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Finale

Full text: Kubinke / Hermann, Georg (Public Domain)

348 — 
lebendiges Recht geben müsse, in dem nicht der Buch— 
stabe, sondern das Gefühl entscheide. 
Aber als Emil Kubinke sich aus seiner Lethargie auf⸗ 
raffte und den Rechtsanwalt Schlesinger III noch etwas 
fragen wollte, da war der schon längst auf und davon, 
war im Gewühl des Korridors verschwunden. Denn 
Schlesinger III hatte heute noch acht Termine wahrzu— 
nehmen, und die anderen Gegenparteien dachten gart nicht 
daran, ihm die Sache so leicht zu machen, wie es ihm 
der ahnungslose Oberquartaner, der Friseurgehilfe Emil 
Kubinke gemacht hatte. 
Aber im Laden des Herrn Ziedorn war heute große 
Aufregung; denn Herr Tesch war noch einmal schnell her— 
untergekommen, bevor er weiterging, und hatte sofort Herrn 
Ziedorn und Herrn Neumann alles erzählt, was sich oben 
bei Löwenbergs begeben hatte. 
„Denken Se an — die hat doch jarnischt jewußt, 
die rote Pauline! — Sagt der Kubinke seiner Braut kein 
Wort von sowas! — Na die hat nett jeheult, wie se's 
jehört hat! — Wie'n Schloßhund hat se jeheult ... 
Passen Se uff, meine Herren, die jibt ihm 'n Laufpaß ... 
Un wie ick den Kollejen Kubinke kenne, fällt der heute auch 
rein. Den knicken se da de Hammelbeene — eins, zwei, 
drei — denn for's Jericht, wissen Se, for's Jericht da is der 
nich helle jenuch — da muß einer janz anders sein wie 
Kubinke ... Aber ick mache jetzt nur, daß ick fertig wer'. 
Den Kubinke muß ick kommen sehen — den Spaß jönn 
ick keenen andern!“
	        
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