Vorschriften § 44 Abs. 5 Satz 1 bis 4 BNatSchG wird eine funktionsbezogene Erheblichkeitsschwelle eingeführt. Für die Arten der zweiten Fallgruppe gilt gemäß § 44 Abs. 5 Satz 5 BNatSchG „sind andere besonders geschützte Arten betroffen, liegt bei Handlungen zur Durchführung eines Eingriffs oder Vorhabens kein Verstoß gegen die Zugriffsverbote vor“. Ein Verstoß gegen artenschutzrechtliche Verbote liegt bei anderen national geschützten Arten somit bereits dann nicht vor, wenn über drohende Verstöße gegen artenschutzrechtliche Verbote auf der Ebene des Bebauungsplans durch Vermeidung und Ausgleich der Eingriffe in der Abwägung gemäß § 1a Abs. 3 BauGB entschieden wurde. Der Schutz der nur national geschützten Arten ist somit deutlich geringer gestellt. Ist ein drohender Verstoß gegen ein Verbot nicht nach § 44 Abs. 5 BNatSchG von der Verbotswirkung freigestellt, ist im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens weiterhin zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG vorliegen und durch geeignete Maßnahmen in eine Ausnahmelage hineingeplant werden kann. Die Prüfung einer Ausnahme ist für europäisch geschützte Arten relevant. Die Ausnahmevorschrift sieht mehrere Ausnahmegründe vor, wie z.B. die Gefahrenabwehr oder die überwiegenden Gründe des öffentlichen Interesses. Voraussetzung ist, dass es keine zumutbaren Alternativen gibt und dass das geplante Vorhaben zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustands führen darf. Die artenschutzrechtliche Prüfung bezieht sich auf das Plangebiet ohne Teilbereich MUF. Dafür wurde bereits eine artenschutzrechtliche Genehmigung zum Fang von Zauneidechsen und zum Aussetzen auf dem verbleibenden Habitat erteilt. 2.5.2.3 Vorkommen gesetzlich geschützter Arten Vögel Im Plangebiet wurden folgende Brutvögel nachgewiesen: Amsel (Turdus merula), Blaumeise (Parus caeruleus), Buntspecht (Dendrocopus major), Dorngrasmücke (Sylvia communis), Eichelhäher (Garrulus glandarius), Feldschwirl (Locustella naevia), Fitis (Phylloscopus trochilus), Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), Grünfink (Carduelis chloris), Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros), Klappergrasmücke (Sylvia canorus), Kuckuck (Cuculus canorus), Kohlmeise (Parus major), Mönchsgrasmücke (Sylvia attricapilla), Nachtigall (Luscinia megarhynchos), Neuntöter (Lanius collurio), Pirol (Oriolus oriolus), Ringeltaube (Columba palumbus), Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris), Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Nahrungsgäste wurden nicht betrachtet. Für Vogelarten, die ubiquitär, weit verbreitet und ungefährdet sind, ist eine allgemeine gruppenoder gildenbezogene Prüfung ausreichend, da in der Regel davon ausgegangen werden kann, dass dauerhafte Beeinträchtigungen der Funktion der Fortpflanzungs- und Ruhestätten sowie nachteilige Folgen für die lokale Population vorhabenbedingt nicht ausgelöst werden können. 67 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Mit dem EuGH-Urteil in der Rechtssache Skydda Skogen wurde u.a. gemäß RA. Dr. Frank Fellenberg nicht die im deutschen Recht eingeführte Praxis, die einzelartenscharfe Prüfung auf eine naturschutzfachlich begründete Auswahl von Arten (verkürzend oft als planungsrelevante Arten bezeichnet) zu beschränken, in Frage gestellt. Allerweltsarten ohne spezifische Lebensraumansprüche, die sich aber in einem landesweit günstigen Erhaltungszustand befinden und über eine große Anpassungsfähigkeit bzw. ein hohes Ausweichvermögen verfügen, werden hiernach zusammengefasst in Gilden geprüft, die anhand vergleichbarer Lebensraumansprüche und Empfindlichkeit geprüft werden. Hierbei handelt es sich nicht um eine Einschränkung des Anwendungsbereichs der Verbote, sondern um eine zulässige vollzugspraktische Bündelung der Arten in Anwendung der Verbote. Die Bündelung erleichtert die Dokumentation der artenschutzrechtlichen Prüfung. Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt für das Land Berlin noch keine Handreichung erarbeitet wurde, wie das EUGH-Urteil für Berlin ausgelegt werden soll, wird auf der Grundlage der Kommentierung von RA. Dr. Fellenberg eine Betrachtung in Gilden bzw. in Gruppen durchgeführt. Zunächst erfolgt daher eine Kategorisierung der vorkommenden Brutvögel in Gilden. Die Gilden können weiter zu Gruppen zusammengefasst werden. Die Gilden Baumbrüter und Gebüsch- oder Staudenbrüter werden zu den Baum-/Busch-/Freibrüter zusammengefasst. Die Gilden der Halbhöhlen- und Nischenbrüter, der Höhlen- oder Spaltenbrüter und der Brutvögel der Sonderstandorte (z.B. Gebäude) werden zu den Höhlen-/Nischenbrüter zusammengefasst. Für diese Gruppen werden im folgenden Kapitel die Verbotstatbestände geprüft. Tabelle 14: Zuordnung der Brutvogelarten im Plangebiet zu Gilden Brutvogel (Art) Eichelhäher, Pirol, Ringeltaube Amsel, Dorngrasmücke, Grünfink, Klappergrasmücke, Kuckuck, Mönchsgrasmücke, Neuntöter, Rotkehlchen, Sumpfrohrsänger, Zilpzalp Feldschwirl, Fitis, Nachtigall Blaumeise, Buntspecht, Gartenrotschwanz, Kohlmeise Hausrotschwanz Gilde Baumbrüter (Feldgehölze, Wälder, Einzelbäume) Gebüsch- oder Staudenbrüter Bodenbrüter Höhlen- oder Spaltenbrüter Gruppe Baum-/Busch-/Freibrüter Höhlen-/Nischenbrüter Brutvögel der Sonderstandorte (z.B. Gebäude) Als nächstes wird geprüft, ob planungsrelevante Arten im Plangebiet vorkommen. Vogelarten, die differenziert und artspezifisch zu betrachten sind (Art-für-Art-Betrachtung) werden auch als planungsrelevante Arten bezeichnet. Folgende planungsrelevante Arten kommen im Plangebiet vor: Kuckuck, Neuntöter, Pirol und Sumpfrohrsänger. Pirol und Sumpfrohrsänger werden gemäß der Roten Liste Berlin als gefährdete Art geführt. Die Abnahme der Arten beträgt zwischen mindestens 20, aber weniger als 50 %. Der Kuckuck ist in Berlin als Art der Vorwarnliste geführt und gilt bundesweit als gefährdet. Der Bestand ist in Berlin gleichbleibend. Der Neuntöter ist im Anhang 1 der EU-Vogelschutzrichtlinie (VSRL) geführt und damit nach europäischen Recht geschützt. Der Neuntöter ist gefährdet, weist aber eine Zunahme um mind. 20 %, aber weniger als 50 % auf. 68 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Die genannten planungsrelevanten Arten werden gesondert geprüft. Der Feldschwirl wird gutachterlich als planungsrelevant eingestuft, da er in der Roten Liste Deutschlands als stark gefährdet eingestuft wird. Zauneidechse Im Plangebiet sind in den offenen Strukturen im Norden des Plangebietes Zauneidechsen nachgewiesen worden. Insgesamt wird der Bestand auf ca. 250 Individuen geschätzt. Die Zauneidechse steht im Anhang IV der FFH-Richtlinie und ist streng geschützt. Es werden die Verbotstatbestände geprüft. Fledermäuse Das Plangebiet ist Jagdgebiet der Zwergfledermaus und im geringen Umfang der Breitflügelfledermaus. Beide Arten stehen im Anhang IV der FFH-Richtlinie und sind streng geschützt. Quartiere sind nicht betroffen, da kein Potential an geeigneten Baumhöhlen im Plangebiet vorhanden ist. Es werden die Verbotstatbestände geprüft. Erdkröte Im nördlichen Plangebiet wurden einzelne Individuen angetroffen, es ist davon auszugehen, dass hier ein Landlebensraum der Erdkröte vorhanden ist. Tagfalter und Heuschrecken Im Plangebiet wurden 15 Tagfalterarten nachgewiesen. Dazu zählen: Schwarzkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus lineola), Weißklee-Gelbling (Colias hyale), Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Grünaderweißling (Pieris napi), Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae), Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus), Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas), Blauer Eichenzipfelfalter (Neozephyrus quercus), Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus), Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Großes Ochsenauge (Maniola jurtina), Schachbrettfalter (Melanargia galathea), Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui) Der Artenbestand im Plangebiet setzt sich aus häufigen und verbreiteten Tagfaltern zusammen. Keiner der Falter steht in Berlin oder überregional auf der Roten Liste. Vier Arten sind besonders geschützt: Colias hyale (Weißklee-Gelbling), Lycaena phlaeas (Kleiner Feuerfalter), Polyommatus icarus (Hauhechel-Bläuling), Coenonympha pamphilus (Kleines Wiesenvögelchen). Bei allen Arten wurden sehr niedrige Individuenzahlen festgestellt, die Populationen sind offenbar klein. Die beiden europarechtlich geschützten Schmetterlinge Großer Feuerfalter und Nachtkerzenschwärmer konnten im Plangebiet nicht nachgewiesen werden. Im Plangebiet wurden 14 Heuschreckenarten nachgewiesen. Dazu zählen: Feld-Grashüpfer (Chorthippus apricarius), Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus), Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus), Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus), Verkannter Grashüpfer (Chorthippus mollis), Gemeiner Grashüpfer (Chorthippus parallelus), Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar), Langflüglige Schwertschrecke (Conocephalus fuscus), Punk- 69 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 tierte Zartschnecke (Leptophyes punctatissima), Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale), Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata), Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima) 13 Arten sind weder in Berlin noch deutschlandweit bedroht. Eine Heuschreckenart, die Blauflügelige Ödlandschrecke, steht sowohl regional wie überregional auf der Vorwarnliste und ist Zielart des Berliner Biotopverbundes. Von dieser Art wurden wenige Exemplare entlang der und auf den versiegelten Wegen im Westteil des Plangebiets beobachtet. 2.5.2.4 Betroffenheit Verbotstatbestände Avifauna, Gruppe Baum-/Busch-/Freibrüter Im Folgenden wird die Prüfung der Verbotstatbestände für Eichelhäher, Ringeltaube, Amsel, Dorngrasmücke, Grünfink, Klappergrasmücke, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Zilpzalp, Fitis und Nachtigall durchgeführt. Stufe 1: Beurteilung der Verbotstatbestände des § 44 (1) Nr. 1, 2 u. 3 BNatSchG Nr. 1 nicht erfüllt. Die Schutzvorschrift gilt für die besonders geschützten Arten. Die Verbotswirkung gilt individuenbezogen (einschließlich Eier, auch in leerem Zustand). Verboten sind sämtliche Handlungen, die den Tod oder die Verletzung eines Tieres, die Zerstörung oder Beschädigung von Eiern oder deren Entfernung zur Folge haben. Die Tötung ist vermeidbar. Die Baumaßnahmen sind so zu steuern, dass sie in Abwesenheit der geschützten Art vorzunehmen sind. Es dürfen keine Abbruch- oder Räumungsmaßnahmen sowie Rodungsmaßnahmen im Zeitraum März bis Ende September auf der Fläche durchgeführt werden. Nr. 2 nicht erfüllt. Verboten sind Störungen während bestimmter Schutzzeiten, die sich negativ auf die physische Verfassung des Tieres auswirken (z.B. Unruhe oder Flucht). Von einer erheblichen Störung ist auszugehen, wenn sich der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art durch die Störung verschlechtert. Erhebliche Störungen während der Fortpflanzungszeit, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führen, können ausgeschlossen werden. Durch § 39 BNatSchG ist es verboten, Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Dies ist striktes Recht und verhindert damit eine Störung der hier dargestellten Freibrüter während der Brutzeit. Nr. 3 nicht erfüllt. Schutzgut dieses Verbots sind Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Es sollen solche Lebensstätten geschützt werden, die für die Erhaltung der Art aktuelle Bedeutung besitzen. Der Schutz der Lebensstätte kann auch außerhalb der Anwesenheit der Bewohner bestehen, wenn nach den Lebensgewohnheiten einer Art eine regelmäßig wiederkehrende Nutzung zu erwarten ist. Der 70 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Schutz der Fortpflanzungsstätte für die hier behandelten Arten erlischt mit Beendigung der jeweiligen Brutperiode, da die Arten regelmäßig die Fortpflanzungs- und Ruhestätte wechseln. Damit ist der Verbotstatbestand außerhalb der Brutzeit nicht erfüllt und durch eine Berücksichtigung der Brutzeiten (1. März bis 30. September) vermeidbar. Die ökologische Funktion im räumlichen Zusammenhang ist durch den regelmäßigen Wechsel der Fortpflanzungsstätten und ihrer nicht erneuten Nutzung durch alle hier behandelten Arten erfüllt. Eine weite Definition des Lebensstätten-Begriffs und der Erhalt von Bäumen im gesamten Plangebiet bedingen, dass im nahen Umfeld geeignete Ausweichlebensräume für alle diese Arten vorhanden sind. Direkt angrenzend liegen Gärten und nördlich der Rosestraße ein Waldgebiet. Für die genannten Arten ist davon auszugehen, dass die lokalen Populationen im räumlich-ökologischen Zusammenhang durch den Verlust einzelner Brutplätze nicht beeinträchtigt werden. Die Verbotstatbestände sind nicht erfüllt, eine weitere Prüfung ist nicht erforderlich. Avifauna, Gruppe Höhlen-/Nischenbrüter Im Folgenden wird die Prüfung der Verbotstatbestände für Blaumeise, Buntspecht, Gartenrotschwanz, Kohlmeise und Hausrotschwanz durchgeführt. Baumhöhlen und Niststätten dieser Arten an Gebäuden gelten als dauerhafte Fortpflanzungsstätten und sind demnach ganzjährig geschützt. Stufe 1: Beurteilung der Verbotstatbestände des § 44 (1) Nr. 1, 2 u. 3 BNatSchG Nr. 1 nicht erfüllt. Die Tötung ist vermeidbar. Die Beseitigung von Baumhöhlen darf nur unter der Bedingung erfolgen, dass diese zum Zeitpunkt der Beseitigung unbesetzt sind. Vor Abriss von Gebäuden oder Fällung von Bäumen ist sicherzustellen, dass weder Altvögel, Jungvögel noch Gelege zu Schaden kommen. Vor der Umgestaltung bzw. Abriss von Gebäuden sowie Baumfällungen sind diese hinsichtlich Nester durch eine fachkundige Person zu untersuchen. Nr. 2 nicht erfüllt. Erhebliche Störungen während der Fortpflanzungszeit, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führen, sind durch die Bauzeitenregelung im Baugenehmigungsverfahren und eine ökologische Baubegleitung zur Kontrolle der Regelungen vermeidbar. Nr. 3 erfüllt. Da der Schutz der Fortpflanzungsstätte erst mit Aufgabe des Reviers endet und die Fortpflanzungsstätte jährlich wiederkehrend genutzt wird, ist der Verbotstatbestand erfüllt, sobald die Gebäude und die Baumhöhlen, die den Arten Lebensraum bieten, beseitigt oder beeinträchtigt werden. Im Bereich der zu erhaltenden Bäume und Baumgruppen erfolgen keine Beeinträchtigungen, da hier der Bestand gesichert wird. An den Gebäuden werden Nester beseitigt werden, da diese abgerissen werden. Damit ist der Verbotstatbestand erfüllt. Stufe 2: Prüfung der Freistellung nach § 44 Abs. 5 BNatSchG Da der Schutz der Fortpflanzungsstätte erst mit Aufgabe des Reviers endet und die Fortpflanzungsstätte jährlich wiederkehrend genutzt wird, ist der Verbotstatbestand erfüllt. Für die hier 71 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 angeführten Arten führt die Beeinträchtigung eines oder mehrerer Nester außerhalb der Brutzeit aber nicht zur Beeinträchtigung der Fortpflanzungsstätte, da bei der vollständigen Beseitigung / Entwertung regelmäßig genutzter Reviere der Verbotstatbestand des § 44 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. Abs. 5 BNatSchG greift. Falls die Niststätten dieser Arten beseitigt werden, ist ein Antrag auf Ausnahme nach § 45 BNatSchG von dem Verbot des § 44 BNatSchG (Beseitigung geschützter Nist- und Lebensstätten) erforderlich. Stufe 3: Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG Es ist notwendig, vor Beseitigung dieser Fortpflanzungs- und Ruhestätten einen Antrag auf Ausnahme durch den Grundstückseigentümer nach § 45 Abs. 7 BNatSchG einzureichen. Im Rahmen der Ausnahme sind Auflagen zu künstlichen Nisthilfen zu erwarten. Diese sind im Sinne einer vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme zu betrachten. Auch wenn bei einzelnen Brutplätzen der oben genannten Arten keine Verschlechterung des Erhaltungszustands der Populationen im nahen Umfeld eintritt, besteht die Verpflichtung, entfallende Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu ersetzen. Bei Eingriffen in die bestehende Gebäudesubstanz, an der sich Niststätten der oben genannten Arten befinden und wie sie vergleichbar im Bereich des Landes Berlin durch Sanierungen, Wärmedamm- oder Abbruchmaßnahmen etc. auftreten, würde das populationsbezogene Erhaltungsziel verfehlt werden, wenn kein ökologischer Ausgleich für entfallende Fortpflanzungs- oder Ruhestätten von Arten erfolgte, die wie Gebäudebrüter aufgrund ihrer artspezifischen Lebensansprüche auf das Vorhandensein solcher Lebensstätten an Bauwerken angewiesen sind. Das Erhaltungsziel kann daher nur erreicht werden, wenn die beseitigungsbedingten negativen Auswirkungen in jedem Einzelfall kompensiert werden. Nur so kann der Vollzug der bundesrechtlichen Ausnahmeregelung sachgerecht und im Einklang mit den gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben der Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erfolgen. Durch das Anbringen der künstlichen Niststätten im Bereich der zu erhaltenden Bäume und Baumgruppen würden keine baubedingten Beeinträchtigungen erfolgen, es würde keine zeitliche Lücke entstehen. Der Umfang der Maßnahmen ist in Abhängigkeit der Betroffenheit zu bestimmen. Der Erhalt der ökologischen Funktion im räumlichen Zusammenhang kann durch die vorgezogenen Maßnahmen im Gebiet weiterhin gewahrt bleiben, so dass dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan keine artenschutzrechtlichen Hinderungsgründe entgegenstehen. Avifauna Pirol Nr. 1 nicht erfüllt. Die Schutzvorschrift gilt für die besonders geschützten Arten. Die Verbotswirkung gilt individuenbezogen (einschließlich Eier, auch in leerem Zustand). Verboten sind sämtliche Handlungen, die den Tod oder die Verletzung eines Tieres, die Zerstörung oder Beschädigung von Eiern oder deren Entfernung zur Folge haben. Die Tötung ist vermeidbar. Die Baumaßnahmen sind so zu steuern, dass sie in Abwesenheit der geschützten Art vorzunehmen sind. Es dürfen keine Abbruch- oder Räumungsmaßnahmen sowie Rodungsmaßnahmen im Zeitraum März bis Ende September auf der Fläche durchgeführt werden. Nr. 2 nicht erfüllt. 72 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Verboten sind Störungen während bestimmter Schutzzeiten, die sich negativ auf die physische Verfassung des Tieres auswirken (z.B. Unruhe oder Flucht). Von einer erheblichen Störung ist auszugehen, wenn sich der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art durch die Störung verschlechtert. Erhebliche Störungen während der Fortpflanzungszeit, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führen, können ausgeschlossen werden. Durch § 39 BNatSchG ist es verboten Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Dies ist striktes Recht und verhindert damit eine Störung der hier dargestellten Freibrüter während der Brutzeit. Nr. 3 nicht erfüllt. Schutzgut dieses Verbots sind Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Es sollen solche Lebensstätten geschützt werden, die für die Erhaltung der Art aktuelle Bedeutung besitzen. Der Schutz der Lebensstätte kann auch außerhalb der Anwesenheit der Bewohner bestehen, wenn nach den Lebensgewohnheiten einer Art eine regelmäßig wiederkehrende Nutzung zu erwarten ist. Der Schutz der Fortpflanzungsstätte für die hier behandelten Arten erlischt mit Beendigung der jeweiligen Brutperiode, da die Arten regelmäßig die Fortpflanzungs- und Ruhestätte wechseln. Damit ist der Verbotstatbestand außerhalb der Brutzeit nicht erfüllt und durch eine Berücksichtigung der Brutzeiten (1. März bis 30. September) vermeidbar. Die ökologische Funktion im räumlichen Zusammenhang ist durch den regelmäßigen Wechsel der Fortpflanzungsstätten und ihrer nicht erneuten Nutzung durch den Pirol erfüllt. Eine weite Definition des Lebensstätten-Begriffs und der Erhalt von Bäumen im gesamten Plangebiet bedingen, dass im nahen Umfeld geeignete Ausweichlebensräume für alle diese Arten vorhanden sind. Direkt angrenzend liegen Gärten und nördlich der Rosestraße ein Waldgebiet. Im Plangebiet wird ein Grünzug unter Berücksichtigung vorhandener Laubbaumgruppen geschaffen. Für den Pirol ist davon auszugehen, dass die lokalen Populationen im räumlich-ökologischen Zusammenhang durch den Verlust einzelner Brutplätze nicht beeinträchtigt werden. Die Verbotstatbestände sind nicht erfüllt, eine weitere Prüfung ist nicht erforderlich. Avifauna Neuntöter, Kuckuck Feldschwirl und Sumpfrohrsänger Nr. 1 nicht erfüllt. Die Schutzvorschrift gilt für die besonders geschützten Arten. Die Verbotswirkung gilt individuenbezogen (einschließlich Eier, auch in leerem Zustand). Verboten sind sämtliche Handlungen, die den Tod oder die Verletzung eines Tieres, die Zerstörung oder Beschädigung von Eiern oder deren Entfernung zur Folge haben. Die Tötung ist vermeidbar. Die Baumaßnahmen sind so zu steuern, dass sie in Abwesenheit der geschützten Art vorzunehmen sind. Es dürfen keine Abbruch- oder Räumungsmaßnahmen sowie Rodungsmaßnahmen im Zeitraum März bis Ende September auf der Fläche durchgeführt werden. Nr. 2 nicht erfüllt. Verboten sind Störungen während bestimmter Schutzzeiten, die sich negativ auf die physische Verfassung des Tieres auswirken (z.B. Unruhe oder Flucht). Von einer erheblichen Störung ist 73 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 auszugehen, wenn sich der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art durch die Störung verschlechtert. Erhebliche Störungen während der Fortpflanzungszeit, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führen, können ausgeschlossen werden. Durch § 39 BNatSchG ist es verboten Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Dies ist striktes Recht und verhindert damit eine Störung der hier dargestellten Freibrüter während der Brutzeit. Nr. 3 erfüllt. Schutzgut dieses Verbots sind Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Es sollen solche Lebensstätten geschützt werden, die für die Erhaltung der Art aktuelle Bedeutung besitzen. Der Schutz der Lebensstätte kann auch außerhalb der Anwesenheit der Bewohner bestehen, wenn nach den Lebensgewohnheiten einer Art eine regelmäßig wiederkehrende Nutzung zu erwarten ist. Der Schutz der Fortpflanzungsstätte für die hier behandelten Arten erlischt mit Beendigung der jeweiligen Brutperiode, da die Arten regelmäßig die Fortpflanzungs- und Ruhestätte wechseln. Damit ist der Verbotstatbestand außerhalb der Brutzeit nicht erfüllt und durch eine Berücksichtigung der Brutzeiten (1. März bis 30. September) vermeidbar. Durch Vermeidungsmaßnahmen kann eine potenzielle Beschädigung/Zerstörung der ökologischen Funktion des Lebensraums durch das Bauvorhaben nicht verhindert werden. Die ökologische Funktion der Lebensstätten kann gutachterlich nicht im räumlichen Zusammenhang erhalten werden. Die Verbotstatbestände sind erfüllt, eine weitere Prüfung ist erforderlich. Stufe 2: Prüfung der Freistellung nach § 44 Abs. 5 BNatSchG Für die hier angeführten Arten führt die Beeinträchtigung eines oder mehrerer Nester außerhalb der Brutzeit zur Beeinträchtigung der Fortpflanzungsstätte, da die ökologische Funktion der Lebensstätten gutachterlich nicht im räumlichen Zusammenhang erhalten werden kann. Es ist eine Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG erforderlich. Stufe 3: Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG Es ist notwendig, vor Beseitigung der Brutreviere einen Antrag auf Ausnahme durch den Grundstückseigentümer nach § 45 Abs. 7 BNatSchG einzureichen. Im Rahmen der Ausnahme sind Auflagen zur Schaffung von Ersatzhabitaten zu erwarten. Diese sind im Sinne einer vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme zu betrachten. Neuntöter, Feldschwirl und Sumpfrohrsänger bevorzugen Gebüsche und Offenlandflächen, so dass davon auszugehen ist, dass die genannten Arten zukünftig nicht mehr im Plangebiet bleiben werden. Der Kuckuck ist Brutparasit des Sumpfrohrsängers. Ein Ersatzhabitat als CEF-Maßnahme außerhalb des Plangebietes ist zu schaffen. Der Erhalt der ökologischen Funktion im räumlichen Zusammenhang kann durch die vorgezogenen Maßnahmen im Gebiet nicht gewahrt bleiben, können jedoch außerhalb des Plangebietes ausgeglichen werden, so dass dem Bebauungsplan keine artenschutzrechtlichen Hinderungsgründe entgegenstehen. 74 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Zauneidechse Im Folgenden wird die Prüfung der Verbotstatbestände für die Zauneidechse durchgeführt. Stufe 1: Beurteilung der Verbotstatbestände des § 44 (1) Nr. 1, 2 u. 3 BNatSchG Nr. 1 nicht erfüllt. Es wurden aktuelle Lebensstätten im Plangebiet festgestellt. Die Tötung bzw. Verletzung von Zauneidechsen ist vermeidbar. Vor Beginn der Baumaßnahmen sind die Zauneidechsen zu fangen und auf eine geeignete Ersatzfläche umzusiedeln. Durch die Vermeidungsmaßnahme wird eine potenzielle Tötung bzw. Verletzung von Individuen vermieden. Nr. 2 nicht erfüllt. Erhebliche Störungen während der Fortpflanzungszeit, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führen, sind durch das Umsiedeln, die Bauzeitenregelung im Baugenehmigungsverfahren und eine ökologische Baubegleitung zur Kontrolle der Regelungen vermeidbar. Der Verbotstatbestand ist daher nicht erfüllt. Nr. 3 erfüllt. Durch Vermeidungsmaßnahmen kann eine potenzielle Beschädigung/Zerstörung der Fortpflanzungs- und Ruhestätten durch das Bauvorhaben nicht verhindert werden. Die ökologische Funktion der Lebensstätten kann nicht im räumlichen Zusammenhang erhalten werden. Stufe 2: Prüfung der Freistellung nach § 44 Abs. 5 BNatSchG Da der Lebensraum der Zauneidechse dauerhaft verloren geht, ist der Verbotstatbestand erfüllt. Eine Freistellung gemäß § 44 Abs. 5 BNatSchG ist nicht möglich. Stufe 3: Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG Durch das Bauvorhaben werden die Fortpflanzungs- und Lebensstätten dieser Art zerstört. Der Verbotstatbestand nach § 44 Abs. 1 Nr. 3 ist daher erfüllt. Nach § 45 Abs. 7 BNatSchG kann eine Ausnahme zugelassen werden, wenn  das Vorhaben aus zwingenden Gründen des überwiegend öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art, notwendig ist und  zumutbare Alternativen nicht gegeben sind und  sich der Erhaltungszustand der Population nicht verschlechtert Zwingende Gründe des überwiegend öffentlichen Interesses Die Ziele des vorhabenbezogenen Bebauungsplans entsprechen den planerischen und verwaltungsinternen Zielen des Landes Berlin. Das Vorhaben ist im öffentlichen Interesse, da es sich um ein Vorhaben des Wohnungsbaus handelt. Bis zum Jahr 2030 ist von einem Wohnungsneubaubedarf von 194.000 Wohnungen auszugehen. Im Rahmen der Fortschreibung des Stadtentwicklungsplans Wohnen 2030 wurden auf Ebene der Gesamtstadt aus diesem Grund umfassend Wohnungsbau- und Nachverdichtungspotentiale ermittelt. Das Plangebiet des vorhabenbezoge- 75 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 nen Bebauungsplan 9-68 VE wird im Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 als mittelfristiges Neubaupotenzial dargestellt. Bei mittelfristigen Neubaupotenzialen wird von einem Realisierungshorizont von 7 Jahren ausgegangen. Da es sich um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan handelt, besteht eine hohe Prognosesicherheit, mit der das verfolgte Ziel auch eintritt. In dem Durchführungsvertrag, der zum Vorhaben- und Erschließungsplan geschlossen wird, verpflichtet sich der Vorhabenträger die Planung innerhalb einer bestimmten Frist durchzuführen. Von besonderem Interesse für die Öffentlichkeit ist der Anteil an mietpreis- und belegungsgebundenem Wohnraum sowie die Schaffung von wohnungsbezogenen Folgeinfrastrukturen. Mit dem sogenannten Berliner Modell wird geregelt, dass wohnungsbezogene Folgeinfrastrukturen immer dann zu sichern sind, wenn ein Bebauungsplan eine Wohnnutzung vorsieht, die solche Folgebedarfe auslöst. Auch soll ein Mindestanteil an förderfähigem, mietpreis- und belegungsgebundenem Wohnraum bei allen Wohnungsbau-Bebauungsplänen gesichert werden. Gemäß Berliner Modell beträgt der für ganz Berlin verbindliche Anteil der mietpreis- bzw. belegungsgebundenen Wohnungen 30 Prozent der für Wohnnutzung ermöglichten Geschossfläche. Prüfung von Alternativen Das Plangebiet weist nur eine Größe von 6,15 ha auf. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 968 VE soll die planungsrechtliche Voraussetzungen für 585 Wohneinheiten schaffen. Auch alternative städtebauliche Konzepte des Wohnungsneubaus würden sich negativ auf den Lebensraum der Zauneidechse auswirken. Der Lebensraum der Zauneidechse ist auf mehrere Standorte im Plangebiet verstreut. Damit sind bei jeglicher städtebaulichen Entwicklung immer Beeinträchtigungen des Lebensraums gegeben. Verschlechterung des Erhaltungszustands Eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes für die Art kann durch vorgezogene Ersatzmaßnahmen vermieden werden. Eine Bereitstellung einer Ersatzfläche und Umsiedlung der vorhandenen Individuen ist erforderlich. Dies wird als CEF-Maßnahme auf der Flur 1, Flst. 61 und 129, Flur 1, in der Gemarkung Kablow mit insgesamt 3 ha durchgeführt. Dafür ist die Erteilung einer Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG durch die Oberste Naturschutzbehörde des Landes Berlin (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz) erforderlich. Gutachterlich wurde eingeschätzt, dass der Eingriff (Baufeldfreimachung, Tief- und Hochbauarbeiten) und die zur Vermeidung zu ergreifenden Maßnahmen, Umsiedlung auf eine geeignete Ersatzfläche, der Erhaltungszustand auf lokaler Ebene nicht soweit verschlechtert wird, dass die Population auf übergeordneter Ebene (Berlin und nahes Umfeld Brandenburg) in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. In der kontinentalen biographischen Region Berlins weist die Zauneidechse einen günstigen Erhaltungszustand auf. Maßstab zur Beurteilung der Verschlechterung des Erhaltungszustands der betroffenen Population ist aber der Erhaltungszustand im Land Berlin. 76 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Fledermäuse Im Folgenden wird die Prüfung der Verbotstatbestände für die Fledermäuse durchgeführt. Ihre Quartiere und Verstecke gelten als dauerhafte Lebensstätten und sind demnach ganzjährig geschützt. Stufe 1: Beurteilung der Verbotstatbestände des § 44 (1) Nr. 1, 2 u. 3 BNatSchG Nr. 1 nicht erfüllt. Die Tötung ist vermeidbar. Das Plangebiet wird nur als Jagdgebiet genutzt. Eine Tötung von Individuen ist nicht zu erwarten. Nr. 2 nicht erfüllt. Erhebliche Störungen während der Fortpflanzungszeit, die zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führen, sind nicht gegeben, da die Fläche nur als Jagdgebiet genutzt wird. Nr. 3 nicht erfüllt. Da keine Fortpflanzungs- oder Ruhestätten durch den Eingriff betroffen sind, ist der Verbotstatbestand nicht erfüllt, eine weitere Prüfung ist nicht erforderlich. Der Verlust des Jagdreviers kann durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden. Es werden Gehölzstrukturen und Dachbegrünungen angelegt, die auch zukünftig als Jagdgebiet dienen. Darüber hinaus werden 20 Fledermausquartiere angelegt, um die Änderung des Jagdgebiets zu kompensieren. Tagfalter und Heuschrecken Im Folgenden werden die Verbotstatbestände für die Arten der Tagfalter und Heuschrecken geprüft, die besonders geschützt sind und für die damit der besondere Artenschutz gilt. Stufe 1: Beurteilung der Verbotstatbestände des § 44 (1) Nr. 1, 2 u. 3 BNatSchG Nr. 1 erfüllt. Die Schutzvorschrift gilt für die besonders geschützten Arten. Die Verbotswirkung gilt Individuen bezogen (einschließlich Eier, auch in leerem Zustand). Verboten sind daher sämtliche Handlungen, die den Tod oder die Verletzung eines Tieres, die Zerstörung oder Beschädigung von Eiern oder deren Entfernung zur Folge haben. Die Insekten legen ihre Eier entweder auf den Blattunterseiten der Futterpflanzen ab oder im Boden. Das Töten von einzelnen Entwicklungsformen der Insekten kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Baumaßnahmen werden in der Vegetationsruhe erfolgen, wenn die Arten an den Futterpflanzen oder im Boden überwintern. Nr. 2 nicht erfüllt. trifft nicht zu, da keine streng geschützten Arten betroffen sind. Nr. 3 erfüllt. 77 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Durch die Planung ist mit einem nahezu vollständigen Biotopverlust auszugehen. Es werden Wohngebiete mit wohnergänzenden Nutzungen und Grünflächen entwickelt. Eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population wird nicht zu vermeiden sein. Habitatflächen gehen verloren. Durch die Neuanlage von extensiven Wiesenflächen und von extensiver Dachbegrünung können die Verluste ausgeglichen werden. Stufe 2: Prüfung der Freistellung nach § 44 Abs. 5 BNatSchG Die Verbotstatbestände § 44 Abs. 1 und 3 BNatSchG sind erfüllt. Für die besonders geschützten Arten gilt gemäß § 44 Abs. 5 Satz 5 BNatSchG „sind andere besonders geschützte Arten betroffen, liegt bei Handlungen zur Durchführung eines Eingriffs oder Vorhabens kein Verstoß gegen die Zugriffsverbote vor“. Ein Verstoß gegen artenschutzrechtliche Verbote liegt bei anderen national geschützten Arten somit bereits dann nicht vor, wenn über drohende Verstöße gegen artenschutzrechtliche Verbote auf der Ebene des Bebauungsplans durch Vermeidung und Ausgleich der Eingriffe in der Abwägung gemäß § 1a Abs. 3 BauGB entschieden wurde. Dies ist hier der Fall. Die Biotope, die den Insekten Lebensraum bieten, wurden im Rahmen des Eingriffsgutachtens (siehe Kap. 2) in die Bewertung eingestellt. Die Außenbeleuchtung an Gebäuden und Freiflächen sind blend- und streulichtarm sowie arten- und insektenfreundlich zu gestalten, so dass Beeinträchtigungen vermieden werden. Der Planung stehen damit keine unüberwindbaren artenschutzrechtlichen Hinderungsgründe entgegen. Erdkröte Im Folgenden werden die Verbotstatbestände für die Erdkröte bewertet. Stufe 1: Beurteilung der Verbotstatbestände des § 44 (1) Nr. 1, 2 u. 3 BNatSchG Nr. 1 nicht erfüllt. Die Landlebensräume der Erdkröte gehen zumindest temporär verloren. Durch eine Bauzeitenregelung und Maßnahmen während der Bautätigkeit kann die Gefahr der Tötung von Individuen reduziert werden, aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Baumaßnahmen sind im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung durch Bauzäune zu steuern, die das Zuwandern der Erdkröte aus benachbarten Laichgewässern in die Landlebensräume verhindert. Im Plangebiet vorhandene Individuen sind abzusammeln und in das Ersatzhabitat „Brake“ Altglienicke auszusetzen. Nr. 2 nicht erfüllt. trifft nicht zu, da keine streng geschützten Arten betroffen sind. Nr. 3 erfüllt. Durch die Planung kommt es zu einem vollständigen Verlust der Landlebensräume. 78 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Stufe 2: Prüfung der Freistellung nach § 44 Abs. 5 BNatSchG Der Verbotstatbestand § 44 Abs. 3 BNatSchG ist erfüllt. Für die besonders geschützten Arten gilt gemäß § 44 Abs. 5 Satz 5 BNatSchG „sind andere besonders geschützte Arten betroffen, liegt bei Handlungen zur Durchführung eines Eingriffs oder Vorhabens kein Verstoß gegen die Zugriffsverbote vor“. Ein Verstoß gegen artenschutzrechtliche Verbote liegt bei anderen national geschützten Arten somit bereits dann nicht vor, wenn über drohende Verstöße gegen artenschutzrechtliche Verbote auf der Ebene des Bebauungsplans durch Vermeidung und Ausgleich der Eingriffe in der Abwägung gemäß § 1a Abs. 3 BauGB entschieden wurde. Es wurde eine Eingriffsbewertung und -bilanzierung (siehe Kapitel 2) vorgenommen. Dabei wurden auch die Lebensraumverluste in die Bewertung eingestellt. Der Planung stehen damit keine unüberwindbaren artenschutzrechtlichen Hinderungsgründe entgegen. 2.5.2.5 Fazit Dem Bebauungsplan stehen keine unüberwindbaren artenschutzrechtlichen Hindernisse entgegen. Drohende Verbotstatbestände können abgewendet werden bzw. eine Ausnahme kann vorbereitet werden. Die erforderlichen Maßnahmen werden durch Festsetzungen im Bebauungsplan bzw. Maßnahmen im Durchführungsvertrag gesichert. Folgende artenschutzrechtlichen Maßnahmen sind für die Avifauna und Fledermäuse erforderlich: Vor Abriss oder Umgestaltung der Gebäude und Baumfällungen Suche nach dauerhaft geschützten Lebensstätten von Vögeln und Fledermäusen Antrag auf Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG im Falle der Beeinträchtigung von Lebensstätten Anbringen von Niststätten an Bäumen in Abhängigkeit der Betroffenheit von Nestern: 15 geeignete Nistkästen mit unterschiedlichen Einflugöffnungen an erhaltenen Bäumen im Plangebiet und 20 geeigneten Nistkästen für Gebäudebrütern an den Fassaden der geplanten Neubauten Neuschaffung von 20 Ersatzquartiere für höhlenbewohnende Fledermäuse Erarbeitung eines Ausgleichskonzepts für die Fortpflanzungs- und Lebensstätten Neuntöter, Sumpfrohrsänger und Feldschwirl als CEF-Maßnahme Durchführung der CEF-Maßnahme auf den Flst. 61 und 129, Flur 1, in der Gemarkung Kablow mit insgesamt 3 ha. Hier werden geeignete Habitatstrukturen, insbesondere die Anlage einer 500 m2 großen Dornenhecke, Anlage von Feldgehölzen und Anlage von Wiesenbiotopen bereitgestellt. Keine Maßnahmen an Gebäuden und Bäumen in der Fortpflanzungszeit zwischen 01. März und 30. September Erhalt von Bäumen und Baumgruppen Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern gemäß Pflanzliste Anlage von Dachbegrünungen, Biodiversitätsdächern Anlage von extensiven Rasenflächen 79 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Die Außenbeleuchtung an Gebäuden und Freiflächen sind blend- und streulichtarm sowie arten- und insektenfreundlich zu gestalten Monitoring der Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen im Plangebiet Monitioring der CEF-Maßnahme in Kablow gemäß des durch die obere Naturschutzbehörde genehmigten Maßnahmenplans Folgende Maßnahmen sind zum Erhalt der Zauneidechse erforderlich: Erarbeitung eines Ausgleichskonzepts für die Fortpflanzungs- und Lebensstätten Zauneidechse Durchführung der CEF-Maßnahme auf der Flur 1, Flst. 61 und 129, Flur 1, in der Gemarkung Kablow mit insgesamt 3 ha. Gestaltung gemäß der Lebensraumerfordernisse der Zauneidechse durch Abschieben des Oberbodens auf 1,34 ha, Lockerung des Bodens, Ansaat von Wiesen, Anlegen von 21 Totholzwällen, Anlage von 32 Winterquartieren und von 42 Stubbenhaufen, Herrichtung von Vernetzungsstrukturen und Pflanzung von Gehölztuffs, Auslichtung des Kiefernforst auf 40 % Deckungsgrad. Umsiedlung der Zauneidechsen vor Beginn der Baumaßnahmen Monitoring der CEF-Maßnahme in Kablow gemäß des durch die obere Naturschutzbehörde genehmigten Maßnahmenplans Folgende Maßnahmen sind zum Erhalt der Erdkröte erforderlich: Umsiedlung der Erdkröte in das Ersatzhabitat „Brake“ Altglienicke vor Beginn der Baumaßnahmen (Antrag auf Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG durch Beeinträchtigung von Lebensstätten)  Monitoring der Umsiedelungsmaßnahme der Erdkröte gemäß der Auflagen aus der Umsiedlungsgenehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde Die erforderlichen artenschutzrechtlichen Maßnahmen werden im Durchführungsvertrag gesichert. Durch die Umwandlung der MUF in Wohngebäude sind keine weiteren artenschutzrechtlichen Eingriffe zu erwarten. 2.5.3 Biotopschutz gemäß § 30 BNatSchG und § 28 NatSchG Bln Im Plangebiet befinden sich keine nach § 30 BNatSchG oder nach § 28 NatSchG Bln geschützten Biotope. 2.5.4 Baumschutzverordnung Im Rahmen der städtebaulichen Planung und der Freiflächenplanung wird der Erhalt einer großen Anzahl an Bäumen gesichert. Der unvermeidbare Verlust von Bäumen wird gemäß des Berliner Leitfaden zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen bilanziert und bewertet. Dies gilt auch für Bäume, die gemäß BaumSchVO geschützt sind. Der Baumbestand wurde entsprechend im Fachgutachten zur Eingriffsbilanzierung bewertet und entsprechend der ermittelten Biotopwerte in die Bilanz eingestellt. Im Rahmen der Umsetzung der Baumaßnahme ist zur Rodung der 80 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Bäume eine Fällgenehmigung gemäß § 5 der BaumSchVO erforderlich. Eine zusätzliche Kompensationsermittlung nach BaumSchVO ist jedoch entbehrlich, eine Doppelbewertung ist auszuschließen.32 Durch die Festsetzungen zum Anpflanzen von Bäumen im Plangebiet wird die Anpflanzung von Ersatzbäumen sichergestellt und wesentlich zur Begrünung des Gebiets beigetragen. Der Ausgleich nach Baumschutzverordnung erfolgt demnach vollständig im Plangebiet. 2.5.5 Wald nach LWaldG Zur Klärung der Waldeigenschaft der aufgewachsenen Gehölzbestände erfolgte am 14. Juli 2020 ein Vor-Ort-Termin mit den Berliner Forsten. Im Ergebnis der Begehung wurde durch die Berliner Forsten die Waldeigenschaft für die gehölzbestandenen Flächen für den Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes nicht bestätigt. 2.5.6 Geplante Maßnahmen Im Folgenden werden die geplanten grünordnerischen Maßnahmen zusammenfassend dargestellt. Sie wurden bei der Beurteilung der Erheblichkeit der Beeinträchtigungen im Rahmen der Umweltprüfung zu Grunde gelegt: 2.5.6.1 Maßnahmen im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Folgende Maßnahmen/textliche Festsetzungen sind zur Vermeidung von erheblichen Umweltauswirkungen vorgesehen:   32 Auf den Flächen für Wohnen A, B, C, D, E und F sowie der Fläche für die Kindertagesstätte sind Stellplätze und ihre Zufahrten nur auf den überbaubaren Grundstücksflächen und den als Stellplätze festgesetzten Flächen zulässig. (TF 4). (Durch diese Festsetzung wird einer unnötigen Inanspruchnahme von Grundflächen entgegengewirkt.) Auf den Flächen für Wohnen kann die zulässige Grundfläche durch untergeordnete Nebenanlagen und Einrichtungen, die dem Nutzungszweck des Gebietes dienen, wie folgt überschritten werden: - auf der Fläche für Wohnen A insgesamt um bis zu 2600 m², - auf der Fläche für Wohnen B insgesamt um bis zu 2300 m², - auf der Fläche für Wohnen C insgesamt um bis zu 2000 m², - auf der Fläche für Wohnen D insgesamt um bis zu 1800 m², - auf der Fläche für Wohnen E insgesamt um bis zu 1200 m², - auf der Fläche für Wohnen F insgesamt um bis zu 2100 m². Auf der Fläche der Kindertagesstätte kann die zulässige Grundfläche durch untergeordnete Nebenanlagen und Einrichtungen, die der Kindertagesstätte dienen um bis zu 200 m² überschritten werden. Auf den privaten Grünflächen kann durch die Anlage von Wegen und Plätzen eine Fläche Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (Hrsg.) (2020), S. 75 81 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022     von insgesamt bis zu 800 m² versiegelt werden. Für die Bewirtschaftung von Regenwasser durch Rigolen oder Zisternen kann auf den privaten Grünflächen 1 und 2 die zulässige Grundfläche jeweils bis zu 200 m² überschritten werden. (TF 5). (Durch diese Festsetzung wird einer unnötigen Inanspruchnahme von Grundflächen entgegengewirkt.) Zum Schutz vor Verkehrslärm müssen entlang der Linien p1-p2, p2-p3, p3-p4, p5-p6, und p6-p7 sowie am Gebäude A1 zusätzlich entlang der Linie p4-p1 in Wohnungen mit einem oder zwei Aufenthaltsräumen in mindestens einem Aufenthaltsraum, - in Wohnungen mit mehr als zwei Aufenthaltsräumen in mindestens der Hälfte der Aufenthaltsräume durch besondere Fensterkonstruktionen oder durch andere bauliche Maßnahmen gleicher Wirkung Schallpegeldifferenzen erreicht werden, die gewährleisten, dass ein Beurteilungspegel von 30 dB(A) während der Nachtzeit in dem Raum oder den Räumen bei mindestens einem teilgeöffneten Fenster nicht überschritten wird. Diese Festsetzung gilt auch für die zurückgesetzten obersten Vollgeschosse der Gebäude B4, E1, F4, F5 und F6 an den jeweils parallel zu den bezeichneten Linien verlaufenden Baugrenzen. (Die Festsetzungen dienen zum Schallschutz gemäß Berliner Leitfaden) Auf den Flächen für Wohnen A, B, C, D, E und F sowie der Fläche für die Kindertagesstätte ist pro angefangene 150 m² Grundstücksfläche mindestens ein gebietstypischer Laubbaum mit einem Mindeststammumfang von 18 cm zu pflanzen, zu erhalten und bei Abgang nachzupflanzen. Bei der Ermittlung der Zahl der zu pflanzenden Bäume sind die vorhandenen Laubbäume mit einem Stammumfang von mindestens 30 cm anzurechnen. (TF 12). (Die Wohngebiete sind als Siedlungsbereich in einer vorstädtischen Lage geprägt. Damit wird eine angemessene Begrünung mit Bäumen in den Freiflächen erreicht. Bestandsbäume werden erhalten. Die Maßnahme dient zur Vermeidung und zum Ausgleich von Eingriffen.) Auf der privaten Grünfläche ist pro angefangene 50 m² Grundstücksfläche mindestens ein gebietstypischer Laubbaum mit einem Mindeststammumfang von 18 cm zu pflanzen, zu erhalten und bei Abgang nachzupflanzen. Bei der Ermittlung der Zahl der zu pflanzenden Bäume sind die vorhandenen Laubbäume mit einem Stammumfang von mindestens 30 cm anzurechnen. (TF 13). (Die Festsetzung dient einer Durchgrünung des Plangebiets und einer Sicherung von Ersatzbäumen) Auf den Flächen für Wohnen A, B, C, D, E und F sowie der Fläche für die Kindertagesstätte sind die nicht überbaubaren Grundstücksflächen gärtnerisch anzulegen und zu unterhalten. Die Bepflanzungen sind zu erhalten und bei Abgang nachzupflanzen. Die Verpflichtung zum Anpflanzen gilt nicht für Wege, Zufahrten, Nebenanlagen und Einrichtungen, die dem Nutzungszweck der Flächen für Wohnen beziehungsweise Kindertagesstätte dienen. (TF 14). (Aus Gründen der Ortsbildgestaltung, der Schaffung eines gesunden Wohnumfeldes und zum Ausgleich der Eingriffe werden die nicht überbaubaren Grundstücksflächen begrünt.) Die privaten Grünflächen sind als Grünanlagen gärtnerisch anzulegen, so dass der Eindruck eines geschlossenen Grünzuges entsteht. Die Bepflanzungen sind zu erhalten und bei Abgang nachzupflanzen. Die Verpflichtung zum Anpflanzen gilt nicht für Wege oder Spielplätze. (TF 16). (Um der Darstellung des Flächennutzungsplans zu folgen, ist der 82 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022     Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans durch eine in Nordsüd-Richtung verlaufende private Grünfläche gegliedert, die mindestens in einer Breite von 25 m planungsrechtlich gesichert wird, der Abstand der jeweils angrenzenden Gebäude liegt stets über 30 m. Da die Grünfläche wesentliche Aufgaben für Flora und Fauna des örtlichen Naturraumverbunds, das stadträumliche Mikroklima sowie als Aufenthalts- und Erholungsfläche für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers erfüllt, ist die beabsichtigten Qualitäten langfristig dauerhaft zu sichern. Die Einrichtung eines Quartiersplatzes soll dazu den sozialräumlichen Bedürfnissen entsprechen können.) Die Außenwandflächen zwischen den Punkten k1 und k2 sind mit rankenden oder schlingenden Pflanzen zu begrünen. Die Bepflanzungen sind zu erhalten und bei Abgang nachzupflanzen. (TF 17). (Zur ökologischen Aufwertung des Quartiers, zur Schaffung von vertikalen Lebensräumen und zum Ausgleich von Eingriffen werden fensterarme Bereiche der Fassaden begrünt.) Ebenerdige Stellplatzflächen mit Ausnahme der Stellplatzfläche an der Rosestraße sind durch Flächen, die zu bepflanzen sind, zu gliedern. Je sechs Stellplätze ist ein standortgerechter Baum mit einem Mindeststammumfang von 18 cm zu pflanzen. Die Bepflanzungen sind zu erhalten und bei Abgang nachzupflanzen. (TF 18). (Die Festsetzung dient einer Durchgrünung der Stellplätze und einer Sicherung von Ersatzbäumen.) Die ebenerdige Stellplatzfläche an der Rosestraße ist durch Flächen, die zu bepflanzen sind, zu gliedern. Je sieben Stellplätze ist ein standortgerechter Baum mit einem Mindeststammumfang von 18 cm zu pflanzen. Von der Gliederung zwischen den Stellplätzen kann abgesehen werden, wenn die Stellplätze mit der Stirnseite unmittelbar an eine Grünfläche angrenzen. Die Bepflanzungen sind zu erhalten und bei Abgang nachzupflanzen. (TF 19). (Mit der grünordnerischen Festsetzung für die Stellplatzfläche in der Fläche für Wohnen B werden größere unbegrünte Stellplatzanlagen vermieden und das Ortsbild aufgewertet.) Auf den Flächen für Wohnen A, B, C, D, E und F sowie der Fläche für die Kindertagesstätte sind die Dachflächen der Gebäude als Flachdach oder flach geneigtes Dach mit einer Neigung bis 5 % auszubilden und extensiv zu begrünen; die Bepflanzungen sind dauerhaft zu erhalten. Dies gilt nicht für die Fläche für Wohnen C des Gebäudes C7. Auf den Flächen für Wohnen B, C, D, E, F, der Fläche für die Kindertagesstätte und auf der Fläche für Wohnen A des Gebäudes A4 muss der durchwurzelbare Teil des Dachaufbaus auf einer Gesamtfläche von mindestens 8.510 m² mindestens 15 cm betragen. Je angefangener 10 m² Dachfläche sind Biotopelemente anzulegen ("Biodiversitätsdach"). Auf der Fläche für Wohnen A der Gebäude A1, A2 und A3 muss der durchwurzelbare Teil des Dachaufbaus auf einer Gesamtfläche von mindestens 1.220 m² eine Höhe von mindestens 6 cm betragen. Auf der Fläche für Wohnen C ist die Dachfläche des Gebäudes C7 als Flachdach oder flach geneigtes Dach mit einer Neigung bis zu 5 % auszubilden und intensiv zu begrünen. Die Bepflanzungen sind dauerhaft zu erhalten. Der durchwurzelbare Teil des Dachaufbaus muss auf einer Fläche von mindestens 50 m² mindestens eine Höhe von 30 cm betragen. Eine Kombination von begrünten Dachflächen und Photovoltaikanlagen ist zulässig (TF 83 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022  20). (Die Dachbegrünung schafft Möglichkeiten zum Rückhalt von Niederschlägen und bildet einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen). Auf den Flächen für Wohnen A, B, C, D, E und F sowie der Fläche für die Kindertagesstätte sind mindestens 320 m² der Dachflächen von Nebenanlagen, deren Grundfläche mindestens 10 m² beträgt, als Flachdach oder flach geneigtes Dach mit einer Neigung bis 5% auszubilden und extensiv zu begrünen. Die Bepflanzungen sind dauerhaft zu erhalten. Der durchwurzelbare Teil des Dachaufbaus muss mindestens 4 cm betragen (TF 21). (Als Ausgleich für den aus den Festsetzungen resultierenden Eingriff in Natur und Landschaft und den Verlust an klimatisch wirksamen Biovolumen soll eine Dachbegrünung der Hauptgebäude planungsrechtlich gesichert werden. Grundsätzlich trägt die Dachbegrünung zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Darüber hinaus dient sie durch eine Verzögerung des Regenwasserabflusses der Wasserrückhaltung und hat somit positive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt.) Zudem umfasst der vorhabenbezogene Bebauungsplan 9-68VE Empfehlungen für die zu pflanzenden Gewächse. Die empfehlende Pflanzliste von gebietstypischen Pflanzenarten kann dem Anhang der Begründung entnommen werden. 2.5.6.3 Regelungen im Durchführungsvertrag Zur Sicherung der Vorhabenplanung wird auf der Grundlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 9-68 VE zwischen dem Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick und dem Vorhabenträger ein Durchführungsvertrag geschlossen, in dem sich der Vorhabenträger zur Umsetzung des Vorhabens binnen einer bestimmten Frist sowie zur Übernahme der Planungs- und Erschließungskosten verpflichtet. Der Freiflächenplan ist Teil des Vorhabens. Die Sicherung der Umsetzung der Maßnahmen des Freiflächenplans erfolgt über den Durchführungsvertrag. Der Entwurf des Durchführungsvertrages wird nach der Durchführung der Beteiligung gemäß § 4 Abs. 2 BauGB abgestimmt. Es sind folgende Inhalte vorgesehen: Anlage und Errichtung eines privaten, aber öffentlich nutzbaren Grünzugs Umsetzung der Freianlagen gemäß Freianlagenplanung inkl. geplanter Baum- und Gehölzpflanzungen sowie Dach- und Fassadenbegrünung Entwicklung und Sicherung einer Ausgleichsfläche für den Artenschutz und den Eingriff auf einer 30.415 m² in Kablow, Ortsteil Kablow-Ziegelei: Herausnahme der Ackerflächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung Schaffung von Habitatbereichen als Lichtung im Kiefernforst Ansaat von autochthonen Wiesen auf den ehemaligen Ackerflächen Anpflanzen von Hecken und Feldgehölzen auf den ehemaligen Ackerflächen Anlage von geeigneten Habitatstrukturen, wie Totholzwälle, übererdete Holzhaufen, Stubbenhaufen Folgende Maßnahmen sind zur Vermeidung von artenschutzrechtlichen Konflikten im Durchführungsvertrag zu verankern: 84 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 vor Abriss oder Umgestaltung der Gebäude und Baumfällungen Suche nach dauerhaft geschützten Lebensstätten von Vögeln und Fledermäusen, keine Maßnahmen an Gebäuden und Bäumen in der Fortpflanzungszeit zwischen März und September, Antrag auf Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG im Falle der Beeinträchtigung von Lebensstätten, Anbringen von Niststätten an Bäumen in Abhängigkeit der Betroffenheit von Nestern: 15 geeignete Nistkästen mit unterschiedlichen Einflugöffnungen an erhaltenen Bäumen im Plangebiet und 20 geeigneten Nistkästen für Gebäudebrütern an den Fassaden der geplanten Neubauten, Neuschaffung von 20 Ersatzquartiere für höhlenbewohnende Fledermäuse, Erarbeitung eines Ausgleichskonzepts für die Fortpflanzungs- und Lebensstätten Neuntöter, Sumpfrohrsänger und Feldschwirl als CEF-Maßnahme, Durchführung der CEF-Maßnahme auf den Flurstück 61 und 129, Flur 1, in der Gemarkung Kablow mit insgesamt 3 ha. Hier werden geeignete Habitatstrukturen, insbesondere die Anlage einer 500 m2 großen Dornenhecke, Anlage von Feldgehölzen und Anlage von Wiesenbiotopen bereitgestellt, Die Außenbeleuchtung an Gebäuden und Freiflächen sind blend- und streulichtarm sowie arten- und insektenfreundlich zu gestalten, Monitoring der Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen im Plangebiet, Monitioring der CEF-Maßnahme in Kablow gemäß des durch die obere Naturschutzbehörde genehmigten Maßnahmenplans, Erarbeitung eines Ausgleichskonzepts für die Fortpflanzungs- und Lebensstätten Zauneidechse, Durchführung der CEF-Maßnahme für die Zauneidechse auf der Flur 1, Flst. 61 und 129, Flur 1, in der Gemarkung Kablow mit insgesamt 3 ha. Gestaltung gemäß der Lebensraumerfordernisse der Zauneidechse durch Abschieben des Oberbodens auf 1,34 ha, Lockerung des Bodens, Ansaat von Wiesen, Anlegen von 21 Totholzwällen, Anlage von 32 Winterquartieren und von 42 Stubbenhaufen, Herrichtung von Vernetzungsstrukturen und Pflanzung von Gehölztuffs, Auslichtung des Kiefernforst auf 40 % Deckungsgrad, Umsiedlung der Zauneidechsen vor Beginn der Baumaßnahmen, Monitoring der CEF-Maßnahme der Zauneidechse gemäß des durch die obere Naturschutzbehörde genehmigten Maßnahmenplans. Folgende Maßnahmen sind zum Erhalt der Erdkröte erforderlich: Umsiedlung der Erdkröte in das Ersatzhabitat „Brake“ Altglienicke vor Beginn der Baumaßnahmen (Antrag auf Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG durch Beeinträchtigung von Lebensstätten) Monitoring der Umsiedelungsmaßnahme der Erdkröte gemäß der Auflagen aus der Umsiedlungsgenehmigung durch die untere Naturschutzbehörde. 2.5.6.4 Bauzeitenregelung und Baudurchführung Bauzeitbeschränkung für die Baufeldräumung 85 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Durch eine Bauzeitenregelung können negative Auswirkungen auf die Tiere verhindert werden. Diese Maßnahmen sind im Bebauungsplan nicht festsetzbar. Dennoch ist folgendes zu berücksichtigen und artenschutzrechtlich umsetzbar: Im Rahmen der Umsetzung der geplanten Baumaßnahme sind die Zugriffsverbote gemäß § 44 Abs. 1 BNatSchG zu beachten- Gemäß dieser Zugriffsverbote sind sämtliche Handlungen verboten, die den Tod oder die Verletzung besonders geschützter oder die Zerstörung, Beschädigung oder Entfernung ihrer Entwicklungsformen zur Folgehaben. Gehölzentfernungen und Bodenabtrag sollten daher außerhalb der Brutzeit (März/September) erfolgen. Bei erforderlichen Erdarbeiten sind die Anforderungen der einschlägigen Regelwerke v. a. DIN 18915, DIN 18929, RAS-LP 2 sowie RAS-LP 4 zu erfüllen. Demnach ist der vorhandene Boden lagengerecht auszubauen, fachgerecht zu lagern und wieder einzubauen. Zum Schutz vorhandener Bäume ist bei den erforderlichen Erdarbeiten auf den geschützten Wurzelraum zu achten. Einzelbäume bzw. Baumgruppen sind während der Bauphase gegenüber Beeinträchtigungen wie Beschädigungen durch Baufahrzeuge oder das Lagern von Baustoffen zu sichern. Hierbei sind v. a. die Vorschriften DIN 18920, der ZTV Baumpflege sowie der RASLP 4 zu beachten. 2.5.6.5 Vermeidung von Emissionen, Abfällen und Abwasser und Energieeffizienz Die Verwendung von erneuerbaren Energien ist nicht Gegenstand der Planung. Zur Vermeidung von Emissionen sind während der Bauphase unnötige Betriebsfahrten und Maschinenleerläufe zu vermeiden. Der Einsatz treibstoffsparender, lärmarmer und schadstoffreduzierter Baumaschinen wird empfohlen. Durch die Entwicklung werden zusätzliche Abfälle und Abwässer erzeugt. Es wird davon ausgegangen, dass ein ordnungsgemäßer Umgang erfolgt. Erhebliche Auswirkungen sind nicht zu erwarten. 2.6 In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten mit Angabe der wesentlichen Gründe für die getroffene Wahl Nach § 1 Absatz 5 Baugesetzbuch soll die städtebauliche Entwicklung vorrangig durch Maßnahmen der Innenentwicklung erfolgen. Die anthropogene Vorprägung und die bislang ungeordnete städtebauliche Struktur bieten eine gute Grundlage für die geplante Bebauung. Zudem finden sich auch im Berliner Süden immer weniger Alternativstandorte für eine Wohnbebauung. Das geplante Gebiet entspricht dem stadtentwicklungs- und bodenschutzpolitischen Ziel, aufgrund des Strukturwandels nicht mehr genutzte Gewerbe- und Industrieflächen und -gebäude einer sinnvollen Folgenutzung zuzuführen. Damit stellt die vorgesehene Folgenutzung im Plangebiet eine sinnvolle Alternative zur möglichen Bebauung bisher unbebauter Freiflächen dar. 86 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 2.6.1 Nutzungsalternativen Das Grundstück wurde der degewo mit dem Ziel der Schaffung von sozialem Wohnraum verkauft. Eine alternative Nutzung, z.B. als Grünfläche und als Gewerbegebiet ist hierbei nicht möglich und würde auch den Vorgaben des Flächennutzungsplanes widersprechen. 2.6.2 Konzeptalternativen Bei der Konzeptfindung wurde versucht auf die unterschiedlichen Belange einer ökologischen und naturnahen Gestaltung einzugehen und diese planerisch zu integrieren. Es wurden umfangreiche Maßnahmen zur grünordnerischen Entwicklung des Plangebiets in den Freiflächenplan integriert. Ein Teil des Baumbestandes kann in die Planung integriert werden. Die Berücksichtigung von Konzeptalternativen war dabei wesentliches Instrument der Vorplanung und wurde abschließend zum aktuellen Entwurf zusammengefasst. 3. Zusätzliche Angaben 3.1 Beschreibung der wichtigsten Merkmale der verwendeten technischen Verfahren bei der Umweltprüfung sowie Hinweise auf Schwierigkeiten, die bei der Zusammenstellung der Angaben aufgetreten sind Die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen des Bebauungsplans auf die Schutzgüter und ihre Wechselwirkungen werden im Rahmen der Umweltprüfung ermittelt, beschrieben und bewertet. Die Umweltprüfung ist zudem nicht nur auf die Betrachtung nachhaltiger Umweltauswirkungen beschränkt, auch positive Auswirkungen werden miteinbezogen. Im Rahmen der verbal-argumentativen Untersuchungsmethode wird zunächst der aktuelle Zustand beschrieben. Hieraus werden die Empfindlichkeiten der Schutzgüter gegenüber den zu erwartenden Veränderungen abgeschätzt. Auf der Grundlage der Darstellung der Auswirkungen werden zusätzlich die zu erwartenden Beeinträchtigungen und Wirkungen auf die Schutzgüter aufgezeigt und in Relation zu der Empfindlichkeit des Bestandes gesetzt. Zusammenfassend werden dann Empfehlungen zur Vermeidung, Minimierung und ggf. zum Ausgleich der festgestellten Umweltauswirkungen abgeleitet. Grundlagen für die Umweltprüfung sind der digitale Umweltatlas Berlin, Luftbildauswertungen, Vor-Ort-Begehungen, Biotop- und Baumkartierung, faunistische Erfassungen sowie verkehrstechnische Untersuchungen und ein Fachbeitrag zum Umgang mit dem Niederschlagswasser. Im Rahmen der Umweltprüfung sind keine Schwierigkeiten aufgetreten, die zu einer Prognoseunsicherheit führen. 87 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 3.2 Referenzliste der Quellen, die für die im Bericht enthaltenen Beschreibungen und Bewertungen herangezogen wurden Bacher, S.; Bacher Landschaftsarchitekten (2021): BV BOW II.2 WOHN Entwässerungskonzept zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE Treptow-Köpenick, Zwischen Bohnsdorfer Weg, Rosestraße, Kleeblattstraße und Knospengrund; Berlin Bacher, S.; Bacher Landschaftsarchitekten (2022a): Grün- und Freiflächenplan zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE, Treptow-Köpenick; Berlin Bacher, S.; Bacher Landschaftsarchitekten (2022b): Grünordnerisches Fachgutachten und Eingriffsbilanzierung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2019): Geschützte Arten auf der Fläche des Bebauungsplans 9-68 „Alte Gärtnerei“ in Berlin-Altglienicke, Berlin Kallasch, C.; BUBO Arbeitsgemeinschaft Freilandbiologie (2021): Ergänzung zum Bericht „Ergebnisse Ingenieurbüro Kramer und Partner (2022): Konzept für die Anlage eines Ersatzhabitates für Zauneidechsen und Brutvögel (Feldschwirl, Neuntöter, Sumpfrohrsänger) in Kablow, OT Kablow-Ziegelei, Blackbergstell (LDS) faunistischer Erfassungen, Bewertung und Konfliktanalyse“ IBW - Ingenieurdienstleistungen (2022): Verkehrsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan 9-68 VE Bohnsdorfer Weg Peschel, T. (2021); Ökologie und Umwelt: Biotoptypenkartierung Bohnsdorfer Weg; Berlin, 24. Februar 2021 Schirmer&Partner; Landschaftsarchitekten BDLA (2021): Grünordnerisches Fachgutachten und Eingriffsbilanzierung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE, „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin Vorabzug zur Abstimmung; Berlin, 11. Februar 2021 Schultz, F.; Akustik und Schallschutzberatung (2023): Gutachten G-1664.12-2023, Untersuchung Außenlärm, Schallschutzmaßnahmen; vorhabenbezogenes B-Planverfahren Nr. 9-68 VE Berlin OT Altglienicke, Wohngebäude, Kita und Kleingewerbe Bohnsdorfer Weg 99-119 (ungerade), 12524 Berlin; Berlin, 27. Januar 2023 Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (Hrsg.) (2020): Berliner Leitfaden zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen - Februar 2020, Berlin UCM GbR – Umweltconsulting & Management und Büro für Abfall- und Umweltmanagement; Ingenieurbüro: BV: BV Bohnsdorfer Weg 99-119 in 12524 Berlin Treptow-Köpenick, OT Altglienicke – BOW II 2.1 – 2.5; Untersuchungsbericht, Berlin, Berichtsdatum: 17. Dezember 2019 (Version vom 21. Januar 2020) van Ho, P.; MRICS: Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (2019): Lageplan für die Grundstücke Bohnsdorfer Weg 99 / 119 Schirnerstraße in 12524 Berlin-Altglienicke: Plan-Nr. 7637LP00.5; Berlin, 30. September 2019 van Ho, P.; MRICS: Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (2020): Baumplan für die Grundstücke Bohnsdorfer Weg 99 / 119 Schirnerstraße in 12524 Berlin-Altglienicke: Plan-Nr. 7637LP00.7; Berlin, 06. Oktober 2020 88 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 3.3 Beschreibung der geplanten Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen der Durchführung des Bauleitplans auf die Umwelt (Monitoring) Gemäß § 4c Baugesetzbuch muss die Gemeinde die erheblichen Umweltauswirkungen überwachen, die auf Grund der Durchführung der Bauleitpläne eintreten, um insbesondere unvorhergesehene nachteilige Auswirkungen frühzeitig zu ermitteln und in der Lage zu sein, geeignete Maßnahmen zur Abhilfe zu ergreifen. Gegenstand der Überwachung ist auch die Durchführung von Darstellungen oder Festsetzungen nach § 1a Absatz 3 Satz 2 Baugesetzbuch und von Maßnahmen nach § 1a Absatz 3 Satz 4 Baugesetzbuch. Im Rahmen der Umweltprüfung für diesen Bebauungsplan wurde festgestellt, dass dessen Durchführung voraussichtlich erhebliche Umweltauswirkungen auf die Schutzgüter Boden und Pflanzen und Tiere nach sich ziehen wird. Maßnahmen zur Überwachung sind das Monitoring der CEF-Maßnahmen zur Umsiedlung der Zauneidechsen und Erdkröten sowie die Umsetzungsund Erfolgskontrolle der grünordnerischen Festsetzungen im Plangebiet. Der Freiflächenplan sieht Maßnahmen zur Durchgrünung des Plangebietes vor. Die Maßnahmen sind auf die Umsetzung und die dauerhafte Funktionserfüllung zu prüfen. 3.4 Allgemeinverständliche Zusammenfassung Das ca. 6,15 ha große Plangebiet umfasst das Gelände einer ehemaligen Gärtnerei und liegt im Ortsteil Altglienicke des Bezirks Treptow-Köpenick von Berlin. Ziel der Planaufstellung ist die Realisierung eines Wohnbauprojekts auf dem Grundstück Bohnsdorfer Weg 99/119 im Bezirk Treptow-Köpenick zur Umsetzung der Wohnungsbaustrategie des Landes Berlin. Entsprechend dem Planungsziel sollen sechs Flächen für Wohnen festgesetzt werden, auf denen 32 Gebäude mit zwei (plus Staffelgeschoss) bis vier Geschossen für eine überwiegende Wohnnutzung errichtet werden. Es soll weiterhin eine Fläche für Kindertagessstätte, private, öffentlich nutzbare Grünflächen mit Spielplätzen sowie private und öffentliche Verkehrsflächen festgesetzt werden. Im Nordwesten des Plangebietes ist auf einer Teilfläche von ca. 0,68 ha (Fläche für Wohnen A) die Bebauung mit einer Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) gemäß § 246 BauGB bereits genehmigt. Zur Ermittlung und Beurteilung der voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen der Planung im Rahmen der Umweltprüfung wurden eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt und ein Verkehrsgutachten, ein landschaftsplanerisches Fachgutachten einschl. Eingriffsbilanzierung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan erstellt und artenschutzfachliche Untersuchungen (Kartierungen) durchgeführt. Darüber hinaus wurde ein Entwässerungskonzept erstellt. Zudem wurde eine Biotoptypenkartierung durchgeführt. Das Plangebiet wurde bis Anfang der 1990er Jahre als Gärtnerei genutzt. Die Gebäude, Hallen und Gewächshäuser sind teilweise in ruinösem Zustand auf dem Plangebiet vorhanden. Die Relikte der ehemaligen Nutzung sind inzwischen mit Vegetation bestanden und zerfallen zunehmend. Aufgrund der jahrzehntelangen Abwesenheit des Menschen haben sich teils flächige Gehölzbiotope entwickelt, welche sich zumeist aus invasiven Arten wie Eschen-Ahorn, Robinie und Götterbaum zusammensetzen. Aber auch heimische Gehölze sind auf dem Plangebiet vorzufinden. Die untersuchte Fläche wird gegenwärtig als Jagdgebiet von Zwergfledermäusen genutzt. Im Rahmen der Umweltprüfung für diesen Bebauungsplan wurde festgestellt, dass dessen 89 Umweltprüfung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE „Alte Gärtnerei“ Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin 12.04.2022 Durchführung voraussichtlich erhebliche Umweltauswirkungen auf die Schutzgüter Boden und Pflanzen und Tiere nach sich ziehen wird. Auf das Landschaftsbild sind positive Wirkungen zu erwarten. Die erheblichen Beeinträchtigungen sind auf die Neuversiegelung von 1,51 ha und den damit verbundenen Vegetationsverlust und der teilweisen Entwertung als Lebensraum zurückzuführen. Auf der Fläche des MUF erfolgt durch Umsetzung der modularen Unterkünfte, für die bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde, bereits eine vollständige Entwertung für den Naturhaushalt. Durch die zulässige Umnutzung in Wohngebäude, die der vorhabenbezogene Bebauungsplan 968 VE ermöglicht, ist die Umnutzung eines Teils der Außenanlagen in Stellplätze erforderlich. Diese Umnutzung führt zu weiteren Beeinträchtigungen auf 800 m². Damit sind keine erheblichen anlagebedingten Beeinträchtigungen auf die Schutzgüter der Umweltprüfung verbunden. Bauund betriebsbedingte Beeinträchtigungen der Schutzgüter sind nicht zu erwarten. Durch die Planung werden Eingriffe, die zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, im Bereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans vorbereitet. Durch planinterne Ausgleichsmaßnahmen werden die vorbereiteten Eingriffe in Natur und Landschaft zu 89% ausgeglichen. Unter Berücksichtigung der planexternen Ausgleichsfläche verbleiben keine erheblichen und nachhaltigen Auswirkungen für den Naturhaushalt. Das Plangebiet hat Bedeutung für Vögel, Fledermäuse, Amphibien und verschiedene Insektenarten. Im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung wurde festgestellt, dass dem Bebauungsplan keine artenschutzrechtlichen Hinderungsgründe entgegenstehen, wenn im Durchführungsertrag Maßnahmen zum Schutz von Tieren (Bauzäune für Amphibien) sowie von Kompensation gesichert (Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse, Ausgleichsmaßnahme Kablow) gesichert werden. Im Plangebiet befinden sich im Bestand keine Biotope, die dem gesetzlichen Biotopschutz unterliegen. Es befinden sich keine Flächen im Plangebiet, die Wald sind nach Landeswaldgesetz. Im Rahmen der Betrachtung anderweitiger Planungsmöglichkeiten wurden umfangreiche Maßnahmen in den Freiflächenplan aufgenommen. Dabei waren die naturschutzfachlichen Gesichtspunkte eines der zugrunde gelegten Bewertungskriterien. Es sind keine Maßnahmen zur Überwachung vorgesehen, da zum gegenwärtigen Kenntnisstand keine Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung gegenüber den prognostizierten Umweltauswirkungen wahrscheinlich ist. 90 50,00 49,08 49,05 48,93 49,04 Tiefbord 49,15 befestigt 49,05 48,85 49,02 Tiefbord Nr. 99 49,03 e 2624 40 49,13 49,27 2024 49,06 49,07 49,30 2706 ca.10,70 49,20 49,26 unbefestigt 511 121 48,93 49,07 49,15 48,95 3214 49,00 48,95 48,92 Grube Nr. 101 49,03 49,03 40 49,02 49,63 49,61 49,61 2045 0324922 2050 49,54 2049 174 49,48 2047 2046 2042 51,03 51,08 594 0715321 49,59 190 884 883 49,31 49,33 49,34 49,41 49,85 49,82 882 49,44 2058 49,34 49,83 51 befestigt Biotoptyp textliche Beschreibung Biotoptyp 49,45 3035 3022 3036 235 49,35 49,43 49,22 49,01 49,15 49,11 49,0449,17 49,12 2661 49,09 42 Grdb.Bl. 10507N Land Berlin 3024 49,89 032101 ruderale Landreitgrasfluren, weitgehend ohne Gehölzbewuchs (Gehölzbedeckung < 10%) sonstige ruderale Staudenfluren, weitgehend ohne Gehölzbewuchs (Gehölzbedeckung < 10%), verarmte Ausprägung sonstige ruderale Staudenfluren, mit Gehölzaufwuchs (Gehölzbedeckung 10%-30%), verarmte Ausprägung Laubgebüsche frischer Standorte, überwiegend heimische Arten, ältere Bestände (älter 10 Jahre) Laubgebüsche frischer Standorte, überwiegend nicht heimische Arten, ältere Bestände (älter 10 Jahre) Baumreihen, mehr oder weniger geschlossen, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend heimische Gehölze Baumreihen, mehr oder weniger geschlossen, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend nicht heimische Gehölze Baumreihen, mehr oder weniger geschlossen, jüngere Bestände und Neupflanzungen, überwiegend heimische Gehölze Baumreihen, lückig, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend nicht heimische Gehölze sonstiger Einzelbaum, heimische Baumarten, überwiegend Altbäume einschichtige oder kleine Baumgruppen, heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter einschichtige oder kleine Baumgruppen, nicht heimische Baumarten, überwiegend Altbäume einschichtige oder kleine Baumgruppen, nicht heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter 7.264 7,3 082806 Birken-Vorwald frischer Standorte 1,5 1.502 082807 Espen-Vorwald frischer Standorte 0,8 756 082828 sonstige Vorwälder 2,6 2.612 08930 Robinien-Pionierwald 0,9 864 08990 sonstige Pionierwälder 0,7 749 11200 trockene Gruben 0,9 889 12322 Industrie- und Gewerbebrache 12654 versiegelter Weg 12720 Aufschüttungen und Abgrabungen 155 0,2 12730 Bauflächen/Baustellen 7.627 7,6 12831 Ruinen 358 0,4 12831/ 0710211 Ruinen mit 80% vollversiegelten Flächen und 20% Laubgebüschen frischer Standorte, überwiegend heimische Arten, ältere Bestände (älter 10 Jahre) 3.137 3,1 50,00 49,50 3026 3025 48,93 49,00 49,03 49,11 49,29 49,24 48,87 3033 3032 15 3028 3031 3030 49,51 3029 Nr. 103 44 49,58 49,55 3017 07142612 49,09 2997 49,02 44 14 273 3208 2963 49,17 49,09 473 49,06 2962 2961 3212 2965 2966 2968 2960 49,20 2990 49,66 49,55 2958 2957 2973 2974 2975 2976 2978 2972 53,91 032101 3209 474 44 13 49,17 Nr. 107 49,16 2821 Teilstück 6 48,83 ,78 Teilstück 7 ca. 39085 m¾2 degewo Köpenicker Wohnungsgesellschaft mbH 1657 07142612 49,13 430 0715312 032101 48,93 2918 2823 12654 2899 1658 2914 2915 ,38 56 48,94 49,14 49,47 2986 2917 48,88 49,10 439 Weg 48,99 49,14 48,92 49,19 2830 1013 1012 unbef. befestigt unbefestigt befestigt befestigt 2872 3205 48,96 49,07 2876 2845 48,72 3194 1695 1696 3493 49,44 1697 3380 3332 1279 3201 3200 3199 1694 3365 3202 3366 49,58 3382 3369 3370 3371 3372 3373 3375 3333 3221 49,20 1320 3224 48,48 befestigt unbefestigt 3326 48,90 49,44 49,36 49,30 49,54 49,41 3362 I 12322 48,96 48,81 48,83 07142511 48,92 48,83 48,89 3338 3347 49,06 3339 3343 3344 3346 3229 48,99 unbefestigt unbefestigt 48,94 1571 3497 1561 1560 unbef. unbefestigt 3498 1559 3499 1558 48,93 1557 3500 3232 117,72 48,73 3234 3235 48,66 48,97 49,15 0710211 Nr. 115 3258 325 1261 4 3259 12720 3278 082807 1256 3285 3583 3267 3269 3272 3270 3266 48,62 3273 3268 3262 3108 1248 3286 3287 3301 48,72 48,93 12831 48,56 48,70 3289 3576 3303 3302 1233 3294 48,59 48,60 48,47 1201 3571 49,01 1154 3580 1164 3609 3608 3614 3615 3613 49,11 3644 3643 3611 1144 3645 3648 3649 3638 48,53 48,43 Nr. 119 48,42 12730 3318 Beton 3317 48,41 3306 2622 48 1241 48,51 48,41 48,51 48,40 47 29 48,39 2904 0710211 48,40 48,51 48,73124 3036 6571 Wohnhaus II+D m Fl Pa 3312 3308 3110 Fläche 487 m¾2 Grdb.Bl. 33229N degewo Köpenicker Wohnungsgesellschaft mbH 49,06 3639 35,90 1237 1167 1166 48,96 49,18 3605 49,00 3596 3604 3603 3621 2607 2608 2609 2605 II Wohnhaus II+D m Pu Pa 1127 1129 3658 3,0 3.040 11.381 11,4 N E-Mail: zkb@degewo.de Vermessergrundlage: ÖbVI Phuoc van Ho Greifswalder Str. 208 10405 Berlin Katasternachweis vom 28.03.2020, 05.10.2020 Bezirk: Berlin - Treptow-Köpenick Grundbuchbezirk: Treptow Plan-Nr.: 7637LP00.7 Layout: Lageplan - Baumplan Erstellungsdatum: 06.10.2020 DAHM Architekten + Ingenieure GmbH Blattgröße 1:1000 A3 65 3667 3693 3668 49,15 49,14 1101 3698 49,12 1103 3701 1074 49,14 3694 1102 BPlan_9-68VE_UP_LP_001 Index - 1075 1073 3742 Planverfasser 1511 3743 2798 1080 1113 1132 2799 49,01 3699 3628 1126 3627 49,08 1116 3683 3682 1123 3681 3680 3706 1109 0324922 1117 1118 3687 3688 49,25 49,17 49,23 49,26 Bacher Landschaftsarchitekten 08930 3735 3719 3721 49,11 3723 3724 372 5 3726 2796 3728 3729 86 49,17 Planinhalt unbefestigt 2792 3708 1119 3690 3709 49,01 48,78 2632 2705 2559 2577 2560 2558 2578 49,13 49,07 3737113 4 3712 48,98 2597 Fläche 1237 m¾2 48,83 Grdb.Bl. 21288N-21381N Rühmann, Cornelia u.a. Miteigentümer 48,93 48,91 3710 3711 49,04 3732 3727 E-Mail: info@bacher-la.de 2793 12654 3734 3733 1086 2794 2795 unbefestigt befestigt 48,89 1513 3722 3720 3716 3715 71 12322 1085 49,13 1087 1088 49,05 49,01 3675 3718 3717 3707 Hauptstraße 6 10827 Berlin Tel. 030 665 086 30 2797 3691 49,07 3689 3674 3672 3703 49,11 unbefestigt 3676 3737 3736 3705 3704 08990 Knospengrund 49,04 49,11 3686 3677 3678 48,99 3739 3738 1095 1115 3671 3665 3673 1142 3740 1081 1125 3679 3629 49,15 3696 1114 3684 3631 3625 2633 3666 1131 3654 1130 49,05 3632 3626 3624 Plan-Nummer 49,05 1100 3661 1124 3663 3662 3664 3635 3633 3630 3600 48,68 2723 48,65 Fläche 1158 m¾2 Grdb.Bl. 22844N-22961N Günaydin, Hasan u.a. Miteigentümer 2631 3659 3623 3622 3602 3601 49,18 48,68 2606 Schp. I Ho Sa Pa 49,38 49,39 49,37 49,10 49,43 49,12 befestigt 3657 3634 1145 76,84 2630 3108 3637 3636 361 3620 9 3598 3599 3595 49,15 3573 48,82 6572 1128 082806 3597 3594 3593 3592 1150 49,03 48,87 3109 Wohnhaus II+D m Fl Pa 3618 3591 1165 unbefestigt 3124 1,5 1.455 3700 befestigt/unbefestigt 3588 3590 48,89 49,02 3564 3656 3655 3660 3606 3587 3589 3572 3314 1235 3311 Flur 4 Flur 3 48,69 48,69 1359 48,66 0 48,56 48,67 48,68 3310 3309 49,3649,34 49,01 3563 3641 3617 3607 49,23 3315 1236 082806 3307 Maßstab 1510 3550 1076 3562 48,97 3640 3585 3586 49,05 1238 3316 0,3 328 Mühlenstraße 34 • 10243 Berlin Tel.(/Fax): 030 - 29 36 90 - 30 (/31) E-Mail:box@dahm-ai.de 2746 365 3653 2 365 3650 1 3616 befestigt 48,99 1,7 1.723 64 3548 49,07 3646 3642 3584 1152 3319 Beton unbefestigt befestigt 0,4 424 6784 Grdb.Bl.10507N Land Berlin 49,10 1077 12654 3610 1162 49,09 48,88 befestigt 49,48 49,49 49,53 49,45 49,52 49,56 2745 3552 3553 3559 3554 3560 3561 3566 49,09 befestigt 49,09 1153 1163 1.129 1,1 3551 3558 49,08 3578 Architekt 981 3549 08990 49,02 49,00 3579 48,57 12831/0710211 degewo Köpenicker Wohnungsgesellschaft mbH Potsdamer Straße 60 10785 Berlin Tel.: 030 - 26485 - 5000 63 48,96 1195 Bauherr 2743 2744 3547 48,94 49,09 3575 3305 49,05 68 3567 082806 0,1 146 Vorhabenbezogener Bebauungsplan 9-68 VE 49,61 1194 0710211 3582 562 0,6 für das Grundstück Bohnsdorfer Weg 99/119, '' Alte Gärtnerei'' im Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Altglienicke 59 48,93 49,10 befestigt/unbefestigt 48,94 49,54 unbefestigt 980befestigt Gewächshaus-Ruine (einsturzgefährdet) 1186 1196 3577 3295 032101 2801 982 3292 2.115 2,1 Quelle: Biotoptypenkartierung von Dr. rer.-nat. Tim Peschel vom 24. Februar 2021 Bauvorhaben 49,68 2742 3529 1197 3293 3051 12654 befestigt 3523 3524 3525 3522 3526 49,05 48,52 48,51 49,13 978 3546 3569 35 3296 48,94 979 3545 49,05 48,90 3297 49,74 3515 3514 1175 3543 49,06 1 1245 3298 Nr. 117 48,68 3288 3299 48,82 1344 3513 3528 49,01 49,02 12322 49,00 973 49,11 3527 1185 3290 Fundament befestigt 329 3300 2751 977 3521 0324912 1246 3264 48,59 3520 befestigt/unbefestigt 3282 1247 3511 3542 3540 3277 48,95 2755 2754 3517 3516 3512 48,96 1183 3281 3283 3271 3276 2756 2757 2758 2759 3538 1184 3275 3274 3263 2760 1524 3532 3534 3533 3531 3530 3536 3537 49,03 082807 2765 2763 2762 2761 1526 8 unbefestigt 3510 1180 1182 49,00 49,01 unbefestigt 2764 1527 2767 unbefestigt 152 3518 3509 35 117941 3539 49,03 3237 48,82 3279 1529 2771 2770 2768 07142511 0710211 1181 1216 1257 2772 49,79 49,74 12654 49,08 2741 3253 3280 3260 3261 1530 unbefestigt1523 3535 1345 48,82 2773 1525 972 3519 1174 48,91 48,93 1218 3251 3257 48,93 3231 3255 3249 3250 3256 48,69 unbefestigt 1255 3240 3239 324 3243 1 3242 3248 2774 2766 2737 3508 0324912 49,05 3336 3245 3244 3247 3246 48,85 48,66 3230 3330 48,85 2637 48 48,96 unbefestigt 2775 3233 1325 48,98 unbefestigt 48,95 48,85 3503 3504 3501 6782 273 8 unbefestigt 2776 1173 1568 48,87 49,18 Gemarkung Glienicke, Flur 2 0324912 49,69 49,02 49,29 unbefestigt 2784 1546 49,82 962 Gemarkung Glienicke, Flur 4 032101 48,86 48,94 961 49,83 6781 032101 2752 2753 49,35 unbefestigt 1533 2785 49,06 unbefestigt 1556 3505 3506 3337 3056 befestigt 49,05 1324 49,38 1531 1532 2777 49,07 1323 48,80 49,48 49,36 49,10 3341 befestigt 49,04 48,84 2778 2786 07142511 48,99 unbefestigt 3345 3340 48,95 49,23 49,19 2739 49,41 3342 3335 48,82 2783 49,92 50,00 Gemarkung Treptow, Flur 194 48,87 0324922 0715312 48,65 48,78 48,89 Nr. 113 48,81 48,84 3324 48,83 148,58 Porzer Straße Trafo I Tor 964 2788 2787 49,03 49,06 2 2781 I Fz Pu Fz 3377 befestigt 1580 unbefestigt 278 2779 Halle I m Sa 1322 48,73 12322 I Fz Sa Fz 6780 49,90 2735 3352 unbefestigt befestigt 48,82 3361 49,60 49,37 955 3351 3350 3378 48,72 1208 48 49,44 1627 3359 unbefestigt 1632 unbefestigt3355 3354 49,33 49,49 1618 3379 1588 3327 48,87 0324922 unbefestigt 3196 3353 1631 2780 3226 48,73 0324922 3358 49,47 3227 unbefestigt 1321 49,32 50,02 3357 3363 3197 49,74 2734 12322 befestigt 49,48 49,40 49,41 3195 3220 3223 48,69 3323 1589 49,49 49,47 12654 3219 1275 48,71 befestigt 49,98 49,90 49,92 49,40 49,53 49,57 49,52 49,52 49,45 0715322 1276 44 12 48,90 49,40 49,37 3218 5,6 5.580 49,95 3374 3368 3367 3364 217,61 48,82 Nr. 111 48,85 48,84 48,71 48,59 48,76 2584 48 3222 48,83 48,71 1,6 1.591 3492 bef. 48,73 332 3322 1 48,67 3,5 3.522 6779 3494 49,55 1740 49,50 48,78 48,95 50,04 50,00 49,94 50,01 49,50 3491 49,50 48,97 3490 1748 befestigt 49,59 49,55 50,02 2804 2803 1741 49,46 49,55 2849 49,41 49,70 1749 1744 3189 befestigt 49,55 50,12 Kleeblattstraße Nr. 109 12322 0715211 2853 2852 3190 3184 49,53 2841 Trafo I Gewächshaus-Ruine 3383 3191 3185 3186 2842 2840 befestigt 48,71 6778 m Sa Fz 1754 3489 0710211 12831 3193 3192 3187 3188 1684 2806 07142512 Halle I 3183 1712 1685 2843 49,38 50,03 50,11 50,01 50,06 2805 1763 49,54 2859 2844 3485 1750 3181 2863 2864 2867 0715322 2.637 2,6 3477 3182 49,42 12654 49,67 3478 50,07 2808 3487 1757 1755 3479 3475 1698 2850 befestigt Podest 48,76 3480 3474 3171 2854 286 2862 0 2865 49,46 2846 3476 49,47 50,28 12322 49,62 unbefestigt 49,65 3486 1756 3473 1733 3170 1700 49,58 2866 2847 3385 49,51 2855 2832 2834 49,62 unbefestigt befestigt 3386 49,58 0715321 1758 49,61 1759 1699 3173 3174 2875 2878 2861 2868 49,04 49,60 317 unbefestigt 1701 3179 3180 2857 2869 49,05 49,05 3204 3172 49,66 3483 3481 49,56 49,66 bef. unbefestigtbef. befestigt 49,61 3128 0710211 1760 3472 3482 3169 2873 2870 2833 49,06 unbefestigt 3177 3176 2879 2874 2835 49,05 3206 49,66 2856 49,57 2871 2831 1772 1677 2858 befestigt 48,88 48,87 49,58 3484 49,53 3165 0715312 50,17 50,10 50,0450,15 3462 3166 3124 2927 2906 288 2886 5 2883 2882 288 2881 0 2809 6777 3470 1702 3123 2924 2925 2888 0715211 3461 3467 3471 3130 2929 befestigt bef.1668 unbefestigt bef. 2928 07142612 49,80 49,40 49,57 3167 3122 3178 2887 2889 49,45 49,59 3129 2884 2890 2829 49,01 3469 3168 2934 07142521 50,13 3460 3465 3466 3132 1728 2933 2932 2931 2930 50,23 50,1350,20 50,16 49,57 1775 49,65 3134 49,60 49,53 2897 662 3105 1715 2985 49,01 48,97 2896 661 032101 3456 3457 49,65 5 2987 2984 2891 2837 3120 3121 2926 48,96 49,11 3436 2900 2901 2902 2905 431 49,09 2903 2904 2907 unbefestigt 49,10 437 2908 2910 2913 49,03 49,12 48,98 1774 3464 3133 3117 49,66 2909 2911 2826 49,76 50,12 2811 3455 3119 3118 2935 2938 2912 49,46 2825 3448 3451 3458 3459 1727 1667 2922 2824 48,90 2827 49,00 2921 2919 0715322 2936 2937 2923 2920 49,13 49,01 49,60 3131 49,69 07142512 4 281 2812 3 3463 49,54 6776 49,95 281 07142511 3450 3449 0324912 3106 49,04 492 3437 49,65 1655 3115 3116 2815 49,78 660 3452 1724 3107 3108 3109 2940 2732 3388 2941 2942 2943 436 2696 Kleiner M 41 ohnw eg 3086 3110 3111 49,65 49,57 3447 1726 49,70 49,55 2945 49,13 2944 49,05 49,16 49,05 3112 3113 49,56 49,49 3453 1786 3081 3082 3084 2950 49,15 49,19 49,26 3114 2979 1653 2980 1654 49,69 907 3446 49,67 3083 49,58 2970 2954 49,60 49,52 49,53 3079 49,68 3085 2955 2953 2952 2949 2946 Grdb.Bl. 298N 57 49,18 49,07 2951 2948 2947 441 50,27 50,29 50,36 2816 49,59 07142511 m Sa Fz 2730 3445 49,55 3392 3391 0710221 44 49,60 18 50,06 Halle I 2731 3435 3087 0710221 Teilstück 3 ca. 22 m¾2 2822 12322 Podest 2719 908 3444 3428 3075 3080 49,58 3088 3089 3090 3092 3091 3093 2729 49,60 3073 3436 3094 49,50 2977 2956 49,58 3078 3095 2971 274 3096 2989 2967 2959 49,11 49,04 49,20 3098 12654 2718 3430 3103 292 3099 0710221 2817 659 3443 3439 3429 49,64 3097 3100 49,563004 309 0710211 50,39 50,49 6783 49,56 3442 49,35 3431 49,55 3401 3390 3003 2969 49,01 3400 3399 49,62 3074 49,66 3102 49,15 49,63 49,57 3064 3101 3006 3005 2818 3427 3394 3072 3060 3062 3063 3065 49,49 2991 50,37 2717 1796 3393 3076 49,12 0715211 1233 40 3007 307 49,61 49,55 49,48 3398 278 279 0324922 50,35 50,39 652 3426 3055 3057 3061 3002 3001 2964 Nr. 105 49,22 1232 40 49,31 48,99 49,05 49,03 50,37 2727 651 3433 179 3432 7 49,56 1792 3402 49,56 3066 293 306 49,15 Weg Fläche 2062 m¾2 Grdb.Bl. 298N 2725 2726 49,60 2819 3396 3397 3071 277 3056 3058 3059 3067 Teilstück 5 ca. 1995 m¾2 50,30 50,08 2721 2714 2715 3423 49,57 49,55 49,57 3068 308 3000 3424 3395 3069 3008 49,06 49,08 3009 650 2716 3420 3422 3425 0324912 50,33 49,50 2710 2713 3441 3440 3070 8 2,4 17 49,53 2994 2992 49,53 49,10 49,1349,0549,20 2993 44 10 2996 50,15 50,20 2722 2711 unbefestigt 49,53 befestigt 49,56 3419 3403 3010 2995 3417 unbefestigt 3418 3054 3052 3016 2999 2998 49,07 032101 3416 3415 49,47 49,48 unbefestigt 657 2723 082828 49,52 49,59 216 50,24 0715312 2712 49,56 1801 unbefestigt 215 49,55 49,55 3011 48,97 57,37 9 unbefestigt 3014 3012 49,89 49,50 3414 49,57 3404 49,50 3048 304 49,07 3018 49,49 3405 3045 1802 3013 unbefestigt 49,52 315 49,46 3406 3042 3044 3046 3047 49,46 3019 3041 3040 3050 3051 unbefestigt 49,50 49,22 49,05 8 236 49,46 1800 0710211 3043 3039 4,0 3027 49,06 49,08 1231 40 49,59 50,04 50,05 3412 3410 3411 223 233 2724 49,48 3409 3407 3038 49,58 49,52 49,44 49,46 49,52 225 3021 3023 49,51 unbefestigt 38 37 49,19 49,00 49,47 49,50 39 49,13 Fläche in 1000 qm 6772 ,27 49,10 49,10 1230 40 49,00 54,7 49,65 595 2048 2052 49,34 596 49,63 176 49,28 49,31 6,8 Flächenabgrenzung Plangebiet ohne MUF 6771 597 881 2041 49,29 12654 12730 49,02 11200 2029 2027 2703 878 194 2051 49,10 2044 2043 49,26 Flächenabgrenzung MUF 49,50 51,16 49,27 48,92 49,13 2036 175 61,5 49,51 2037 2030 49,59 49,43 2055 173 2035 49,28 2028 49,25 48,93 49,13 2040 2039 2038 2032 2031 122 48,93 49,13 49,11 49,11 49,01 2014 2015 2010 ca.79,24 48,94 49,07 rfer Weg Bohnsdo 1229 40 177 2033 182 2708 41 Geltungsbereich zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE N 49,53 51,11 51,12 12322 2034 Grube 49,25 49,34 ße ra rst e irn 2056 m Pu Fz 0324922 49,19 48,94 h Sc 49,58 49,53 49,67 187 49,43 befestigt 48,81 49,56 49,62 49,41 2705 2704 Leerstand I unbefestigt 49,68 49,74 2017 49,27 49,0648,95 49,72 2016 2013 49,29 Land Berlin 212 2707 49,06 48,99 6765 6775 Grdb.Bl. 3115N 49,64 2023 2020 2019 2018 Fläche in 1000 qm Legende F 49,72 Flulur 2 r 4 49,78 49,69 49,09 49,21 49,21 se str aß e 49,85 2021 2022 49,17 49,16 befestigt 48,98 547 0715322 49,40 49,90 49,91 49,71 49,14 797 3731 1516 49,17 2749 2790 49,1049,10 49,02 Einfüge punkt 795 49,01 49,00 49,00 Umweltprüfung Bestand Biotoptypen 72 Gezeichnet 49,12 823 48,96 Fahrbahnkante 49,06 48,98 49,15 549 548 550 49,85 Bordkante 48,96 Spielplatz 49,36 18,43 ante rdk ß tra rns do rdkante g e Bo We 2625 40 153 44 Fläche 2190 m¾2 Grdb.Bl.616N Land Berlin 77 befestigt 49,11 48,97 49,80 07142521 49,04 Nr. 97 Bo unbefestigt 552 551 49,30 5,08 49,24 befestigt 49,06 48,98 Ro 2608 44 Schp. I Ho Pu Mt RR Datum 12.04.2022 Numm Schp. I Ro 2608 44 Ho Pu Mt 5,08 unbefestigt befestigt Nr. 97 ß tra rns do rdkante g e Bo We ante rdk befestigt 2625 40 Tiefbord befestigt Tiefbord befestigt 6765 6775 F Flulur 2 r4 befestigt unbefestigt 153 44 Fläche 2190 m¾2 Grdb.Bl.616N Land Berlin Spielplatz Grdb.Bl. 3115N Land Berlin unbefestigt h Sc ße ra rst e irn Geltungsbereich zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-68 VE N Nr. 99 e Fa h unbefestigt Leerstand I unbefestigt rba hn m Pu Fz Grube unbefestigt ka nte unbefestigt Bo Grube befestigt 6771 befestigt rdk an Nr. 101 54,7 Veränderungen gegenüber Planungsrecht nach § 246 BauGB 0,8 6772 ,27 Biotopcode unbefestigt unbefestigt nte 15 4,0 befestigt rba 8 hn unbefestigt ka nte 05161 befestigt unbefestigt Nr. 103 2661 42 Grdb.Bl. 10507N Land Berlin Fa h unbefestigt ca.79,24 Bordka rfer Weg Bohnsdo 51 befestigt befestigt unbefestigt unbefestigt unbefestigt unbefestigt unbefestigt eg Radw unbefestigt 57,37 1 44 10 ,4 72 071021 8 6783 befestigt befestigt Bordka Podest unbefestigt nte Teilstück 5 ca. 1995 m¾2 Weg Fläche 2062 m¾2 Grdb.Bl. 298N degewo Köpenicker Wohnungs-unbefestigt Nr. 105 unbefestigt unbefestigt Halle I m Sa Fz 6776 unbefestigt unbefestigt gesellschaft mbH 18,5 Laubgebüsche frischer Standorte überwiegend heimische Arten 4,6 07150 Solitärbäume, 396 Stück 0715312 einschichtige oder kleine Baum2,9 gruppen, überwiegend heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter 0715322 einschichtige oder kleine Baum0,4 gruppen, überwiegend nicht heimische Baumarten, überwiegend mittleres Alter befestigt nte Fahrbahnkante Bordka 53,91 unbefestigt Teilstück 3 ca. 22 m¾2 44 13 44 18 Nr. 107 Teilstück 6 ca. 276 m¾2 Fläche 962 m¾2 Teilstück 7 ca. 39085 m¾2 Grdb.Bl. 298N 57 degewo Köpenicker Wohnungsgesellschaft mbH ,78 6777 10201 1233 40 unbefestigt unbefestigt unbefestigt bef. befestigt bef. unbefestigt befestigt unbefestigt befestigt unbefestigt befestigt unbefestigt befestigt 12240 bef. unbefestigtbef. 56 Halle I ,38 6778 m Sa Fz 12611 Fahrbahnkante 2696 Kleiner M 41 ohnw eg Weg befestigt Bordkante befestigt befestigt unbefestigt unbef. befestigt Gewächshaus-Ruine 12620 6779 3436 befestigt Kleeblattstraße Nr. 109 befestigt befestigt befestigt befestigt unbefestigt unbefestigt unbefestigt 217,61 befestigt 2584 48 12652 unbef. befestigt bef. befestigt befestigt Podest Trafo I befestigt artenreicher Zier-/ Parkrasen Wohnquartiere, Rasenmulden an Verkehrsflächen, Spielfläche Grünzug 07142511 Baumreihen, mehr oder weniger 0,3 geschlossen, ältere Bestände (älter 10 Jahre), überwiegend heimische Gehölze 1231 40 44 14 Fläche in 1000 qm Biotoptyp unbefestigt befestigt unbef. 1232 40 Flächenabgrenzung Plangebiet ohne MUF te unbefestigt befestigt 6,8 befestigt unbefestigt 1230 40 61,5 Flächenabgrenzung MUF ca.10,70 2624 40 1229 40 Fläche in 1000 qm Legende 18,43 Bo unbefestigt se str aß e I Trafo I unbefestigt Nr. 111 Bordkante 44 12 unbefestigt befestigt unbefestigt I Fz Sa Fz unbefestigt I Fz Pu Fz unbefestigt 6780 Tor befestigt unbefestigt befestigt unbef. unbefestigt unbefestigt unbefestigt unbefestigt unbefestigt unbefestigt 0,1 12911 8,5 extensive Dachbegrünung mit - Substratstärke bis 15 cm intensive Dachbegrünung 1,6 N 0,1 unbefestigt Bauvorhaben Gemarkung Glienicke, Flur 2 Gemarkung Glienicke, Flur 4 befestigt unbefestigt befestigt Nr. 115 2637 48 Fläche in wasser- und luftdurchlässigem 4,6 Aufbau 6782 unbefestigt unbefestigt 117,72 Bordkante 3056 unbefestigt unbefestigt 1,3 unbefestigt Gemarkung Treptow, Flur 194 Nr. 113 148,58 Porzer Straße überwiegend versiegelte Stadtplätze und Promenaden, mit regelmäßigem Baumbestand Weg, versiegelt 12912 unbefestigt befestigt unbefestigt 9,8 extensive Dachbegrünung mit hohem Aufbau und Biotopelement - Substratstärke ab 15 cm befestigt 1208 48 2,2 6,6 12654 12911 6781 Halle I m Sa Spielplatz weitgehend ohne Gehölze befestigte Dachflächen Attika Zeilenbebauung und Mülleinhausung, u.a. Pflasterstraßen Bauherr befestigt/unbefestigt degewo Köpenicker Wohnungsgesellschaft mbH Potsdamer Straße 60 10785 Berlin Tel.: 030 - 26485 - 5000 63 Gewächshaus-Ruine (einsturzgefährdet) Vorhabenbezogener Bebauungsplan 9-68 VE für das Grundstück Bohnsdorfer Weg 99/119, '' Alte Gärtnerei'' im Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Altglienicke 59 Architekt befestigt/unbefestigt E-Mail: zkb@degewo.de Vermessergrundlage: ÖbVI Phuoc van Ho Greifswalder Str. 208 10405 Berlin Katasternachweis vom 28.03.2020, 05.10.2020 Bezirk: Berlin - Treptow-Köpenick Grundbuchbezirk: Treptow Plan-Nr.: 7637LP00.7 Layout: Lageplan - Baumplan Erstellungsdatum: 06.10.2020 DAHM Architekten + Ingenieure GmbH 6784 Fundament befestigt Halle I m Sa Fz Im Pu Pa Nr. 117 befestigt Fahrbahnkante 3108 64 Maßstab 65 befestigt 3051 Mühlenstraße 34 • 10243 Berlin Tel.(/Fax): 030 - 29 36 90 - 30 (/31) E-Mail:box@dahm-ai.de Grdb.Bl.10507N Land Berlin Plan-Nummer befestigt befestigt Blattgröße 1:1000 BPlan_9-68VE_UP_LP_101 A3 Index unbefestigt befestigt Beton unbefestigt Planverfasser Bordkante Bordkante Bordkante Nr. 119 befestigt befestigt befestigt/unbefestigt 2622 48 unbefestigt befestigt bef. 2904 bef. 6571 Wohnhaus II+D m Fl Pa unbefestigt Bordkante befestigt Tiefbord Tiefbord 3124 3109 Wohnhaus II+D m Fl Pa 76,84 6572 2630 3108 2606 Schp. I Ho Sa Pa 2607 2608 2609 2605 II Wohnhaus II+D m Pu Pa 2723 Fläche 1158 m¾2 Grdb.Bl. 22844N-22961N Tiefbor d Günaydin, Hasan u.a. Miteigentümer 2631 Knospengrund 2633 unbefestigt 2597 Fläche 1237 m¾2 Grdb.Bl. 21288N-21381N Rühmann, Cornelia u.a. Miteigentümer Bordkante 2632 2705 2559 2577 2560 Tiefbord 2558 2578 Fahrbahnkante 3036 unbefestigt 35,90 Bordkante Baustelle 3110 Fläche 487 m¾2 Grdb.Bl. 33229N degewo Köpenicker Wohnungsgesellschaft mbH unbef. Bordkante Umweltprüfung Planung Biotoptypen 72 Gezeichnet Einfüge punkt Bordkante befestigt senkante Tiefbord Tiefbord befestigt Planinhalt unbefestigt unbefestigt Flur 4 Flur 3 E-Mail: info@bacher-la.de 86 befestigt/unbefestigt 47 29 Hauptstraße 6 10827 Berlin Tel. 030 665 086 30 71 Beton Bacher Landschaftsarchitekten befestigt bef. SWS Datum 12.04.2022
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