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Full text: Die steile Stufe / Heilborn, Ernst (Public Domain)

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wir nicht den p. Wiegandt, sondern den Herrn Ren⸗ 
danten Knoop vertreten.“ 
„Ja so; natürlich.“ Der Justizrat biß sich auf 
die Lippen. „Legen Sie die Alkten beiseite; die 
Sache hat Zeit.“ Er war in der Tat ganz unge⸗ 
wöhnlich zerstreut gewesen. Herr Kruse konnte sich, 
solange er seines Amtes waltete, und das waren 
bereits volle fünfzehn Jahre, nicht entsinnen, daß 
ein ähnliches Versehen begangen worden wäre. 
Der Justizrat hatte seinen Rundgang wieder 
aufgenommen. „Schicken Sie einen Boten zu Frau 
Ehlert! Ich lasse sie bitten, wenn irgend möglich, 
noch heute während der Sprechstunde mit heranzu— 
kommen. Ich habe mit ihr über ihren Prozeß zu 
reden. Der Paul kann gehen! Der Junge tut so 
wie so nichts als Heftfäden schneiden. Ich sollte 
meinen, wir könnten nun auf drei Jahre mit Heft⸗ 
fäden versorgt sein.“ 
„Ich beschäftige ihn so gut ich kann, Herr Justiz— 
rat, aber ich habe gleich gesagt — 
„Schon gut, Kruse. Lassen Sie eintreten.“ 
Die Sprechstunde nahm ihren üblichen Verlauf, 
und längst hatte Justizrat Joachim sich wieder in 
Zucht genommen. Frau Ehlert erschien erst, als 
die übrigen Mandanten abgefertigt waren. Und 
dem war gut so. Man konnte die Augenblicke, die 
einem gegeben waren, in Ruhe genießen.
	        
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