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Pauline

Full text: Kubinke / Hermann, Georg (Public Domain)

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Herrn Herzfeld wollen, und wie er mit unserer Geschichte 
in Zusammenhang steht. Aber er war doch der Onkel, 
der richtige Onkel von Frau Betty Löwenberg! Der älteste 
Bruder von Frau Rosalie Heymann! Und wenn Frau 
Betty Löwenberg auch bei Lebzeiten keinen Gebrauch davon 
gemacht hatte und des alten Herrn Herzfelds Existenz all ihren 
Bekannten und Freundinnen ängstlich unterschlagen hatte, 
so ging das doch bei seinem Tode nicht an, und schon 
ihrer Mutter wegen sah sich Frau Betty Löwenberg ge— 
nötigt, für diese und die nächste Woche keine Einladungen 
anzunehmen, und wenn das Frau Betty Löwenberg auch 
nicht gern tat — (denn was hat man denn vom Leben?!) 
— so tröstete sie sich doch damit, daß dieser Familiensinn 
und die schwarze Jettbrosche sie sehr gut kleideten. Und 
so kam es, daß Frau Löwenberg selbst fragte: 
„Pauline, wollen Sie Sonntag vielleicht mit Ihrem 
Bräutigam ausgehen?“ 
Pauline aber schlug die Augen nieder und sagte: 
„Ja, Frau Löwenberg.“ 
Doch wenn — wie wir ja sahen — der Frühling es 
für Emil Kubinke und die runde Hedwig und später für 
die lange Emma schon recht nett und hübsch hergerichtet 
hatte, so machte er doch jetzt für die rotblonde Pauline 
und ihren Bräutigam sich weit mehr Umstände. Jetzt 
wollte er wirklich sein Bestes geben, mal zeigen, was er 
konnte, jetzt hatte er ganz heimlich für Emil Kubinke und 
die rotblonde Pauline eine richtige Feststraße geschaffen, und 
zwar mit weit mehr Geschmack und weit geringeren Aus— 
lagen, als das sonst in Berlin üblich ist. 
Schon vom Hause an hatte er begonnen, der Frühling. 
Er hatte sich mit Herrn Piesecke geeinigt und auf dem Hof 
zwischen den Thujabüschen, zwischen Dante, Luther und
	        
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