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Herrn Schillings Garten und allerhand Kinderromantik

Full text: Aus dem Bilderbuch einer reichen Kindheit / Malberg, Anna (Public Domain)

— 
so unberechenbar. Von meinen Erfahrungen 
in dieser Beziehung hätte Onkel Ernst Bücher 
schreiben können! 
In Herrn Schillings Garten machte ich 
auch meine Erstlingserlebnisse als unverstandene 
schöne Seele durch, eine Art Impfung mit 
dem Giftstoff, der die Noras und Heddas 
züchtet, und der auf mich im späteren Leben 
niemals gewirkt hat. — Hitzes, die Bewohner 
des ersten Stockes, bekamen ein neues 
Stubenmädchen, eine wunderhübsche junge 
Person, die zuweilen einen Augenblick in den 
Garten kam. Ich bewunderte sie fast noch 
mehr als die Flor de las Habanas und 
bettelte Mutter eines Tages um eine dunkel⸗ 
rote Rose aus ihrem Geburtstagsstrauß, die 
beim Abdrehen vom Draht des Tellerbouquets 
leider ganz kurz abbrach. Das störte mich nicht, 
glühend vor Freude lief ich damit herunter, 
als ich die schöne Auguste hatte in den Garten 
treten sehen, und sagte ganz leise und atemlos: 
Da hast du eine Nose, steck sie dir in die 
Haare! (Die Flor de las Habanas hatte 
nämlich auch eine in ihren Locken). Auguste 
stemmte die runden Arme in die Seite, sah
	        
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