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Epilog

Full text: Kunstkaufleute / Jellinek, Josef (Public Domain)

15.1 — 
diesen kam man dort zur Kenntnis des genauen Falles. Was 
mich anbetrifft, war ich engagiert, ohne einen Betrag gezeichnet 
zu haben; dagegen sollte ich während meines vertragsmäßigen 
—DDD0 
ner Gage zu Händen des Direktors Staudigl stehen lassen. 
Mindestens fünf Mitglieder, die er fest engagiert hat und die 
sich dann um kein anderes Engagement umgesehen haben, sind 
nun brotlos... Indem, und so weiter. Unterzeichnet: Wasser— 
vogel. Dazu noch zwei weitere Unterschriften als Beglaubigung.“ 
Eine Bewegung entstand am Tisch: Feininger war mit 
Staudigl zusammen oft genannt worden. 
„Am liebsten,“ sprach der Leser weiter, „möchte ich den 
Brief einfach der ‚Bühnen-Genossenschaft' schicken. Mögen die 
ihn erst veröffentlichen! Übernehmen können wir den Artikel 
dann immer noch!“ — 
„Was sagen Sie, meine Herren, zu diesen ungesunden 
Theaterverhältnissen in Berlin und zu derartig faulen Grün— 
dungsprojekten?“ meinte einer. 
„Det machen Se immer so, die Nazis!“ fiel Lehmann ein 
und überschrie alle übrigen am Tische. — „Arnold!“ wandte 
er sich zum Kellner: „de gestrige Presse! — Was ich Ihnen 
vorhin nich gleich mitteilen wollte, meine Herren, — hier!“ Er 
wies auf eine Stelle im Inseratenteil der ‚Neuen freien Presse' 
und las laut vor: 
„Die Verlobung unserer Tochter Albine mit Herrn The— 
aterdirektor Karl Staudigl beehren sich ergebenst anzuzeigen: 
S. Lemberger und Frau Florentine, geborene Blaustein.“ — 
„Seh'n Se,“ nahm Lehmann gleich wieder das Wort: 
„der is nu fein raus: verlobt sich einfach! Und dieser 
Herr ist derjenige, der viel an dem armen Feininger verschuldet 
hat! Er versprach ihm goldene Berge: Dramaturg und so, 
wiss'n Se! Damit hetzte er ihn von einem zum andern: 
zu Theaterdirektoren und Theaterbesitzern, zu Theateragenten 
und Bühnenverlegern und bei allen möglichen Leuten mußte der
	        
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