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Full text: Die steile Stufe / Heilborn, Ernst (Public Domain)

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Worte bezeichneten, hatte sich dauernd ein andrer 
Faden in seinem Bewußtsein fortgesponnen. Solch 
Reiseabenteuer mit ihr bestehen, war gewiß ein 
Glück, aber ein Glück, das zugleich enttäuschte. 
Warum, und ob nur eben ihn, darüber war er sich 
nicht klar. Unendlich reizvoll aber blieb es, mit 
ihr zu plaudern. Wie geistreich wehrte sie sich 
gegen seine überlegenheit! Sie war eben nicht zur 
Geliebten, sondern zur Ehefrau geschaffen. Und 
das gerade schätzte er an ihr. 
Es waren launische Tage, und es hatte ganz 
den Anschein, als mühte sich das Wetter den raschen 
und unvermittelten Wechsel der Stimmungen zwi⸗ 
schen ihnen auch seinerseits mitzumachen. Noch eben 
hatte es über dem See geblaut, und die Sonne hatte 
ihn längs der Ufer bis tief zum sandigen Grund 
durchschienen, — da hatte es in der Ferne wetter⸗ 
geleuchtet, Wolken hatten sich zusammengeballt. 
schon fielen die ersten Tropfen des Gewitters. 
Sie flüchteten in das Hotel am Markte, fanden 
am Fenster der Gaststube Platz und hatten ihre 
Freude daran, zu sehen, wie die schweren Tropfen 
das Pflaster schlugen. Die schon vorher menschen⸗ 
leere Straße lag ganz verlassen. Ihnen gegenüber 
ragte das Rathaus auf, ein würdiger und impo— 
santer Bau. 
Der Abend dunkelte, die Lichter wurden ange—
	        
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