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Über die Würde

Full text: Sehnsucht / Hermann, Georg (Public Domain)

Uber die Wuͤrde. 
det enn man in sich beizeiten den grünen— 
7 den Trieb des Ehrgeizes mit Stumpf 
und Stiel ausgejätet hat, wenn man weder 
am Sacklaufen nach dem bestgespickten Geld— 
beutel, noch am Stangenklettern — und man 
pflegt die Stangen mit grüner Seife einzu— 
reiben, die sie glitschig macht und deren un— 
saubere Spuren man an sich behält, auch 
wenn man an das Ziel kommt — am Stan— 
genklettern also nach Amtern, Rang und Stel— 
lungen teilnimmt, so kann man aus den 
Dingen, welche andere Leute blutig ernst neh— 
men, eine ungemeine Erheiterung schöpfen. 
Und man wird ein doppeltes Vergnügen dar— 
in finden, weil nicht nur die blutig ernsten 
Dinge bei Licht betrachtet sich in wahre Hexa⸗ 
eder von lustigen Seiten lösen, sondern auch 
weil die Menschen, die sich um sie bemühen, 
noch um ein Bedeutendes lächerlicher wirken 
als ihre Ziele. Ein Ding ist doch nur immer 
ein Ding; oder es ist ein totes Etwas, das 
sich in Geld, in Zahlen, in Worten, in einem 
Titel, einem Papierschein ausdrücken läßt; — 
man braucht keine Meinung darüber zu ha— 
hen, denn die Dinge selbst sind nicht derart, 
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