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Zweites Kapitel

Full text: Unter Zigeunern / Zur Megede, Johann Richard (Public Domain)

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viel Nichtsthuer mit Cylinder und Schnabelschuhen, 
die beste Halbwelt mit hübschen Gesichtern, in vor— 
nehmer Toilette, wenig Plebs. Elegante Landauer 
mit Rassepferden und stolzen Kutschern jagten vor— 
über; drin in weiße, weiche Shawls gehüllte Damen, 
zuweilen eine blitzende Uniform. Daneben trotten 
schwerfällig die Droschkengäule; Omnibusse mit 
schweren, dampfenden Belgiern rasselten vorüber, und 
aus den Nebenstraßen tönte schrill die Glocke der 
Pferdebahnen. Ein wohlabgetöntes Straßenbild! 
Aber gerade das war es — diese Menschenwoge, 
die an ihnen vorüberströmte, sie mit sich fortriß oder 
festhielt, je nachdem sie sich vor einem großen, mit 
mattem Plüsch ausgeschlagenen Juwelierladen vor 
einem funkelnden Kollier von fabelhaftem Preise zu— 
sammenballte, oder nach dem fernen scharfen Klingeln 
der Feuerwehr drängte, dünkte Lerden trotz der Ver⸗— 
schiedenheit der Toiletten, der englischen Hüte, der 
modischen Ueberzieher, der Jargons uniform bis zum 
Lächerlichen. Er kannte die langweilige Inter—⸗ 
nationalität dieser Gesellschaft von andern Welt— 
städten zur Genüge, während der Graf mit dem 
neugierigen Interesse eines Provinzlers die Schau— 
fenster und jedes hübsche Gesicht prüfte, und hoch— 
erfreut, in diesem allerliebsten Gewirr von Damen— 
hüten und Pelzbaretten bekannte Züge zu erblicken, 
eben auf die Professorin Eller zugehen wollte, die
	        
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