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Finale

Full text: Kubinke / Hermann, Georg (Public Domain)

270 — 
„Mensch,“ sagte der Unteroffizier und sah auf den 
kleinen Emil Kubinke von seinem vollen Gardemaß herab, 
„Mensch?! Jenommen!? Wo denken Sie denn hin?! 
Wir werden uns doch hier nich mit Sie die janze Front 
runjenieren!“ 
Also frei war er, frei gekommen. Emil Kubinke 
stieg mit dem rechten Fuß in das linke Hosenbein, und 
das Hemd zog er zweimal verkehrt an und die Strümpfe 
wand er sich beinahe um den Hals. Also nicht, ... 
nicht, ... na das mußte er sofort Pauline schreiben. 
Wie nett das eigentlich hier war ... wirklich be— 
lustigend ... der Offizier war doch ein intelligenter und 
sympathischer Mensch ... ja überhaupt unsere Offiziere 
in Preußen! Und auch der Arzt gefiel Emil Kubinke. 
Herr Gott, wie ulkig das aussah, der Mensch dort trug 
ja ein Bruchband, das hatte er noch nie gesehen! Also 
frei war er, ganz frei, und den andern hatten sie 
genommen, sogar zur Marine. Der würde sich auch freuen! 
Aber ... aber ... eigentlich muß es ja doch ganz 
nett beim Militär sein. Man ist immer in frischer Luft, 
und zu viel zu tun ist auch nicht. Famos, was man 
da für'n faulen Tag leben kann. Wirklich und wahrhaftig 
.Rer wäre ganz gern Soldat geworden. Sicher, 
wenn nicht gerade jetzt das mit Pauline gewesen wäre. 
Er hätte sich sogar auch jetzt gefreut, wenn er Soldat 
geworden wäre ... von je hatte er für das Militär 
etwas übrig gehabt . .. ja er konnte sogar sagen, er 
schwärmte für das Militär. Eigentlich ... tat es 
ihm doch leid, daß sie ihn nicht genommen hatten, denn 
es ist doch ganz was anderes, wenn man sagen kann, man 
hat gedient. Er hätte sich schon dazu geeignet. So gut 
wie der Mensch da hätte er auch Unteroffizier werden
	        
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