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Kindheit

Full text: Sehnsucht / Hermann, Georg (Public Domain)

von der Höhe unserer Kindheit, wo die Dege⸗— 
neration? Wenn du die Bahn des Lebens in 
einer Kurve zeichnen willst — gut, so kannst du 
aber einzig eine Parabel für sie annehmen. 
Eine unsichtbare Hand schleudert das Geschoß 
ins Ungewisse hinaus, und es fliegt durch den 
Raum nach den ehernen Gesetzen. Oder du 
könntest vermuten: es ist die gewundene 
Wurfbahn eines Bumerang, und das Ge— 
schoß kehrt, nachdem es sich in seltsamen Win— 
dungen schier zwecklos und närrisch umher— 
getummelt, in die unsichtbare Hand, die es 
einst entsandte, zurück. Aber Degeneration, 
aber Abfall, nachdem es kaum emporgestie— 
gen? Wie soll dafür der Beweis erbracht 
werden? Ich gestehe, es ist schwer; doch viel⸗ 
leicht gelingt es mir, mich verständlich zu 
machen. Aber beweisen, ruft man. Wozu 
beweisen! Und, wenn Beispiele so wohlfeil 
wie Brombeeren wären; — wer läßt sich über— 
haupt etwas beweisen? 
Du sagst, der Lehrer ist klüger, bedeutsamer, 
schwerer wiegend als der Schüler, denn er 
würde Aufgaben zu vollster Zufriedenheit 
erledigen, die jenem Schwierigkeiten bereiten; 
und du vergißt, daß es darauf gar nicht an— 
kommt, sondern daß ganz andere Dinge spre— 
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