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Was wir Kinder vor vierzig Jahren lasen

Full text: Aus dem Bilderbuch einer reichen Kindheit / Malberg, Anna (Public Domain)

19. Jahrhundert noch ebenso frisch wirkte wie 
einst auf Äsops Zuhsörer in unvordenklichen 
Zeiten. Der wunderliche Karneval der Ge— 
schöpfe, deren schwache Seiten den unseren 
gar so ähnlich waren, gab uns zu lachen und 
zu denken, die hübschen Verse und kräftigen 
Ausdrücke blieben im Ohr hängen. Wir 
schimpften uns „Neugieriger Fink“ und „Frau 
Gieremund“, und wer zuviel aß, von dem 
wurde behauptet, 
„Sofafedern, Haare, Pfropfen, 
Alles muß er in sich stopfen!“ 
ein unanfechtbarer Beweis für die Eindrück— 
lichkeit des Gelesenen. 
Den Titel meines Lieblingsbuches habe 
ich vergessen. Der Anordnung nach muß es 
etwa „Die Tageszeiten“ geheißen haben. Es 
war gar nicht spaßhaft, sondern gab zu denken. 
Auf einem der ersten Blätter fuhr ein kleiner 
Junge im Bett auf, die Augen gegen einen 
Lichtschein schützend. Darunter stand: 
„Ich bin einmal des Nachts erwacht, 
Was blendet mein Gesicht? 
Der Vater saß in stiller Nacht 
Arbeitend noch bei Licht.
	        
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