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Siebzehntes Kapitel

Full text: Unter Zigeunern / Zur Megede, Johann Richard (Public Domain)

323 — 
„Und du zeigst ihn mir jetzt erst?“ 
„Ich war mir noch nicht ganz klar, ob ...“ 
„Du warst also thatsächlich mißtrauisch, glaubtest 
wirklich?“ Ihre Stimme klang so unnatürlich ruhig. 
Eine diplomatische Antwort war am Platze, da 
hatte er zum Glück die Zigarrenkiste gefunden. 
„Einen Augenblick, Marie!“ — Seine Stirn um— 
düsterte sich. „Wer ist an den Zigarren gewesen?“ 
„Niemand als ich.“ 
„Du rauchst doch nicht. — Es fehlen zehn Stück.“ 
Sie mußte sich besinnen. Jetzt an Zigarren zu 
denken, kam ihr so unmöglich vor. — „Ach ja, der 
Graf Silowstrem hat davon geraucht.“ 
„So? Meine besten Zigarren? Keinem Kollegen 
biete ich sie an, ich selbst rauche sie nur selten — 
und dieser Schwindler muß davon haben!“ 
„Ich werde es nicht mehr wieder thun, Karl ... 
Aber beantworte mir meine Frage: Glaubst du 
wirklich? Ich hätte mich also bereits vergessen?“ 
Der Professor machte eine höhnische Handbewegung 
nach der Zigarrenkiste. Neidische Eifersucht quoll 
ihm empor. „Für den Galan natürlich das Beste! 
Ja, allerdings, gnädige Frau! Bis dato hatte 
ich noch gezweifelt, jetzt glaube ich. Schämen solltest 
du dich, deinen Mann so betrogen zu haben! Pfui 
über die hübsche Larve und das gute Herzl O ja, 
das gute Herz! Deiner Liebenswürdigkeit traue ich
	        
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